Tiefentladenen E-Bike Akku wiederbeleben – Eine Anleitung

Vielleicht kennst du das auch: Ein Lithium-Ionen-Akku, der vielleicht gar nicht so alt ist, funktioniert einfach nicht mehr. Er ist einfach tot und lässt sich auch nicht mehr laden. Es ist gut möglich, dass dieser Akku tiefentladen ist. Es gibt aber auch andere Gründe, warum sich ein Lithium-Ionen-Akku nicht mehr aufladen lässt. Manchmal lässt sich so ein Akku, der scheinbar in der Tiefentladung steckt, sogar noch retten.

Heute möchte ich den Ursachen auf den Grund gehen, warum ein Lithium-Ionen-Akku einfach nicht mehr laden möchte. Ich bin seit fast 15 Jahren in der Akku- und Batterie-Welt unterwegs und entwickle spezielle Akku- und Batterielösungen für meine Kunden. Ich bekomme aber auch wahnsinnig viele Hilferufe, weil ein Akku nicht mehr so funktioniert, wie er soll.

Meistens werde ich um Hilfestellung gefragt, wenn ein Akku nicht mehr funktioniert und sich auch nicht mehr laden lässt. Klar, es ist nicht einfach, eine Ferndiagnose zu stellen, aber ich versuche natürlich immer herauszufinden, was mit dem Akku los ist und ob man ihn noch retten kann.

Die Hauptverdächtigen: Tiefentladung und Schutzmechanismus

Als Erstes stelle ich deswegen immer die Frage: Wie sieht denn die aktuelle Spannung eigentlich aus? Ist eine sogenannte Leerlaufspannung an den Steckern oder Pins des Akkupacks vorhanden? Wenn dort nämlich überhaupt keine Spannung anliegt, ist mit vielen Ladegeräten ein Aufladen überhaupt nicht möglich.

Nehmen wir zum Beispiel ein E-Bike. Sobald der Akku an das Ladegerät angeschlossen wird, fragt das Ladegerät immer die aktuelle Leerlaufspannung des Akkus an. Vor dem eigentlichen Laden prüft das Ladegerät so, ob die Spannung in einem bestimmten Bereich liegt. Damit wird sichergestellt, dass a) der richtige Akku angeschlossen ist und b) der Akku noch gesund ist.

Erst letzte Woche hatte ich genau so einen Fall bei einem meiner Kunden. Ein 24-Volt-Akku ließ sich nicht laden, obwohl das richtige Ladegerät angeschlossen war. Wir haben die Leerlaufspannung überprüft und die lag bei 0 Volt.

Das Ladegerät - clever wie es ist - hat da natürlich gar nicht erst angefangen, zu laden, sondern den Akku entweder nicht erkannt oder direkt als defekt eingestuft.

Wie kann es nun aber sein, dass ein Akku nur noch eine Spannung von 0 Volt hat? Ich präsentiere die zwei Hauptverdächtigen:

  1. Die Schutzschaltung ist angesprungen und hat in den Sicherheitsmodus geschaltet oder
  2. Der Akku ist tiefentladen.

Batteriebegriffe kurz & knapp

Schutzschaltung: Die Schutzschaltung schützt die einzelnen Zellen eines Lithium-Ionen-Akkupacks vor Überladung, Tiefentladung, zu hohen Stromentnahmen und Kurzschlüssen, indem es die Zellen elektronisch vom Verbraucher trennt. Sogenannte Batterie-Management-Systeme erfassen darüber hinaus noch Daten wie den Ladestand, die Temperatur der Zellen und mehr.

Tiefentladung: Ein Akku ist tiefentladen, wenn seine Spannung unter einen bestimmten Grenzwert, die sogenannte Entladeschlussspannung gefallen ist. Diese Entladeschlussspannung gibt an, ab wann eine Batterie oder ein Akku keine Energie mehr liefern kann, um die jeweilige Anwendung anzutreiben. Wird ein Akku bis unter die Entladeschlusspannung entladen, ist er tiefentladen. Das kann die Lebensdauer eines Akkus stark verringern und dazu führen, dass der Akku überhaupt nicht mehr aufgeladen werden kann.

Schutzschaltung freischalten und Akkupack retten

Was habe ich nun gemacht, um die Ursache herauszufinden? Ich habe das Gehäuse des Akkus aufgeschraubt und die Spannung der einzelnen Zellen geprüft. Alle waren im Bereich von 3,6 Volt, also vollkommen in Ordnung und vor allem nicht tiefentladen.

Nun konnte ich davon ausgehen, dass das Batteriemanagement in den Schutzmodus geschaltet hat und die Zellen deswegen nicht mehr mit dem Stecker des Akkupacks verbunden waren. Das kann zum Beispiel passieren, wenn es einen externen Kurzschluss gab oder ein viel zu hoher Strom an den Akku angelegt wurde.

Ich habe ein herkömmliches Labornetzteil eingesetzt, um das Batterie-Management-System wieder freizuschalten. Dazu habe ich die Ladeschlussspannung und einen kleinen Strom am Netzteil eingestellt und die Prüfspitzen für ein paar Sekunden an den Ladestecker gehalten.

Sofort hat sich auf der der Anzeige des Netzteils die Spannung des Akkus verändert und der Strom ist geflossen. Das war schon einmal ein gutes Zeichen.

Anschließend habe ich die Spannung am Akku noch einmal gemessen und siehe da, der Akku war wieder voll einsatzfähig. Perfekt!

So ein Labornetzteil ist einfach nicht so intelligent wie das Original-Ladegerät des Akkupacks und hat deswegen das Laden zugelassen. So konnte ich den Schutzmechanismus der Schutzschaltung deaktivieren und den Akkupack retten.

Der Ernstfall: ein tiefentladener Akku

Dass Lithium-Ionen-Akkus tatsächlich tiefentladen sind, höre ich allerdings viel, viel häufiger. Ich hatte hier im Blog auch schon einmal einen Fall, bei dem ich versucht habe, einen defekten E-Bike-Akku wieder in Schuss zu bringen. Spoiler: Ich konnte leider nicht viel tun, weil die Zellen tiefentladen waren.

Eine solche Tiefentladung kann verschiedene Gründe haben. Zum Beispiel kann etwas mit der Elektronik des Gerätes nicht stimmen. Normalerweise steuert die Schutzschaltung oder ein Batterie-Management-System (BMS), bis zu welcher Spannung ein Akku geladen oder entladen werden kann. Fehlt diese Elektronik oder ist sie defekt, kann es passieren, dass der Akku bis unter die Entladeschlussspannung entladen wird und damit in die Tiefentladung rutscht.

Die Elektronik entnimmt dem Akku aber auch dauerhaft schwache Kriechströme. Auf diese Weise landen Akkus langsam, aber sicher in der Tiefentladung. Lithium-Ionen-Akkus entladen sich außerdem langsam von selbst und zwar selbst dann, wenn das jeweilige Gerät ausgeschaltet ist oder der Akku ausgebaut wurde. Das ist bei der Lithium-Ionen-Technologie normal und kann auch nicht verhindert werden.

Wenn Akku eine längere Zeit nicht genutzt und vor allem geladen wird, kann es also gut sein, dass er tiefentladen ist. Von diesem Phänomen höre ich meistens im Frühjahr, wenn die E-Bikes wieder aus dem Keller geholt werden und der Akku über den Winter nicht geladen wurde. Ein paar Monate können schon ausreichen und der Akku hat sich selbst leer gesaugt.

Mein Akku lässt sich nicht mehr laden, was tun?

Was ist nun also zu tun, wenn sich ein Lithium-Ionen-Akku nicht mehr laden lässt?

Zunächst sollte die Zellspannung überprüft werden. Liegt die Spannung der einzelnen Zellen noch zwischen 2,5 und 4,2 Volt, dann kann es sein, dass sich das Batteriemanagement mit der oben beschriebenen Methode wieder freischalten lässt. Die Zellen an sich sind ja noch fit.

Liegt die Zellspannung allerdings unter 2,5 Volt, solltest du den Akku entsorgen und durch einen Neuen ersetzen. Es ist zwar technisch möglich, Lithium-Ionen-Akkus wiederzubeleben, ein solcher „Zombie-Akku“ ist aber instabil, brandgefährlich und damit ein echtes Sicherheitsrisiko. In meinem Blogbeitrag zum Wiederbeleben von Lithium-Ionen-Akkus erkläre ich, was dabei in der Zelle passiert und warum du unbedingt die Finger davonlassen solltest.

Wichtig: Bitte sei vorsichtig, wenn du deinen Akkupack untersuchst. Die Zellen und die Elektronik sind empfindlich und unsachgemäßer Umgang kann zu Schäden führen.

Ursachen und Vermeidung von Tiefentladung

Zur Tiefentladung eines Akkus kann es kommen, wenn er komplett entladen wird oder wenn er mit zu niedrigen Temperaturen konfrontiert wird. Auch bei Gelingen der Akku-Reparatur wäre das Problem einer geschädigten Struktur der Akku-Zellen nicht behoben. Selbst, wenn sich der Akku nach der Reparatur wieder laden lässt, wird er früher oder später im jeweiligen Gerät (z. B.

Problem 2: Konfrontation mit Kälte

Die schädlichen Auswirkungen zu niedriger Temperaturen auf Akkumulatoren sind schnell erklärt: Kälte verringert die Teilchenbewegung. Ebenso wie der Beuteltee in kaltem Wasser nur sehr langsam zieht, bewegen sich auch die Elektronen im Akku bei Kälte in einem weitaus geringeren Tempo. Im Detail haben diese Gesetze, auf den Akku bezogen, zur Folge, dass der Innenwiderstand der Zellen steigt und mehr Strom verbraucht wird. So verliert der Akku zügig an Kapazität und die Spannung sinkt ebenfalls. In der Regel schalten sich die Akkus zum Schutz selbst ab, damit es nicht zur Tiefentladung kommt.

Wann aber kann von zu niedrigen Temperaturen gesprochen werden? Dies variiert mit dem jeweiligen Akkutypen. So haben Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion-Akkus) eine andere Kälte-Empfindlichkeit als zum Beispiel der Nickel-Cadmium-Akku (NiCd-Akku). Oberhalb der 30 °C beim Lade-Prozess und oberhalb der 55 °C während des Betriebs wird eine Überladung begünstigt.

Hinweise zur Akkupflege

Da es neben einer Über- und Tiefentladung auch durch Fehler beim Laden zu Akkuschäden kommt, sollten Sie sich bemühen, Ihren Akku während der Nutzung nicht allzu häufig über 20 % hinaus zu entladen und beim Laden möglichst selten über 80 % hinaus aufzuladen. So schonen Sie die Elektroden, von denen jede Akkuzelle zwei hat.

Hier sind einige Tipps, um eine Tiefentladung zu vermeiden:

  • Lade den Akku regelmäßig auf 40-80 %, besonders bei längerer Lagerung.
  • Vermeide vollständige Entladung und extreme Temperaturen.

Reparatur durch Fachleute

In einer spezialisierten Werkstatt können Sie den Akku reparieren lassen, wobei eindringlich darauf hinzuweisen ist: Selbst in Werkstätten werden tiefentladene, überladene oder mechanisch beschädigte Zellen keineswegs fit gemacht. Akku-Reparaturen in Werkstätten umfassen stattdessen die genaue Analyse der Leistungsfähigkeit von Akkus.

Wenn Sie den Akku-reparieren-Service in Anspruch nehmen, wird an Ihrem Akku eine detaillierte Analyse durchgeführt, wie dessen Leistung und Kapazität wieder optimiert werden können.

In diesem Fall führt der Service keine Akku-Reparatur durch, sondern einen Akkutausch. Die Erfahrung zeigt, dass die Vorteile einer Akku-Reparatur in spezialisierten Werkstätten oder bei einem anderen Profi begrenzt sind. Oftmals stellt sich heraus, dass ein einzelner Zellentausch nicht zielführend ist oder ein kompletter Austausch des Akkus notwendig ist.

Daher ist es, wenn Sie sich Zeit sparen wollen, von vornherein am besten, wenn Sie auf eine Akku-Reparatur verzichten und einfach einen neuen Akku für Ihr Handy, Ebike, Modellauto oder ein anderes Gerät kaufen.

Anzeichen für einen tiefentladenen E-Bike Akku:

  • Akku lädt nicht mehr:Beim Anschließen an das Ladegerät passiert nichts oder die LED-Anzeige springt sofort auf grün, als ob der Akku bereits voll wäre.
  • Stark reduzierte Reichweite:Falls der Akku noch lädt, aber die Reichweite des E-Bikes deutlich geringer ausfällt als üblich, könnten einzelne Zellen beschädigt oder gealtert sein.
  • E-Bike reagiert nicht mehr:Das E-Bike lässt sich nicht mehr einschalten oder zeigt eine Fehlermeldung im Display an.
  • Niedrige oder keine Spannung messbar:Mit einem Multimeter kann die Spannung des Akkus überprüft werden. Liegt der gemessene Wert unter den kritischen Grenzen (z. B.
  • Aufgeblähter oder warmer Akku:In manchen Fällen kann ein tiefentladener oder beschädigter Akku aufquellen oder ungewöhnlich warm werden.

Ein tiefentladener E-Bike Akku entsteht oft unbemerkt im Alltag. Viele lassen ihr E-Bike über den Winter ungenutzt stehen, ohne den Akkustand zu kontrollieren - dabei verliert er langsam Energie, bis er unter die kritische Grenze fällt. Auch wer regelmäßig fährt, aber den Akku immer erst auflädt, wenn das E-Bike schon längst „auf Reserve“ läuft, riskiert eine Tiefenentladung.

Was tun bei einem tiefentladenen Akku?

Wird ein Akku tiefentladen, kann eine Tiefenentladung dauerhafte Schäden verursachen. Ob sich ein E-Bike Akku tiefentladen wiederbeleben lässt, hängt vom Schaden ab. In der Garantiezeit kann eine Fachwerkstatt den Akku aus Tiefschlaf wecken.

Sichere Lagerung von Akkus

Ihr Husqvarna BLi-X-Akku wird nach der Lagerung nicht aufgeladen? Nach längerer Inaktivität können bei Akkus eine Reihe von Ladeproblemen auftreten.

Selbstentladung des Akkus während der Lagerung: Lithium-Ionen-Akkus wie BLi-X können sich langsam entladen, wenn sie nicht verwendet werden. Wenn der Akku mehrere Monate lang nicht genutzt wurde, kann er den größten Teil seiner Ladung verlieren und dann in einem tiefentladenen Zustand sein, was wiederum das Aufladen erschwert.

Lagerung bei vollständiger Entladung: Wenn ein Akku ohne Restladung gelagert wird, kann es deutlichen schwerer sein, diesen wieder aufzuladen. Lagern Sie Ihre BLi-X-Akkus teilweise geladen (etwa 30-50 %) auf, um eine Tiefenentladung zu verhindern.

Feuchtigkeit oder nasse Lagerbedingungen: Die Lagerung eines Akkus in einem nassen oder feuchten Bereich oder bei hoher Luftfeuchtigkeit kann zu Schäden im Inneren führen. Feuchtigkeit kann die internen Komponenten des Akkus angreifen und zu Ladeproblemen führen.

Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit (z. B. Garagen oder Schuppen) können die Akkuleistung im Laufe der Zeit beeinträchtigen, insbesondere bei längerer Lagerung.

So laden Sie einen BLi-X-Akku nach längerer Lagerung wieder auf:

  1. Drücken Sie die Taste für den Akku-Ladezustand.
  2. Ladegerät anschließen und geduldig warten.

Zusammenfassung

Ob beim Handy, E-Bike, Akkuschrauber oder aber bei Kopfhörern und Lautsprechern: Ein tiefentladener Akku kann sehr ärgerlich sein. Viele kennen das Problem: Ein Akku lässt sich nicht mehr laden. Ein möglicher Grund dafür kann eine Tiefentladung (auch „Tiefenentladung“) sein. Das bedeutet, dass der Akku nicht mehr genügend Spannung aufweist. Ladegeräte weigern sich dann, den Akku aufzuladen - ein Schutzmechanismus.

Jeder Akku hat eine sogenannte Entladeschlussspannung - bei einem Lithium-Ionen-Akku beispielsweise sind das 2,5 Volt. Fällt die Spannung unter diesen Wert, kommt es zu einer Tiefentladung. Die häufigste Ursache einer Tiefentladung ist, dass ein Akku über lange Zeit nicht geladen wird.

Was du tun kannst, um einen tiefentladenen Akku zu retten:

  • Spannung prüfen: Überprüfe die Spannung des Akkus mithilfe eines Multimeters.
  • Kontrolliert aufladen: Wenn sich der Akku aufladen lässt, schließ das passende Ladegerät an und kontrolliere die Temperatur beim Ladevorgang.
  • Mehrmals laden und entladen: Lade und entlade den Akku mehrmals komplett, falls die Akkuladung vom Gerät nicht korrekt angezeigt wird.
  • Akku ersetzen: Wenn sich der Akku nicht mehr aufladen lässt, musst du ihn ersetzen.

Wie aber verhinderst du, dass sich ein Akku tiefentlädt?

  • Ladestand regelmäßig prüfen: Lass Lithium-Ionen-Akkus bzw. akkubetriebene Geräte nicht dauerhaft ungenutzt, sondern prüfe mindestens alle paar Wochen den Ladestand und lade ggf.
  • Richtig laden: Entlade den Akku deines Geräts möglichst niemals in den einstelligen Prozentbereich. Schließ bereits ab 20 % das Ladegerät an.
  • Tiefentladeschutz einsetzen: Je nach Akkutyp kann ein Tiefentladeschutz sinnvoll sein.

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