Troy Lee Designs Fahrradhelm Test: Ein umfassender Überblick

Troy Lee Designs (TLD) ist seit Jahren weltweit bekannt für die Herstellung hochwertiger Helme. Die Marke aus Kalifornien erschließt mit dem Troy Lee Designs STAGE ein vollkommen neues Helmsegment. Sobald man den Troy Lee Designs Stage aus dem Karton nimmt, merkt man, dass es sich um einen waschechten TLD Helm handelt.

Troy Lee Designs Stage: Ein leichter Fullface-Helm für Enduro-Rennen

Der Troy Lee Designs Stage ist kein Light-Abklatsch des D3, sondern stößt in eine Kategorie vor, in der Troy Lee Designs bisher nicht heimisch war: gut belüftete Enduro Race Helme, die besonders durch gute Belüftung und geringem Gewicht punkten können. Mit federleichten 690g schlägt er alle normalen Fullface Helme, die zwischen 1100 und 1400 Gramm wiegen.

Optisch hat man beim Troy Lee Designs Stage die Qual der Wahl. Insgesamt 17 verschiedene Colorways bietet Troy Lee Designs an. Dabei gibt es auch immer noch Vorjahres Modelle.

Sicherheit und Zertifizierungen

Bedeutet das, dass TLD am Schutz gespart hat? Auf keinen Fall, und genau das zeigt auch die ellenlange Liste an Zertifizierungen, die dies untermauern: ASTM F1952 (DH), AS/NZS 2063-2008, CE EN1078 - all das ist vorhanden. Ein Blick über die Zertifizierung hinaus macht deutlich, dass beim Stage keine Abstriche gemacht worden sind. Zu der Liste der Zertifizierungen kommt zudem die Integration von MIPS, die die beim Aufprall entstehenden Rotationskräfte vermindert.

Komfort und Passform

Die Innenkonstruktion und die Passform des Stage basieren auf dem traditionellen Design eines Troy Lee Designs Fullface Helm und im Gegensatz zu einigen anderen Lightweight Enduro oder Hybrid Helmen. Der Kinnriemen verfügt über den praktischen „FidLock“-Verschluss, eine praktische Magnetschnalle, die sich mit einer Hand öffnen und schließen lässt und sehr einfach zu bedienen ist. Obwohl er sich anfangs etwas wackelig anfühlt, haben wir in der Praxis viel Erfahrung damit gemacht und noch nie erlebt, dass er sich ungewollt gelöst hat.

Eigentlich liege ich mit meinem Kopfumfang bei 58-59cm Umfang. Laut dem Size Guide von TLD wäre ich damit bei MD/LG. Welches mit 57 - 59 angegeben wurde. Beim ersten Fitting auf dem Dirtmasters 2022 stelle ich jedoch fest, dass der „größere“ Helm deutlich besser passt als die kleinere Größe. Wohingegen der D3 im Test damals in Größe MD/LG am besten passte. Da das Innere des Stage, zugunsten der Belüftung, schlechter gepolstert als der D3 oder andere Downhill Fullface Helme.

Das allgemeine Gefühl des Helms auf dem Kopf ist daher eher das einer Halbschale, natürlich mit dem zusätzlichen Schutz eines Kinnbügels. Die zusätzliche Belüftung hilft nicht nur, die Temperatur niedrig zu halten, sondern bedeutet auch, dass Sie durch die Belüftungsöffnung über dem Ohr viel mehr von dem hören, was draußen auf dem Stage passiert.

Umso schöner ist allerdings der zusätzliche Schutz durch den Kinnbügel und die unglaublich gute Belüftung des Stage. Der Fahrtwind der durch die Belüftungsöffnungen strömt kühlt sogar so gut, dass man nicht das Gefühl hat, einen Fullface zu Tragen. Durch den offenen Kinnbügel kann man zum einen super atmen und zum anderen auch entspannt trinken. Dank der verschiedenen Polsterdicken die im Lieferumfang enthalten sind ist es enorm einfach sich den Troy Lee Stage so einzustellen, dass er möglichst gut und stabil am Kopf sitzt. Gerade wenn es mal etwas rougher wird, bleibt alle da wo es hingehört. Das liegt zum Teil an der guten Passform, aber auch am geringen Gewicht und der guten Balance zwischen Vorder- und Hinterkopf des Stage.

Schutz und Performance

Und wie sieht es mit dem Schutz aus? Wie wir bereits in der Einleitung angedeutet haben, ist der Stage vollständig für den DH-Einsatz zertifiziert. Der Troy Lee Designs Stage MIPS ist ein fantastischer, leichter Vollvisierhelm mit Enduro-Fokus. Dieser 24,3-Unzen-Helm ist einer der leichtesten in unserem Test. Der Stage zeichnet sich durch eine außergewöhnlich gute Luftzirkulation an der Vorderseite des Helms aus. Der Komfort ist ein weiterer Pluspunkt, ebenso wie die Fähigkeit, beim Tragen dieses Helms gut zu hören. Die Passform ist größtenteils exzellent, aber eine Macke ist, dass Ihr Kinn/Kiefer besonders nah an der Innenseite des Kinnbügels liegt.

Troy Lee Designs ist bekannt für Mountainbike-Outfits und Helme in auffälligen Farben mit ausgefallenen Designs. Auch ihr leichter Fullface Helm, der Stage, macht da keine Ausnahme. Optisch angelehnt an den beliebten D4-Downhill Helm kommt der Stage mit weniger Gewicht und mehr Belüftung. Der Troy Lee Designs Stage ist der einzige leichte Fullface Helm im Test, der auf eine Größenanpassung mit Verstellrad verzichtet. Er lässt sich durch drei unterschiedlich große Helmschalen und verschieden dicke Polster auf seine Kopfgröße anpassen.

Schlüpft man in den Troy Lee Designs Stage, muss man zunächst ein bisschen mit den Polstern herumprobieren, bis man den richtigen Fit für sich gefunden hat. Allerdings sitzt der Helm mit den dicken Polstern deutlich schlechter als mit den schmalen. Da Erstere eine kleine Fläche haben, aber hoch aufbauen, sind sie etwas schwammig. Und obwohl der Helm sonst eigentlich solide sitzt, wackelt er durch dicken Polster auf dem Kopf hin und her und vermittelt weniger Sicherheitsgefühl. Die Passform hängt also stark von der gewählten Größe ab und ob ihr am oberen und unteren Rand der Helm-Größenempfehlung seid. Wenn er auf euren Kopf so passt, sitzt der Stage mit dünnen Polstern dafür sehr gut und die Schalenform hat allen Testern gut gepasst. Der Stage vermittelt dann viel Sicherheit bei guter Belüftung. Auch mit Google könnt ihr den ein oder anderen Sprint rauspressen und bekommt immer noch gut Luft.

Der Troy Lee Designs Stage bringt die Formsprache, die die kalifornische Marke bekannt gemacht hat, in das Format eines leichten Fullface Helms. Typisch Troy Lee gibt es den Helm in vielen bunten Farben mit knalligen Designs. Die Passform des Stage ist gut für eine Vielzahl von Köpfen, allerdings gibt es keine Größenverstellung per Drehrad und der Fit leidet etwas, wenn man die dicken Polster verwendet.

Troy Lee Designs A3: Ein komfortabler Trail-Helm mit Abstrichen im Labor

Mit immer neuen Designs, Farbvarianten und kleineren Anpassungen gehörten der A1 und der A2 zu den Klassikern im Helm-Sortiment von Troy Lee Designs. Im letzten Helmtest glänzte der A2 mit überragenden Leistungen bei Aufprall- und Rotationsschutz. Jetzt schiebt Troy Lee die in die Jahre gekommenen Modelle aufs Abstellgleis.

Beim Gewicht muss sich der Troy Lee Designs A3 schon mal geschlagen geben - mit 417 Gramm in Größe M legt der A3 nochmal 25 Gramm im Vergleich zum Vorgänger A2 zu. Das liegt mitunter vermutlich an der Dual-Density-Konstruktion, bei der Schäume unterschiedlicher Dichte zum Einsatz kommen. Doch auch in Sachen Ausstattung ist einiges geboten. Troy Lee spendiert ein Upgrade auf das hochwertigere MIPS Evolve Core und hat auch das zuvor nur minimal verstellbare Visier überarbeitet. Dieses wird nun magnetisch in seiner Position fixiert und lässt sich zum Verstauen einer Goggle zusätzlich weiter hochklappen. Beim Verstellen rastet das Visier nun sauber in den unterschiedlichen Positionen ein.

Komfort und Ausstattung des A3

Anstelle eines klassischen Clips wird der Gurt nun per Fidlock Magnetschnalle verschlossen. Innen ist der Troy Lee A3 dick mit einem antibakteriellen Ionic-Polster ausgelegt und an der Stirn mit einem zusätzlichen Schweißband ausgestattet. Damit sitzt der A3 schon mal ziemlich bequem am Kopf. Wer noch etwas mehr Komfort möchte, der wechselt auf das etwas dickere im Lieferumfang enthaltene Ersatzpolster.

Die Höhenverstellung des Kopfbandes erfolgt weiterhin etwas kompliziert über Druckknöpfe. Das Drehrädchen lässt sich an sich gut bedienen, ist ausreichend fein gerastert und sorgt dafür, dass der Helm sauber am Kopf fixiert ist. In der obersten Stellung wird es jedoch fast komplett von der Helmschale bedeckt und ist nur noch mit einem Finger erreichbar.

Beim Zubehör zeigt sich Troy Lee Designs übrigens spendabel. Sowohl ein zweites, dickeres Polster als auch zwei Ersatz-Schweißbänder liegen dem Karton bei. Außerdem: Ersatzschrauben fürs Visier und zusätzliche Klett-Pads für die Polster.

Belüftung des A3

Trotz üppiger Polsterung ist der A3 gut belüftet und nicht zu heiß. Während der Fahrt spürt man einen konstanten Luftstrom, der sich bis nach hinten über den Kopf zieht.

Laborergebnisse des A3

Nachdem uns der Troy Lee Designs A3 mit seinem hohen Tragekomfort und der üppigen Ausstattung durchaus überzeugt hat, folgt die etwas ernüchternde Labormessung. Weder beim Rotationsschutz noch bei den Restkräften des linearen Aufpralls kann der A3 mit seinem Vorgänger mithalten und sortiert sich in diesem Test lediglich auf einem der hinteren Plätze ein.

Bewertung und Fazit zum A3

Der Troy Lee Designs A3 sieht klasse aus, er umschließt den Kopf großflächig und ist komfortabel gepolstert. Bei den Laborwerten verliert er im Vergleich zum Vorgänger A2 aber deutlich an Boden, schwerer wurde er auch. Das liegt mitunter an Magnetschloss und magnetisch verstellbarem Break-Away-Visier (kleiner Verstellbereich). Das Gurtsystem wurde verbessert, lässt sich unter den Ohren verstellen und läuft sauber am Kopf.

Troy Lee Designs Flowline und Flowline SE: Neue Trail-Helme im Überblick

Flowline und Flowline SE heißen die beiden neuen Trail-Helme von Troy Lee Designs für Mountainbiker. Hier haben sich die Entwickler ganz besonders auf ein minimalistisches, futuristisches Design konzentriert. Die schlichte Seitenlinie zieht sich dabei noch ein Stück weiter nach unten und bietet so optimalen Schutz bei Stürzen. Insgesamt sollen 14, überwiegend an Front und Heck platzierte, Lüftungsöffnungen für guten Durchzug sorgen und ein Überhitzen auch in Anstiegen verhindern.

Sicherheitsmerkmale der Flowline-Serie

Beide MTB-Helmmodelle von Troy Lee Designs eint das inzwischen fast schon zur Standardausrüstung zählende Rotations-System von MIPS. Es reduziert im Falle eines Sturzes durch seinen leicht beweglichen Liner an der Innenseite des Helms schädliche Drehimpulse auf das Gehirn. Zudem verringert es die Gefahr von Gehirnerschütterungen auf ein Minimum.

Ebenfalls gleich sind das zweifach höhenverstellbare Visier, unter dem sich dann auch eine Goggle platzieren lässt, sowie ein dreifach in der Höhe anpassbares Verstellsystem mit gut erreichbarem Drehrädchen.

Flowline: Die Einsteiger-Variante

Mit seiner etwas reduzierten Ausstattung richtet sich der Troy Lee Designs Flowline besonders an Einsteiger und preisbewusste Biker und Bikerinnen. Diese können beim 129,99 Euro teuren MTB-Helm aus insgesamt elf Farbvarianten auswählen. Neben dem Helmpolster ist auch das Visier in den zum Helm passenden Farben als Ersatzteil verfügbar.

Flowline SE: Mehr Schutz und Features

Wer sich eine etwas hochwertigere Ausstattung wünscht, greift zum deutlich teureren Fahrradhelm Flowline SE. Hier bekommt man für 189,99 Euro neben den bereits genannten Features, wie dem MIPS-System, dem anpassbaren Visier und dem höhenverstellbaren Drehverschluss, zusätzlich einen wirklich praktischen Magnetverschluss von Fidlock und ein antimikrobiell ausgestattetes Helmpolster.

Auch wenn sich der Bike-Helm optisch nicht von seinem günstigeren Pendant unterscheidet, ist er doch gänzlich anders aufgebaut: Die Innenschale besteht hier aus zwei unterschiedlich dichten EPS-Materialien. Diese soll nochmals besser gegen Schläge mit hoher und niedriger Geschwindigkeit schützen.

Details im Überblick

  • MIPS Rotations-System
  • Zweifach anpassbares Visier
  • Verschlusssystem dreifach höhenverstellbar
  • 14 Lüftungsöffnungen
  • In-Mold-Konstruktion mit tief gezogenem Heck

Flowline SE Extra-Ausstattung

  • Magnetschloss von Fidlock
  • Dual Density EPS-Innenschale für erhöhten Schutz
  • Atmungsaktives, antimikrobielles Helmpolster

Überzeugende Werte im Prüflabor

Im Prüflabor von Virginia Tech, einem der führenden Institute für Helm-Tests, konnten beide Versionen des Troy Lee Flowline bereits auf ganzer Linie überzeugen. Beide Varianten sicherten sich das sogenannte 5-Star-Rating und somit die Bestnote im Test.

Troy Lee Designs Grail: Der Gravel-Helm im Test

Bisher hat sich Troy Lee Designs mit Mountainbike-Helmen einen Namen gemacht. Nun bereichert der erste Helm ohne Visier das Portfolio. Auf dem Gravelbike sind viele mit ganz normalen Rennradhelmen unterwegs. Im Vergleich sieht der Grail von Troy Lee Designs etwas wuchtig aus. Vor allem im Bereich der Schläfen wird nicht am Polystyrol gespart. Der Helm aus In-Mould Bauweise ist mit dem MIPS-System ausgestattet. Das soll Rotationskräfte beim Aufprall besser auffangen. Im Vergleich zu einem Helm ohne MIPS sollen Gehirnverletzungen effektiver verhindert oder verringert werden. Um den Helm optimal an den Kopf anzupassen, gibt es drei verschiedene Höheneinstellungen. 14 Belüftungsöffnungen sollen für maximale Kühlleistung sorgen. Das Helmpolster ist atmungsaktiv und antimikrobiell.

Passform und Komfort des Grail

Neben dem üblichen Drehrädchen zur Größeneinstellung lässt er sich auch in der Höhe in drei Stufen einstellen. Auf meinem eher schmalen Kopf sitzt der Helm erstaunlich gut. Das hätte ich bei der eher massiven Optik nicht erwartet. In der Sonne wurde mir unter dem Helm oft recht warm. Das wird sicherlich auch an der dunklen Farbe liegen, allerdings fühlt er sich insgesamt weniger luftig an als andere Modelle, die ich schon getested habe.

Design und Fazit zum Grail

Das eher wuchtige Design ist sicherlich Geschmackssache. Meiner Meinung passt sie gut auf das Gravelbike und ich hoffe, dass das kleine Zusatzgewicht der Bauweise des Grails zu einer verbesserten Schutzwirkung führt. Ganz unerwartet ist der Troy Lee Designs Grail der bequemste Helm, den ich je hatte. Ich habe einen schmalen Kopf und dadurch immer Probleme, einen wirklich gutsitzenden Helm zu finden. Meistens sind sie zu breit, was nicht nur komisch aussieht, sondern auch wackelt. Auch wenn der Grail nicht als extra schmal ausgezeichnet wird, passt er mir sehr gut. Das Polster ist sehr weich und so habe ich endlich keinen Helmabdruck mehr auf der Stirn. Zusätzlich hat mich die Farbe „forest green“ sofort angesprochen. Das dunkle Grün ist schlicht, aber macht mehr her als ein simples Schwarz.

Vergleich der Modelle

Hier ist eine tabellarische Übersicht der getesteten Troy Lee Designs Helme:

Modell Typ Gewicht MIPS Belüftung Besonderheiten
Stage MIPS Fullface Enduro 690g Ja Sehr gut Leicht, Fidlock-Verschluss
A3 Trail 417g Ja Gut Magnetschloss, magnetisches Visier
Flowline SE Trail ca. 355g Ja Gut Fidlock Magnetschloss, Dual Density EPS-Innenschale
Grail Gravel - Ja Durchschnittlich Bequeme Passform für schmale Köpfe

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