Thule EasyFold 3: Ein Fahrradträger für E-Bikes im Test

Wenn schwere E-Bikes am Auto mit auf die Reise kommen, sind Fahrradträger für die Anhängerkupplung wie der Thule Easyfold 3 erste Wahl.

Der Thule Easyfold 3 im Detail

Ein sehr gut für den Transport von E-Bikes geeigneter Fahrradträger für die Anhängerkupplung ist der Thule Easyfold 3. Er transportiert standardmäßig bis zu zwei, optional auch drei E-Bikes und bietet eine maximale Zuladung von 60 kg.

Montage und Handhabung

In unsere Redaktion kommt der Thule Easyfold 3 teilmontiert und nicht als loses Bausatz-Konvolut. Dank der gut bebilderten Anleitung ist der Heck-Fahrradträger in Sekundenschnelle in den Endzustand gebracht. Gleiches gilt für das Anbringen des E-Bike-Trägers an der Ausklapp-Anhängerkupplung des Volvo XC90, das uns weniger als 30 s kostet.

Ist der senkrecht stehende Haltebügel einmal montiert, dockt der Thule-Träger passgenau an der Anhängerkupplung (AHK) an und lässt sich mit zwei Handgriffen geschmeidig auf- und zu falten.

Schnell zeigt sich: Auch der zuverlässig funktionierende Klapp- und Kippmechanismus erweist sich als echter Segen. Aus der aufrechten Grundposition lassen sich der Träger samt Ladung mit einem Handgriff nach hinten kippen, sodass der Kofferraum zugänglich bleibt. Wird der Träger gerade nicht benötigt, lässt er sich zur Aufbewahrung auf Rollkoffer-Format zusammenfalten. Zwischenfazit: Zwar recht groß und schwer im Packmaß, dafür richtig leicht im Handling.

Die Bedienungsanleitung gibt vor, den Klemmhebel, der den Träger am Kugelkopf der AHK fixiert, mit einer Kraft, die einem Gewicht von 47 kg entspricht, festzuziehen. Das haben wir mithilfe einer Zugkraftwaage überprüft, die allerdings die wenigsten Endverbraucher:innen zur Hand haben werden und sich daher auf das "Pi-mal-Daumen-Prinzip" verlassen müssen. Das hätte man auch besser lösen können.

Auch ohne die optional erhältliche faltbare Thule-Auffahrrampe geht das Aufladen der Testfahrräder, zwei schwere E-Bikes der Marke Canyon, leicht von der Hand. Wenn die Klemmvorrichtung eingerastet ist, sitzt die Aufnahme für die Rahmenhalterung bombenfest. Einmal aufgeladen, haben die E-Bikes mit 24 cm Schienenabstand genug Platz auf dem Träger, um sich nicht gegenseitig ins Gehege zukomme.

Geradezu perfekt ist der Thule-Träger für Leute, die gelegentlich ein drittes Fahrrad transportieren wollen. Stabile Kunststoff-Spanngurte, die per Ratsche nach dem bewährten Prinzip fixiert werden, wie es von Snowboard-Bindungen bekannt ist, sorgen für zusätzlichen Halt der Fahrradfelgen am Träger und dafür, dass die Räder der E-Bikes während der Fahrt nicht "durchdrehen".

Mit einer Aufnahmebreite von maximal sieben Zentimeter (sechs Zentimeter bei der Zusatzschiene) eignen sich die Trägerschienen auch für überbreite Fahrradreifen, etwa von E-Mountain-Bikes. Ebenfalls vorbildlich: Dank einer Schienenlänge von 126 cm hat der Thule Easyfold 3 auch mit dem Transport von 29-Zoll-Fahrrädern mit entsprechend langem Radstand kein Problem. Unnötig dagegen: zwei verschiedene Schlüsselpaare für den Rahmenhalter und den Träger selbst.

Fahrdynamiktest

Bei unserem Fahrdynamiktest auf der Teststrecke erweist sich der bis hier hin solide Träger allerdings in einem Punkt als überraschend instabil. Beim sportlichen Durchfahren des Slalom-Parcours durch die Pylonen zeigt der Thule Easyfold 3 wiederholt die Tendenz zum seitlichen Verrutschen auf der Anhängerkupplung - und zwar bis an den Stoßfänger des Testwagens heran.

Davon geht zwar keine akute Gefahr für Leib und Leben aus, denn die E-Bikes selbst bleiben fest in der Rahmenhalterung. In der Praxis wäre aber in jedem Fall ein Kontrollstopp am nächsten Autobahnparkplatz zum Nachjustieren der Position des E-Bike-Trägers fällig.

Den Hang zum Verrutschen zeigte der Thule Easyfold 3 auch zuvor schon bei unserem Test der Thule-Santu-Heckbox, für die der Thule-Träger als Basis dient. Ebenfalls suboptimal für einen eher hochpreisigen Fahrradträger: Nach ein paar Regenrunden sammelte sich in beiden Rücklichtern am Träger Kondenswasser.

Unseren Bremstest aus 100 km/h meistert der Thule-Träger dagegen ohne Fehl und Tadel. Am Ende heimst er unter dem Strich die Note "Gut" ein, und erlangt Bestwerte in den Kerndisziplinen Handhabung und Nachhaltigkeit sowie das begehrte Siegel "Sehr empfehlenswert" der AUTO ZEITUNG.

So haben wir getestet

Nach der Prüfung und Dokumentation des Lieferumfangs, ging es bei unserem Test an den Erstaufbau des E-Bike-Trägers. Dann folgte die Montage an der klappbaren Anhängerkupplung aus dem Original-Zubehörprogramm des Testwagens, einem Volvo XC90 Facelift (2024) mit ausreichend Nutzlast und einer maximalen Stützlast von 110 kg. Als Testfahrräder kamen zwei wegen der Akkus naturgemäß schwere E-Bikes der Marke Canyon zum Einsatz: ein Herren-E-Bike mit 29 kg und ein Damen-E-Bike mit 28 kg Eigengewicht, jeweils inklusive Akku.

Das Damen-E-Bike wurde für einen weiteren Testlauf durch zwei herkömmliche Fahrräder ohne Hilfsmotor ersetzt, um die maximale Träger-Zuladung von 60 kg nicht zu überschreiten. Das dritte Fahrrad fuhr dabei auf der Zusatzschiene mit.

Im Fahrbetrieb wurde der Thule Easyfold 3 nicht nur unter Alltagsbedingungen im Stadt- und Überlandverkehr ausgiebig getestet, sondern auch im Grenzbereich auf unserer Teststrecke.

Wissenswertes zum Fahrradträger Thule Easyfold 3

Assistenzsysteme anpassen

In der Regel erkennt das Bordsystem moderner Autos die Verwendung der Anhängerkupplung und ist "schlau" genug, über das Zentraldisplay nachzufragen, was genau das Auto da am Haken hat. Der Volvo XC90, der uns als Testwagen diente, geht hier mit gutem Beispiel voran: Alle Assistenzsysteme werden automatisch an den Ladezustand angepasst. Das lästige Dauerpiepsen von Einparkhilfe und Co. entfällt also!

Stützlast und Gesamtgewicht beachten

Die Gewichtsgrenzen bei Stützlast, Zuladung und Gesamtgewicht müssen unbedingt beachtet werden - nicht nur, um nicht den Garantieanspruch zu gefährden, sondern auch für die Sicherheit beim Fahren. Beim Thule Easyfold 3 liegt die Obergrenze der Zuladung, wie bei den meisten anderen Trägern für zwei E-Bikes, bei 60 kg und maximal 30 kg je Fahrrad.

Garantie verlängern

Apropos Garantie: Dieser beträgt bei der Easyfold 3 wie bei allen Thule-Produkten zwei Jahre ab Kaufdatum. Die Garantie deckt auch Schäden durch normalen Verschleiß oder natürliche Verfärbung des Materials ab. Ebenfalls kundenfreundlich: Bei Online-Registrierung auf www.thule.de innerhalb von zwei Jahren ab Kauf verlängert sich die Garantie auf insgesamt fünf Jahre.

Sind E-Bikes auf dem Fahrradträger versichert?

Grundsätzlich sind bei Autoversicherungen alle Fahrradträger mitversichert, die sich fest am Fahrzeug befinden. Wird also ein Fahrradträger beschädigt, zahlt die Versicherung im Schadenfall. Das gilt auch für Dachträger oder Heckträger fürs Wohnmobil.

Alternativen zum Thule EasyFold 3

Neben dem Thule EasyFold 3 gibt es zahlreiche weitere Fahrradträger auf dem Markt, die sich für den Transport von E-Bikes eignen. Hier eine kleine Auswahl:

  • Bullwing SR8: Geeignet für bis zu vier Fahrräder mit bis zu 120 cm Radstand, abklappbar und mit Schnellverschluss.
  • Uebler i21 Z60: Testsieger 2025, leicht, sicher und mit innovativer Kugelkopf-Arretierung.
  • Thule EasyFold 3: Sehr gute Verarbeitung, sicheres Konzept, aber teuer und schwer.
  • Atera Forza M: Kurze Radschienen, aber ansonsten gut verarbeitet und sicher.
  • Yakima JustClick 2 Evo: Gute Verarbeitung, ausziehbare Radschienen, aber kurze Spannriemen.
  • XLC Almada Work-E: Durchdachtes Konzept, geeignet für große Bikes, aber schwer.
  • Spinder TX2: Geniales Konzept, aber Schwächen bei den Fahrversuchen.
  • Norauto E-Fit 100-2: Testsieger 2024, einfache Montage, gummierte Greifarme und lange Schlaufen mit Felgenschonern.

Die Wahl des richtigen Fahrradträgers hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Anzahl der zu transportierenden Fahrräder, dem Gewicht der Fahrräder und der Art des Fahrzeugs.

Thule Epos 3

Der Thule Epos 3 ist aber wirklich genial und revolutionär. Abgesehen von den beiden Transportrollen ist die Halterung komplett vormontiert. Jeweils eine Schraube pro Rolle, schon lässt sich der 22,7 Kilogramm schwere Kupplungsträger problemlos ziehen oder schieben.

Besonderheit: Der Thule hat keinen vorderen Bügel, an dem die Haltestangen für die Rahmen montiert sind. Das schwedische Unternehmen hat sich etwas völ... Der schwedische Hersteller Thule verspricht mit dem Epos 3 den vielseitigsten Fahrradträger für alle Fahrradtypen.

Obwohl der Thule Epos 3 mit 22,7 kg der schwerste Heckträger im Test ist, punktet er mit der einfachsten Handhabung - und das mit Abstand!

Kein Heckträger im Test hat so eine hohe Kompatibilität wie der Thule Epos 3, denn egal, welche Rahmenform das Bike auch hatte, ein „passt nicht“ gab es beim Thule bis dato nicht.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0