Trekking Fahrrad Riemenantrieb: Vor- und Nachteile

Das E-Bike erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Pendlern und Radsportlern. Während der Kettenantrieb lange Zeit Standard war, entscheiden sich Hersteller von E-Bikes mit Heckantrieb immer häufiger für den Riemenantrieb in Kombination mit einer Nabenschaltung. Doch noch dominiert die Fahrradkette am E-Bike den Markt mit großem Abstand.

Diese bewährte Antriebsart basiert auf einer Kette, die über Ritzel die Kraft aufs Laufrad überträgt. Beim Riemenantrieb, häufig auch als Zahnriemen bezeichnet, läuft der Riemen, der in seinem Inneren „Zähne“ aufweist, über die sogenannten Riemenscheiben und überträgt die Kraft aus den Radlerbeinen und dem Akku über ein Nabenschaltwerk auf das Laufrad.

E-Bike Antriebsarten: Kette vs. Riemen

Sowohl Ketten als auch Riemenantriebe haben spezifische Vorteile, die sich aufgrund der unterschiedlichen Bauweise ergeben. Interessant ist die Diskussion über den Wirkungsgrad beider Antriebskonzepte. In der Biker-Szene kursiert ein Test, der vor Jahren in den USA durchgeführt wurde und unter den damaligen Testbedingungen zu dem Ergebnis kam, dass der Riemenantrieb etwas ineffizienter ist als die Kette. Allerdings spielen sich die Unterschiede in Messgrößen ab, die selbst der sportliche Durchschnittsradler kaum spüren dürfte. Die Unterschiede sind also weniger technischer Natur oder in puncto Performance zu finden, vielmehr unterscheiden sich beide Antriebssysteme eher mit Blick auf Kosten, Komfort und Wartungsintensität.

Vorteile des Riemenantriebs

  • Geringer Wartungsaufwand: Durch die „verbaute“ Schaltung in der Nabe und das witterungsbeständige Carbon-Material des Riemens ist im Vergleich zum Kettenschaltwerk so gut wie keine Wartung notwendig.
  • Längere Lebensdauer: Auch der Wechsel des Zahnriemens ist erst nach dreimal so viel Zeit notwendig, wie der einer E-Bike Kette, die man nach 3.000 Kilometer wechseln sollte.
  • Sauberkeit: Da der Riemen nicht geschmiert wird, hinterlässt er keine Spuren an Hosenbeinen oder Socken - ein wichtiges Argument für Radfahrer, die beispielsweise gepflegt im Büro erscheinen wollen.
  • Geringe Geräuschentwicklung: Riemenantriebs-Fans verwiesen häufig darauf, dass der Zahnriemen absolut leise läuft und so der Radl-Genuss in der Natur höher ausfällt.

Nachteile des Riemenantriebs

  • Höherer Preis: Aber: Ein Fahrrad mit Riemenantrieb kostet in der Anschaffung mehr als ein Fahrrad mit Kettenschaltung.
  • Eingeschränkte Nachrüstbarkeit: Kettenschaltungen hingegen können in der Regel komplett ersetzt oder nachgerüstet werden. Du kannst einen Riemenantrieb nur nachrüsten , wenn der Fahrradrahmen ein Rahmenschloss hat.
  • Empfindlicher: Wenn sich jedoch beispielsweise ein Ast verfängt, kann der Riemen etwas empfindlicher reagieren als eine Kette. Dass ein Riemen leichter reißt als eine Kette, ist bei Qualitätsprodukten und bei richtiger Verwendung kaum der Fall.
  • Einbau: Ein Riemenantrieb lässt sich nicht auf jedes Rad spannen. Der Rahmen muss dazu über eine spezielle Öffnung verfügen und auch steif genug sein. Er ist zudem nur in Kombination mit einer Naben- oder Tretlagerschaltung möglich

E-Bike Antrieb: Welches Konzept für welches E-Bike-Einsatzgebiet?

Generell ist zu sagen, dass der Riemenantrieb für E-Bike bei Rädern in Frage kommt, die hauptsächlich in der City und in der Freizeit als Verkehrsmittel genutzt werden.

Beinharte Mountainbike-Freaks werden wohl immer der Kettenschaltung für Ihr E-Bike den Vorzug geben. Sie schätzen das Gefühl der direkten Kraftübertragung über die Ritzel und die Möglichkeit, aktiv zu schalten und ihr Schaltwerk stets sehen zu können.

E-Bike Antrieb über Riemen oder Kette: Die wichtigsten Hersteller

Die Fans der klassischen Fahrradkette für das E-Bike müssen werden vom selben Hersteller-Duo bedient, das auch vor den Elektrifizierung den Schaltungsmarkt beherrschte: das sind Shimano und Sram. Beide Unternehmen sind inzwischen auch im E-Bike Segment gesetzte Erstausrüster. E-Bike Kettenschaltungen von Shimano und Sram sind im Unterschied zum nicht elektrifizierten Rad grundsätzlich mit nur einem vorderen Ritzel ausgestattet.

Bei den Riemenantriebs-Spezialisten ist die Marktdominanz noch lange nicht entschieden.

Rohloff: E-Bike mit Riemenantrieb und Automatik

Seit 34 Jahren ist Rohloff auf dem deutschen Fahrradmarkt als Komponentenhersteller aktiv und liefert Schaltungen für Fahrräder aller Bauarten. Die Nabenschaltung Speedhub ist in zahlreichen Varianten zu bekommen und lässt sich hervorragend mit Riemenantrieben kombinieren.

Enviolo: Fahrradtechnik aus den Niederlanden

Enviolo ist mit einem Planetengetriebe erfolgreich, das stufenlos schaltet. Wahlweise gibt es das Getriebe auch als Automatik-Variante, wobei sich das Schaltwerk je nach Trittfrequenz und Widerstand automatisch den richtigen Gang heraussucht.

Pinion: Auto-Getriebetechnik fürs E-Bike

Pinion ist auf Getriebe spezialisiert, die auf dem Prinzip von Autogetrieben aufbauen. Die kleinen Metallgehäuse, die die Schaltwerke beherbergen, werden am Rahmen des E-Bikes montiert. Wahlweise stehen 12, 9 oder 6 Gänge zur Verfügung.

Ein Pionier des Riemenantriebs: Gates Carbon Drive

Gates Carbon Drive ist bereits seit Jahren mit seinen Riemenantrieben erfolgreich und führt inzwischen auch zahlreiche Produkte für E-Bikes.

Innovative Zahnriementechnik von Conti Drive System

Feine Zahnriementechnik bietet Conti unter dem Namen Conti Drive System seinen E-Bike-Kunden an.

Riemenantrieb nachrüsten: Ist das möglich?

Um einen Riemenantrieb nachrüsten zu können, brauchst du ein Fahrrad mit Nabenschaltung, Tretlagerschaltung oder ein Singlespeed-Bike. Darüber hinaus muss der Fahrradrahmen ein Rahmenschloss haben, um den geschlossenen Riemen aufnehmen zu können. Hast du keinen passenden Rahmen , könnte der Split Belt von Veer für dich geeignet sein. Damit musst du deinen Rahmen nicht spalten oder dir extra ein neues Fahrrad mit Riemenantrieb zulegen.

Die Möglichkeit, einen Riemenantrieb nachzurüsten, hängt stark vom spezifischen Fahrradrahmen und dem Fahrradtyp ab. Nicht alle Fahrräder sind für die Nachrüstung mit einem Riemenantrieb geeignet. Ein kritischer Faktor ist die Notwendigkeit eines Rahmenschlosses oder einer Trennstelle im Rahmen, um den geschlossenen Riemen einsetzen zu können, da dieser nicht wie eine Kette geöffnet werden kann.

Fahrräder mit einem geeigneten Rahmen, wie einige spezielle Modelle mit Nabenschaltung oder Singlespeed-Bikes, können potenziell für die Nachrüstung in Frage kommen. Allerdings sind viele herkömmliche Fahrräder mit Kettenantrieb und ohne vorgesehene Trennstelle im Rahmen nicht kompatibel.

Kosten: Was kostet ein Fahrrad mit Riemenantrieb?

Ein Fahrrad mit Riemenantrieb erhältst du für einen Preis ab circa 1000 Euro. Ein E-Bike mit Riemenantrieb gibt es für einen Preis ab circa 2000 Euro. Willst du dein Rad mit einemn Riemenantrieb nachrüsten , musst du mit Materialkosten von 200 bis 400 Euro rechnen.

Eine Alternative ist der teilbare Riemen von Veer, für den kein Rahmenschloss notwendig ist. Hier kostet der komplette Riemenantrieb 349 Euro. Achte darauf, dass du einen Kurbelsatz mit dem passenden Lochkreisdurchmesser brauchst, um einen Riemenantrieb verwenden zu können. Hast du keinen, kostet dich ein passender Kurbelsatz zusätzlich 50 bis 250 Euro.

Pflege und Wartung des Riemenantriebs

Prinzipiell musst du den Riemen nur reinigen, wenn er sichtbar verschmutzt ist. Mit der Zeit oder wenn du häufiger auf staubigen Wegen unterwegs bist, kann es passieren, dass der Riemen seltsame Geräusche macht.

Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?

Ein Riemenantrieb kann für viele Anwender sinnvoll sein. Ein wichtiger Faktor ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierende deutlich längere Lebensdauer eines solchen Antriebs. Dies kann vor allem für Vielfahrer interessant sein, da ein regelmäßiger Austausch der Kette und der dazugehörigen Zahnräder entfällt.

Hinzu kommen der geräuscharme Lauf und die geringere Reibung des Riemens. Da am Riemenantrieb weder Kettenöl noch Kettenfett verwendet wird, ist er auch völlig schmutzfrei und kann z.B. problemlos mit einer Anzughose gefahren werden.

Damit eignet sich der Riemenantrieb gleichermaßen für sportliche Mountainbiker, Trekking-Fahrer, Commuter und alle, die einen wartungsfreien, leisen und effizienten Antrieb an ihrem Fahrrad wünschen.

Vor- und Nachteile im Überblick

Hier eine zusammenfassende Übersicht der Vor- und Nachteile eines Riemenantriebs:

Vorteile Nachteile
Minimaler Verschleiß des Riemens und deutlich längere Lebensdauer Nur in Kombination mit einer Naben- oder Tretlagerschaltung möglich
Muss nicht gewartet werden Für die Montage wird meistens ein Rahmenschloss benötigt
Kettenöl oder -fett werden nicht benötigt
Geringes Gewicht
Sehr leise

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