Schneller Radfahren mit der gleichen Leistung - das ist das, was die meisten Radprofis und Hobbysportler wollen. Mit die beliebtesten „Tuningteile“ sind in diesem Zusammenhang: die Laufräder. Um den Trend zu schnellen, aerodynamischen Hochprofil-Laufrädern abzubilden, haben wir alle Modelle im Windkanal unter realen Fahrbedingungen untersucht. Wir wollten wissen: Machen hohe Felgen auch Gravel-Bikes klar schneller?
Neben der Physis der Fahrer ist das „Material“ schon längst ein Sieg-Faktor bei den großen Gravel-Rennen. Dies zeigt das Beispiel von Lachlan Morton, der 327 Kilometer in neun Stunden, elf Minuten und 47 Sekunden fuhr - dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 35 Kilometern in der Stunde. Der Australier fuhr diese Rekordzeit weder mit einem Rennrad noch auf Asphalt, sondern mit einem Gravel-Bike über Schotter, Geröll und durch Matsch.
Warum neue Laufräder?
Es kann sich aus mehreren Gründen lohnen, ein serienmäßig ausgestattetes Gravel-Bike mit einem neuen Laufradsatz auszurüsten und in den meisten Fällen aufzuwerten. Serien-Laufräder wiegen oftmals zwischen 1900 bis 2100 Gramm - sie sind damit vergleichsweise schwer. Die beiden leichtesten Test-Laufradsätze von Specialized und Leeze wiegen 1263 beziehungsweise 1363 Gramm.
Noch vor einigen Jahren waren an den ersten Gravel-Rädern in der Regel stabile Rennrad-Laufradsätze mit Innenmaulweiten von 19 bis 21 Millimetern verbaut. Damit harmonieren sie besonders gut mit 40 Millimeter breiten profilierten Reifen oder 30er Slicks. Der Grund: Breitere Felgen erhöhen die effektive Breite der auf ihnen montierten Reifen und damit auch das Volumen.
Aerodynamik im Fokus
Als „aerodynamisch“ erachten wir Felgen ab 30 Millimetern Höhe. Aktuelle Modelle weisen oft höhere Felgen im Bereich von 40 bis 45 Millimetern auf. Einige Hersteller wie DT Swiss und Scope haben inzwischen Laufräder mit 50 Millimetern Felgenhöhe und mehr im Portfolio. Die zehn Laufräder in diesem Vergleich weisen Felgenhöhen zwischen 18 und 42 Millimeter auf.
Windkanal-Tests
Im GST-Windkanal in Immenstaad am Bodensee prüften wir den Luftwiderstand der zehn Gravel-Laufräder, genauer: die benötigte Leistung bei 35 km/h. Bei einer alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus, das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht. So ist es für aussagekräftige Ergebnisse ausreichend, nur die Vorderräder im Windkanal zu messen - dies entspricht auch den üblichen Testverfahren.
Alle Messungen wurden mit einer Windgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde durchgeführt. Während der Messungen dreht sich der Prüfstand von plus nach minus 20 Grad - damit fließen auch Seitenwindverhältnisse, wie sie in der Realität vorkommen, in das Gesamtergebnis ein. Straßen-Laufräder werden mit 45 km/h gemessen, die Werte sind somit nicht direkt vergleichbar.
Die Auswertungs-Software von GST berechnet abschließend die jeweils „gewichtete Leistung“ in Abhängigkeit der Anströmwinkel. Das heißt: Jeder einzelne Winkel wird mit der dazugehörigen Leistung in dem Maße prozentual gewichtet, wie er im Fahreinsatz unter realen Bedingungen vorkommt. Ausgewiesen wird auch die benötigte Leistung bei der Frontalanströmung, also bei null Grad.
Für unsere zehn Testlaufräder ergaben sich bei 35 km/h gewichtete Leistungen von 15,6 bis 19,4 Watt. Niedrige Werte sind besser, da weniger Leistung benötigt wird, um die gleiche Geschwindigkeit zu halten. Die niedrigsten und damit besten Werte erzielen die 40 Millimeter hohen Leeze CC40 Allroad Evo Waso. Ihre gewichtete Leistung: 15,6 Watt. Es folgen, knapp dahinter, mit jeweils 16,3 Watt gewichteter Leistung, die Laufradsätze von DT Swiss und Swiss Side - beide sind 42 Millimeter hoch.
Einfluss breiter Reifen
Grundsätzlich erzeugen breitere Reifen einen höheren Luftwiderstand, da sie dem Wind eine größere Anströmfläche bieten. Exemplarisch montierten wir deshalb einen 35 Millimeter breiten Terra-Speed-Reifen auf den DT-Swiss-GRC-1400-Laufradsatz.
Seitenwindempfindlichkeit
Je höher die Felgen sind, desto „empfindlicher“ sind sie auch für Seitenwind. Dieser Effekt ist messbar. Die GST-Software kann somit auch einen einheitenfreien „Lenkmoment-Beiwert“ für die Vorderräder ausweisen. Je größer dieser Wert ist, desto stärker beeinflusst der Seitenwind das Lenkverhalten.
Die niedrigsten und damit besten Werte erzielten die Modelle von DT Swiss und SwissSide - mit je 42 Millimetern Felgenhöhe sind sie die höchsten Modelle im Test. Sie stehen damit stellvertretend für einen Trend im Gravel-Race-Sektor zu höheren und damit aerodynamisch günstigeren Laufrädern.
In der Grafik weisen die Laufräder von DT Swiss und Swiss Side mit ihren 42 Millimeter hohen Felgen das geringste Lenkmoment auf. Auch Leeze liegt mit seinen CC-40-Allroad-Laufrädern bezogen auf die Felgenhöhe von 40 Millimetern noch voll im grünen Bereich. Den Maximalwert von 0,007 erzielt das Roval-Terra-CLX-II-Vorderrad.
Gewicht und Beschleunigung
Auch für Gravel-Bikes gilt: Ab einer Geschwindigkeit von rund 15 Kilometern pro Stunde ist der Luftwiderstand der größte Fahrwiderstand, gefolgt vom Rollwiderstand der Reifen. Beinhaltet eine Tour viele Höhenmeter, so gewinnt auch das Gewicht an Bedeutung. Weiter nehmen die Laufräder beim Beschleunigen eine Sonderstellung ein, da sie zwei Mal beschleunigt werden müssen: Erstens in die Vorwärtsbewegung des Systems aus Rennrad und Fahrer. Zweitens als Beschleunigung bei der Drehbewegung des Laufrades selbst. Auch gerade deshalb sind Laufräder besonders effektive „Tuningobjekte“.
Das Gewicht aller Testmodelle wurde je einschließlich der aufgezogenen Felgenbänder ermittelt. Das erklärt teilweise die Differenzen zu den Herstellerangaben.
Seitensteifigkeit
Ein weiterer wichtiger Parameter ist die Seitensteifigkeit der Laufräder. Wir belasteten die Felgen im Labor je seitlich mit einem Fünf-Kilogramm-Gewicht - dies entspricht rund 50 Newton. Wir nahmen die Nachgiebigkeit beziehungsweise Elastizität mit einer mechanischen Messuhr auf und verrechneten die Werte zur Seitensteifigkeit. Sie gibt an, welche Kraft nötig ist, um die Felge seitlich einen Millimeter zu bewegen. Gute Werte liegen zwischen 30 und 35 Newton pro Millimeter, sehr gute darüber. Mit der Anzahl der Speichen und deren Spannung steigt die Seitensteifigkeit.
Insbesondere für schwere Fahrer und Bikepacker ist sie von größter Wichtigkeit. Auch das maximal zugelassene Gewicht ist für schwere Fahrer und Bikepacker ein zentraler Punkt. Das Fahrergewicht ist selbsterklärend, das Systemgewicht beinhaltet Fahrer, Fahrrad, Trinkflaschen und Gepäck. Die Mavic-Allroad-SL-Laufräder liefern mit einem maximal zulässigen Systemgewicht von 135 Kilogramm den höchsten Wert im Test.
Lagerreibung
Bei Leeze können die Laufräder gegen 400 Euro Aufpreis mit Keramik-Lagern geordert werden, bei den Specialized Roval Terra CLX II sind sie serienmäßig verbaut. Je nach dem Fahrergewicht und der Geschwindigkeit können durch eine reduzierte Lagerreibung rund zwei bis vier Watt „eingespart“ werden.
Alternative Laufradkonzepte
Marcel Bücker fasste 2019 den Entschluss, die Erfahrungen aus seiner Arbeitswelt mit seiner Leidenschaft zu verflechten. Bücker forschte damals am Leibniz-Institut für Verbundwerkstoffe der Universität Kaiserslautern und entwickelte Leichtbauteile für Maschinenbau und Medizintechnik. Der passionierte Radsportler erkannte: Mit der richtigen Technologie müssten sich Laufräder viel einfacher als mit Stahlspeichen bauen lassen und viel billiger als bis dahin zwar konkurrenzlos leichte, aber aufwendig und teuer herzustellende Vollcarbonlaufräder.
Gemeinsam mit zwei Mitstreitern und mithilfe eines Förderprogramms gründete er die Evolime GmbH, die heute unter der Marke One-K Rennrad-Laufräder anbietet. Deren Speichengefüge ist ein Faserverbund, der automatisiert gewickelt und von einer Maschine zu einer Art Stern geformt wird. Mit einer speziellen Nabe und selbst entwickelten Kleinteilen entsteht ein Laufrad, das die Rennradwelt so noch nicht gesehen hat.
Etwa zur gleichen Zeit, aber am anderen Ende der Welt, stellte Jon Partington auf einer Handmade-Messe in Australien seine Version eines neuen Laufradsatzes aus, der ebenfalls ziemlich einzigartig ist. Der gebürtige Engländer beschäftigte sich im Motorsport mit Verbundwerkstoffen, sein heutiges Produkt nahm die klassische Garagen- beziehungsweise in diesem Fall Küchen-Karriere: Der erste Prototyp entstand mithilfe des heimischen Backofens und war mehr oder weniger eine Lightweight-Kopie.
Bücker und Partington eint die Idee, dass sich aus dem Gesamtsystem Laufrad noch einiges herausholen lässt, wenn man neu darüber nachdenkt - sei es über einzelne Komponenten oder das System als Ganzes - und Dinge anders macht. Beide stört, dass der Markt hochwertiger Rennrad-Laufräder, von sehr wenigen Exoten abgesehen, ein Einerlei aus fast identischen Komponenten ist.
Auch Cadex und Syncros, Marken der Branchen-Schwergewichte Giant und Scott, drücken mit viel Carbon-Know-how und fortschrittlichen Fertigungsmethoden in den Markt für High-End-Laufräder. Dass die Produkte eigenständige Entwicklungen sind und nicht von irgendeinem Zulieferer kommen, ist schon von Weitem sichtbar.
Den Abstand zum Durchschnitt sucht auch die Marke Scope. Die Niederländer begannen einst genau dort, als klassische Laufradbauer mit preiswerten Komplettpaketen aus Standardkomponenten.
Was alle Kandidaten eint, ist der Einsatz von viel Carbon. Alle Hersteller bieten deshalb sogenannte Crash-Replacement-Programme an, die im Schadensfall Rabatte einräumen - mal mehr (Partington), mal weniger großzügig (Syncros).
Vergleich: Alternative Konzepte vs. Klassische Bauweise
Aber was bringen die teils exaltiert wirkenden Konstruktionen auf der Straße, im Rennen, im Kampf um Sekunden? Wir haben uns die fünf Kandidaten mit ihren alternativen Konzepten näher angeschaut und ordnen ein, was sie gegenüber einem modernen, guten Aero-Laufrad in klassischer Bauweise besser können. Unsere Referenz ist ein Zipp 404, ein konventionelles, schnelles Aero-Laufrad, wie es vergleichbar auch von Profis gefahren wird. In den Disziplinen Gewicht, Aerodynamik und Steifigkeit repräsentiert es den Durchschnitt oder, positiv ausgedrückt, den Stand der Technik.
Der Vergleich zeigt, dass sich vor allem beim Gewicht der Laufräder viel herausholen lässt. Viele Kandidaten können auch deutlich seitensteifer sein, wobei sich je nach Ansprüchen diskutieren lässt, wie sinnvoll das ist. Wenig bis keine Fortschritte gibt es dagegen bei der Aerodynamik; signifikant schneller als die Referenz wird keines.
Einzelbetrachtung der Laufräder
- Cadex Max 40: Die Giant-Marke erregte in jüngeren Jahren mit progressiven Produkten Aufsehen. Statt wie bislang klassisch gefädelt, sind die ultraflachen und messerscharfen Speichen hier fest in den Nabenflansch einlaminiert. Beim Gewicht kommen die neuen Cadex an das Niveau von Lightweight-Laufrädern heran, sind aber aerodynamisch besser.
- One-K RD-S: Die Newcomer aus Rheinland-Pfalz stellten mit dem RD Ultimate seit dem Test in TOUR 2/22 den mit Abstand leichtesten Laufradsatz, den wir aktuell kennen: 950 Gramm, für beide Räder. Bei Gewicht und Beschleunigung ist der RD-S weiterhin herausragend und setzt sich auch in diesem elitären Feld knapp vor Partington an die Spitze.
- Partington R-Series MKII R39/44: Nicht nur ein schwindelerregender Preis macht deutlich, dass es sich bei Partington-Laufrädern um absolute Premiumprodukte handelt. Bei näherer Betrachtung fallen die Detailverliebtheit und eine völlig makellose Verarbeitung auf. In Summe der Eigenschaften überzeugend, aber extrem teuer.
- Scope Artech 6: Für die neue Artech-Serie nutzt das Team aus Eindhoven in den Niederlanden seine jahrelange Erfahrung aus dem klassischen Laufradbau und optimiert die Einzelkomponenten. Besonders auffällig ist die Felge mit Schuppenrelief; sie soll schneller sein und spurstabiler bei Seitenwind.
- Syncros Capital SL Aero: Die Capital-SL-Laufräder sind streng genommen nicht ganz neu, das Silverton SL gibt es bereits als ähnlich gefertigte MTB-Variante. Prägend ist der Verbund aus Felge und Speichen, der als zusammenhängendes Carbonteil in einer Form gebacken wird.
Shimano Ultegra C36 Carbon-Laufradsatz im Test
Der Shimano Ultegra C36-Laufradsatz ist ein leichter, aerodynamisch-optimierter Allrounder für Rennräder.
Eckdaten zum Laufradsatz:
- leistungsstarker Allrounder
- Gewicht: 1.488 g (Satz, VR 12x100 + HR 12x142, Herstellerangabe)
- Tubeless-kompatibel für Elf- und Zwölffach-Antriebe
- 21 mm breite (Maulweite) Carbonfelge: Empfohlene Reifendimension 25-622 bis 32-622
- 36 mm Felgenhöhe, aerodynamisches Profil
- E-Thru-Steckachse
- jeweils 24 Straightpull-Speichen, Hinterrad mit 2:1-Einspeichung für gleichmäßigere Speichenspannung
- für Scheibenbremsen mit Center-Lock-Aufnahme
Fahreindrücke
Mit 36 Millimetern Felgenhöhe durchaus im moderaten Aero-Bereich unterwegs, fährt sich der Laufradsatz bei Seitenwind absolut stabil und berechenbar. Die 30 Millimeter breiten Grand Prix 5000 S Tubeless Ready Reifen von Continental konnte ich am Hinterrad mit nur 3,5 bar Druck fahren. Durch die breite Felge sitzt der Reifen auch bei geringem Druck sicher auf dem Laufrad.
Mit 84 Kilogramm Körpergewicht ist das ein wichtiger Faktor für einen Allround-Laufradsatz, der mit unter 1.500 Gramm Gewicht immer noch leicht, wenn auch nicht ultraleicht ist. Die Ultegra C36 sind damit auch leicht genug für das Intervalltraining auf mallorquinischen Serpentinen.
Die gedichteten Konuslager laufen absolut geschmeidig und sind handelsüblichen Industrielagern in Sachen Belastbarkeit sogar überlegen, weil sie auftretende Querkräfte besser gleichmäßig verteilen. Der Laufradsatz ist beeindruckend stabil und auch an der Windkante sehr gutmütig. Dank E-Thru-Steckachse geht der Ein- und Ausbau am Rennrad schnell und einfach von der Hand.
Weitere getestete Laufräder
Im Rahmen von Tests wurden auch folgende Laufräder betrachtet:
- Hunt Sub 50 Limitless UD Carbon Spoke
- Fulcrum Sharq
- Black Inc 28/33
- Scope Cycling Artech 4
- DT Swiss ARC 1100 Dicut 38
- Newmen Streem Allround Vonoa
Carbon-Speichen: Interview mit Michi Grätz (Newmen Components)
Frage: Derzeit kommen immer mehr Laufradsätze mit Carbon-Speichen auf den Markt. Ein neuer Trend?
Antwort: Als Trend würde ich das nicht bezeichnen. Es ist der nächste konsequente, aber bereits etablierte Schritt in Richtung Leichtbau.
Frage: Was sind die Vorteile, was mögliche Nachteile von Carbon-Speichen?
Antwort: Die Vorteile überwiegen deutlich. Sie sind leichter, stabiler und steifer. Steifer heißt, sie dehnen sich weniger als Stahlspeichen. Dadurch kann man Laufräder mit weniger Speichen bauen, was wiederum einen positiven Effekt auf die Aerodynamik und das Gewicht hat. Ich persönlich finde auch, dass Laufräder mit Carbon-Speichen einfach besser aussehen. Einziger Nachteil: Sie sind teurer als Stahlspeichen.
Frage: Worauf müssen Endverbraucher achten, etwa bei Wartung und Pflege, bei der alltäglichen Nutzung oder beim Transport? Sind da Laufradtaschen Pflicht?
Antwort: Natürlich sollte man vorsichtig mit seinem Material umgehen, es gibt aber keine besonderen Wartungs- oder Pflegevorschriften. Carbon-Speichen sind deutlich unempfindlicher, als man denkt.
Frage: Im Falle eines Falles: Kann man Carbon-Speichen tauschen? Oder ist das Laufrad bei einem Speichenbruch hinüber?
Antwort: Das kommt auf die Bauart des Carbon-Laufrads an. Bei unseren Vonoa-Modellen muss keine neue Nabe und keine neue Felge gekauft werden, einzelne Carbon-Speichen lassen sich wie normale Stahlspeichen ersetzen. Bei Laufrädern, bei denen die Carbon-Speichen an Nabe und/oder Felge einlaminiert sind, klappt das allerdings nicht. Diese Laufräder sind bei einem Speichenbruch hinüber.
Weitere Laufrad-Modelle im Überblick
- Campagnolo Shamal C23 (Carbon-Hochprofil für Allround und Gravel)
- Aerycs GCX Terra 50 (Aerodynamische Gravel-Race-Disc-Laufräder)
- Leeze Carbonlaufräder (Ziel: überlegene Performance zum fairen Preis)
- Aerycs WT 60 (Leichte, preis-leistungsstarke Laufräder)
- Leeze CH 30 Allroad Basic (Gravel-Laufradsatz mit Aerodynamik und geringem Gewicht)
- Fulcrum Sharq (Leichter Allroad-Laufradsatz mit Wellen-Design)
- Leeze CC58 Disc Evo Waso (Leichte Allround-Laufräder mit Top-Luftwiderstand)
Klassisch eingespeichte Laufräder mit Carbonspeichen
Klassisch eingespeichte Laufräder mit Carbonspeichen rollen ins Blickfeld: Sie sind nicht mehr so teuer, dabei leicht und verwindungssteif. Das technische Optimum markieren aber weiterhin die teureren, verklebten Modelle wie Lightweight; immerhin zeigt Mavic mit dem Cosmic Ultimate eine spannende und günstigere Alternative zum Klassiker aus Friedrichshafen. Für Leichtbau-Fans ist die neue Marke One-K interessant, die mit einem sensationellen Konzept überrascht.
Lightweight Laufräder
Als die Konstrukteure Rudolf Dierl und Heinz Obermayer vor 30 Jahren ein Speichenrad aus Carbon für Rennräder entwickelten, war das eine Sensation. Bis heute gelten sie als Inbegriff des technisch Machbaren, auch wenn ihr Vorsprung beim Gewicht über die Jahre kleiner wurde. Das Top-Modell “Obermayer”, benannt nach einem der Erfinder, kostet inzwischen 6505 Euro.
Mavic Cosmic Carbone Ultimate 45
Die Franzosen betreiben extremen Aufwand, um das Optimum aus geringem Gewicht, hoher Steifigkeit und guter Aerodynamik zu erreichen. Die Laufräder werden ebenfalls überwiegend in Handarbeit in Frankreich gefertigt, sind im Satz zu 3900 Euro zwar kein Schnäppchen, aber deutlich günstiger als das Pendant aus Friedrichshafen.
One-K Laufräder
One-K, eine Ausgründung der Technischen Universität Kaiserslautern, flicht zusammenhängende Faserstränge sternförmig um ausgeformte Zapfen am Nabenflansch und spezielle Titannippel, die in einer handelsüblichen Aero-Felge von Duke stecken. Die Neukonstruktion will sämtliche Gewichtsrekorde brechen und ist dabei mit Preisen ab 2200 Euro noch einmal günstiger.
Vorteile von Carbonspeichen
Michael Grätz, Chef der deutschen Marke Newmen, baut unter dem Markennamen Vonoa einen Europa-Vertrieb für diese Speichen auf und erklärt weitere Vorteile des Materials gegenüber klassischen Speichen aus Stahl: “Carbon ist, relativ gesehen, nicht nur leichter, sondern auch steifer. Das heißt, die Laufräder werden stabiler, oder umgekehrt brauche ich für eine vergleichbare Steifigkeit etwa drei Speichen weniger”, berichtet er. Weil sich Carbonspeichen nicht dehnen, vertragen sie eine höhere Spannung. Zudem soll die Dauerhaltbarkeit der Laufräder besser sein, weil Carbon im Gegensatz zu Stahl nicht ermüdet.
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