TomTom Motorrad Navigation Test: Ein umfassender Überblick

Viele Motorrad-Fahrer:innen verbringen freie Tage mit schönem Wetter gerne auf verwinkelten Landstraßen oder entspannten Routen entlang sehenswerter Ecken. Motorrad-Navis helfen, wenn der eigene Orientierungssinn nicht mehr weiter weiß - können aber auch aktiv beim Entdecken neuer Ziele helfen. Denn: Navigationsgeräte für Motorräder bieten Spezial-Features wie die Suche nach kurvenreichen Strecken oder schönen Landschaften.

Auch das Gerät selbst unterscheidet sich stark zum Pendant für Autos. Sie sind oft robuster, spritzwasserresistent und können oft auch mit Handschuhen bedient werden. Ein Auto-Navi fürs Bike zu nutzen ist somit nicht unbedingt die beste Idee - das Smartphone kann aber mit der richtigen Vorbereitung ebenfalls als Motorrad-GPS taugen.

Die besten TomTom Motorrad-Navis im Vergleich

Das TomTom Rider 500 misst etwa 13,7 x 8,8 x 3,1 cm und lässt sich dank einer flexiblen RAM-Drehhalterung an fast jedes Motorrad anpassen. Für mehr Übersichtlichkeit auf kurvenreichen Strecken oder einen Wechsel ins Hochformat kann das Gerät einfach gedreht werden. Der 4,3-Zoll-Touchscreen ist auch mit Handschuhen bedienbar, wobei die Empfindlichkeit des Displays individuell auf weichere oder festere Handschuhe eingestellt werden kann. Im Inneren arbeitet ein leistungsstarker Quad-Core-Prozessor, der eine flüssige und schnelle Bedienung ermöglicht. Das Gerät ist zudem für den Einsatz bei widrigen Wetterbedingungen ausgelegt.

TomTom Rider 500

Mit seinem handschuhbedienbaren 4,3-Zoll-Display ist das Tomtom-Motorrad-Navi Rider 500 exakt so groß wie das ähnlich teure Garmin Zumo 396. Auch die Leistung ist ähnlich: 49 Länderkarten sind installiert, Updates sind per WLAN-Verbindung kostenlos möglich. Die Routenplanung enthält Tipps, Tomtom Traffic (per gekoppeltem Smartphone) und soll zuverlässig Staus umfahren können. Routen lassen sich leicht mit anderen Biker:innen teilen.

TomTom Rider 550

Dieses Motorrad-Navigationssystems der Tomtom Rider-Serie hebt sich von den anderen genannten Geräten ab, denn anstatt nur durch Europa kann Tomtoms Bike-GPS 550 durch die gesamte Welt lotsen. Sonst ist es nahezu identisch zum 500. Funktionen wie Tomtom Traffic und QuickGPSfix werden über ein gekoppeltes Smartphone abgerufen. Die lebenslangen Kartenupdates können via WLAN aufgespielt werden.

Das TomTom Rider 550 bildet neben dem teureren Garmin Zumo XT (488 Euro, Testbericht) eins der Top-Motorrad-Navigerät auf dem Markt. Äußerlich unterscheidet sich das TomTom Rider 550 auf den ersten Blick kaum von seinem Vorgängermodell Rider 450, das Display ist immer noch 4,3 Zoll (10,9 cm) groß, das gesamte Gerät erfreulich flach und solide verarbeitet. Damit ist es zwar etwas kleiner als das 5,5-Zoll-Display des Garmins, verdeckt dafür aber auch nicht so viel des Cockpits.

Das Rider 550 erfüllt den IPX7-Standard, ist also wasserdicht. Das Navi lässt sich ohne Kraftaufwand in die mitgelieferte Lenkerhalterung ein- und wieder ausklinken und hält bombenfest. Besonders letzterer Punkt war bei frühen Rider-Modellen nicht immer gegeben, wie der Tester selbst leidvoll erfahren musste. Doch die aktuelle Lösung ist über jeden Verdacht erhaben. Auch die Stromversorgung über die Bordbatterie bleibt gewährleistet, das Verlegen der nötigen Kabel - ebenfalls im Lieferumfang enthalten - ist selbst für Laien mit einem bisschen handwerklichen Geschick an den meisten Motorradmodellen machbar.

Das neue TomTom Rider 550 besitzt gegenüber dem Vorgängermodell einen schnelleren Quad-Core-Prozessors und eine WLAN-Schnittstelle. Die Berührungsempfindlichkeit des Bildschirmes lässt sich einstellen, damit es sowohl mit dickem Handschuh als auch mit dem bloßen Finger funktioniert. Falls die Empfindlichkeit auf Maximum eingestellt ist, reagiert das Gerät schon, wenn der Finger noch suchend einige Millimeter über dem Touchscreen schwebt.

TomTom verspricht zwar für das Rider 550 eine Akkulaufzeit von bis zu sechs Stunden, realistisch sind je nach Helligkeitseinstellung und Nutzung drei Stunden. Damit übertrifft es das Garmin Zumo XT deutlich, welches bei voller Helligkeit über eine Stunden früher schlapp machte. Das doppelte Kugelgelenk der RAM-Mount-Halterung bietet vielfältige Einstellmöglichkeiten. Praktischerweise kann das Rider 550 mit einem Handgriff vom Quer- ins Hochformat gedreht werden und die Kartenanzeige klappt automatisch mit.

Eine der entscheidenden Neuerungen des Rider 550 ist seine WLAN-Fähigkeit: Es braucht kein Kabel mehr (auch wenn das im Lieferumfang enthalten ist), um Karten, am Computer ausgearbeitete Routen oder andere Daten zu übertragen. Damit hat das TomTom mit dem Konkurrent Garmin Zumo XT gleichgezogen. TomTom schickt auch automatisch eine Benachrichtigung, sobald neue Updates zur Verfügung stehen. Allerdings verfügt das Rider 550 über keinen Browser, so dass man keine öffentlichen Hotspots mit Anmeldeportal nutzen kann.

Das TomTom lässt sich per Bluetooth mit dem Smartphone und dem Headset im Helm verbinden. So erscheinen eingehende Anrufe oder Nachrichten auf der Anzeige. Über Siri oder Google Assistant kann per Sprachsteuerung auf Funktionen des Smartphones zugegriffen werden, um Musik oder Ansagen zu hören, vorausgesetzt der Fahrer hat ein Headset im Helm. Falls nicht, kann man sich die Routenführung über die beiden eingebauten Lautsprecher des TomToms anhören. In der Stadt klappt das sehr gut, auf der Landstraße bis Tempo 80 noch bedingt, darüber kann man es vergessen. Aber ein kurzer Blick auf das große Display mit einer Auflösung von 480 × 272 Pixel reicht, um den Weg zu finden. Das ist zwar scharf, aber hier kann das Garmin Zumo XT mit 1280 × 720 Pixel auftrumpfen.

Die Neuerungen des Rider 550 liegen im Inneren. Ein schnellerer Quad-Core-Prozessor sorgt nun für einen rascheren Start des Geräts und eine flotte Routenberechnung. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als wenn man losfahren will, aber das Navi Ewigkeiten braucht, bevor es die Strecke errechnet hat. Hier kann das Rider 550 glänzen, sogar die kleinsten Nebensträßchen, die bei der Funktion „Spannende Tour“ miteinbezogen werden, hat das Gerät innerhalb kürzester Zeit berechnet. Von der Rechengeschwindigkeit liegen das Garmin Zumo XT und der Rider 550 ungefähr gleich auf.

„Spannende Tour“ hat sich bald zur Lieblingsfunktion gemausert: Einfach einen Zielpunkt eingeben und das Rider 550 erstellt in Sekunden eine komplette Tour bis zum aktuellen Ausgangspunkt zurück. Dabei können die „Kurvigkeit“ und die Höhenunterschiede in drei Stufen eingestellt werden. Wer es auf maximal stellt, kann schon mal ziemlich lange von A nach B brauchen, da sich das Navi dann allerkleinste Nebenstrecken aussucht. Aber auch bei normaler Routenführung glänzt das Rider 550 mit exakten Angaben und sich vergrößernden Ausschnitten an Kreuzungen.

Das TomTom Rider 550 erweist sich als sehr schnell in der Routenberechnung und führt den Fahrer sehr präzise. Das Navi lässt sich mit einem Handgriff von Quer- auf Hochformat drehen, die Karte klappt automatisch mit. Der Bildschirm zeigt die Karten sowohl als 2D wie in 3D an, als eingenordet oder sich in Fahrtrichtung drehend - je nach Gusto. Das Rider 550 hat in seinem 16 GByte großem Speicher so ziemlich sämtliche Länder dieser Erde detailliert gespeichert, lediglich bei ein paar exotischen Ländern verfügt es nur über Verbindungsstraßen. Für 71 Länder bietet TomTom außerdem Verkehrsinformationen an. Die manuelle Routenerstellung mittels einzelner Wegpunkte klappt vorzüglich. Auf die gewünschten Punkte der Karte tippen, sie jeweils der geplanten Strecke hinzufügen und schon ist die Tour gespeichert - so einfach kann Navigation sein. Allerdings tut sich das Rider 550 dann etwas schwer, wenn man von der vorgegebenen Route abweicht, dann will das Gerät den Fahrer unbedingt wieder zum verpassten Wegpunkt zurückführen, selbst wenn der nächste Wegpunkt inzwischen viel näher liegt.

Ebenfalls im Rider 550 gespeichert sind Millionen von „Point of Interests“ wie Tankstellen, Hotels oder Restaurants. TomTom liefert regelmäßig kostenlose Karten-Updates über „MyDrive“, wo auch bereits 150 fertig ausgearbeitete Routen anderer Fahrer heruntergeladen werden können. Ein Slot für eine Micro-SD-Karte ist im Gerät vorhanden, so dass sich zusätzliche Daten speichern lassen.

Was das Rider 550 leider nicht kann, ist Routenberechnung per Spracheingabe, dabei wäre gerade das eine Funktion, die wir uns gewünscht hätten. Dann könnte man auch während der Fahrt eine neue Route starten. Gegen einen Aufpreis von 19,99 Euro im Jahr kann die Funktion TomTom Traffic gebucht werden, die aktuelle Verkehrsinformationen für die Routenplanung berücksichtigt.

Was muss ein Motorrad-Navi können?

Ein gutes Motorrad-Navi muss speziell für die Anforderungen und Bedingungen bei Motorradfahren konzipiert sein. Es gilt auf andere Funktionen zu achten als bei einem Pkw-Navi.

Hier sind die wichtigsten Features, die ein solches Gerät bieten sollte:

  • Planbare Touren: Zu Hause festlegen, wohin es gehen soll, spart unterwegs Zeit und Stress. Das geht entweder auf dem Gerät selbst, per App oder am PC.
  • Points of Interest (POI): Ein Navi für Biker:innen sollte natürlich auch die wichtigsten Punkte für die Touren anzeigen können. Dazu zählen neben Tankstellen und Parkplätzen zum Beispiel auch kurvenreiche Straßen oder besonders schöne Straßenzüge.
  • Online-Updates: Egal ob per SD-Karte oder integrierter WLAN-Antenne, Karten-Updates versorgen das Navi mit neuen POI und geänderten Straßenverläufen.
  • Robustes Gehäuse: Motorrad-Navis müssen mehr aushalten als ihre Pendant fürs Auto. Härtere Stöße, Witterung und starke Temperaturschwankungen auf dem Bike können den Geräten zusetzen. Ein robustes Gehäuse mit bruchsicherem Display ist daher zwingend notwendig.
  • Stabile Halterung: Das beste Navi nützt nichts, wenn es keinen sicheren Halt hat. Bei den meisten Motorrad-Navi-Typen ist bereits eine passgenaue Halterung mit im Paket. Sehr empfehlenswert sind sogenannte RAM-Mount-Systeme mit einer Kugel-Klemmen-Technik.
  • Bluetooth-Connectivity: Klare Navigationsanweisungen sind auf dem Motorrad nur über ein Headset hörbar. Die Verbindung zu Bluetooth-Headsets oder Helmen mit integrierter Freisprecheinrichtung ist deshalb wichtig. Zudem ermöglicht diese Funktion das Streamen von Musik von einem gekoppelten Smartphone.
  • Ausreichend Akkulaufzeit: Die Akkulaufzeit sollte für lange Touren ausreichen.

Motorrad-Navi-Apps

Neben spezielle Navigationsgeräten tummeln sich mittlerweile natürlich auch einige Navigations-Apps in den App-Stores von Google und Apple, die maßgeschneiderte Funktionen für Motorrad-Fahrer:innen bereithalten. Für Navigation und mehr eignen sich etwa die Apps Calimoto und Riser. Beide Apps bieten die Möglichkeit, vorab Touren zu planen, Stopps hinzuzufügen und spannende Routen mit anderen App-Nutzer:innen zu teilen. Einige Features, wie etwa Offline-Navigation, verbergen sich jedoch bei beiden Apps hinter einer Paywall: Für Riser Pro sind monatlich 8,99 Euro fällig, Calimoto Premium kostet 6,99 Euro pro Woche. Beide Apps bieten jedoch auch in der kostenfreien Version genug Features, um Motorrad-Navigationsgeräten Konkurrenz zu machen.

Bekannte Navi-Apps für Motorradtouren

Google Maps, Apple Maps, Waze und Co. sind für Biker:innen nur begrenzt empfehlenswert. Zwar ist eine einfache Zielführung auch hier möglich und Zwischenstopps lassen sich einfach in die Route integrieren. Spezielle POI für Motorradtouren müssen jedoch vorher recherchiert werden.

TomTom Traffic und Echtzeitinformationen

Üblicherweise nutzen Navigationsgeräte einen TMC- oder DAB-Empfänger, um Verkehrsinformationen in Echtzeit über entsprechende Sendersignale zu erhalten. TomTom-Geräte mit der Traffic-Funktion verzichten auf diese Empfänger und greifen stattdessen über das Internet eines verbundenen Smartphones auf einen zentralen Server zu. Dieser Server sammelt die gleichen Verkehrsdaten und stellt sie dem Navigationsgerät in Echtzeit bereit. Voraussetzung hierfür ist eine stabile Bluetooth-Verbindung zu einem Smartphone mit aktivem Internetzugang.

Inbetriebnahme und Bedienung des TomTom Rider 500

Um das volle Potenzial des TomTom Rider 500 auszuschöpfen, empfiehlt sich die Nutzung der MyDrive-App ab der ersten Inbetriebnahme. Beim ersten Start des Geräts führen Sie die Anweisungen Schritt für Schritt durch die grundlegenden Einstellungen. Nachdem die RAM-Halterung korrekt am Motorrad oder Fahrrad befestigt wurde, lässt sich das Navigationsgerät sicher installieren und ist sofort einsatzbereit.

Die Bedienung des TomTom Rider 500 ist speziell auf die Anforderungen von Motorradfahrern ausgelegt und überzeugt durch einfache Handhabung. Eine individuell gestaltbare Benutzeroberfläche sorgt für Übersichtlichkeit und lässt sich an persönliche Vorlieben anpassen. Auch während der Fahrt bleibt die Anzeige gut erkennbar. Die MyDrive-App ermöglicht es, Routen zu erstellen, die wichtige Faktoren wie Staus, Unfälle oder geplante Zwischenstopps berücksichtigen. Diese können anschließend per Bluetooth direkt auf das TomTom Rider 500 übertragen werden.

Während der Fahrt wird die Route kontinuierlich mit Echtzeit-Informationen wie plötzlichen Verkehrsstörungen aktualisiert. In der Praxis funktioniert das TomTom Traffic-System zuverlässig und ermöglicht es, Staus oder andere Verkehrshindernisse frühzeitig zu umfahren.

Navigationsgeräte im Vergleich: TomTom Rider 550 vs. Navitel G550 Moto

TechStage vergleicht zwei Navigationsgeräte für Motorradfahrer. Das eher günstige Navitel G550 Moto tritt dabei gegen das teurere TomTom Rider 550 an. Navigationsgeräte für Motorradfahrer müssen mehr können als ihre Gegenstücke im Auto. Sie sollen zuverlässig leiten, dabei aber die schönsten statt nur die schnellsten Routen vorschlagen. Zudem sollten sie mit Erschütterungen zurechtkommen und sich mit Handschuhen bedienen lassen.

Das zum Testzeitpunkt 330 Euro teure TomTom Rider 550 bildet neben dem teureren Garmin Zumo XT (488 Euro, Testbericht) eins der Top-Motorrad-Navigerät auf dem Markt. Äußerlich unterscheidet sich das TomTom Rider 550 auf den ersten Blick kaum von seinem Vorgängermodell Rider 450, das Display ist immer noch 4,3 Zoll (10,9 cm) groß, das gesamte Gerät erfreulich flach und solide verarbeitet.

Das zweite getestete Navigerät stammt von Navitel, eine 2006 gegründete und hierzulande noch relativ unbekannte Marke aus Tschechien. Das Navitel G550 Moto ist mit einem 4,3 Zoll (10,9 cm) großen Display genauso groß wie das TomTom Rider 550, kostet aber nur 199 Euro Listenpreis.

An die Ausstattung und Qualität des rundum gelungenen TomTom Rider 550 oder des Garmin Zumo XT kommt das günstige Navitel G550 Moto nicht heran. Es verfügt bei Weitem nicht über die Funktionsvielfalt und erlaubt sich Schwächen bei der Routenführung. Doch dank seines günstigen Preises ist es für alle Motorradfahrer mit schmalem Budget interessant. Bei Garmin und TomTom merkt man aber, wofür man den Aufpreis zahlt: Komfort.

Weitere TomTom Motorrad Navigations-Apps

TomTom Rider Go ist die App-Version des bekannten TomTom Rider Navigationsgeräts, speziell für Motorradfahrer. Sie bietet detaillierte Routenführung und Anpassungsoptionen, die für Motorradfahrer optimiert sind.

Fazit

Das TomTom Rider 500 überzeugt in der mittleren Preisklasse als zuverlässiges Motorrad-Navi mit solider Leistung. Der Funktionsumfang ist praxistauglich und jederzeit einsatzbereit. Dank Verbindungsmöglichkeiten wie der MyDrive-App und TomTom Traffic bietet es eine hohe Präzision. Wer mit dem Funktionsumfang umgehen kann und das nötige Budget hat, findet hier eine empfehlenswerte Option.

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