Das Trek Madone hat sich in der achten Generation zu einem Race-Allrounder entwickelt, der Leichtbau und Aerodynamik vereint.
Das Konzept des Trek Madone
Zur letztjährigen Tour de France verabschiedete sich Trek von seiner bisherigen Modellstrategie. Die achte Generation des Madone SLR nimmt seitdem den Platz des Race-Allrounders ein, der den Leichtbau des nicht mehr erhältlichen Émonda SLR mit der aerodynamischen Qualität des Vorgängers kombinieren will. Mit dem als “Isoflow” bezeichneten Knotenpunkt zwischen Ober- und Sitzrohr besitzt es zudem ein markantes Alleinstellungsmerkmal.
Komfort und Technologie
Beim Trek Madone steht der Komfort, anders als bei vielen anderen rennorientierten Aero-Rennrädern, mit im Fokus. Im Oberrohr ist die von Trek entwickelte Iso-Speed-Technologie verbaut, die das Sitz- und das Oberrohr entkoppelt. Die Dämpfung ist so individuell einstellbar. Durch die „Isoflow“-Technologie können sich Sitzdom und Sattelstütze im Vergleich zu konventionellen Konstruktionen frei bewegen, der Federweg ist damit überdurchschnittlich groß. Mit fast acht Millimetern Federweg am Heck gehört das Trek zu den komfortabelsten Race-Bikes. Voluminöse Reifen verstärken den Effekt, womit das Madone selbst vor Schotterpisten nicht Halt macht. Ein Allrounder eben.
Steifigkeit und Gewicht
Die Steifigkeit des Carbon-Rahmens erwies sich als extrem hoch. Das Gewicht von 7,94 Kilogramm wäre für ein Aero-Rennrad in der Relation zum Testfeld noch im grünen Bereich.
Fahreigenschaften und Geometrie
Das Handling des Madone war auch aufgrund des kurzen Steuerrohres, des steilen Lenkwinkels und des kurzen Radstandes sehr direkt. Die von Trek entwickelte H1.5-Geometrie führte für unsere Tester zu einer ausgewogen sportiven Sitzposition. Der neue Allround-Racer fährt sich satt und laufruhig, aber dennoch präzise und reaktiv. Optimal für hohe Geschwindigkeiten und die sind hier definitiv zu erwarten.
Ausstattung
Die Bontrager-XXX-6-Laufräder überzeugten durch ihre sehr hohe Seitensteifigkeit und ihre sehr gute Aerodynamik. Die 60 Millimeter hohen Felgen erwiesen sich jedoch als relativ seitenwindanfällig. Die kabellose elektronische Sram-Red-Etap-AXS-Gruppe punktete mit „knackigen“ Gangwechseln. Die Übersetzung bot mit 48/35 vorne und einer 10-33-Zwölffach-Kassette auch auf höhenmeterreichen Strecken noch ausreichend „leichte“ Gänge.
Trek Madone SLR 9 AXS im Detail
Nach dem Test des günstigeren SL 7 waren wir umso mehr auf das exklusive SLR 9 gespannt, das bis auf die Reifen dem Arbeitsgerät der Lidl-Trek-Profis entspricht. Die höheren Erwartungen wurden jedoch schnell gedämpft. Vor allem im Windkanal enttäuscht das Trek: Mit 216 Watt fährt es der Top-Konkurrenz hinterher, gegenüber der siebten Generation sind neun Watt mehr nötig, um den eigenen Luftwiderstand bei 45 km/h zu überwinden. Auch mit schnelleren Laufrädern behält das Madone die rote Laterne in der Aero-Wertung. Konkurrenzfähiger ist der Allrounder beim Gewicht, lässt wegen relativ schwerer Laufräder allerdings auch in dieser Disziplin einen Abstand zu den leichtesten Rennmaschinen. Die höhere Carbonqualität im Vergleich zur SL-Baureihe führt zu einem etwas steiferen Rahmen-Set. Doch die größte Stärke des SLR 9 ist dessen Dämpfung.
Vor- und Nachteile des Trek Madone SLR 9 AXS
- Plus: sehr guter Heckkomfort
- Minus: schwache Aero-Leistung, schwerer Laufradsatz
Trek Madone SLR 9 AXS: Infos & Test-Note
- Preis: 13.999 Euro
- Gewicht Komplettrad: 7,1 Kilo
- Aerodynamik: 216 Watt
- Rahmengrößen: XS, S, M, ML, L, XL (Testgröße gefettet)
- TOUR-Note: 1,9
Geometrie
- Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 505/555/140 Millimeter
- Stack/Reach/STR: 569/382 Millimeter/1,49
- Stack+/Reach+/STR+: 624/582 Millimeter/1,07
- Radstand/Nachlauf: 980/59 Millimeter
Ausstattung
- Antrieb/Schaltung: SRAM Red AXS (2x12; 48/35, 10-33 Z., PM) | Note: 1,0
- Bremsen: SRAM Red HRD (160/160 mm) | Note: 1,0
- Reifen: Pirelli P Zero Race TLR 28 mm (eff.: 31 mm) | Note: 1,0
- Laufräder: Bontrager Aeolus RSL 51
- Laufradgewichte: 1280/1520 Gramm (vorne/hinten)
Messwerte
- Gewicht Komplettrad: 7120 Gramm | Note: 2,0
- Luftwiderstand: 216 Watt | Note: 2,3
- Frontsteifigkeit: 8,3 N/mm | Note: 1,7
- Tretlagersteifigkeit: 54 N/mm | Note: 2,0
- Komfort Heck: 134 N/mm | Note: 2,0
- Komfort Front: 96 N/mm | Note: 2,7
Trek Madone SL 7 im Detail
Das Trek Madone SL 7 ist eine Mittelklasse-Variante des Madone, die einige Kompromisse eingeht, aber dennoch viele Stärken besitzt. Zwar braucht sich das Rahmen-Set mit rund 1.500 Gramm nicht vor der Konkurrenz verstecken; der schwere Laufradsatz der Eigenmarke Bontrager treibt aber das Gewicht nach oben. In steilem Terrain muss das Madone SL 7 dadurch eine Lücke zu den bis zu 700 Gramm leichteren Kandidaten aus der Ultegra-Klasse reißen lassen. Mit dem Bianchi hing nur ein Modell schwerer an der Waage. Und die Aerodynamik? Nachdem bereits die Profi-Maschine mit 216 Watt für 45 km/h sowohl hinter den Erwartungen als auch dem Vorgänger zurückblieb, kommen bei der Testversion weitere fünf Watt hinzu. Im Vergleich reicht es damit erneut nur zu einem hinteren Platz, das letzte Top-Modell des Émonda schnitt im Windkanal nicht viel langsamer ab.
Im Gegensatz zu einem frühen Testrad mit höherem Rahmen leistet sich das aktuelle Modell dafür keine Schwächen bei den Steifigkeitswerten. Trotz einfacherer Carbonqualität erreicht das Chassis das Niveau des Top-Boliden und hält auch bei hohem Tempo die Spur. Durch die erstklassige Tretlagersteifigkeit lässt sich die Kraft effizient auf die Straße bringen. Ob die besseren Messwerte auf die unterschiedlichen Rahmengrößen oder auf Schwankungen in der Produktion zurückzuführen sind, lässt sich nicht beurteilen. Die größte Stärke des Madone gegenüber der teils harten Konkurrenz ist der hohe Fahrkomfort. Durch die „Isoflow“-Technologie können sich Sitzdom und Sattelstütze im Vergleich zu konventionellen Konstruktionen frei bewegen, der Federweg ist damit überdurchschnittlich groß.
Vor- und Nachteile des Trek Madone SL 7
- Plus: guter Heckkomfort, markantes Rahmendesign
- Minus: hohes Gesamtgewicht, schwache Aerodynamik
Trek Madone SL 7: Infos & technische Daten
- Preis: 6499 Euro
- Gewicht Komplettrad: 8 Kilo
- Rahmengrößen: XS, S, M, ML, L, XL (Testgröße gefettet)
- TOUR-Note: 2,3
Geometrie
- Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 469/545/125 Millimeter
- Stack/Reach/STR: 549/383 Millimeter/1,43
- Stack+/Reach+/STR+: 609/569 Millimeter/1,07
- Radstand/Nachlauf: 980/65 Millimeter
Ausstattung
- Antrieb/Schaltung: Shimano Ultegra (2x12; 50/34, 11-34 Z.) | Note: 1,0
- Bremsen: Shimano Ultegra (160/160 mm) | Note: 1,0
- Reifen: Bontrager R3 TLR 28 mm (eff.: 28 mm) | Note: 1,0
- Laufräder: Bontrager Aeolus Pro 51
- Laufradgewichte: 1.336/1.824 Gramm (v./h.)
Messwerte
- Gewicht Komplettrad: 7.950 Gramm | Note: 3,0
- Aerodynamik: 221 Watt | Note: 3,0
- Fahrstabilität: 8,1 N/mm | Note: 1,7
- Komfort Heck: 139 N/mm | Note: 2,0
- Komfort Front: 92 N/mm | Note: 2,7
- Antritt/Tretlagersteifigkeit: 58 N/mm | Note: 1,3
Das neue Madone SLR 9 AXS Gen 8
Zwei Eigenschaften stechen beim neuen Trek Madone SLR 9 AXS besonders hervor: der Antritt und der Komfort. Sowohl am Berg, aus der Kurve als auch auf der Geraden beschleunigt das neue Madone SLR 9 AXS Gen 8 leichtfüßig. Druck auf die Pedale ist gleich Vortrieb. Hier ist die Gewichtsreduktion deutlich spürbar. Komfort war bereits das Steckenpferd des Madone SLR Gen 7 mit dem die IsoFlow-Technologie eingeführt wurde, aber auch hier hat Trek nochmal einen deutlichen Sprung gemacht. Die Balance der Compliance hat sich hier im Vergleich deutlich verbessert. Die schmalere Gabel und das neue Cockpit in Kombination mit den breiteren Reifen bieten deutlich mehr Vibrationsdämpfung an der Front als beim Vorgänger. Am Heck arbeitet die überarbeitete Version von IsoFlow gekonnt unauffällig - mal abgesehen von der Optik 😉 . Vibrationen werden über den markant geformten Rahmen nicht an die Wirbelsäule weitergegeben, ohne dabei spürbar zu flexen. Für ein reinrassiges Race-Bike ist das Trek Madone erstaunlich komfortabel, was auch an der zentralen Sitzposition und der guten Ergonomie des Cockpits liegt. Dieses wird in den Drops 3 cm breiter, der so entstehende Flare sorgt für Aero-Benefits in den Hoods und viel Kontrolle auf Abfahrten und Sprints. Beim Handling des neuen Trek Madone sind eher die Gene des Madone Gen 7 durchgeschlagen. Das messerscharfe Handling des Émonda ist nicht zu spüren. Der neue Allround-Racer fährt sich satt und laufruhig, aber dennoch präzise und reaktiv. Optimal für hohe Geschwindigkeiten und die sind hier definitiv zu erwarten.
Fazit
Steif, agil und schnell: Das Trek Madone in der SLR9-Topvariante überzeugt mit ausgeprägten Race-Eigenschaften, einem hohen Dämpfungskomfort, einer Top-Aerodynamik und einer stimmigen Ausstattung. Die besondere Lackierung unterstreicht mit ihrem Aufpreis von 4.000 € die Exklusivität - wobei es auch ohne diese im oberen Preissegment bleibt.
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