Die Hauptuntersuchung - im Volksmund kurz „TÜV“ genannt - ist für jeden Fahrzeughalter in Deutschland verpflichtend. Sie entscheidet darüber, ob Ihr Auto weiterhin auf öffentlichen Straßen fahren darf oder nicht. Egal ob Pkw, Wohnmobil oder Anhänger: Fahrzeuge müssen regelmäßig zur Hauptuntersuchung. Doch woraus setzen sich diese TÜV-Kosten eigentlich zusammen? Sie wird von Prüfstellen wie TÜV, DEKRA, KÜS oder GTÜ durchgeführt.
Was bedeutet „TÜV“ genau?
Der Begriff „TÜV“ steht umgangssprachlich für die Hauptuntersuchung (HU), die regelmäßig fällig ist - meist alle zwei Jahre, bei Neuwagen nach drei Jahren. Ziel der HU ist es, die Verkehrssicherheit und Umweltverträglichkeit eines Fahrzeugs zu überprüfen. Seit einigen Jahren ist auch die Abgasuntersuchung (AU) wieder integraler Bestandteil der HU - sie kann aber auch separat gemacht werden.
Kostenübersicht für Motorräder
Die Kosten für eine Hauptuntersuchung (mit oder ohne AU) bestehen aus mehreren Komponenten, die sich nach Fahrzeugtyp, Gewichtsklasse und Bundesland unterscheiden. Es gibt regionale Preisunterschiede. Ein Motorrad verursacht geringere Prüfkosten als ein Wohnmobil.
- Motorrad: ca. 80-90 €
Die "normale" Hauptuntersuchung kostet im Durchschnitt 90 Euro, doch meist ist eine Kombination von HU und AU sinnvoll. Schließlich fällt beides in der Regel gleichzeitig an. Lokale Preise zu vergleichen schadet allerdings nie, sollten sich mehrere Anbieter in Ihrer Nähe befinden.
Die Kosten für die TÜV Hauptuntersuchung für Motorräder können je nach Prüfstation und Umfang der erforderlichen Tests variieren. In der Regel liegen die Kosten zwischen 50 und 100 Euro.
Die Gebühren für die HU können sich je nach Prüforganisation und Bundesland geringfügig unterscheiden. Beim TÜV NORD etwa gelten folgende Preise für das Bundesland Niedersachsen (Stand: Februar 2025):
- HU für Motorräder: 75,90 Euro inklusive Abgasuntersuchung
Die AU kostet als Einzelposition meist zwischen 35 - 50 €, ist aber oft direkt in der HU-Gesamtgebühr enthalten.
Hier ist eine Übersicht der TÜV-Kosten in verschiedenen Bundesländern:
| Bundesland | TÜV Nord (HU für Kraftrad inkl. AU) | TÜV Süd (HU für Kraftrad inkl. AU) |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 158 Euro | 91 Euro |
| Bayern | 158 Euro | 91 Euro |
| Berlin | 155,50 Euro | 91 Euro |
| Brandenburg | 155,50 Euro | 91 Euro |
| Bremen | 162,10 Euro | 75,90 Euro |
| Hamburg | 159,90 Euro | 93 Euro |
| Hessen | 161 Euro (teils abweichende Preise) | 91 Euro |
| Mecklenburg-Vorpommern | 160,50 Euro | 91 Euro |
| Niedersachsen | 162,10 Euro | 75,90 Euro |
| Nordrhein-Westfalen | 163,60 Euro | 75,90 Euro |
| Rheinland Pfalz | 161 Euro | 90 Euro |
| Saarland | 161 Euro | 90 Euro |
| Sachsen | 157,50 Euro | 89,50 Euro |
| Sachsen-Anhalt | 160,50 Euro | 93 Euro |
| Schleswig-Holstein | 159,90 Euro | 75,90 Euro |
| Thüringen | 155 Euro | 90 Euro |
Preise bei Dekra, GTÜ und KÜS auf Anfrage
Was wird bei der Hauptuntersuchung geprüft?
Unsere erfahrenen Prüfer nehmen dein Motorrad genau unter die Lupe:
- Bremsanlage
- Beleuchtung & Blinker
- Reifen & Felgen
- Rahmen & Fahrwerk
- Spiegel, Hupe, Rückstrahler
- Lenkung & Achsen
- Abgasanlage (inkl. Endrohr-Messung seit 2018)
Nachuntersuchung
Nicht jedes Fahrzeug besteht die Hauptuntersuchung auf Anhieb. Werden bei der Prüfung sogenannte „erhebliche Mängel“ festgestellt - also sicherheitsrelevante oder technisch bedeutsame Defekte -, muss das Fahrzeug zunächst instand gesetzt und anschließend erneut vorgestellt werden. In diesem Fall ist eine sogenannte Nachuntersuchung erforderlich.
Wenn Ihr Motorrad bei der Hauptuntersuchung durchfällt, erhalten Sie einen Bericht über die festgestellten Mängel. Sie haben dann in der Regel einen Monat Zeit, die Mängel beheben zu lassen und das Motorrad erneut zur Nachprüfung vorzustellen.
Die Kosten für eine solche Nachprüfung sind im Vergleich zur vollständigen Hauptuntersuchung deutlich geringer und bewegen sich je nach Bundesland, Prüforganisation und Fahrzeugtyp zwischen 15 und 30 Euro.
Empfehlenswert ist es, den Termin für die Nachuntersuchung rechtzeitig anzumelden. Denn wer sich mehr als einen Monat Zeit lässt, der muss die gesamte Hauptuntersuchung erneut durchführen lassen und auch die gesamten Gebühren abermals zahlen. Eine Verlängerung der einmonatigen Frist zur Nachuntersuchung ist nicht möglich.
Und was passiert, wenn das Fahrzeug die Prüfer auch in der Nachprüfung nicht überzeugt? In diesem Fall kann die Nachuntersuchung innerhalb von vier Wochen erneut wiederholt werden.
Änderungsabnahme
Wird das Fahrzeug nach eigenen Wünschen und Vorstellungen (über die vom Fahrzeughersteller angebotenen Extras hinaus) angepasst oder umgebaut, erfordert jede Änderung eine Genehmigung. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis, und das Fahrzeug ist nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen.
Um sich die Änderungen genehmigen zu lassen, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Änderungs- oder die Einzelabnahme. Die Änderungsabnahme ist die unkompliziertere und günstigere Variante. Voraussetzung: Man verfügt über ein Prüfzeugnis - also ein Teilegutachten, eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine EG-Typgenehmigung.
Die Kosten sind vom Einzelfall abhängig, in der Regel werden für eine Änderungsabnahme beim Auto 50 bis 80 Euro fällig. Für Motorräder zwischen 25 bis 55 Euro.
Fristen für die Hauptuntersuchung
Motorräder müssen in Deutschland gemäß § 29 StVZO regelmäßig zur Hauptuntersuchung (HU), umgangssprachlich „TÜV“ genannt. Ist ein Auto ein Neuwagen, muss es zum ersten mal nach drei Jahren zur Haupt- und Abgasuntersuchung, danach ist ein Rhythmus von zwei Jahren vorgeschrieben.
Hier ist eine Übersicht der Zeitabstände für die Hauptuntersuchung:
| Fahrzeugart | Erste HU | Folgende HU |
|---|---|---|
| Motorräder | nach 24 Monaten | alle 24 Monate |
TÜV überziehen: Was kann passieren?
Wer den HU-Termin nicht einhält, der muss mit zusätzlichen Kosten rechnen. Gerät man in eine Verkehrskontrolle, drohen ein Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.
Auch wenn der Terminverzug von der Polizei unbemerkt bleiben sollte, fallen spätestens bei der Hauptuntersuchung möglicherweise zusätzliche Kosten an. Denn die Prüforganisationen sind verpflichtet, bei einem Verzug von mehr als zwei Monaten eine "erweiterte Prüfung" durchzuführen, wodurch sich TÜV-Kosten um 20 Prozent erhöhen.
Ab 2 Monaten Verspätung drohen Bußgelder.
Das droht bei abgelaufener HU:
| Verzugszeitraum | Bußgeld |
|---|---|
| Weniger als 2 Monate | Verwarnung ohne Verwarngeld |
| 2 bis 3 Monate | 15 Euro |
| 4 bis 8 Monate | 25 Euro Verwarnungsgeld |
| Mehr als 8 Monate | 60 Euro Bußgeld & 1 Punkt & ggf. B-Verstoß (während der Probezeit) |
Tipps: Geld sparen bei den TÜV-Kosten
Um Geld zu sparen, ist es sinnvoll, vorab die regionalen Preise für die HU und die AU bei verschiedenen Organisationen zu vergleichen. Wer Defekte an seinem Wagen befürchtet, der kann sein Auto vorher in der Werkstatt seines Vertrauens überprüfen lassen.
So können die Gebühren für die Nachprüfung vermieden werden. Neben dem Preisvergleich lässt sich aber auch mit etwas Vorarbeit Zeit sparen.
Diese Dinge können Sie selbst schon vor dem TÜV-Termin überprüfen:
- Fahrzeugschein und ggf. weitere Unterlagen einpacken (Nachweis einer Änderungsabnahme, Allgemeine Betriebserlaubnis)
- Autokennzeichen ist gut lesbar und befestigt
- Fahrzeug-Identifikationsnummer stimmt mit denen in den Papieren überein
- Tachometer funktioniert
- Verbandskasten ist vorhanden und das Haltbarkeitsdatum gilt
- Warndreieck und Warnweste sind an Bord
- Frontscheibe ist unbeschädigt
- Zustand der Scheibenwaschanlage und Scheibenwischern ist gut
- Rückspiegel sind intakt
- Leuchten und Kontroll-Leuchten funktionieren
- Keine Fehlermeldungen zu elektronischen Fahrdynamik-Systemen
- Reflektoren und Scheinwerfer sind in Ordnung
- Leuchtweitenregelung funktioniert
- Alle Lampen leuchten
- Batterie ist fest verankert und in einem guten Zustand
- Hupe und Heizgebläse funktionieren
- Lenkung funktioniert geräuschlos, und das Lenkspiel ist gering
- Lenkung ist beim Einschlag leichtgängig und zielgenau
- Bremsen sind freigängig
- Handbremse rastet sicher ein und lässt sich leicht wieder lösen
- Bremsanlage ist dicht
- Bremsflüssigkeitsstand stimmt
- Mindestprofiltiefe beträgt mindestens 1,6 Millimetern
- Reifen sind gleichmäßig abgefahren
- Reifen weisen keine Schäden wie Beulen oder Risse auf
- Vorgegebene Laufrichtung der Reifen stimmt
- Felgen ohne Schäden und sicher befestigt
- Rahmen oder tragende Teile sind nicht durchgerostet
- Kraftstoffleitungen und -schläuche sind dicht
- Auspuff ist dicht und richtig befestigt
- Es blinken keine Warn- oder Kontrollleuchten
- Es kommt kein blauer Rauch oder Ruß aus dem Auspuff
Dauer der Hauptuntersuchung
Die Dauer der TÜV Hauptuntersuchung für Motorräder beträgt in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten.
Terminvereinbarung
In den meisten Fällen ist es möglich, ohne vorherigen Termin zur Hauptuntersuchung zu erscheinen, allerdings kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Es wird empfohlen, vorab einen Termin zu vereinbaren, um Wartezeiten zu vermeiden und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Benötigte Dokumente
Für die TÜV Hauptuntersuchung müssen Sie folgende Dokumente mitbringen: die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), bei geänderten Fahrzeugen ggf. die Änderungsabnahmen, und falls vorhanden, den letzten TÜV-Prüfbericht.
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