Toter Winkel Spiegel Motorrad Test: Mehr Sicherheit durch innovative Assistenzsysteme

Motorradfahrer waren bis jetzt selbst für ihre Sicherheit verantwortlich, wenn es um den Toten Winkel, den Abstand zum Vordermann oder die Auffahrwarnung ging. Das israelische Unternehmen Ride Vision hat nun ein System zur Selbstmontage entwickelt, das den Fahrer entlasten soll.

Assistenzsysteme für Motorräder

Wer heutzutage ein neues Auto kauft, bekommt in der Regel eine ganze Reihe an Assistenzsystemen dazu. Der Abstand zum vorausfahrenden Auto wird gemessen, vor Fahrzeugen im toten Winkel wird gewarnt, und vor einer drohenden Kollision wird ebenfalls gewarnt. Motorradfahrern sind solche kleinen Helferlein eher fremd.

Tatsächlich bieten momentan nur sehr wenige Hersteller solche umfänglichen Sicherheitssysteme an. Das israelische Unternehmen Ride Vision hat diese Lücke erkannt und einen Nachrüstsatz entwickelt, der sie schließen soll.

Ride Vision im Detail

Das Assistenz- und Warnsystem umfasst zwei an Front und Heck fest zu montierende Weitwinkelkameras, Warn-LEDs, die auf die Seitenspiegel aufgesetzt werden, einen Sensor, der am Vorderrad montiert wird, und ein Steuergerät, das alle Informationen verarbeitet und am Ende für die entsprechenden Informationen sorgt.

Das Unternehmen Ride Vision verkauft den Bastelsatz, der mindestens 500 Euro kostet, auch zur Selbstmontage. Allerdings stellt sich die Anbringung mit der üppigen Kabelage und den Anbringungsanforderungen für die Weitwinkelkameras und den Radsensor dann doch nicht ganz so einfach dar.

Denn so einfach, wie es der Hersteller behauptet, ist es dann doch nicht, auch dann nicht, wenn entsprechende Klebematerialien bereits mit einer recht überschaubaren Montageanleitung geliefert werden.

Montage und ihre Tücken

Die Kameras brauchen freie Sicht und müssen so an Bug und Heck angebracht werden, dass die freie Sicht durch nichts gestört wird. Der GPS-Sender wird neben dem Sitz verklebt, und der Radsensor leuchtet, wenn er bereit ist.

Die Linien des Bikes werden durch die nicht ganz kleinen Kameraaugen und die sie mit dem Steuergerät verbindenden Kabel empfindlich gestört. Vor allem bei Naked Bikes oder gar bei Renngeräten wirkt das Ganze etwas aufgesetzt. Besser verstecken lassen sich die Augen durch die etwas anderen Verblendungen bei Enduro-Modellen.

Wenn die Zuleitung für die Heckkamera aus dem Rücklicht kommt und genau da eine Lücke entsteht, die ein Einfallstor für Feuchtigkeit jeder Art ist, sollte man noch mal über die Montageidee nachdenken. Denn hier wird billigend in Kauf genommen, dass Nässe unter den Sitz dringt. Eben an jenen Platz, an dem bei den meisten Motorrädern auch die Batterie sitzt.

Das Steuergerät für das Ride-Vision-System muss durch die Batterie des Motorrads mit Energie gespeist werden. Auch die Verkabelung der an den Spiegeln montierten LEDs schmeichelt mit der Arretierung durch Kabelbinder dem Auge des Ästheten nicht wirklich. Zumal hier zur Verlegung in Richtung Steuergerät die komplette Seitenverkleidung abgenommen werden muss.

Also nochmal: Die Montage des Systems ist nicht ohne und hat tatsächlich so ihre Tücken, an denen der Laie durchaus scheitern kann. Insofern sollte Ride Vision die Bewerbung mit dem Satz "Leichte Montage" noch mal überdenken.

Funktionsweise im Test

Am Ende ist aber alles dran und funktioniert auch ganz hervorragend. Als Beweis dafür blinken beim Anfahren zwei gelbe Leuchtdioden im jeweiligen Seitenspiegel kurz auf.

Dabei ist das Auto kaum noch zwei Meter entfernt. Das System reagiert erst ab einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Dafür leuchtet plötzlich die äußere gelbe LED am linken Spiegel und mahnt vor einem VW Touran, der im toten Winkel auftaucht, um dann auch zügig am eigenen Motorrad vorbeizuziehen. Das ist hilfreich, denn das Lämpchen ist schneller als der Schulterblick.

Auf der Landstraße und Autobahn beginnt dann aber bei zügiger Fahrt und vollen Straßen eine Art Lichtorgelgeflimmer. Geradezu hektisch blinken die roten LEDs an beiden Spiegeln und geben eine Kollisionswarnung nach der anderen aus. Ride Vision liefert nämlich zum System eine App zur Steuerung mit. Solange die Steuereinheit unter Strom steht, also so lange die Zündung an ist, kann hier die Sensibilität der Warnungen ebenso eingestellt werden wie die Helligkeit der LEDs.

Im Endeffekt ist die Aufmerksamkeit beim Motorradfahren eine andere als wenn man im Auto so vor sich hintrödelt. Aber sollte man doch mal den Vorausfahrenden oder gar den Abbiegenden übersehen, dann ist das Lichtgewitter ein probates Mittel, die Bremse rechtzeitig durchzureißen und vor einem möglichen Zusammenprall zum Stehen zu kommen.

Auch wenn Fahrzeuge von hinten auf das eigene Motorrad zu dicht auffahren, warnen die LEDs.

Wenn es dann wirklich kracht, kann die Aufzeichnung der beiden Kameras sehr hilfreich sein. Aber lieber sieht man sich die Filmchen zur persönlichen Unterhaltung nach dem Ausritt an. Tatsächlich funktionieren die zwei Kameras wie eine Dashcam.

Ride Vision versichert aber, dass die Aufzeichnungen, die auf einem Server landen, innerhalb von drei Stunden gelöscht werden, wenn sie vom Nutzer nicht heruntergeladen werden. Denn im Zusammenspiel mit den ebenfalls in der App gespeicherten Daten wie Entfernung, erreichte Höchstgeschwindigkeit, Schräglage sowie Anzahl und Art der Warnungen könnte sie nicht in allen Fällen hilfreich für den sportlichen Fahrer sein.

Motorradspiegel: Mehr als nur ein Zubehör

Motorradspiegel sind mehr als nur ein praktisches Zubehör - sie sind ein unverzichtbarer Teil jeder Fahrt. Sie bieten nicht nur Sicht auf den Verkehr hinter uns, sondern tragen auch zur Sicherheit und zum Fahrkomfort bei. Die richtige Wahl dieser Spiegel hat nicht nur Auswirkungen auf die Sicht, sondern auch auf das gesamte Fahrgefühl.

Verschiedene Arten von Motorradspiegeln

Es gibt verschiedene Arten von Motorradspiegeln, die für unterschiedliche Motorräder und Fahrstile geeignet sind:

  • Standardspiegel: Die klassische Wahl, die sich harmonisch in das Design fast aller Motorräder integriert.
  • Sportspiegel: Speziell für leistungsorientierte Motorräder konzipiert, kombinieren sie hohe Funktionalität mit ansprechendem Design.
  • Rückspiegel mit integrierten LED-Blinkern: Bieten nicht nur hervorragende Sicht, sondern auch zusätzliche Sicherheit und einen modernen Look.
  • Retro-Style Spiegel: Erfreuen sich großer Beliebtheit bei Fahrern von klassischen und Custom-Motorrädern.
  • Anpassbare Spiegel: Bieten Flexibilität und Komfort durch verschiedene Montagepositionen und Anpassungsmöglichkeiten.

Die Vielfalt an Motorradspiegeln ermöglicht jedem Fahrer, eine optimale Wahl zu treffen. Ob Standard-, Sport- oder Retro-Modell - jede Kategorie bietet spezielle Vorteile. Motorradspiegel sind unverzichtbar für jeden Motorradfahrer. Sie tragen entscheidend zur Sicherheit und zum Fahrkomfort bei.

Material und Montage

Die Wahl des Materials beeinflusst nicht nur die Stabilität, sondern auch die Langlebigkeit der Motorradspiegel. Die Montage und richtige Einstellung der Spiegel beeinflussen die Sicherheitsaspekte erheblich.

Verstellbare Spiegel ermöglichen es, das Sichtfeld optimal anzupassen. Die Möglichkeit, den Winkel der Spiegel zu ändern, verbessert die Sicht auf den Verkehr hinter einem erheblich.

Die Materialqualität spielt eine entscheidende Rolle für die Langlebigkeit und Stabilität der Spiegel. Hochwertige Materialien, wie die aus Aluminium oder Edelstahl gefertigten Spiegel, bieten eine höhere Stabilität. Ein großes Sichtfeld ist für den Fahrer unerlässlich. Gute Motorradspiegel sollten nicht nur große Bereiche abdecken, sondern auch klare Reflexionen bieten.

Die einfache Montage und Anpassung der Spiegel ist eine wichtige Funktion. Viele hochwertige Modelle bieten eine einfache Installation und benötigen kein spezielles Werkzeug.

Um Sicherheitsbedenken auszuräumen, integrieren viele Hersteller spezielle Sicherheitsmerkmale in ihre Spiegel. Einige Modelle besitzen LED-Blinker. Diese verbessern nicht nur die Sichtbarkeit beim Abbiegen, sondern erhöhen auch die Sicherheit im Verkehr.

Pflege und Wartung

Die regelmäßige Pflege und Wartung der Motorradspiegel sind für deren langfristige Nutzung entscheidend. Ich reinige die Spiegel regelmäßig, um Schmutz und Ablagerungen zu entfernen und eine optimale Sicht zu gewährleisten.

Bei jeder Fahrt sollte man die Befestigungen der Spiegel kontrollieren. Lockere Schrauben oder Halterungen können die Sicht stark beeinträchtigen. Eine regelmäßige Überprüfung garantiert, dass alles fest sitzt.

Um die Spiegel vor Witterungseinflüssen zu schützen, sollte man passende Abdeckungen wählen. Diese verhindern Kratzer und Schmutzansammlungen. Die Art der Lagerung hat einen direkten Einfluss auf die Spiegelpflege. Eine Abdeckhaube kann das Motorrad im Freien schützen und die Ansammlung von Schmutz reduzieren.

Lenkerendenspiegel Vergleich 2025

Die Besten Lenkerendenspiegel im Überblick

Hier ist eine Übersicht der besten Lenkerendenspiegel im Vergleich:

Modell Material Form Spiegelgröße (Länge x Höhe) E-Zertifiziert Vorteile Preis (ca.)
Highsider Victory Evo Aluminium Oval 11 x 8 cm Ja (E9) Für alle Motorräder geeignet 58,99 € (pro Stück)
Fenrir 801-0372-E Aluminium Oval 5.35 x 3,54 cm Ja (E24) Robuste Konstruktion, übersichtlich 49,94 € (pro Stück, 2 Spiegel)
Highsider Motorrad Lenkerendenspiegel Aluminium Oval 11.9 x 9 cm Ja (E4) Universelles Verbindungsgelenk 29,98 € (pro Stück, 2 Spiegel)
Highsider Montana Aluminium Rund Ø 10 cm Ja (E9) - 46,99 € (pro Stück)
Kemimoto ‎F0804-01401BK Aluminium Oval 12 x 8 cm Ja (E9) Mit drehbarem Gelenk, für alle Motorräder geeignet 25,50 € (pro Stück, 2 Spiegel)
Highsider Victory Aluminium Oval 11 x 8 cm Ja (E9) - 52,98 € (pro Stück)
Area1 Lenkerendenspiegel Aluminium Oval 13 x 8 cm Ja (E9) Mit drehbaren Gelenken, für alle Motorräder geeignet 28,85 € (pro Stück, 2 Spiegel)
Evermotor Lenkerendenspiegel Aluminium Rund Ø 10 cm Ja (E9) Mit drehbaren Gelenken, für alle Motorräder geeignet 24,70 € (pro Stück, 2 Spiegel)

Highsider Victory Evo: Der Highsider Lenkerendspiegel Victory Evo ist eine hervorragende Wahl. Die hochwertige Verarbeitung, die vielseitigen Einstellungsmöglichkeiten und die E-Zulassung überzeugen. Die universelle Passform und die einfache Anpassung für verschiedene Lenker machen ihn zu einem empfehlenswerten Produkt.

Fenrir 801-0372-E: Der Fenrir E24 Lenkerendspiegel ist ein schwarzer Seitenspiegel, der speziell für Motorräder entwickelt wurde. Er ist e-geprüft und bietet einen effektiven Blendschutz. Mit seiner CNC-Bearbeitung und seinem ansprechenden Design passt er perfekt zu Naked Bikes, Rollern und Supersportmotorrädern wie der Z900 oder der Z650.

Highsider Motorrad Lenkerendenspiegel: Der Stealth-X5 von Highsider verfügt über ein 360-Grad-Gelenk, mit dem der Spiegel sowohl unter als auch über dem Lenker montiert werden kann. Der Spiegel ist für alle Modelle geeignet und hat eine E4-Zertifizierung.

Highsider Montana: Die Qualität und Zuverlässigkeit des Highsider Montana Lenkerendenspiegels begeistern. Das Produkt überzeugt durch sein edles Design aus schwarz eloxiertem Aluminium und ist sowohl für die linke als auch die rechte Seite verwendbar. Mit der E-Prüfung bietet der Lenkerendenspiegel auch ein hohes Maß an Sicherheit.

Kemimoto ‎F0804-01401BK: Die Kemimoto Lenkerendenspiegel sind eine überzeugende Ergänzung für eine Vielzahl von Motorrädern, inklusive Streetbikes, ATVs und Roller, dank ihrer universellen Passform für 22 mm Lenker. Besonders überzeugt die 360-Grad-Drehbarkeit, die es dem Fahrer ermöglicht, die Spiegel für optimale Sicht einzustellen und tote Winkel effektiv zu eliminieren.

Highsider Victory: Das Produkt überzeugt mit seiner Vielseitigkeit, da es sowohl für Lenker mit 22 mm als auch 25,4 mm Außendurchmesser geeignet ist und sowohl links als auch rechts montiert werden kann. Die Möglichkeit, den Spiegel nach oben oder unten zu richten, bietet zusätzliche Flexibilität.

Area1 Lenkerendenspiegel: Die Area1 Premium-Motorrad-Lenkerendenspiegel sind E-geprüft und kommen im Set mit einem Spiegel für die rechte und einen für die linke Seite. Sie überzeugen durch hochwertige Verarbeitung und sportliches Design. Mit dem E-Prüfzeichen sind sie legal für die Montage zugelassen und eignen sich ideal zur optischen Aufwertung oder als Ersatzteil für Ihr Motorrad.

Kamerasystem Ride Vision 2 Pro im Langzeittest

Das Ride Vision 2 Pro ist ein hochmodernes Kamerasystem, um das Motorradfahren sicherer zu machen. Es deckt primär 5 Funktionen ab: Abstandswarner, Totwinkelwarner, Überholwarnsystem, Kollisionswarner sowie eine Art Dashcam.

Funktionsweise und Praxis

  • Abstandswarner: Warnt in drei Sensibilitätsstufen und berücksichtigt dabei das Brems- und Beschleunigungsverhalten des vorausfahrenden Fahrzeugs.
  • Totwinkelwarner: Arbeitet und warnt im Prinzip gleich. Befindet sich ein Auto oder Motorrad im toten Winkel, erfolgt eine optische Warnung in Orange.
  • Kollisionswarner: Warnt bei einem sehr hohen Geschwindigkeitsunterschied zwischen sich und dem vorausfahrenden Fahrzeug, wenn es keinerlei Bremsversuche vom Piloten feststellen kann.
  • Dashcam: Zeichnet während der Fahrt auf und verbindet das Video mit einer Art Fahrtenbuch. Die Kapazität zur Videoaufzeichnung ist auf rund 8 GB Datenvolumen begrenzt.

Die Pro-Version des Ride Vision 2 bietet mehr Funktionen der Software. Mehr Komfort beim Übertragen der Daten bietet die Bluetooth-Verbindung, die die Wlan-Funktion ergänzt. Weiterhin bietet das Upgrade dauerhaftes Speichern eines Fahrvideos, wenn ein Unfall registriert wird. Diese Aufzeichnung wird dann auch nicht überschrieben. Zusätzlich werden die Fahrdaten automatisch an die App übertragen und es ist ein Video-Editor integriert.

Fazit zum Ride Vision 2 Pro

Die Warnungen über die optionalen Spiegel erfolgen sicher und vor allem nachvollziehbar. Es ist also immer klar, warum das System entweder in Orange oder in Rot warnt. Sehr zuverlässig arbeiten der Totwinkelwarner und die Überholwarnung.

Die Montage des Ride Vision 2 an der Harley-Davidson Pan America war nicht einfach. Zum Einen liegt der im Grunde einzig mögliche Platz für das Hauptgerät im Heck der Harley, während die Batterie vorn unter dem Motor liegt. Es muss also ein langes Kabel konfektioniert werden, mit entsprechenden Verbindungen.

Das System mit LED-Spiegeln kostet 899 Euro, mit LED-Indikatoren liegt der Preis bei 769 Euro.

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