Tretroller Test ab 10 Jahre: Welcher ist der Richtige für Dein Kind?

Tretroller gehören seit Generationen zur Kindheit dazu. Oft tun Kinder das auch um einiges lieber, als zu Fuß zu gehen, einfach weil Rollern jede Menge Spaß bringt. Bei diesem Hype freut sich der Kinderarzt, denn das Rollern hält gesund, gibt Muckis in den Beinen, fördert die kindliche Koordinations- und Reaktionsfähigkeit, Geschicklichkeit sowie Motorik.

Im Test hatten wir 66 Modelle von günstig bis teuer, 45 davon sind derzeit noch erhältlich. So oder so gilt: Wer lange etwas von seinem Roller mit Vollgummi oder Luftreifen haben will, sollte mehr investieren.

Klassiker und Empfehlungen

Micro Sprite: Der Evergreen unter den Scootern

Schnell, leicht, wendig und ein echter Evergreen - der Micro Sprite ist zurecht der Klassiker bei den Scootern. Montage, Verarbeitung, Materialien und Fahrverhalten sind top und sorgen für viel Fahrspaß. Das Design des Schweizer Herstellers ist schnörkellos und funktional und wird immer wieder imitiert.

Der Micro Sprite ist geeignet für Kinder ab 5 Jahren, die schon ein wenig Erfahrungen mit Rollern haben, aber auch Erwachsene bis zu einem Gewicht von 100 Kilogramm können mit dem Micro problemlos fahren.

Der Micro Sprite ist ein zeitloser Klassiker unter den Kinderrollern. Bereits vor über 20 Jahren begeisterte er mit seinem schlichten, sportlichen Design - und auch überzeugt er weiterhin durch Qualität und Fahrspaß.

In einer sehr handlichen Karton-Box ist er verstaut und bereits mit zwei Handgriffen aufgebaut. Das fängt bereits bei der Montage an. So braucht man nur das für Micro typische Gelenk zwischen Lenkstange und Trittbrett entriegeln und ausklappen, steckt die beiden Griffe an die Lenkstange und rollt munter drauf los. Dabei ist der Micro Sprite von den Lenkgriffen bis zur hinteren Rolle hochwertig verarbeitet.

Über einen Schnellspanner kann man die Lenkerhöhe individuell an seine Körpergröße anpassen. Das Schweizer Unternehmen setzt bei ihren Kinderrollern wie schon vor über 20 Jahren auf klare Linien, die sehr robust und sportlich daher kommen. Schnick-Schnack gibt es nicht und braucht es nicht - der Roller zeigt ohne großes Spektakel, was er drauf hat. Dazu ist er wendig und geschmeidig. Ein Griptape, wie bei einem Skateboard, sorgt für entsprechenden halt auf dem Trittbrett.

Die Rollen laufen tadellos und rasant, machen aus dem Sprite einen Silberpfeil, der einen sicher und schnell von A nach B bringt. So reicht schon ein leichtes Abstoßen, um in Fahrt zu kommen. Für Kinder ab fünf Jahren ein perfekter und schneller Begleiter. Selbst Erwachsene können eine Runde auf ihm drehen. Bis zu 100 Kilogramm trägt der Silberpfeil auf zwei Rollen. Ein echtes Geschoss in urbanem Gelände! Mit drei Kilo auch noch sehr leicht und bei Bedarf ebenso leicht und handlich zusammenklappbar.

Kleines Manko: Der Ständer ist klein und je nach Schuhwerk etwas schwer unter dem Trittbrett hervorzuholen. Da hatten unsere kleinen und großen TestpilotInnen ihre Schwierigkeiten. Und noch etwas: Die kleine Plastikhülle hätte sich Micro als Verpackung sparen können, die ist unnötig. Der Karton, der wie ein Koffer benutzt werden kann, hätte als Schutzhülle ausgereicht.

Stiftung Warentest hat den Micro Sprite insgesamt mit »befriedigend« bewertet. Ein »gut« erhielt er in den Kategorien »Fahren« und »Handhabung«.

SereneLife Infinity: Sportlich und Sicher

Ein sehr hochwertiger Kinderroller, der als besonderes Extra ein Rücklicht hat. Dieser Roller sieht nicht nur sportlich und dynamisch aus, er ist es auch, und zwar auf der ganzen Linie. Der Kinderroller von SereneLife glänzt mit hervorragendem Fahrverhalten, einem tadellosen Klappmechanismus und einer Trittfläche mit einer rutschfesten Gummischicht.

Als besonderes Extra hat diese Tretroller-Empfehlung sogar ein Rücklicht, und zwar hinten an der Bremse, direkt über der Rolle. Die Beleuchtung trägt zur Sicherheit bei und ist perfekt für den Abendverkehr in der Stadt.

Der SereneLife Infinity schaut gut aus, und das ist mehr als nur Schein. Er kann auch was! Der Aufbau läuft schnell und einfach, nach nur zwei Handgriffen ist der Scooter aufgebaut und fahrbereit. So klappt man den zusammengefalteten Roller ganz easy auseinander, steckt die Griffe oben in die Lenkerrohre - und schon geht’s los! Passendes Werkzeug, um nach Bedarf die Schrauben an der Lenkstange oder beim Trittbrett einzustellen, sind beigefügt.

Vom technischen Konzept her ist der Scooter von SereneLife ein Volltreffer. Der Klappmechanismus ist clever gestaltet. Kinderleicht lässt er sich über einen recht kleinen und unscheinbaren Hebel aus hochwertigem Kunststoff betätigen. Ein kurzer Zug an ihm genügt, schon klappt der Roller zusammen. Ein Tragegurt vorn am Lenker erleichtert den Transport des Rollers im Bus, in der U-Bahn oder in der Schule. Wer wieder rollen möchte, zieht am Hebel und klappt den SereneLife auseinander.

Die Rollen aus Polyurethan - ein Material wie Gummi, nur leichter - haben hinten und vorn acht Zoll, sind also recht groß, kommen jedoch geschmeidig rüber. Sie rollen problemlos über jeden urbanen Untergrund. In der Stadt auf Asphalt, auf Kieswegen, in Parks oder Pflasterwegen gibt der kleine Flitzer, der für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geeignet ist, eine gute Figur ab. Leichte Waldwege bereiten ihm ebenfalls keinerlei Probleme. Er verhält sich überall wendig und leichtgängig.

Die Griffe sind ergonomisch geformt und liegen entsprechend angenehm in der Hand. Der Lenker ist leicht gebogen und ermöglicht eine angenehme Fahrposition. Die Trittfläche ist breit und robust gestaltet. Es verfügt über eine geriffelte und rutschfeste Gummifläche, die auch bei Regen für einen sicheren Stand sorgt. Die Lenkstange ist in drei verschiedene Höhen verstellbar. Der Roller wächst also mit. Besonderes Extra: Die Bremse an der hinteren Rolle besteht nicht nur aus einem schmalen Stück hochwertigen Kunststoffs, sondern verfügt auch über eine im Dunkeln deutlich sichtbare LED-Leuchte. Sobald man hinten auf die Bremse tritt, blinkt und leuchtet ein rotes Licht.

Beim Blick auf die Waage kann der Scooter von SereneLife nicht ganz überzeugen. Mit 4,92 Kilo zählt er nicht zu den Leichtgewichten in unserem Test. Leider ist der Infinity nicht gänzlich makellos: Die Lenkstange ist mit einer Art Schutzschicht umhüllt, unten beim Klappmechanismus werfen die weißen Klebestreifen jedoch leichte Falten. Hier sind der Verarbeitung kleine Mängel anzusehen. Dafür gibt es optisch ein Minus.

Puky R07: Für jedes Gelände

Auf noch größeren Schlappen fährt der Puky R07. Der Kinderroller rollt auf 12,5-Zoll-Luftreifen nicht nur über Asphalt, sondern auch problemlos durch Gelände, in dem unser Favorit von Micro längst passen muss. Uns gefällt seine coole Optik und die angenehme Fahrweise durch die Luftreifen. Auch die Bremsen des Kinderrollers sind super - das Ganze wird mit einer hohen Wendigkeit und einem Grip-Tec-Trittbrett abgerundet.

Unsere kleinen Testpiloten waren von dem Puky R07 irgendwie angezogen. Der Puky-Roller hält, was er verspricht. Bei unseren großen Testpiloten und Testpilotinnen, in diesem Fall bei den Erwachsenen, weckte er Erinnerungen an die Kindheit.

Hier muss man bei der Montage etwas mehr Zeit mitbringen und Aufwand einplanen. Heißt: Beim R07 muss man nur die T-Lenkstange in den Rahmen stecken und befestigen. Das geht recht unkompliziert. Die Luftreifen sind bereits montiert. Auch die V-Brakes sind bereits einsatzbereit. Und so rollen unsere Testpiloten dann auch schon los.

Laut Hersteller kann man hier ab 4,5 Jahren den bunten Flitzer besteigen, der stolze sechs Kilo auf die Waage bringt. Doch davon merkt man nicht mehr viel, wenn man ins Rollen kommt. Die Luftreifen sorgen für ein angenehmes und komfortables Fahrverhalten - ob nun auf Asphalt, Kieswegen, im Wald oder auf einer Wiese. Die Luftreifen sorgen für pures Fahrvergnügen. Wie auch der gut gewählte Abstand vom Trittbrett zum Boden, der elf Zentimeter beträgt. Damit behalten Kinder ausreichend Bodenkontakt und bleiben nicht bei jedem kleineren Hindernis, gerade im Gelände, hängen.

Alle Bauteile, also Rahmen, Bremse, Lenker und Trittbrett sowie die Reifen sind hochwertig verarbeitet. Das bringt langen und nachhaltigen Spaß. Der Lenker vom R07 lässt sich bis auf eine Höhe von 90 Zentimetern einstellen - so wächst der Roller mit den kleinen Rennpiloten und Rennpilotinnen mit. Auch der Ständer ist robust.

Nicht so gut: Der Lenker des Puky verfügt über keinen Lenkstopp, kann also bei wilderen Ausritten mit scharfen und engen Kurven überdreht werden - das kann zu einem direkten und ungewollten Abflug führen. Außerdem sind die Autoventile nicht nach außen gebogen, was fürs Aufpumpen praktisch wäre. So kommt man mit unserer Pumpe kaum an das Ventil und bekommt nur kompliziert Luft in den Reifen.

Fazit: Ein Roller, der mit seinen Luftreifen nicht nur cool ausschaut, sondern auch cooles Fahrvergnügen garantiert. Und das, im Vergleich zu den anderen Modellen hier im Test, zu einem recht guten Preis.

Fun Pro One: Für die Kleinsten

Der Fun Pro One ist ein super Einsteiger-Modell für die ganz Kleinen. Der Fun Pro One Kinderroller für Einsteiger kann in allen Bereichen überzeugen und liefert eine wirklich gute Vorstellung ab. Er ist etwas kleiner gebaut und für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren geeignet, aber auch clevere Zweijährige kommen damit klar.

Der Fun Pro One kann wie sein großer Bruder (Two) in allen Bereichen überzeugen und liefert eine wirklich gute Vorstellung ab. Er ist von den Maßen her etwas kleiner und für Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren konzipiert. Das junge Hamburger Familienunternehmen wurde von Eltern gegründet, um hochwertige Roller für Kinder zu produzieren.

Unser Modell kam bei der kleinen Testpilotin schon allein farblich gut an - ein sattes Lila zieht sich über die Trittfläche bis zur Lenkung, wie auch über die Lenkergriffe. Die Lenkstange und sogenannte Gravitationslenkung sind bestens verarbeitet und funktionieren tadellos. Der Hit sind die bunten Leuchträder, die ohne Batterien auskommen und über einen Dynamo mit Strom versorgt werden, sobald man fährt. Die Lenkerhöhe lässt sich in drei Stufen einstellen, die Traglast liegt bei 50 Kilo. Durchs Gelände sollten Mama und Papa jedoch nicht unbedingt fahren. Der One hält zwar wirklich viel aus, auch das, nur könnte dann die Langlebigkeit dieses äußerst robusten Kinderrollers darunter leiden.

Die kleinen Rennpiloten können auf jeden Fall auch auf Kieswegen, Kopfsteinpflaster und sogar frisch gemähten Rasenflächen lange und viel Spaß haben und viel Gas geben. Die relativ großen Rollen blockieren nicht, lassen sich auch auf solchen Untergründen nicht bremsen. Zum Zusammenklappen muss man einen Schnellspanner lösen und...

Apollo Skyracer: Die Günstige Alternative

Wer nicht viel ausgeben will, für den ist der Apollo Skyracer die beste Wahl. Der Kinderroller ist schnell, wendig und ein guter Begleiter in den Straßen. Seine relativ großen, mit LEDs ausgestatteten Rollen machen auch auf Kieswegen eine gute Figur. Die Verarbeitung ist hochwertig, robust und stabil. Der Apollo Skyracer ist damit eine gute, günstigere Alternative für den Micro Sprite.

Sicherheit geht vor

Mit Scootern kann man richtig losflitzen. Deshalb geht man am besten auf Nummer sicher und setzt seinem Kind einen Fahrradhelm auf - auch wenn es in Deutschland keine Helmpflicht gibt. Die Größeren werden jedoch erfahrungsgemäß einen Teufel tun, sich diese Dinger anzuziehen.

Wichtig ist, dass der Lenker auf die richtige Höhe eingestellt wird, denn das sorgt für mehr Sicherheit auf dem Roller. Übrigens: Kinder (und Erwachsene) auf Tretrollern haben nichts auf der Straße verloren!

Tipps für die Kleinsten

Für die Kleinsten mit zwei, drei Jahren bieten sich Kinderscooter-Modelle mit drei Rädern an - eines vorn, zwei hinten. Es gibt auch Varianten mit vier Rädern. Allerdings werden einige dieser Starter-Roller über Gewichtsverlagerung gesteuert, ähnlich wie beim Skateboard - eine anfangs nicht einfach zu lernende Technik. Deshalb scheiden sich daran auch die Geister: Manche Minis lieben diese Bewegungen und scooten bald profimäßig durch die Gegend.

Kinderroller mit drei oder vier Rädern sind zudem meist etwas schwerfälliger und weniger wendig, was sich negativ auf den Fahrspaß auswirken kann. Außerdem sind sie oft langsamer, das dürfte allerdings manchen Eltern nur recht sein.

Worauf du beim Kauf achten solltest

Testen, testen, testen - unsere Rollerfahrer hatten die Qual der Wahl. Für zweirädrige Tretroller brauchen Kinder einen ausgeprägteren Gleichgewichtssinn, was sie in der Regel erst ab etwa vier, fünf Jahren mitbringen. Gesteuert werden diese Scooter meist über einen höhenverstellbaren Lenker und die Gabel. Mit ihnen kann man richtig flitzen, auch weil sie häufig um einiges wendiger sind als mehrrädrige Modelle.

Was die normale Reinigung angeht, sind Roller pflegeleicht: Spülmittel drauf und Schwamm drüber. Top in Schuss bleibt der Scooter jedoch, wenn seine beweglichen Teile gelegentlich mit Sprühöl oder Silikonspray geschmiert werden. Hersteller empfehlen auch gerne, dass man vor jeder Fahrt die Bremsen und - gegebenenfalls - den Luftdruck der Reifen checken sollte.

Die wichtigsten Kriterien für den Kauf

Welcher Roller ist nun der Richtige? Die gleichen Kriterien, auf die wir beim Test geachtet haben, helfen Ihnen auch bei der Anschaffung: Das Alter des Kindes ist ausschlaggebend, aber auch die Reifenanzahl und -art. Dass der Lenker höhenverstellbar ist, garantiert außerdem Fahrspaß bis ins Erwachsenenalter.

Neben der Bewegung an sich ist für Kids vor allem das Design des Kinderrollers ausschlaggebend. Generell sollte ein Roller mit Bremsen ausgestattet sein, besonders bei schnelleren Modellen für ältere Kinder. Typisch ist die Hinterrad-Reibungsbremse, auf die die kleinen Fahrer einfach mit dem Fuß treten können.

Und was ist ein K.O.-Kriterium? Ein Trittbrett, das nicht rutschfest ist - wegen der Unfallgefahr. Auch das Gewicht des Scooters ist eine Überlegung wert: Spätestens wenn man den Kinderroller mal mitnehmen will oder es als Mutter bzw. Vater heimtragen muss, wird man ein gewichtigeres Teil verfluchen. Praktisch, weil bei Schmuddelwetter nichts auf die Klamotten spritzt, sind Schutzbleche auf Vorder- und Hinterrad.

Update 2024: Stunt-Scooter im Test

Für das Update 2024 haben wir erstmals in unserem Test auch Stunt-Scooter auf dem Programm stehen. Diese Tretroller bringen eine neue, spielerische Komponente in unseren Roller-Test. Mit diesen Gefährten kann man nicht nur von A nach B rollen, sondern auch noch Tricks und Sprünge einbauen. Ein wahres Vergnügen für Freestyler, die über Treppenstufen springen, Grinds und Slides machen oder über Rampen schießen und sich in der Luft drehen wollen.

Normalerweise wird bei diesen Kinderrollern auf unnötige Extras verzichtet. So kann man sie nicht zusammen- oder auseinanderklappen, der Lenker ist nicht höhenverstellbar, und die Rollen leuchten nicht.

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