Toprak Razgatlioglu, geboren am 16. Oktober 1996, ist ein türkischer Motorradrennfahrer, der mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft Geschichte schrieb. Er wird ab 2026 in der MotoGP an den Start gehen und damit der erste türkische Pilot in der Königsklasse sein.
Frühe Karriere und Aufstieg in der Superbike-WM
Der in Alanya geborene Razgatlıoğlu begann seine Karriere im IDM Yamaha R6 Cup und in der türkischen 600ccm-Straßenrennmeisterschaft in den Jahren 2011-2012. Er wechselte in den Red Bull MotoGP Rookies Cup, wo er 2014 einen Sieg auf dem Sachsenring errang. In den Jahren 2016 und 2017 trat er in der Superstock 1000 an und wurde in seinem zweiten Jahr Zweiter.
2018 gab er sein Debüt in der WorldSBK mit Kawasaki. Bis 2023 fuhr Toprak Razgatlioglu eine Yamaha YZF-R1 des Werksteams, nachdem er für Kawasaki gefahren war. Er beendete die sechsjährige Dominanz von Jonathan Rea mit dem Gewinn der Superbike-Weltmeisterschaft 2021. Razgatlıoğlu ist der erste türkische Superbike-Weltmeister.
Zoom Supersport-Legende Kenan Sofuoglu kümmert sich von Beginn an um die Verhandlungen. Der Türke hat konkrete Vorstellungen, in welche Richtung sich die Karriere von Schützling Toprak Razgatlioglu entwickeln soll. Das große Ziel ist es, in der Superbike-WM den WM-Titel sicherzustellen. Die MotoGP übt aktuell keinen großen Reiz auf das türkische Duo aus.
"Bereits als ich ihn in die Superstock-EM brachte, war es unser gemeinsames Ziel, ihn zum ersten türkischen Superbike-Weltmeister zu machen. Dieses Ziel möchten wir erreichen", stellt Sofuoglu klar. "Es war nie unser Traum, dass Toprak ein MotoGP-Fahrer wird", gesteht Sofuoglu. "Meiner Meinung nach passt Topraks Stil sehr gut zu einem WSBK-Bike und deshalb ist es unser Ziel, in der Superbike-WM zu bleiben."
Erfolge und Wechsel zu BMW
Als er 2024 zu BMW wechselte, festigte Razgatlioğlu sein Vermächtnis, indem er seinen zweiten WorldSBK-Titel holte. Mit seinem zweiten Titelgewinn reiht sich Toprak in den elitären Club der mehrfachen Titelträger ein, darunter Alvaro Bautista, Jonathan Rea, Max Biaggi, Troy Bayliss, Doug Polen und Fred Merkel.
Der türkische Fahrer Toprak Razgatlioğlu hat in seiner ersten Saison mit BMW die Superbike-Weltmeisterschaft 2024 gewonnen und damit einen historischen Meilenstein für den Fahrer und den Hersteller gesetzt. Während der gesamten Saison ließ Razgatlioğlu seine Konkurrenten immer wieder hinter sich und fuhr 17 Siege und 25 Podiumsplätze ein.
BMW-Motorrad-CEO Markus Flasch bezeichnet den Erfolg als "Meilenstein für BMW" und bedankt sich bei Razgatlioglu: "Im Motorsport dreht sich alles um Helden. Jeder mag Helden. Toprak hat gezeigt, dass er nicht nur ein wahrer Champion und professioneller Athlet ist. "Er hebt den Sport auf das nächste Niveau und ist gleichzeitig sehr bescheiden", schwärmt der Geschäftsführer der BMW-Motorradsparte.
Von BMW hört man, dass nicht nur Razgatlioglu mit der M1000RR gut zurechtkam. Michael van der Mark gewann im Regen von Magny-Cours. Scott (Redding) war in Donington nah am Podium dran und wurde Vierter.
Dem neuen Weltmeister spricht Bautista aber nichts ab. "Er und BMW haben eine unglaubliche Saison gezeigt", lobt der entthronte Weltmeister. "Ich rechnete damit, dass sie dazu in der Lage sind. Ich erwartete aber nicht das Level, das er schlussendlich gezeigt hat. Vor allem im mittleren Teil der Saison war er sehr stark. Auch Rekord-Champion Jonathan Rea staunte nicht schlecht über die Saison, die Razgatlioglu nach dem Markenwechsel von Yamaha zu BMW gezeigt hat.
In der kommenden Saison wird Razgatlioglu als amtierender Weltmeister nur einen Markenkollegen haben. Das BMW-Projekt wird von vier auf zwei Bikes reduziert, da sich das Satelliten-Team Bonovo aufgelöst hat.
Testfahrten und Anpassung an die MotoGP
Yamaha zog in der Woche vor dem MotoGP-Event in Austin (USA) die Aufmerksamkeit auf sich. Bei einem privaten MotoGP-Test in Jerez, bei dem auch KTM, Honda und Aprilia Erfahrungen sammelten, erhielt Toprak Razgatlioglu von Yamaha erneut die Chance, die MotoGP-Maschine zu testen. Es war Razgatlioglus zweiter MotoGP-Test.
Beim jüngsten Test spielte das Wetter deutlich besser mit. An den beiden Testtagen kam Razgatlioglu, der eine 2023er-M1 pilotierte, auf insgesamt 116 Runden und benötigte für seine schnellste Runde 1:38.860 Minuten.
Für Razgatlioglu war der Test in Jerez deutlich aussagekräftiger als der in Aragon im Sommer 2022. "Er konnte sich ein Bild machen, was in der MotoGP benötigt wird", kommentiert Lin Jarvis bei 'MotoGP.com'. "Wir hingegen konnten seinen Speed besser einschätzen. Nach einem zweitägigen Test kann man aber nicht allzu viel sagen."
"Alles ist sehr unterschiedlich. Er wird bestätigen können, dass es ein großer Unterschied ist, ob man eine R1 mit Pirellis oder eine MotoGP-M1 mit Michelins fährt. Es ist mehr Zeit notwendig, um sich anzupassen. Es war dennoch interessant, ein guter Test und eine gute Chance, um gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen", erklärt der Yamaha-Rennleiter.
Yamahas Erwartungen und Razgatlioglus Fahrstil
In der Superbike-WM sorgt Razgatlioglu für spektakuläre Bilder. Das Hinterrad der Yamaha R1 mit der Startnummer 54 ist in den Bremsphasen oft bis in die Kurve hinein in der Luft. Kein anderer Fahrer bremst so aggressiv. Doch mit dem MotoGP-Prototyp tut sich der türkische Ausnahmekönner schwer, derartige Manöver zu zeigen.
"Wenn man Toprak auf dem Superbike beobachtet, dann sieht man, dass er wahre Wunder vollbringen kann. Vor allem für die Front des Motorrads hat ein unglaublich gutes Gefühl. "Um mit einem MotoGP-Bike schnell zu sein, muss er seinen Fahrstil ziemlich stark anpassen, denke ich. Das ist meine Erkenntnis von diesem Test."
Wechsel zu Yamaha in der MotoGP
Der zweifache Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlıoğlu wird den großen Sprung machen auf MotoGP ab 2026. Während seiner langen Karriere in der WorldSBK hatte der zukünftige Rookie bereits die Gelegenheit, die Marke Iwata kennenzulernen. Letzterer hatte in der Vergangenheit bereits Gelegenheit, eine MotoGP-Maschine auszuprobieren. Im Jahr 1 testete er insbesondere die YZR-M2023, Yamahas Maschine.
„Wir freuen uns, Toprak [Razgatlıoğlu] wieder in der Yamaha-Familie begrüßen zu dürfen, sagt Paolo Pavieso, Geschäftsführer von Yamaha Motor Racing, über die offizielle Ankündigung. « Sein Wechsel in die MotoGP ist sowohl eine Heimkehr als auch eine spannende neue Herausforderung. Alles wurde mit dem klaren Ziel eines schrittweisen Wachstums im Laufe der Zeit vorbereitet. Er fährt fort. Sein Kampfgeist und seine Entschlossenheit passen perfekt zum Yamaha Prima Pramac MotoGP Team und zur Kühnheit der MotoGP-Strategie von Yamaha.
Toprak Razgatlıoğlu, aktuell einer der spektakulärsten und erfolgreichsten Fahrer der Superbike-Weltmeisterschaft (WSBK), wird 2026 den Sprung in die MotoGP wagen. Laut Informationen von Motorsport.com Global und Speedweek.com steht ein entsprechender Vertrag mit Yamaha bereits fest. Der türkische Ausnahmefahrer wird im Pramac-Team Platz nehmen - und schreibt damit Geschichte: Er wird der erste türkische Pilot in der MotoGP sein.
Für Yamaha ist das nicht nur ein Prestigegewinn, sondern ein klares Bekenntnis zum Talent und Potenzial des 28-jährigen Türken.
BMW verliert seinen Starfahrer
Für BMW ist dieser Wechsel ein herber Rückschlag. Nach der Verpflichtung Razgatlıoğlus zur Saison 2024 war schnell klar: Er war das fehlende Puzzleteil in der langjährigen Aufholjagd des Münchner Herstellers in der Superbike-WM. In seiner ersten Saison mit BMW gewann Razgatlıoğlu 13 Rennen in Folge und insgesamt 18 Läufe - trotz verletzungsbedingter Ausfälle in sechs Rennen. Am Ende stand er mit 43 Punkten Vorsprung auf den nächsten Verfolger, Nicolo Bulega (Ducati), als Weltmeister fest. 27 Podiumsplätze in 30 Rennen unterstreichen seine Dominanz.
Obwohl BMW in den vergangenen Monaten alles versuchte, um Toprak zu halten, konnte man ihm einen entscheidenden Wunsch nicht erfüllen: einen Platz in der MotoGP. Diese Option bleibt bei BMW weiterhin außen vor. Yamaha hingegen bietet Razgatlıoğlu mit dem Pramac-Team ein konkurrenzfähiges Motorrad - technisch auf dem Niveau der Werksmaschine, wie sie auch Fabio Quartararo und Alex Rins fahren. Damit bleibt auch die enge Partnerschaft mit Red Bull bestehen.
Ausblick
Der Wechsel von Toprak Razgatlıoğlu in die MotoGP ist eine große Zäsur - für Yamaha ein Coup, für BMW ein Verlust. Während der türkische Ausnahmefahrer 2026 in der Königsklasse durchstarten wird, beginnt für BMW eine schwierige Phase der Neuausrichtung in der Superbike-WM.
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