Thule Fahrradträger für die Heckklappe: Ein umfassender Testbericht für E-Bikes

So, einmal bitte tief einatmen: Der von uns im Alltag getestete Anhängerkupplungsträger Epos 2 von Thule kostet stattliche 1100 Euro in der Zwei-Schienen-Variante. Willst du mit ihm drei Räder transportieren, sind es nochmals 100 Euro extra. Da stellt sich unweigerlich die Frage: Warum verlangt Thule beim Epos so viel Geld?

Kurz & knapp: Thule Epos 2

  • High-End-Anhängerkupplungs-Träger von Thule
  • Pro Schiene je ein Teleskop-Arm zur Befestigung
  • Max. Reifenbreite 3" (5" mit Adapter)
  • Variante mit zwei oder drei Schienen verfügbar
  • Zuladung 60 Kilo (gilt für beide Varianten)
  • Eigengewicht: 17,3 kg bzw. 22,7 kg

Innovatives Greifarm-Konzept

Der Clou des Epos ist die Befestigung der Räder. Anders als üblich hält keine Kralle von einem starren Bügel aus dein Fahrrad fest, sondern je eine Teleskopstange pro Radschiene. Der Vorteil liegt auf der Hand: Du hast quasi ein frei schwenkbares Einbeinstativ pro Rad, das sich auf die für deinen Rahmen ideale Position ausfahren lässt, der "Kopf" kann dabei in alle Richtungen rotiert werden und lässt sich spielend-leicht auf jede noch so krude Rahmenform anpassen. Die sonst übliche Hufeisen-Befestigung ist zwar prinzipiell nicht verkehrt, aber eben nicht so flexibel wie die vom Epos.

Tipp: Seit Januar 2025 gibt es von Thule auch eine Gepäckbox (Thule Santu), die den Funktionsumfang des Epos noch einmal signifikant erweitert. Neben dem Rad oder den Rädern lässt sich nun auch Equipment auf dem Kupplungsträger transportieren.

Löblich: Die Griffe sind einzeln abschließbar, alle Schlösser schließen mit einem Schlüssel.

Sind es beim etwas beliebten Geschwister-Modell Easy Fold XT noch 1300 mm, wuchs er beim Epos nochmals um 50 mm. Langer Radstand, lange Ratschen: Lobend erwähnen müssen wir den satten Radstand. So passen selbst moderne, lang gezeichnete Mountainbikes sicher auf den Träger. Und zwar im doppelten Sinn, denn die stahlverstärkten Riemen des Greifarms sind schön lang, um selbst ausgefalleneren und dickeren Rahmenrohren den nötigen Halt zu bieten. Die griffigen Kunststoffratschen lassen sich zudem wie gewohnt einzeln abschließen.

Sorgen um seinen Carbonrahmen muss man sich indes nicht machen, die Riemen sind weich und anschmiegsam. Und wie gut passen zwei Räder nebeneinander? Problemlos! Denn auch hier wuchs der Epos gegenüber der internen Konkurrenz nochmals, der Abstand beim Epos satte 25 cm - drei Zentimeter mehr, als beim Easy Fold.

Piekfeine Verarbeitung

Machen wir's kurz: Die Verarbeitung ist wie von den Schweden gewohnt piekfein. Alle Teile sind selbstredend sauber entgratet, auch nach einigen salzigen Winterfahrten steht der Träger wenig verwunderlich noch wie neu da. Die Klappfunktion um satte 50° funktioniert prächtig und rastet spür- und gut hörbar ein, führt testweise mit zwei fetten E-MTBs beladen die Räder sicher wieder in die Horizontale. Die Beleuchtung ist wie gewohnt gut.

Beim Gewicht liegt der Epos irgendwo im Mittelfeld: 17,3 Kilo sind angesichts der Technik prima, der beliebte Easy-Fold-XT ist aber gerade einmal 600 Gramm schwerer. Und zusammengeklappt? Kann man den Epos durchaus auch mal im Kofferraum mitnehmen, denn mit 69x27x73 cm baut er recht kompakt und ist dank integriertem Tragegriff bequem zu tragen. Schade: Für den Preis hätten wir eine Tragetasche erwartet, diese kostet bei Thule jedoch extra.

Im Fahrtest: So gut ist der Thule Epos in Extremsituationen!

Wir haben den Thule Epos mit der Schwesterzeitschrift auto motor und sport auf dem Testgelände von Bosch in Boxberg an seine Grenzen gebracht. Mit einem Genesis GV 70 fuhren wir Fahrversuche im voll beladenen Zustand. Einmal ging es durch einen Slalomparcours, ein anderes Mal musste sich der Thule bei einem abrupten, doppelten Spurwechsel beweisen - beide Versuche fuhren wir mit 60 km/h. Im Anschluss simulierten wir eine Vollbremsung aus 100 km/h und scheuchten ihn zu guter Letzt über eine Rüttelstrecke.

Wie für den Preis zu erwarten, performte der Träger in allen Disziplinen hervorragend! Der Epos zeigt wenig Aufstellbewegungen beim Bremsen und besteht auch den Slalom, doppelten Spurwechsel sowie die Fahrt über die Rüttelstrecke souverän. Nach dem Testschema der auto motor und sport wäre der Thule im sehr empfehlenswerten Bereich anzusiedeln.

Unsere Meinung aus der Praxis

Im Alltag ist der Thule Epos im positiven Sinne unauffällig. Die Handhabung mit dem stabilen Arm zur Arretierung auf dem Kugelkopf ist äußerst bequem und selbsterklärend, die Bedienung der Greifarme ist wohltuend einfach. Auch moderne, lang gezeichnete E-MTBs finden wie erwähnt spielend ihren Platz auf dem Träger, Rennräder und andere Bikes ohnehin. Der Halt auf dem Kugelkopf ist selbst bei voller Beladung mit annähernd 60 Kilo mustergültig und bombenfest.

Dank des fetten Arms zur Kugelkopf-Arretierung mit seinem langen, bequem greifbaren Hebel braucht man auch keine Muckis wie Schwarzenegger, um den Träger festzumachen. Bleibt der Preis: 1100 Euro für zwei, 1200 Euro für drei Schienen ist ein Wort. Wer ausgesprochen viel fährt, kann bedenkenlos zugreifen - selbst nach über 15.000 Kilometern auf dem Haken sieht der Träger noch aus, wie neu.

Pro und Contra

  • perfekt verarbeitet
  • hält auch modern-lange E-MTBs
  • Greifarm-Konzept in der Praxis eine Wohltat
  • auch nach 15.000 Kilometern mustergültige Funktion
  • ausgesprochen teuer
  • keine Transporttasche im Lieferumfang

Alternativen und Ergänzungen

Harte Konkurrenz: Mit 599 Euro kostet Spinders SX2 nur die Hälfte - hat aber eine sehr ähnliche Konstruktion wie Thules Epos.

Alternativ: Fahrrad-Dachträger in der Übersicht

Thule Epos 3 im Detail

Der schwedische Hersteller Thule verspricht mit dem Epos 3 den vielseitigsten Fahrradträger für alle Fahrradtypen. Der rund 1.200 € teure Heckträger ist der einzige im Test für drei Bikes und bietet obendrein eine Vielzahl an optionalem Zubehör.

Technische Daten Thule Epos 3

  • Schienenabstand: 24 cm
  • Max. Schienenlänge: 127 cm

Obwohl der Thule Epos 3 mit 22,7 kg der schwerste Heckträger im Test ist, punktet er mit der einfachsten Handhabung - und das mit Abstand! Warum? Weil die Schweden dem Epos 3 einige clevere Features verpasst haben!

Und zwar lässt er sich super schnell und unkompliziert an der Anhängerkupplung montieren. Denn mit den integrierten Rollen ist er bequem aus der Hofeinfahrt zum Auto zu ziehen, das Gewicht wird dabei zur Nebensache. Auch das simple Absetzen des Heckträgers auf der Anhängerkupplung und das Arretieren über den Hebel tragen zur einfachen Montage bei.

Und: Kein Heckträger im Test hat so eine hohe Kompatibilität wie der Thule Epos 3, denn egal, welche Rahmenform das Bike auch hatte, ein „passt nicht“ gab es beim Thule bis dato nicht. Und wir haben in der Regel über 70 Test-Bikes bei uns im Office. Findet ihr doch ein Bike, das mit dem Thule Epos 3 nicht kompatibel ist - gebt uns Bescheid 😉 .

Denn durch die höhenverstellbaren Greifarme, die seitlich ausklappbar sind, erreicht man fast jede Position am Rahmen und verhindert so nerviges Justieren der Bikes. Auch die Ratschenbänder sind lang genug und sichern die Bikes gut in den Schienen. Nur eine Gummierung der Ratschenbänder gibt es nicht.

Das erste Bike muss etwas weiter hinten über die vorderen Schienen auf die erste Schiene gehoben werden oder kann seitlich über die Loading Ramp hochgeschoben werden. Die Loading Ramp (69,95 €) und weiteres Zubehör lassen sich im Shop auswählen.

Langfinger werden beim Thule Epos 3 enttäuscht, da er den besten Diebstahlschutz im Test bietet. Sowohl Greifarmköpfe als auch Anhängerkupplung lassen sich per Schlüssel absperren. Zudem können über ein optionales ABUS Fahrradschloss die Bikes zusätzlich gesichert werden. Praktisch, wenn man beim Stopp beim Bäcker das Auto kurz außer Sichtweite parkt. Leider ist das Schloss nicht lang genug, um alle drei Mountainbikes auf dem Heckträger sichern zu können.

Auch beim Abklappwinkel hat der Thule Epos 3 die Nase vorn: Kein Heckträger im Test lässt sich weiter abklappen.

Thule Epos 3 kaufen?

Die Tatsache, dass wir uns in der Redaktion jeden Freitag darum geschnippt haben, wer den Thule Epos 3 übers Wochenende mitnehmen durfte, spricht Bände: Kein Heckträger im Test ließ eine so hohe Kompatibilität zu, und bei keinem anderen sind die Bikes so schnell und einfach zu montieren wie beim Thule Epos 3. Hier finden alle Biker einen zuverlässigen Heckträger, der selbst höchsten Ansprüchen gerecht wird. Besser geht’s nicht!

Die Testergebnisse von AUTO BILD

AUTO BILD hat 2023 verschiedene Modelle getestet, die sich für den sicheren Transport von zwei E-Bikes oder herkömmlichen Fahrrädern eignen. Und wer auf ein bewährtes Modell setzt: Auch die bereits 2022 getesteten Träger für zwei E-Bikes oder drei normale Fahrräder sind nach wie vor eine gute Wahl. Alle Details dazu finden Sie hier: Der große Fahrradträger-Test von AUTO BILD.

Testsieger des AUTO BILD E-Bike-Fahrradträger-Test: Thule Epos 2

Der Epos 2 der schwedischen Firma Thule ist mit einer cleveren Befestigungslösung ausgestattet. Anstatt eines herkömmlichen Bügels, der sich an der Vorderseite des Fahrradträgers befindet und an dem die Rahmenhalter befestigt werden, lassen sich die Rahmenhalter beim Epos 2 einzeln hochklappen. Für das hintere Fahrrad klappt ein Rahmenhalter zwischen den Fahrrädern hoch, für das vordere Fahrrad ist ein Rahmenhalter an der zur Heckklappe zugewandten Seite montiert. Was sich jetzt kompliziert anhört, vereinfacht das Befestigen der Fahrräder deutlich gegenüber herkömmlichen Systemen. Die Rahmenhalter lassen sich leicht positionieren und auch mit nur einer Hand einfach und intuitiv bedienen.

Auch die Befestigung auf der Anhängerkupplung funktioniert leicht und ohne Probleme. Bei der Testfahrt kam es zu keiner Beschädigung am Träger oder an den Rädern, auch die Felgenhalter sind durch Gummiauflagen geschützt. Die Verarbeitungsqualität wirkt hochwertig. Nur die Schlösser des Epos 2 sorgen für einen kleinen Punkteabzug: Die Schlüssel besitzt nur einen Außenbart anstatt eines sicheren Innenbarts - eine Kleinigkeit. Mit 295 von 300 möglichen Punkten erhält der Thule Epos 2 die Note 1,0 (sehr gut).

Bosal Comfort Pro 2 wird Preis-Leistungs-Sieger

Einen Schlüssel mit Innenbart bietet hingegen der Comfort Pro II der Firma Bosal. Auch die Montage des Fahrradträgers auf der Anhängerkupplung funktioniert ähnlich leicht und intuitiv wie beim Testsieger von Thule. Einzig das Aufklappen des Fahrradträgers ist etwas umständlicher. Gleiches gilt auch für den Abklappmechanismus. Der Fahrradträger klappt zwar leicht ab, um den Mechanismus auszulösen, muss die Fußraste allerdings recht weit durchgetreten werden.

Das Beladen mit den Fahrrädern funktioniert fast reibungslos und intuitiv - einzig der Tragegriff, der für eine Erhöhung zwischen den Rad-Schienen sorgt, ist etwas im Weg. Die Verarbeitung wirkt stellenweise etwas günstig, aber trotzdem solide. Bei der Testfahrt gibt es keine Auffälligkeiten: Sowohl der Träger als auch die Räder (Befestigungsteile geschützt durch Gummi) bleiben unbeschädigt. Mit 268 von 300 Punkten erhält der Bosal Comfort Pro II die Note 1,5 (gut). Dank des günstigen Preises von rund 450 Euro wird er zudem Preis-Leistungs-Sieger.

So hat AUTO BILD getestet

Im ersten Schritt wurde auf die Bedienungsanleitung und die Warnweise geschaut: Sind sie leicht zu erkennen und gut zu verstehen? Erst dann galt den Fahrradträgern die Aufmerksamkeit. So wurde geguckt, ob eine Erstmontage nötig ist und wenn ja, wie kompliziert sie ablief. Außerdem wurde das mitgelieferte Zubehör begutachtet: Welche nützlichen Goodies gehören zum Lieferumfang dazu?

Nach der Erstmontage ging es an die Handhabung: Wie einfach lässt sich der Fahrradträger tragen? Wie schwer und wie groß ist er? Gibt es einen Griff oder Rollen, die das Handling des zusammengeklappten Trägers vereinfachen?

Am Auto wurden sowohl die Montages des Fahrradträgers auf der Anhängerkupplung als auch die Befestigung der Fahrräder auf dem Träger bewertet: Je intuitiver sie ablaufen, desto weniger Fehler passieren.

Dann ging es ans Auto. Unser Testwagen, ein Subaru Outback, hat eine Stützlast von 90 Kilogramm. Somit konnten alle Fahrradträger komplett belastet werden. Doch erst einmal wurde auf die Montage auf der Anhängerkupplung geschaut: Lässt sie sich mit einer Hand bewerkstelligen und wirkt intuitiv? Oder sind mehrere Handgriffe nötig? Lässt sich der Fahrradträger abklappen - und wenn ja, wie weit? Und wie einfach funktioniert das? Wie lässt sich das Kennzeichen am Träger montieren?

Die Befestigung der Fahrräder ist ein wichtiger Teil unseres Tests. Hier wurde geschaut, wie einfach sich die Fahrräder auf den Fahrradträger heben oder rollen lassen und ob eine Reihenfolge beim Beladen beachtet werden muss. Zudem wurde geschaut, wie einfach sich Befestigungsteile wie Rahmenhalter oder Felgenhalter zu bedienen sind. Ist es intuitiv? Kann es beim Befestigen zu Schäden am Fahrrad kommen?

Mit jedem Fahrradträger ging es auch auf Testfahrt: Hierbei wurden subjektiv die Verwindung des Fahrradträgers sowie die Befestigung der Fahrräder bewertet. Anschließend wurden Träger und Fahrräder auf eventuelle Schäden untersucht.

Doch manchmal kommen Schäden erst während der Testfahrt zum Vorschein. So wurden die Fahrradträger nacheinander an den Subaru montiert und mit zwei schweren E-Bikes beladen. Die Teststrecke bestand aus einem Schotterweg mit vielen Schlaglöchern und einem Stück Landstraße. Während der Testfahrt wurde subjektiv bewertet, wie sehr sich die Fahrräder bewegen und der Heckträger sich verwindet.

Anschließend wurde die Verarbeitungsqualität der Fahrradträger begutachtet.

Testergebnisse im Überblick

AUTO BILD hat zehn Fahrradträger zwischen 350 und 1000 Euro getestet, die für den Transport von zwei E-Bikes geeignet sind.

Zum Test traten E-Bike kompatible Fahrradträger mit UVPs zwischen 350 und 1000 Euro an. So groß die Preis-Unterschiede auch sind, so groß sind auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Trägern - wobei der Preis damit eher weniger zu tun hat.

Etwas mehr als 200 Euro günstiger als der Testsieger ist der zweitplatzierte Fahrradträger, der Uebler i21. Mit 277 von 300 Punkten erhält er nicht nur die Note 1,3 (sehr gut), sondern auch eine Kaufempfehlung. Die Verarbeitung des Heckträgers wirkt hochwertig und robust. Einzig die Montage auf der Anhängerkupplung kann im ersten Moment etwas verwirren - hier hilft ein Blick in die gut verständliche Bedienungsanleitung. Hat man das System aber erst einmal verstanden, funktioniert die Montage am Auto kinderleicht. Auch die Befestigung der Fahrräder lässt keine Fragen offen.

Auf der Testfahrt fällt auch nichts negativ auf: Die Fahrräder sind sicher, der Heckträger verwindet sich nicht.

Eine gute Leistung liefern die Fahrradträger von Eufab, Yakima, Westfalia und Atera ab. Sie unterscheiden sich nur in Kleinigkeiten. Sie transportieren die Fahrräder alle ohne Probleme und ohne Beschädigungen.

Der Westfalia Bikelander lässt sich einfach auf der Anhängekupplung montieren, allerdings wirkt der Abklappmechanismus etwas umständlich, weil man sich hinter den Fahrradträger knien muss. Die Handhabung und die Montage am Auto ist auch beim Yakima Justclick 2 sehr einfach - und solange die Rahmen nicht zu dick sind, lassen sich auch die Fahrräder einfach montieren.

Beim Aufladen der Fahrräder auf den Premium TG von Eufab sind die erhöhten Rückleuchten etwas im Weg, doch die Montage auf der Anhängerkupplung funktioniert auch hier spielend leicht. Beim Genio Pro Advanced ist die Montage auf der Anhängerkupplung nicht ganz so leicht: Der Fahrradträger ist mit 20 Kilogramm recht schwer, dafür aber hochwertig verarbeitet. Die Fahrräder lassen sich leicht befestigen, nur die Rahmenhalter sind etwas umständlich zu bedienen. Doch trotz der Kleinigkeiten sind alle erwähnten Fahrradträger eine Empfehlung wert.

Ein ungewöhnliches Design bietet der Amalda Work-E VC-07 der Firma XLC. Wie der Fahrradträger von Thule ist auch er nicht mit einem herkömmlichen Bügel ausgestattet, an dem die Rahmenhalter montiert werden. Wie bei Thule sind die Rahmenhalter auch beim Träger von XLC fest angebracht. Anders als beim Thule, ist der Rahmenhalter für das hintere Fahrrad aber nicht zwischen den Fahrrädern befestigt, sondern wird über das vordere Fahrrad hinweg heruntergeklappt. Fast wie der Arm eines Baggers wirkt der recht massive Rahmenhalter bei der Handhabung. Einfacher macht es das Befestigen der Fahrräder aber erst auf den zweiten Blick: So muss man beachten, dass auf der vorderen Schiene nur ein Herrenfahrrad befestigt werden kann. Doch auch dabei wird es schwer: Der Arm bietet nicht genügend Flexibilität, um wirklich alle Fahrräder befestigen zu können. Hat man aber passende Fahrräder, funktioniert das System überraschend gut.

Beim Fahrradträger SR7 der Marke Bullwing stießen wir gleich am Anfang auf ein ungewöhnliches Problem: Die mitgelieferte Bedienungsanleitung passte gar nicht zum Fahrradträger. Nicht, dass sie zwingend nötig wäre: Die Montage auf der Anhängerkupplung ist ziemlich einfach und lässt keine Fragen offen. Die Befestigung der Fahrräder ist hingegen etwas komplizierter: Die Rahmenhalter lassen sich nicht so leicht umsetzen, da sie nicht vom Haltebügel abgenommen werden können. Die Folge: Eventuell muss man ein Fahrrad wieder abnehmen und eine andere Reihenfolge ausprobieren.

Schlusslicht des Tests bildet der Fischer Proline Evo 2. Er ist der einzige Träger im Test, der eine Erstmontage erforderlich macht: So muss nicht nur der Kennzeichenhalter montiert werden, auch die Rahmenhalter müssen zusammengebaut werden, was sich als etwas fummelig herausstellt. Die Montage auf der Anhängerkupplung kann graue Haare kosten: Das Aufsetzen auf die Anhängerkupplung ist zwar relativ leicht, doch beim Fixieren kippt der Fahrradträger jedes Mal zur Seite. Die Befestigung der Fahrräder geht hingegen leicht von der Hand und lässt keine Wünsche offen.

Das kann man von der Verarbeitungsqualität nicht unbedingt sagen: Am Träger lassen sich früh einige Beschädigungen im Bereich der Lampen erkennen. Teilweise gibt es Risse, teilweise brachen während des Tests sogar Stücke heraus.

Übersicht der getesteten Fahrradträger

Produkt Preis (UVP) Gewicht Max. Breite Bodenfreiheit Auskragung Gesamtpunktzahl Platz Fazit
Thule Epos 2 999,00 Euro 15 Kilogramm 127 cm 41 cm 70,5 cm 295 von 300 1 Clevere Befestigungslösung, einfache Montage, hochwertige Verarbeitung.
Uebler i21 767,00 Euro 11,5 kg 118 cm 34 cm 60 cm 277 von 300 2 Hochwertiger und robuster Fahrradträger, einfache Befestigung der Fahrräder.
Bosal Comfort Pro 2 449,00 Euro 15 Kilogramm 149,5 cm 37,5 cm 149,5 cm 268 von 300 3 Einfache Montage, Materialanmutung wirkt stellenweise etwas günstig, aber die Verarbeitung wirkt solide. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis!
Eufab Premium TG 589,95 Euro 16 kg 138 cm 37,5 cm 62 cm k.A. 4 Beim Beladen mit Fahrrädern sind die Rückleuchten etwas im Weg, Montage auf der Anhängerkupplung ist einfach.
Yakima Justclick 2 629,90 Euro 15 kg 129 cm 40,5 cm 59 cm k.A. 5 Einfache Montage auf der Anhängerkupplung, Fahrräder lassen sich einfach montieren, solange die Rahmen nicht zu dick sind.
Westfalia Bikelander 629 Euro 15 kg 125,5 cm 41 cm 71,5 cm k.A. 6 Abklappmechanismus etwas umständlich zu bedienen, Montage auf der Anhängerkupplung ist einfach.
XLC Amalda Work-E VC-07 700 Euro 20 kg 151,5 cm 37 cm 54 cm k.A. 7 Ungewöhnliches Design, Fahrräder lassen sich nicht alle mit dem Träger befestigen, kann auch als Montageständer genutzt werden.
Atera Genio Pro Advanced 606,50 Euro 20 kg 124 cm 38,5 cm 67,5 cm k.A. 8 Eher schwerer Fahrradträger, Verarbeitung des Trägers wirkt hochwertig.
Bullwing SR7 349,95 Euro 17 kg 115 cm 36 cm 58 cm k.A. 9 k.A.
Fischer Proline Evo 2 429,00 Euro 16 kg 110 cm 32 cm 70 cm k.A. 10 k.A.

Alle Fahrradträgertypen sind perfekt für zwei Fahrräder geeignet. Wenn sie leicht und einfach zu heben sind, kannst Du sogar zwei Dachfahrradträger verwenden. Einige Fahrradträger können auch erweitert werden. Der Thule VeloCompact für drei Fahrräder kann zum Beispiel auf einen Träger für vier Fahrräder erweitert werden. Wenn Du vier Fahrräder transportieren möchtest, ist ein Fahrradträger für die Anhängerkupplung für vier Fahrräder die beste Wahl.

Wenn Du Dich entschieden hast, welchen Fahrradträger Du kaufen möchtest, musst Du prüfen, ob er mit Deinem Fahrzeug oder Deinen Dachträgern kompatibel ist. Die Dachfahrradträger müssen auf Deine Dachträger passen. Gehe auf die Seite der Dachfahrradträger und klicke auf „Dachträger auswählen“, um die Kompatibilität zu prüfen. Für Fahrradheckträger musst du die Fahrzeugkompatibilität prüfen.

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