Tretroller im Test: Stiftung Warentest kürt die Besten

E-Scooter haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Großstädte in Europa erobert. In Deutschland gibt es inzwischen rund eine Million Exemplare, die meisten davon befinden sich im Privatbesitz und nicht in den umstrittenen Leihsystemen.

Die Stiftung Warentest hat sich 16 Roller genauer angesehen und zeigt, welche Modelle in puncto Sicherheit, Schadstoffe und Fahrspaß überzeugen. Die Stiftung Warentest hat nun sieben Modelle getestet. Im Test mussten die Modelle Fahrprüfungen, Sicherheits- und Härtetests bestehen, gesteuert von acht unterschiedlich großen und schweren Fahrerinnen und Fahrern.

Dabei wurde nicht nur auf die Fahrbarkeit auf unterschiedlichen Untergründen geachtet, sondern auch auf den Komfort von Griffen und Trittbrettern.

Testsieger bei den E-Scootern

Als Sieger ging der Segway Ninebot Max G2 D aus dem Test hervor. Er bietet der Stiftung Warentest zufolge den größten Fahrspaß und eignet sich demnach »sogar für holprige Offroad-Touren«. Auch mit 50 bis 70 Kilometer Akkureichweite schneidet er am besten ab. Lediglich in zwei Punkten gab es Kritik an dem Modell: Mit 24 Kilogramm sei es wenig handlich und unpraktisch, sollte es einmal Treppen hinuntergetragen werden.

Mit 400 Euro ist der knapp zweitplatzierte Odys Alpha X5 Pro nur halb so teuer wie der Segway. Der E-Scooter wird im Test als »sehr robust und sicher« bewertet. Etwas ruppig verhält er sich hingegen beim Gasgeben. Wie der Segway wurde der Odys im Test als schwer und unhandlich wahrgenommen. Endnote: Gut (2,4). Zwei weitere Modelle wurden ebenfalls als »gut« bewertet.

Auf ebenem Grund konnte man mit allen Rollern problemlos auch mit hohem Tempo fahren, so die Tester. Ein Modell hielt allerdings im Belastungstest nicht durch - Lenkerbruch, Urteil: «mangelhaft». Der Beste unter den maximal 20 km/h schnellen Rollern, die alle ab 14 Jahren fahren dürfen, war der Segway Ninebot Max G2 D (Note 2,3; Preis: 799 Euro). Gut gefedert punktete er mit Fahrkomfort und ließ sich auch auf holpriger Strecke bequem fahren. Nachteil: Mit 24 Kilogramm war er das schwerste Gefährt im Test und «nur mit viel Mühe» zu tragen.

Deutlich leichter war der Vmax VX Pro GT mit 17 Kilogramm (2,4; 649 Euro) - gut zu tragen, aber schlecht gefedert. Robust, gut bewertet und im Vergleichsfeld am günstigsten war der Odys Alpha X5 Pro (2,4; 400 Euro) - für die Warentester der «Preistipp».

Tretroller für Kinder im Test

Für Kinder gehört der Roller zu den beliebtesten Fahrgeräten. Bei vielen geht schon im Kleinkindalter nichts ohne ihn. Manchmal kommt die Roller-Liebe aber auch erst später. Dementsprechend viele Modelle gibt es.

Der Roller erhielt in den Kategorien „Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Schadstoffe“ jeweils die Note „Sehr gut“ von der Stiftung Warentest. Für das „Fahren“ gab es die Note „Gut“ (2,4) und die Handhabung ein „Befriedigend“ (3,2).

Testsieger Tretroller für kleine Kinder: Puky R1

Bei den Tret­rol­lern für klei­ne Kin­der setzte sich der Puky R1 mit der Gesamtnote „Gut“ (2,2) durch. Das Modell von Puky eignet sich für Kinder ab 2 Jahren mit einer Körpergröße zwischen 95 cm und 125 cm und einem Maximalgewicht von 20 Kilo. Der Roller selbst wiegt ca. 3,2 Kilo. Gelenkt wird per Lenkereinschlag.

Auch kleinere Kinder haben auf dem Puky-Roller schon guten Halt dank der drei Räder (eins vorne, zwei hinten) und der Anti-Rutsch-Standfläche. In Sachen Schadstoffe (1,0) und Sicherheit und Haltbarkeit (1,0) kommt das Modell sogar "Sehr gut" weg. Für die Fahreigenschaften gab es eine 2,4. Lediglich die Handhabung muss mit einer "Befriedigend" (3,3) vorlieb nehmen. Der Grund: Die Punkte Rei­nigen, Warten, Reparieren bekamen von den Tester*innen ein MInus.

Platz 2 Tretroller für kleine Kinder: Scoot and Ride Highwaykick 1

Nur knapp dahinter liegt mit der Gesamtnote „Gut“ (2,3) der Scoot and Ride Highwaykick 1. Dieser Roller bekam in den Kategorien „Fahren“, Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Schadstoffe“ die Note “Gut“, für die „Handhabung“ gab es ein „Befriedigend“ (2,8). Auch dieses Modell eignet sich für Kinder ab 2 Jahren. Diese dürfen zwischen 90 cm und 120 cm groß sein. Der Roller wird durch Gewichtsverlagerung gelenkt und darf mit maximal 50 Kilo belastet werden. Der Roller selbst hat ein Gewicht von 3 Kilo.

Den Komfort der Lenkung und das Fahrverhalten empfanden die Tester*innen als "Befriedigend", was der Grund dafür ist, dass das Testkriterium Fahren insgesamt "nur" mit 2,5 bewertet wurde. Eine schlechte Gebrauchsanleitung führte dazu, dass der Punkt Handhabung insgesamt lediglich "Befriedigend" (2,8) wegkam. "Gut" ist der Roller für Kinder dagegen in den Augen der Expert*innen in Sachen Sicherheit und Halt­bar­keit (2,5) und Schadstoffe (2,0). Die drei Räder (zwei vorne, eins hinten) sorgen für einen besonders sicheren Stand. Außerdem bietet das Safety Pad zusätzlichen Schutz und verhindert, dass euer Kinder nach vorne rüber fällt, wenn es mal etwas holprig ist. Super praktisch: Mit einem Handgriff wandelt ihr den Roller vom Rutscher mit Sitz in einen Scooter um.

Platz 3 Tretroller für kleine Kinder: Hudora Flitzkids 2.0 Skate Wonders

Auf dem 3. Platz liegt der Hudora Flitzkids 2.0 Skate Wonders mit der Gesamtnote „Gut“ (2,4). In den Kategorien „Fahren“, Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Handhabung“ vergab die Stiftung Warentest jeweils die Note „Gut“. In der Kategorie „Schadstoffe“ gab es sogar ein „Sehr gut“ (1,0). Dieser Roller ist für Kinder ab 2 Jahren mit einer Körpergröße zwischen 80 cm und 115 cm gedacht. Er darf mit maximal 50 Kilo belastet werden. Mit gerade einmal 2,1 Kilo ist das Modell selbst ein Leichtgewicht.

Die beste Note zuerst: In Sachen Schadstoffe konnte dieses Modell eine glatte 1,0 absahnen. Die Handhabung ist "Gut" (2,2), ebenso wie Sicherheit und Haltbarkeit (2,3). Am schlechtesten wurde das Testkriterium Fahren (2,5) bewertet. Gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung. Zusätzlich kann der Lenker festgestellt werden, damit der Roller nur geradeaus fährt. Das kann gerade für Fahranfänger*innen sinnvoll sein. Mit einem Klickverschluss lässt sich der Lenker easy abnehmen. Das ist super, um ihn platzsparend zu transportieren.

Testsieger Tretroller für große Kinder: Six Degrees Aluminium Scooter 205 mm

Testsieger bei den Tret­rol­lern für gro­ße Kin­der ist der Six Degrees Aluminium Scooter 205 mm mit der Gesamtnote „gut“ (2,0). Dieser Roller bekam von den Experten in den Kategorien „Fahren“, Sicherheit und Haltbarkeit“ sowie „Handhabung“ die Note „Gut“. In der Kategorie „Schadstoffe“ gab es sogar die Note „Sehr gut“ (1,0). Das Modell ist für Kinder ab etwa 5 Jahren mit einer Größe zwischen 120 cm und 175 cm geeignet. Belastet werden darf der 5 Kilo schwere Roller mit maximal 100 Kilo.

Beim Rollertest von Stiftung Warentest (12/2022) wurde dieses Modell bei der Kategorie „Tretroller für große Kinder“ mit Gesamtnote 2,0 zum Testsieger gekürt. Bei „Fahren“, „Handhabung“ sowie „Sicherheit und Haltbarkeit“ gab es jeweils Note „gut“, bei „Schadstoffe“ sogar ein „sehr gut“.

Der Streetbooster rangiert auf dem letzten Platz der sieben Modelle. Kostenpunkt: rund 550 Euro. Er erwies sich im Fahrtest zwar als wendig und ist mit seinen 14 Kilogramm gut zu tragen, vom Fahren raten die Experten jedoch ab: Nicht nur, dass der Roller wacklig und schlecht gefedert ist, im Belastungstest brach dem Modell gar sein Lenker.

Weitere Empfehlungen und Kriterien

Neben den Testsiegern von Stiftung Warentest gibt es auch persönliche Favoriten für größere Kinder und Erwachsene. Die großen Räder machen diese Roller sehr schnell und wendig. Der höhenverstellbare Lenker lässt sich mit einem Schnellverschluss einstellen. Praktisch für unterwegs: Der Roller kann zusammenklappt werden und hat auch einen Umhängegurt. Außerdem können Kinder ihn lange nutzen, denn er ist bis 100 kg belastbar.

Es gibt auch Roller mit Luftreifen, ähnlich wie Fahrradreifen. Der Vorteil ist, dass sie gut federn und besser mit unebenen Untergründen und Nässe klarkommen. Dafür sind sie etwas schwerer als Kunststoffräder.

Ein guter Kinderroller sollte mit einer zuverlässigen Bremse ausgestattet sein, die für das jeweilige Alter des Kindes geeignet ist. Während viele Modelle eine klassische Fußbremse am Hinterrad haben, bieten einige Roller zusätzlich eine Handbremse. Diese kann insbesondere bei schnelleren Modellen oder auf abschüssigem Gelände von Vorteil sein. Ebenso wichtig ist eine stabile Lenkung mit Begrenzung, da diese ein zu starkes Einschlagen des Lenkers verhindern und somit das Unfallrisiko senken.

Viele Eltern bevorzugen Modelle mit einem praktischen klappbaren Lenker, da sich der Roller so platzsparend verstauen oder bequem in Auto, Bus oder Bahn mitnehmen lässt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Klappmechanismus stabil ist und sich nicht unbeabsichtigt löst.

Tabelle: Testsieger und Empfehlungen

Modell Zielgruppe Gesamtnote (Stiftung Warentest) Besonderheiten
Segway Ninebot Max G2 D E-Scooter 2,3 Hohe Reichweite, Fahrkomfort
Odys Alpha X5 Pro E-Scooter 2,4 Robust, günstiger Preis
Puky R1 Kinder ab 2 Jahren 2,2 Sicherheit, Schadstofffreiheit
Scoot and Ride Highwaykick 1 Kinder ab 2 Jahren 2,3 2-in-1 Funktion, Sicherheit
Hudora Flitzkids 2.0 Skate Wonders Kinder ab 2 Jahren 2,4 Leichtgewicht, Schadstofffreiheit
Six Degrees Aluminium Scooter 205 mm Kinder ab 5 Jahren 2,0 Sicherheit, Schadstofffreiheit

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