Thule Epos: Der ultimative Test für E-Bike-Halterungen

Wer seine Fahrräder öfter mit dem Auto transportiert, kennt die Herausforderung: Das erste Fahrrad ist schnell montiert, aber beim zweiten beginnt das Rätselraten. Wo passt die Halterung durch den Rahmen? Gibt es überhaupt noch eine geeignete Befestigungsposition? Besonders schwierig wird es bei verwinkelten Rahmenkonstruktionen oder voluminösen Rohren. Der neue Epos von Thule verspricht hier Abhilfe.

Thule Epos: Daten und Fakten

  • Wahlweise für 2 oder 3 Fahrräder
  • Hohe Ladekapazität: 30 kg pro Fahrrad / 60 kg Gesamtladung
  • Variable Greifarme: passend für Rohrdurchmesser von 20 mm bis 90 mm
  • Schienenabstand: 250 mm, passt auch für breite Gabeln und Hinterbauten
  • Radstand: maximal 1350 mm
  • Laufradgrößen: 16“ bis 29“
  • Reifenbreite: maximal 3,2“, mit optionalen Halteriemen bis 4,7“
  • Maße: 69 x 126 x 22 cm / Maße zusammengeklappt: 69 x 27 x 73 cm
  • Gewicht: 17,3 kg
  • Preis: 999 Euro für 2 Fahrräder / 1099 Euro für 3 Fahrräder

Einfaches Beladen mit dem Thule Epos

Mit dem neuen Epos Fahrradträger will Thule dem nervigen Fahrrad-Tetris ein Ende setzen. Dafür haben die Schweden eine neue, clevere Art der Fahrradhalterung entwickelt. Die Greifarme werden nicht wie bei klassischen Fahrradträgern an einem Bügel an der Rückseite des Fahrradträgers befestigt, sondern befinden sich jeweils zwischen den Schienen für die einzelnen Fahrräder.

Die Rahmenhalter sind schwenkbar und sollen besonders viele Optionen bieten, die Bikes auf dem Träger zu befestigen. Das Anbringen der Fahrräder soll somit denkbar einfach ablaufen: Teleskophalterung hochklappen, Bike auf den Träger hieven und mit dem Ratschenband befestigen. Beim zweiten oder dritten Rad ist der Ablauf genau derselbe. Das nervige Führen der Haltearme durch den Rahmen entfällt somit. Auch die Reihenfolge, in der die Bikes verladen werden, spielt somit keine Rolle mehr.

Variable und verstellbare Haltearme

Die Haltearme am neuen Thule Fahrradträger sind über ein einfaches Ratschensystem in der Höhe verstellbar sowie an der Befestigung am Träger schwenkbar gelagert. In der Transportposition liegen sie horizontal auf Höhe der Schienen. Ebenfalls im Winkel verstellbar sind die Köpfe der Haltearme. Sie sind mit Ratschenbändern ausgestattet, die Rohrdurchmesser zwischen 20 und 90 Millimeter umfassen. Zudem verfügen Sie über Gummischützer, die vor allem zu hohen Druck an Carbonrahmen verhindern sollen.

Die Haltearme des Thule Epos lassen sich jedoch nicht nur an jeder beliebigen Position am Rahmen sondern auch an den Hinterrädern befestigen. Somit ergeben sich besonders vielfältige Anbringungsmöglichkeiten.

Zuladung und Anhängerkupplung

Wie die meisten modernen Fahrradträger lässt sich auch beim Epos jede Schiene mit maximal 30 Kilogramm belasten. Somit können selbst schwere Bikes locker transportiert werden. Weil die Gesamtzuladung sowohl bei der Zweifach- als auch bei der Dreifach-Variante bei 60 Kilogramm liegt, ist jedoch zumindest die Zuladung mit drei E-Bikes beschränkt. Tipp: Die maximal mögliche Last hängt zudem von der Freigabe der Anhängerkupplung ab. Hier sollte man vor dem Kauf einen Blick in den Fahrzeugschein werfen und die erlaubte Stützlast prüfen.

Komfort und Abklappmechanismus

Über ein praktisches Fußpedal kann der Thule Epos auf der Kupplung abgeklappt werden, was den Zugang zum Kofferraum auch in beladenem Zustand sichert. Für die meisten gängigen PKW dürfte der Abklappwinkel des Fahrradträgers ausreichend sein. An Bussen oder Transportern klappt der Träger aber nicht weit genug nach hinten weg. Hier bleibt der Zugang zum Kofferraum versperrt.

Platzangebot und Reifenbreite

Mit einem Schienenabstand von 250 Millimetern sollten auch Bikes mit wuchtigen Gabeln à la Fox 38 und mit ausladenden Hinterbauten locker Platz auf dem neuen Thule Epos finden. Zudem nehmen die 1350 Millimeter langen Schienen des Fahrradträgers auch Bikes mit langen Radständen auf. Die standardmäßig verbauten Ratschenbänder sichern Reifen bis zu 3,2 Zoll Breite. Mit den optional erhältlichen längeren Bändern lassen sich auch Fatbikes mit Reifen bis zu 4,7 Zoll Breite befestigen.

Einsatzbereit aus dem Karton

Der Thule Epos kommt komplett vormontiert aus der Verpackung und wirkt bereits auf den ersten Blick sehr aufgeräumt. Der 13-polige Stecker ruht auf einer eigens dafür vorgesehenen Halterung. Sämtliche Ratschenbänder stecken ebenfalls in separaten Ösen. Nichts klappert, nichts hängt lose herum.

Handhabung und Montage

Mit seinen 17,3 Kilo ist der Epos Fahrradträger schon in der 2er-Version kein Leichtgewicht. Doch die beiden Schienen bilden in zusammengeklapptem Zustand einen praktischen und bequemen Tragegriff. So lässt sich der Thule passabel von seinem Lagerort zur Anhängerkupplung transportieren und auf dieser absetzen. Zum Sichern drückt man einfach den großen und griffigen Hebel bis zum Einrasten nach unten. Schienen abklappen. Stecker anschließen. Nummernschild einsetzen. Fertig.

Eine Anzeige, welche den sicheren Sitz auf der Kupplung signalisiert, gibt es leider nicht. Das ist schade, denn die 47 Kilo, mit denen man den Träger auf der Kupplung fixieren muss, werden wohl die wenigsten im Gefühl haben. Im Zweifel sollten die Klemmbacken lieber etwas fester sitzen. Die Klemmkraft hierfür lässt sich sehr einfach über ein Rändelrad unterhalb des Griffes einstellen.

Bike-Montage

Das Sichern der Bikes auf dem Epos ist tatsächlich so einfach, wie es Thule in seiner Pressemitteilung beschreibt: Die Haltearme lassen sich einfach im gewünschten Winkel positionieren. Die Länge lässt sich ohne Hebel oder Ratsche einfach durch Ziehen variieren. Der Kopf der Haltearme ist zudem um etwa 270 Grad drehbar.

So lässt sich das Ratschenband immer im optimalen Winkel um den Rahmen führen. Die Ratschen sind gut erreichbar und leicht bedienbar. Schöne wäre eine Drehmomentbegrenzung, wie man es von anderen Herstellern oder von den klassischen Klemmen anderer Thule-Fahrradträger kennt. Doch auch so sind die gummierten Bänder deutlich schonender zu Carbonrahmen als klassische Klemmen.

Variable Montagepunkte

Durch die unterschiedlichen Optionen, die Haltearme in Länge oder Winkel zu verstellen, ergeben sich zahllose Positionen zur Befestigung. Selbst arg verwinkelte Rahmen haben in unserem Test beim Beladen kein Problem dargestellt. Die Schienen nehmen selbst 2,6er Schlappen locker auf. Lediglich bei sehr langen Radständen kommen die Standard-Ratschenbänder für die Laufräder an ihre Grenzen und man muss das Bike auf dem Träger exakt ausrichten, um diese schließen zu können. Zudem kann der zweite Haltearm unter Umständen mit den Pedalen des ersten Fahrrades kollidieren, sodass der gewünschte Befestigungswinkel nicht mehr eingestellt werden kann.

Praktisches Zubehör

Im Zubehör-Sortiment der Schweden findet sich natürlich die inzwischen obligatorische Auffahrtsschiene für schwere Bikes (69,95 Euro). Sie lässt sich einfach an den Seiten der Schienen einhängen und bei Nichtgebrauch klein zusammenfalten.

Eine besonders sinnvolle Ergänzung ist das in Zusammenarbeit mit Abus entwickelte hochwertige Kabelschloss für mehr Schutz vor Diebstahl. Das robuste Kabel hat eine Länge von 150 cm und eine Stärke von 1,2 cm. Das Schloss wird fest mit dem Fahrradträger verbunden und reist so immer mit. Preis: 69,95 Euro.

Alternativen und Ergänzungen

Wenn schwere E-Bikes am Auto mit auf die Reise kommen, sind Fahrradträger für die Anhängerkupplung wie der Thule Easyfold 3 erste Wahl. In unserem Test überzeugt der Thule-Träger mit guter Handhabung und Verarbeitung. Er hat aber auch einen kleinen Haken. Hier alle Infos! Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt.

Der Fahrradträger Thule Easyfold 3 für die Anhängerkupplung, hier beim Fahrdynamiktest auf unserer Teststrecke, weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. In so gut wie keiner Disziplin im Test erlaubt sich der Thule-Heckträger eine echte Schwäche. Allerdings ist er recht schwer. Dennoch hat er sich das Siegel "Sehr empfehlenswert" der AUTO ZEITUNG redlich verdient.

Vor allem in Sachen Handhabung hat der falt- und wegklappbare Thule-Träger Easyfold 3 unser Testteam durchweg überzeugt. Nur die von der Bedienungsanleitung geforderte Kraft für den Klemmhebel, die einem Gewicht von 47 kg entsprechen soll, ist in der Praxis schwer zu zu kontrollieren. Um unter objektiven Bedingungen und möglichst präzise testen zu können, behalfen wir uns daher mit einer Zugkraftwaage.

Beim Befestigen der Fahrräder mittels Rahmenhalter helfen Spanngute mit Ratschen, wie man sie von Snowboard-Bindungen kennt. Gut fixiert: An der Rahmenhalterung des Thule Easyfold 3 lassen sich auch E-Bike-Rahmen mit größerem Durchmesser problemlos befestigen.

Beim sportlichen Durchfahren des Slalom-Parcours durch die Pylonen zeigt der Thule Easyfold 3 wiederholt die Tendenz zum seitlichen Verrutschen auf der Anhängerkupplung - und zwar bis an den Stoßfänger des Testwagens heran. Davon geht zwar keine akute Gefahr für Leib und Leben aus, denn die E-Bikes selbst bleiben fest in der Rahmenhalterung.

Vergleichstest: Thule Epos 2 vs. Konkurrenz

AUTO BILD hat zehn Fahrradträger zwischen 350 und 1000 Euro getestet, die für den Transport von zwei E-Bikes geeignet sind. Testsieger des AUTO BILD E-Bike-Fahrradträger-Tests wurde der Thule Epos 2. Mit 295 von 300 möglichen Punkten erhält der Thule Epos 2 die Note 1,0 (sehr gut).

Der Epos 2 der schwedischen Firma Thule ist mit einer cleveren Befestigungslösung ausgestattet. Anstatt eines herkömmlichen Bügels, der sich an der Vorderseite des Fahrradträgers befindet und an dem die Rahmenhalter befestigt werden, lassen sich die Rahmenhalter beim Epos 2 einzeln hochklappen. Was sich jetzt kompliziert anhört, vereinfacht das Befestigen der Fahrräder deutlich gegenüber herkömmlichen Systemen. Die Rahmenhalter lassen sich leicht positionieren und auch mit nur einer Hand einfach und intuitiv bedienen. Auch die Befestigung auf der Anhängerkupplung funktioniert leicht und ohne Probleme. Bei der Testfahrt kam es zu keiner Beschädigung am Träger oder an den Rädern, auch die Felgenhalter sind durch Gummiauflagen geschützt. Die Verarbeitungsqualität wirkt hochwertig.

Bosal Comfort Pro 2 wurde Preis-Leistungs-Sieger. Einen Schlüssel mit Innenbart bietet hingegen der Comfort Pro II der Firma Bosal. Auch die Montage des Fahrradträgers auf der Anhängerkupplung funktioniert ähnlich leicht und intuitiv wie beim Testsieger von Thule. Mit 268 von 300 Punkten erhält der Bosal Comfort Pro II die Note 1,5 (gut). Dank des günstigen Preises von rund 450 Euro wird er zudem Preis-Leistungs-Sieger.

Thule Epos 2 im Dauertest

Der von uns im Alltag getestete Anhängerkupplungsträger Epos 2 von Thule kostet stattliche 1100 Euro in der Zwei-Schienen-Variante. Willst du mit ihm drei Räder transportieren, sind es nochmals 100 Euro extra. Der Clou des Epos ist die Befestigung der Räder. Anders als üblich hält keine Kralle von einem starren Bügel aus dein Fahrrad fest, sondern je eine Teleskopstange pro Radschiene.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Du hast quasi ein frei schwenkbares Einbeinstativ pro Rad, das sich auf die für deinen Rahmen ideale Position ausfahren lässt, der "Kopf" kann dabei in alle Richtungen rotiert werden und lässt sich spielend-leicht auf jede noch so krude Rahmenform anpassen.

Lobend erwähnen müssen wir den satten Radstand: Sind es beim etwas beliebten Geschwister-Modell Easy Fold XT noch 1300 mm, wuchs er beim Epos nochmals um 50 mm. So passen selbst moderne, lang gezeichnete Mountainbikes sicher auf den Träger. Und zwar im doppelten Sinn, denn die stahlverstärkten Riemen des Greifarms sind schön lang, um selbst ausgefalleneren und dickeren Rahmenrohren den nötigen Halt zu bieten.

Im Alltag ist der Thule Epos im positiven Sinne unauffällig. Die Handhabung mit dem stabilen Arm zur Arretierung auf dem Kugelkopf ist äußerst bequem und selbsterklärend, die Bedienung der Greifarme ist wohltuend einfach. Auch moderne, lang gezeichnete E-MTBs finden wie erwähnt spielend ihren Platz auf dem Träger, Rennräder und andere Bikes ohnehin. Der Halt auf dem Kugelkopf ist selbst bei voller Beladung mit annähernd 60 Kilo mustergültig und bombenfest.

Testtabelle: Fahrradträger im Vergleich

Produktinfo Thule Epos 2 Uebler i21 Bosal Comfort Pro 2 Eufab Premium TG Yakima JustClick 2
Preis (UVP) 999,00 Euro 767,00 Euro 449,00 Euro 589,95 Euro 629,90 Euro
Gewicht 15 Kilogramm 11,5 kg 15 Kilogramm 16 kg 15 kg
Max. Breite 127 cm 118 cm 149,5 cm 138 cm 129 cm
Inbetriebnahme/Lieferumfang 35 30 35 35 35
Handhabung/Bedienung 40 38 35 35 25
Montage auf der AHK 65 60 61 64 65
Fahrradbefestigung 55 39 47 40 40
Qualität des Heckträgers 65 70 55 55 60
Fahreindruck mit 2 E-Bikes 35 35 35 35 35
Gesamtpunktzahl 300 277 268 264 260
Platz 1 2 3 4 5

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