Motorradtouren in der Toskana: Tipps und Routen für unvergessliche Erlebnisse

Die Toskana in Mittel-Italien ist ein Fest für die Sinne, besonders für Motorradfahrer. Charakteristisch ist die hügelige Landschaft, durch die sich die Straßen schlängeln, die Zypressenalleen und die Weinberge. Wer hat nicht schon diese Bilder vor Augen gehabt: blauer Himmel, Sonnenschein, sanfte Hügel, großartige historische Städte, malerische Bergdörfer, Wein und kurvige Straßen, so weit das Auge reicht. Die Region liegt nördlich von Lucca und Florenz. Mit unter vier Millionen Einwohnern ist sie auf einer Fläche so groß wie Hessen quasi nur halb so voll besiedelt.

Die ca. 390 km lange Küstenlinie am Ligurischen und Tyrrhenischen Meer beginnt nördlich von Viareggio und endet südlich von Grosseto. Während sich diese Hügellandschaft im Frühjahr in sattem Grün präsentiert, ist sie im Spätsommer von der braunen Erde eben so eingefärbt. Beides hat seinen Reiz. Es wäre jedoch ein Frevel, die Toskana nur als Gegend zur Kurvenhatz zu betrachten, bietet sie doch so viel mehr. Tauchen Sie ein in diese schöne Welt und entdecken Sie einige Ecken der Toskana, die auf dem Weg dorthin viel Fahrspaß bieten.

Allgemeine Informationen zur Motorradtour

Das Wetter in der Toskana ist eher mediterran geprägt und so werden bereits im Frühjahr tagsüber angenehme Temperaturen erreicht. Empfehlenswert ist daher die Zeit von April bis September; evtl. auch noch im Oktober, je nach konkreter Wetterlage. In den Monaten Juli und August kann es sehr heiß werden. Außerdem ist gerade der August der Reisemonat der Italiener und die Straßen und touristischen Hotspots sind voll.

Anreise

Es gibt drei sinnvolle Routen:

  1. Über München nach Innsbruck und von dort über die Brennerautobahn A22/E45 bis Modena in Richtung Toskana.
  2. Über die A7 bis Kempten, ab dort über den Fernpass bis Innsbruck und anschließend über die A22/E45 bis Modena.
  3. Südlich von Bologna teilt sich die Autobahn. Die östliche Variante (Direttissima) verläuft durch viele Tunnel und ist etwas schneller. Die Westliche (Panoramica), wie der Name schon sagt, bietet mehr fürs Auge. Bei Tag und schönem Wetter ist sie eine echte Alternative. Beide Strecken führen vor Florenz wieder zusammen.

Tourenvorschläge

Vom festen Standort am erloschenen Vulkan Monte Amiata führen Tagestouren zu den Schönheiten der Toskana. Gefahren wird nach Streckenbeschreibungen und Karte, man kann sich die Zeit selbst einteilen und macht nur die Touren, zu denen man auch Lust hat. Abends wartet dann schon das leckere toskanische Essen im Hotel, denn Halbpension ist inklusive. Im Umkreis von etwa 150 Kilometern befinden sich solch klassische Ausflugsziele wie Siena oder Assisi, aber auch zahlreiche unbekannte Kleinode wie Pitigliano und die Thermen von Saturnia. Die Strecken sind teilweise sehr kurvenreich.

Toskana - Rom: Auf historischen Wegen

Die Motorradtour Toskana - Rom folgt dem jahrhundertealten Zug von Kaisern, Kaufleuten und Kardinälen in die Ewige Stadt. Es mag ja sein, daß alle Wege nach Rom führen. Aber es gibt einige wenige ausnehmend schöne. Alle Wege führen nach Rom. So sagt man. Aber manche sind halt besonders reizvoll, so daß man die anderen links oder rechts liegen läßt. Auf der Motorradtour Toskana - Rom ist die Via Cassia die Lieblingsstraße. Sie führt durch die klassische Landschaft des südlichen Etruriens.

Über viele Kilometer verläuft sie deckungsgleich mit der Mille Miglia, der seit 1927 gefahrenen (Oldtimer-)Rennstrecke Brescia - Rom - Brescia. Auf freundliche Hinweise des Deutschen Historischen Instituts Rom hin spürt man dem Verlauf der antiken Via Cassia nach. An etlichen Stellen, meist abseits der nachantiken Überbauung, ist noch die massive römische Pflasterung erkennbar. Ursprünglich verlief die Via Cassia von Rom nach Florenz, wo sie auf die Via Aurelia traf. Als sich im Mittelalter der politische Schwerpunkt sich nach Norden verlagerte, wurde die Verbindung mit Rom umso wichtiger.

Ab San Quirico d’Orcia wird die Strecke für den Motorradtouristen besonders interessant. Sie ist einfach phantastisch zu fahren: Eine sanfte Hügellandschaft begleitet die Strecke. Malerische Dörfer wechseln einander ab. Schon von weitem zeichnet sich am Horizont ein einzelner Berg mit einer Burg darauf ab: Radicofani. Seitdem im Jubiläumsjahr 1500 die Pilgerstrecke nach Rom durch diese Gegend führte, haben sich zahllose Romzügler an der Schönheit dieser Gegend erbaut. Auch ich kann nicht widerstehen und schwinge mich in reizvollen Kurven den Berg hoch.

Die Strecke zieht sich weiter nach Süden, bis sie nördlich von Bolsena auf den gleichnamigen See stößt, den Lago di Bolsena. Man genießt die Fahrt am Ostufer des Sees im Patrouillentempo, immer wieder einen Blick über die sonnenbeschienene Wasserfläche werfend. Für Weinliebhaber ist Montefiascone ein Ort zweifelhafter Berühmtheit. In dem kleinen Anbaugebiet wird ein Weißwein produziert, der wegen seines eigentümlichen Namens einen erstaunlichen Bekanntheitsgrad besitzt: Est Est Est!!!.

Südlich von Viterbo begrüßt Sie der dritte Kratersee am heutigen Tage, der Lago di Vico. Am Rande der Via Cassia schiebt man seine Maschine am gut erhaltenen etruskischen Amphitheater auf den Ständer, genau dort, wo im Altertum Gladiatorenkämpfe veranstaltet wurden. Hinter dem Ortsausgang von Sutri biegt man von der Via Cassia auf die kleine SP 3/C ab Richtung Trevignano Romano. Dort hat man seinen Haussee erreicht, dem Lago di Bracciano. Von Trevignano aus führt die Motorradtour Toskana - Rom am Westufer entlang, weil man von den höher liegenden Hügelstraßen aus den besseren Ausblick auf den See hat.

Über die SP 493 stößt man dann bei La Storta wieder auf die alte Via Cassia. Von der einstigen Konsularstraße ist jedoch durch spätere Überbauung wenig übrig geblieben. Durch eine moderne Vorstadt fällt die Straße ab nach Rom hinein. Endstation ist die Tomba di Nerone gleich am Straßenrand, das (angebliche) Grab von Kaiser Nero. Der Trubel der Ewigen Stadt hat einen wieder.

Routenvorschlag: Monterchi - Rom

  • Monterchi
  • Umbertide
  • San Vito
  • Tuoro
  • Montepulciano
  • Pienza
  • San Quirici d’Orcia
  • Montefiascone
  • Viterbo
  • Ronciglione
  • Bracciano
  • La Storta
  • Rom

Toskana: Zypressen und Chianti-Gebiet

Highlights auf dieser Rundtour sind der Besuch von Siena, Volterra und San Gimignano sowie Fahrten auf schmalen Zypressenalleen und über Kurvenstraßen durch die Colline Metallifere und das Grün des Chianti-Gebiets. Die von prächtigen Palästen gerahmte Piazza del Campo in der Altstadt von Siena gehört zu den schönsten Plätzen der Welt. Über Colle di Val d’Elsa wird die Hügelkette der Colline Metallifere erreicht, die schon in der Antike für ihre Bodenschätze bekannt waren.

Auf dem Weg nach Roccastrada liegt rechter Hand die beeindruckende gotische Klosterruine Abbazia di San Galgano. Die Route verläuft an den Geothermalfeldern von Pomarance vorbei nach Volterra. Umschlossen von einer hohen Stadtmauer lädt das charmante mittelalterliche Städtchen mit seinen Wohntürmen zu einem Erkundungsspaziergang ein.

Durch seine 15 noch erhaltenen mächtigen Geschlechtertürme ist San Gimignano eine der größten Attraktionen der Toskana. Mit Ausblicken auf Hügel und Weinberge schlängelt sich die Route durch das Chianti-Gebiet zurück nach Siena.

Weitere Tipps für Motorradtouren in der Toskana

  • Casentino: Wenn du einen Motorradurlaub machen willst, dann geh in die Gegend östlich von Florenz. Da ist deutlich weniger los auf den Straßen und da gibts fantastische Kurven. Das Casentino liegt hier wunderbar. Die größeren Orte da heißen Poppi - Stia - S. Sofia - Bagno di Romagna. Da läßt sichs wunderbar fahren. Südlich davon die Straße zwischen Poppi und Pieve S. Stefano sind Hits.
  • Sansepolcro: SÜDLICH FINDUST DU Sansepolcro und dort eine Straße die nach Nord-ost führt die Bocca Traberia, einfach unglaublich ein paar km weiter südlich auch nach nord- Ost die Bocca Seriola.
  • Lucca: von der größten erhaltenen Stadtmauer Europas komplett umringt und vielleicht die schönste der toskanischen Städte, schon weil der Tourismus einen großen Bogen um sie macht. Nur ein paar Kilometer lang muss man sich beim Verlassen der Stadt auf seiner Motorradtour durch die Toskana in Geduld üben, dann erklimmt ein winziges Sträßchen die Monte Pisano, von wo man hinabschauen kann auf das rote Dächermeer Pisas und weiter bis aufs Meer.

Motorradfreundliche Hotels im Trentino

Die Unterkunftssuche für Motorradfahrer stellt sich denkbar einfach dar: Überall im Trentino sieht man Hotels mit einem orangefarbenen Schild, auf dem ein überdachtes Motorrad abgebildet ist. In der Initiative "Trentino in Moto" haben sich zahlreiche Übernachtungsbetriebe unterschiedlicher Klassifizierung zu einem besonderen Service gegenüber Motorradfahrern verpflichtet.

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