Das Tretlager beim Fahrrad: Funktion, Arten und Werkzeug zum Wechseln

Defekte am Fahrrad sollten schnell behoben werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Ein wichtiges Antriebs- und Verschleißteil ist das Tretlager. Der Tretlager-Verschleiß gehört zu den häufigen Defekten am Bike und muss zügig behoben werden. Das Tretlager beim Fahrrad wechseln ist jedoch nicht immer einfach, da der Bereich, in dem es montiert ist, häufig schwer zugänglich ist. Für den Verschleiß spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, so die Qualität, das Alter, die Beanspruchung und die Kilometerleistung, aber auch äußere Bedingungen.

In diesem Artikel werden folgende Themen behandelt:

  • Die Funktion eines Fahrrad-Tretlagers
  • Die verschiedenen Tretlager-Arten
  • Wie man Defekte am Tretlager erkennt
  • Wie man das Tretlager beim Fahrrad wechselt

Was macht ein Fahrrad-Tretlager?

Das Tretlager eines Fahrrads ist ein entscheidendes Antriebsbauteil und befindet sich in einem Gehäuse des Rahmens zwischen den Pedalkurbeln. Solange es einwandfrei funktioniert, verrichtet es seinen Dienst völlig unauffällig. Schwieriger wird es, wenn Defekte auftreten. Ein Tretlager beim Fahrrad zu wechseln ist kompliziert und mutiert oft zur Suche nach den passenden Komponenten.

Dazu ist die Stelle zwischen den Kurbelarmen relativ schwer zugänglich, sodass der Ausbau und Wechsel viel Geduld, handwerkliches Geschick und das geeignete Tretlager-Werkzeug benötigt.Das Tretlager beim Fahrrad stellt die Verbindung zwischen Kurbel und Antrieb her. Es besteht immer aus zwei Lagern zur Stützung des Gehäuses und besitzt eine Tretlagerwelle, an der die Tretkurbeln befestigt sind. Um die Reibung zu verringern, ist ein Wälzlager enthalten.

Seine Hauptaufgabe ist, die Rotations- und Horizontalkräfte aufzunehmen. Wenn du in die Pedale trittst, werden die Drehmomente und eingeleiteten Kräfte durch das Lager über die Tretkurbeln und Kettenblätter an die Fahrradkette oder an den Fahrradriemen weitergegeben. Die enthaltene Welle ist ein Bestandteil der Kurbelgarnitur, sodass es in moderner Form oftmals nur noch aus zwei Lagerschalen besteht.

Viele Hersteller bauen auf eigene Varianten, um die Konkurrenz auszuschalten, sodass die Bauteile des einen nicht kompatibel mit den Bauteilen des anderen sind. Gleichzeitig ist viel Potential für Weiterentwicklungen und Innovationen geboten, um mehr Belastbarkeit und Stabilität zu erreichen. Es gilt daher, genau zu prüfen, welche Bauteile benötigt werden.

Tretlagermodelle gibt es als gepresste und geschraubte Varianten. Das moderne Fahrrad-Tretlager verfügt oftmals über ein vollgekapseltes Patronenlager, das ein offenes Konuslager ersetzt. Üblich sind verschraubte Außenlager, Vierkant- und Vielzahllager und andere diverse Pressfit-Lagertypen. Die Bezeichnung Innenlager ist daher nicht mehr sehr präzise, da es innen- und außenliegende Typen gibt.

Die wichtigsten Tretlagerarten

  • Patronenlager (vollständig gekapselt mit integrierter Kurbelwelle)
  • Lager mit Vierkantkonus (mit Titan- und Stahlwellen)
  • Vielzahnlager (10- oder 12-eckig, teilweise von außenliegenden Innenlagern abgelöst)
  • Außenliegendes Lager, geschraubt (großer Abstand zwischen beiden Lagern für mehr Stabilität)
  • Außenliegendes Lager, gepresst (Lager und Gehäuse ohne Gewinde, Pressfit-Ausführungen mit Lager in einer Schale)

Wie erkenne ich Defekte an einem Tretlager?

Das Tretlager ist ein klassisches Verschleißteil und daher auch anfälliger für Defekte. Sie sind relativ schnell zu erkennen. Zunächst spürst du Unterschiede beim Treten, das auf einmal erschwert ist. Auch Geräusche sind typische Anzeichen, beispielsweise ein Quietschen, Schleifen oder Knarzen, die sich mit seitlichen Belastungen verstärken. Ist der Verschleiß bereits stärker, hat das Tretlager mehr Spiel und verliert seine Präzision.

Tretlager beim Fahrrad wechseln - so funktioniert's

Mit etwas handwerklichem Geschick und Erfahrung ist es möglich, dass du das Tretlager deines Fahrrads selbst wechselst. Gegenüber anderen leichteren Reparaturen ist der Vorgang jedoch etwas komplizierter. Am einfachsten ist es, das Tretlager bei einem erfahrenen Experten wechseln zu lassen. Wenn du dir die Reparatur selbst zutraust, benötigst du geeignetes Spezialwerkzeug für Tretlager. Auch ist wichtig, aus der Vielzahl der verschiedenen Lagertypen das richtige zu wählen.

Am einfachsten ist es, wenn du das alte Tretlager durch das exakt gleiche ersetzt. Auf dem Tretlager Fahrrad befinden sich die relevanten Angaben und Daten, darunter Codes und Lagergröße. Falls du nicht genau weißt, welches Tretlager du benötigst, erkundige dich bei einem Fachhändler.

Das benötigte Tretlager-Werkzeug

Um das Tretlager Fahrrad wechseln zu können, benötigst du folgendes Tretlager-Werkzeug:

  • Inbusschlüssel als Satz
  • Schraubendreher
  • Gabelschlüssel
  • Innenlagerwerkzeug
  • Kurbelabzieher
  • Kurbelkappenwerkzeug
  • Drehmomentschlüssel
  • Gummihammer
  • Montageständer und Montagefett

Ausbau des alten Tretlagers

Um das Tretlager beim Fahrrad wechseln zu können, beginnst du bei der linken Kurbelseite deines Fahrrads. Du lockerst die Inbusschrauben, entfernst die Kurbelkappe und löst die Sicherheitsplatte. Danach ziehst du die linke Kurbel ab und entfernst die rechte Kurbel. Meistens ist das mit dem Gummihammer nötig, da diese relativ fest im Lager sitzt.

Jetzt entfernst du die Lagerschalen. Dafür kannst du das passende Tretlager Werkzeug verwenden. Es empfiehlt sich immer, Spezialwerkzeug zu verwenden, so Abzieher oder Kurbelkappenwerkzeug. Dadurch vermeidest du eventuelle Beschädigungen. Beim Presslager ist die Bündigkeit wichtig, damit es nahtlos funktioniert. Der Anzugsmoment für die geschraubte Variante liegt bei etwa 40 bis 45 Nm.

Schiebe zunächst die rechte Kurbel ins Gehäuse, danach die linke auf die Kurbelachse. Mit dem Kurbelkappenwerkzeug ziehst du die Kurbelkappe an, maximal 1,5 Nm. Anschließend drückst du die Sicherungsplättchen ein und ziehst die Inbusschrauben an. Als Test für die Funktionsweise des neuen Lagers drehst du die Kurbel, die sich locker und ohne Widerstand bewegen sollte.

Innenlager Standards

Bei Innenlagern fürs Fahrrad gibt es einige Standards, so dass Du schnell den Überblick verliert. Wir helfen Dir, das richtige für Deinen Rahmen zu finden. Das Innenlager - oft auch Tretlager genannt - ist im eine zentrale Komponente an jedem Fahrrad. Es dient als Schnittstelle zwischen Kurbeln und Rahmen und sorgt dafür, dass die Kurbelwelle sich reibungsarm drehen kann.

Dieses an sich recht einfache Bauteil gibt es jedoch in so zahlreichen Varianten und Einbaumaßen, dass Du leicht den Überblick verlieren kannst. Die Bezeichnung „Innenlager“ stammt aus der Zeit der Patronenlager, die grundsätzlich im Tretlagergehäuse Platz genommen haben. Heute sitzen die Lager häufig in Lagerschalen außerhalb des Tretlagergehäuses. So können die Lager größer dimensioniert werden und durch die breitere Abstützung wird mehr Steifigkeit gewonnen.

Das Innenlager übernimmt die Aufgabe, Rahmen und Kurbeln zusammen zu bringen. Die Liste an Schnittstellen zum Rahmen auf der einen Seite ist lang - geschraubt, eingepresst, verschiedene Rahmenbreiten, verschiedene Durchmesser, Lager innen, Lager außen. Dann muss die Kompatibilität zur Kurbelwelle hergestellt werden. Auch hier gibt es verschiedene Durchmesser, verschiedene Kurbelwellen-Längen und Unterschiede in den Durchmessern der Lagersitze.

Egal, ob Du ein verschlissenes Lager ersetzen willst oder ein neues Bike zusammenstellst: Unser Ratgeber hilft Dir dabei, in wenigen Schritten das passende Innenlager für Dein Bike zu finden. Los geht´s! Das Innenlager vermittelt zwischen Rahmen und Kurbel. Die entscheidenden Parameter, wenn es darum geht das passende Innenlager für Dein Bike zu finden: Gehäusebreite, Einbautyp & Achstyp.

Der Weg zum passenden Innenlager

Mit Hilfe der Filter in unserem Onlineshop kannst Du die Auswahl passender Innenlager schrittweise eingrenzen. Ob Du dabei mit der Gehäusebreite und dem Einbautyp am Rahmen oder mit der Art der Kurbelwelle (Filter: Achstyp) startest, bleibt Dir überlassen. Unabhängig von der Reihenfolge, in der Du die Filter setzt, sollten am Ende immer die passenden Tretlager angezeigt werden. In den folgenden Absätzen erklären wir Dir, was die einzelnen Filtermöglichkeiten bedeuten und wie Du herausfindest, welche Dich zum richtigen Ergebnis führen. Dabei ist es von Vorteil, wenn Du einen Messschieber oder ein Lineal zur Hand hast, um das Tretlagergehäuse an Deinem Rahmen zu vermessen. Um alle wichtigen Schnittstellen messen zu können, darf kein Lager im Rahmen montiert sein. Wenn Du vom Rahmenhersteller ein Datenblatt vorliegen hast, ist das schon die halbe Miete. Bei der Suche nach einem passenden Innenlager in unserem Shop helfen Dir die umfangreichen Filtermöglichkeiten. Sie ist einfach zu messen - auch, wenn ein Lager montiert ist. Dabei misst Du nur am Rahmen die Gesamtbreite des Gehäuses, also OHNE Lagerschalen und eventuelle Spacer.

Wenn die Gehäusebreite bekannt ist, kannst Du per Filterfunktion schon anfangen, einzugrenzen. Da die Hersteller über die Jahre immer neue Einbaumaße mit klangvollen Namen auf den Markt gebracht haben, gibt es leider keine einheitliche Linie in den Bezeichnungen. Die Buchstaben sind meist Abkürzungen. Die Zahlen beziehen sich in einigen Fällen auf den Innendurchmesser des Rahmens, in anderen auf den Außendurchmesser der Kurbelwelle und in wieder anderen auf die Tretlagergehäusebreite. Um aber treffsicher den Rahmen mit der Kurbel zu verheiraten, müssen alle Parameter stimmen.

Die erste und wichtigste Unterscheidung ist jedoch, ob es sich um ein per Gewinde verschraubtes oder eingepresstes Innenlager handelt. Dies kannst Du sofort am Rahmen und am Innenlager erkennen? Ist hier ein Gewinde vorhanden oder nicht?

Wir unterscheiden bei der Art der Montage die Innenlager, die verschraubt werden und Innenlager, die eingepresst werden (Press-Fit).

Einbautypen: Innenlager mit Gewinde

Ein Gewinde-Innenlager erkennst Du im montierten Zustand daran, dass die Lagerschalen außen eine Werkzeugaufnahme haben, meist eine Verzahnung, die die Lagerschale außen umläuft. Es gibt derzeit folgende Varianten, die Du bei demontierten Lagern relativ leicht am Innendurchmesser des Tretlagergehäuses und der Richtung der Gewinde unterscheiden kannst:

Einbautyp Innendurchmesser Gewinderichtung
BSA etwa 34 mm Linksgewinde auf der Antriebsseite Rechtsgewinde auf der Nichtantriebsseite
ITA etwa 35 mm Rechtsgewinde auf beiden Seiten (seltener als BSA)
T45, auch Colnago ThreadFit 82,5 genannt etwa 44 mm Linksgewinde auf der Antriebsseite Rechtsgewinde auf der Nichtantriebsseite
T47 etwa 46 mm Linksgewinde auf der Antriebsseite Rechtsgewinde auf der Nichtantriebsseite
T47A (Asymmetrical) gleiche Gewinde und Durchmesser wie T47 Tretlagergehäuse aber seitlich versetzt

BSA- und ITA-Lager sehen sich sehr ähnlich, daher ist die Unterscheidung per Sichtkontrolle schwierig. Es ist aber so, dass die allermeisten Rahmen dem BSA-Standard folgen. Der ITA-Standard war, wie der Name schon erkennen lässt, ein italienischer Standard, der mittlerweile fast irrelevant geworden ist. BSA hat sich flächendeckend durchgesetzt. Die Lager mit dem "T" (T45, T47 und T47A) sind optisch leicht gegenüber BSA und ITA zu unterscheiden. Hier kommt es aber auf die Feinheiten an, die Du in der Tabelle nachschauen kannst.

Einbautypen: Innenlager ohne Gewinde (meist Press-Fit genannt)

Bei Tretlagergehäusen ohne Gewinde werden die Kugellager direkt oder mit Lagerschalen aus Aluminium oder Kunststoff in den Rahmen gepresst. Das Prinzip ähnelt dem von Steuersätzen. In dem Kontext taucht oft der Begriff „Pressfit“ oder das entsprechende Kürzel „PF“ auf. Die Gehäusetypen kannst Du am Innendurchmesser und der Breite unterscheiden. Den Durchmesser misst Du am besten mit einem Messschieber direkt am Rahmen bei demontiertem Innenlager.

Folgende Innendurchmesser kannst Du dann den Einbautypen zuordnen:

Innendurchmesser Einbautyp
37 mm BB90 , BB95
41 mm Pressfit BB86, BB92, BB104,5, BB107, BB121
42 mm BB30 , BB30A
46 mm Pressfit PF30, BB386 Evo, BBright
42 und 46 mm OSBB gibt es in 42 und 46 mm - bitte Datenblatt und Produktbeschreibung beachten

Die verschiedenen Einbautypen mit gleichem Durchmesser unterscheiden sich in der Gehäusebreite. Wenn Du den entsprechenden Filter gesetzt hast, wird die Auswahl entsprechend reduziert.

Der Achstyp oder auch die Kurbelwelle

Mit dem Filter "Achstyp" kannst Du die Auswahl der Innenlager nach Kompatibilität zu Deiner Kurbel eingrenzen. Eigentlich ist "Achse" bei einer Kurbel das falsche Wort, denn sich drehende Achsen sind Wellen, also sollte es "Kurbelwelle" heißen. Im Sprachgebrauch hat sich aber die "Achse" etabliert, daher benennen wir es so. Du hast die Möglichkeit, Deine Kurbelachse (oder auch -Welle) selbst zu vermessen oder die entscheidenden Parameter aus dem Datenblatt oder der Beschreibung zu beziehen. Dabei können wir die Achstypen in zwei Gruppen einteilen: Systeme, bei denen sie Teil der Kurbel ist, also fest an den Kurbelarmen angebracht, und Systeme, bei denen die Kurbelwelle zum Innenlager gehört.

Es gibt nicht für jede Kombination aus Kurbel und Rahmen ein passendes Lager, so ist Auswahl an Kurbelmodellen je nach Rahmenmodell eingeschränkt.

Die Kurbelwelle zweiteiliger Kurbeln

Bei den meisten Kurbeln an hochwertigen Bikes ist die Kurbelwelle fest mit einem Kurbelarm verbunden. Die Maße der Shop-Filter und im Datenblatt entsprechen in der Regel dem Außendurchmesser der Kurbelwelle, den Du mit einem Messschieber an der Stelle messen kannst, wo sie im Lager sitzen würde. Alternativ kannst Du auch den Innendurchmesser des Lagers messen - also das Loch, durch das die Kurbelwelle gesteckt wird.

Folgende Systeme gibt es derzeit:

Innendurchmesser System
19 mm FSA MegaExo
24 mm Shimano Hollowtech II und kompatible Produkte anderer Hersteller
24 / 22 mm die Kurbelwelle an GXP-Kurbeln von SRAM misst auf der Antriebsseite 24 mm und auf der Nichtantriebsseite 22 mm
25 mm Campagnolo Ultra-Torque und Power-Torque
28,99 mm SRAM DUB, auch Truvativ
30 mm diverse Hersteller
30 / 28 mm Praxis Works M30, die Kurbelwelle misst auf Antriebsseite 30 mm und auf Nichtantriebsseite 28 mm

Die Länge der Kurbelwelle kann ebenfalls variieren. Die tatsächliche Länge ist aber irrelevant - die Kurbel orientiert sich mit ihrer Bezeichnung meist an der Innenlagergehäuse-Breite. Wenn Du nur das Innenlager wechseln willst und Kurbel und Rahmen schon erfolgreich miteinander funktioniert haben, dann brauchst Du Dir darüber keine Gedanken zu machen. Wenn Du eine neue Kurbel verbauen willst, dann wird es wichtig, dass die Kurbelwelle auf die jeweilige Gehäusebreite am Rahmen abgestimmt ist. Diese Information findest Du immer in den Details der Kurbeln auf unseren Produktseiten.

Bei der Auswahl des Lagers muss der Innendurchmesser des Lagers auf den Kurbelwellen-Durchmesser abgestimmt sein. Meist handelt es sich dabei um sogenannte Patronenlager, also in sich geschlossene Einheiten, die fast komplett im Rahmen verschwinden. Links und rechts schaut die Kurbelwelle heraus. Die beiden Kurbelarme werden einzeln auf der Welle verschraubt. Um die Kraft zu übertragen, ist die Schnittstelle zwischen Kurbelarm und -welle entweder ein konisch zulaufendes Vierkantprofil oder ein Vielzahn.

Die üblichen Systeme sind:

  • Vierkant (JIS) - vorwiegend bei asiatischen Herstellern (z. B. Shimano)
  • Vierkant (ISO) - vorwiegend bei europäischen Herstellern
  • Octalink MTB - Vielzahn mit acht Zähnen, Verzahnung länger als bei Octalink Road
  • Octalink Road - Vielzahn mit acht Zähnen, Verzahnung kürzer als bei Octalink MTB
  • ISIS - Vielzahn mit zehn Zähnen
  • Power Spline - Vielzahn mit zwölf Zähnen

Die beiden Vierkant-Varianten sind nicht miteinander kompatibel. Mit dem falschen Innenlager kannst Du Deine Kurbel beschädigen. Da sie nur schwer zu unterscheiden sind, solltest Du Dich beim Hersteller Deiner Kurbel informieren, welcher Vierkant passt. Außerdem gilt es bei Innenlagern mit integrierter Welle, neben der Einbaubreite des Innenlagers auch die Gesamtlänge der Welle passend zur Kurbel auszuwählen. Sie entscheidet über die Kettenlinie, den Q-Faktor und darüber, dass Deine Kurbel nicht mit den Kettenstreben kollidiert. Welche Wellenlänge für Deine Kurbel benötigt wird, kannst Du in der Dokumentation des Herstellers herauslesen. Hast Du bereits ein solches Innenlager verbaut, miss einfach die Länge der Welle "über alles", also die Gesamtlänge zwischen den beiden Stirnflächen.

Arten und Qualität der Lager

Die verschiedenen Preisklassen bei Typ-gleichen Innenlagern unterscheiden sich meist in der Fertigungsqualität und der Art der Lager. Heutzutage kommen meist gekapselte Kugellager zum Einsatz - oft als Industrielager bezeichnet. Sie bestehen entweder aus klassischem Stahl, Edelstahl oder Keramik. Während normaler Lagerstahl bei guter Pflege sehr langlebig ist, hat Edelstahl den Vorteil, dass er korrosionsbeständig (also rostfrei) ist. Wenn Du viel im Regen unterwegs bist oder Dein Rad oft wäschst und keine Zeit hast, die Lager regelmäßig zu inspizieren und bei Bedarf neu zu fetten, dann ist Edelstahl eine gute Wahl. Keramiklager sind ebenfalls korrosionsbeständig und durch das sehr harte Material sehr langlebig.

Je nach Innenlager benötigst Du zur Montage und Demontage verschiedene Spezialwerkzeuge. Um weder Rahmen noch Innenlager zu beschädigen, solltest Du stets auf das vom Hersteller vorgegebene Drehmoment achten.

Montage und Werkzeug

Zur Montage von Innenlagern brauchst Du Spezialwerkzeuge. Für Innenlager mit Gewinde gibt es verschiedene Schlüssel, je nach System. Für Lager ohne Gewinde benötigst Du ein Einpresswerkzeug. Zur Demontage eingepresster Lager wird ein Ausschlagwerkzeug (auch Austreiber genannt) benötigt.

Ein Sonderfall sind Innenlager für gewindelose Tretlagergehäuse, bei denen die beiden Hälften miteinander verschraubt werden. Für sie brauchst Du kein Einpresswerkzeug, sondern einen Schlüssel wie für Gewinde-Lager. Das Lager zieht sich durch die Verschraubung im Rahmen zusammen.

Wir empfehlen in jedem Fall, Dich vorm Bestellen zu informieren, welche Art von Werkzeug zu Deinem neuen Innenlager passt. Bei der Montage solltest Du die Drehmomente beachten und auf jeden Fall Montagefett verwenden. Bei einem neuen Rahmen solltest Du prüfen, ob die Lagersitze sauber vorbereitet sind. Eventuell ist es nötig, die Stirnfläche planzufräsen oder die Gewinde nachzuschneiden.

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