Die richtige Übersetzung am Fahrrad zu wählen, ist entscheidend für ein angenehmes und effizientes Fahrerlebnis. Hierbei sind einige Faktoren entscheidend: Kettenblattgröße vorne, Ritzelpaket hinten, Laufradgröße und Kadenz.
Was ist die Übersetzung?
Als Übersetzung wird das Verhältnis der Zähneanzahl zwischen Kettenblatt (vorne) und Ritzel (hinten) bezeichnet. Die Übersetzung beschreibt das Verhältnis zwischen deinen Kettenblättern vorne und den Ritzeln hinten. Einfacher gesagt ist die Übersetzung das, was bestimmt, wie schwer oder leicht du in die Pedale treten musst, um dein Fahrrad voranzutreiben.
Die Übersetzung wird berechnet, indem du die Anzahl der Zähne des Kettenblatts teilst durch die Anzahl der Zähne des Ritzels.
In unserem Beispiel haben wir eine Übersetzung von 4 (40/10 = 4.). Das bedeutet: Das Ritzel dreht sich 4x, während sich in dieser Zeit das Kettenblatt nur 1x dreht. Das wäre zB.
Falls dir diese Berechnungen mühsam erscheinen, kannst du Übersetzungs-Tabellen zur Unterstützung nutzen.
Was ist die Entfaltung?
Eine Umdrehung des Kettenblatts entspricht einer Kurbelumdrehung - beim hierbei zurückgelegten Weg spricht man von Entfaltung (m). Also wieviele Meter werden bei einer Kurbelumdrehung zurückgelegt. Eine Umdrehung des Ritzels entspricht einer Umdrehung des Reifens.
In unserem Beispiel wird das Ritzel (und somit der Reifen) bei einer Kurbelumdrehung 4x gedreht, somit ergibt sich: 4 x 2,31 m = 9,24 m.
Die Entfaltung ist der Weg, den das Fahrrad pro Kurbelumdrehung zurücklegt. Das heißt pro Umdrehung der Pedale bewegt sich das Fahrrad um eine bestimmte Strecke fort. Praktisch, umso mehr Kurbelumdrehungen, desto öfter „entfaltet“ sich das Bike. Umso schneller bewegen Sie sich dadurch fort.
Die Entfaltungs-Werte sind die wichtigsten Parameter für die Berechnung der passenden Übersetzung. Sie sagen aus, wie viel Weg man pro Kurbelumdrehung zurücklegt. Dafür multipliziert man den Radumfang mit der reinen Übersetzung (Quotient aus Zähnen von Kettenblatt und Ritzel).
Generell kann man sagen, dass Gänge mit einer Entfaltung von weniger als 2,5 m besonders bergtauglich sind. Entfaltungen im Bereich von 5 m sind besonders gut für leicht wellige Regionen, während im Flachland rund 7 m Entfaltung bevorzugt werden. Die restlichen Entfaltungen über 7 m sind für sehr sportliche Fahrer oder Bergabfahrten interessant.
Kadenz und Geschwindigkeit
Die Trittfrequenz (auch Kadenz genannt) gibt Auskunft über die Drehzahl der Tretkurbeln. Diese wird meist in Umdrehungen pro Minute (U/min) angegeben. Eine angenehme Kadenz liegt bei ca. 60 U/min - das entspricht einer kompletten Pedalumdrehung pro Sekunde. Das wird von den meisten Radfahrern als angenehm empfunden. Die optimale Kadenz liegt laut verschiedener Studien bei ca. 100 U/min.
Mit diesen Werten lässt sich nun die mögliche Geschwindigkeit berechnen. In unserem Beispiel wissen wir nun, wieviele Meter wir pro Kurbelumdrehung (= Entfaltung) zurücklegen - nämlich 9,24 m. Bei einer angenehmen Kadenz von 60 Umdrehungen pro Minute ergibt das: 9,24 x 60 = 554,4 Meter. 554,4 m/min x 0,06 = 33,26 km/h.
Bei dieser Trittfrequenz schaffen wir also eine Geschwindigkeit von ca. Diese Zahl ist allerdings nur theoretisch vorhanden, solange die dafür notwendige Leistung nicht erbracht werden kann. In der Praxis kommt nämlich noch der Parameter „Leistung“ hinzu. Grober Richtwert: Hobbyfahrer schaffen meist ca. 2,5 - 3,5 Watt/kg (Profisportler liegen bei ca. 6-7 Watt/kg), womit die Leistung bei ca. 200-300 Watt liegt (wiederum abhängig von Dauer usw.).
Die richtige Übersetzung finden
Wenn du häufig steile Berge erklimmst, benötigst du eine Übersetzung, die dir das Treten erleichtert. Wähle eine „Bergübersetzung“, bei der das Verhältnis möglichst gering ist, zum Beispiel 1:1 (ein Zahn vorne pro Zahn hinten).
Wenn du aktuell ein Fahrrad besitzt, dann stell dir die Frage, ob die Übersetzung so gut ist, oder ob die Gänge eventuell zu schwer sind und du viel lieber leichter treten würdest; oder gehen dir die Gänge aus und du könntest eigentlich viel schneller fahren? Mach dir darüber Gedanken und überlege, wo und wie du das Fahrrad hauptsächlich nutzt. Diese Faktoren spielen eine große Rolle.
Standardübersetzungen nach Fahrradtyp
Bei jedem Radtyp gibt es gewisse Standardübersetzungen, welche die Rad-Industrie in jahrelanger Erfahrung festgelegt hat. Ab Werk sind meist sehr gute Übersetzungen für die breite Masse verbaut. Daher sollte die verbaute Übersetzung zunächst ausgiebig getestet werden. Neulinge oder ungeübte Fahrer sollten vor dem Kauf eines Rades auf eine besonders leichte Übersetzung achten. Reicht diese einmal nicht aus, kann sie entsprechend nach Bedarf geändert werden. Diese Anpassung kann einfach sein, jedoch muss vor einem Umbau auf einige Details geachtet werden, dass dieser später auch einwandfrei funktioniert.
Mountainbike
Im Mountainbike-Bereich ist die Auswahl an verschiedenen Varianten extrem groß, zwischen 1x12 und 3x11 Schaltungen ist hier alles möglich. So können zwischen verschiedenen MTB-Typen unterschiedliche Übersetzungen verbaut sein.
- Einsteigerbereich: 3-Fach-Kurbeln (40-30-22 Zähne) mit 11-36 Kassette.
- Sportiver Bereich: 1-Fach- und 2-Fach-Kurbeln (36-26 Zähne) mit 11-42 Kassette.
- 1x11: Shimano (11-42 Kassette), Sram (10-42 Kassette).
- Sram Eagle 1x12: 10-50 Kassette.
Rennrad und Triathlonrad
Im Rennrad-Segment gibt es von der Industrie 3 festgelegte Kurbelabstufungen: die Standard Kurbel mit 53-39, die Semi-Kompakt mit 52-36 und die Kompaktkurbel mit 50-34 Zähnen. Am häufigsten ist an Rennrädern eine Kompaktkurbel verbaut, entsprechend ist eine klare Tendenz des Einsatzgebietes festgelegt. Hier kann man zwischen einigen verschiedenen Kassetten wählen: Von 11-25 bis 11-36 ist alles möglich. Häufig ist eine 11-28 Kassette verbaut, da diese ein guter Kompromiss zwischen leichten Gängen und einer feinen Abstufung ist.
Das Triathlonrad ist für das Fahren gegen die Uhr konzipiert, daher ist die Übersetzung meist sportiv gewählt. Häufig sind 53-39 oder Semi-Kompaktkurbeln mit 52-36 verbaut, kombiniert mit einer 11-28 Kassette. Auch hier lassen sich wie beim Rennrad nahezu alle möglichen Kombinationen fahren.
Gravel und Cyclocross
Das Gravel Bike hat meist eine Kompakt- oder 1-Fach-Kurbel mit einer größeren Kassette. 11-36 oder sogar 11-42 sind hier gut möglich und eine ideale Möglichkeit, um auch im Gelände flott unterwegs zu sein.
Im Cyclocross-Bereich sind 2-Fach- und 1-Fach-Kurbeln das Maß der Dinge. Jedes hat seine Berechtigung sowie Vor-, und Nachteile.
Das 2-Fach-System ist meist mit einer Abstufung 46-36 und einer 11-28 oder einer 11-32 Kassette ausgestattet, sodass es für einen sehr breiten Einsatzbereich eingesetzt werden kann. Durch eine Änderung der Kettenblätter und Kassette kann man das persönlich anpassen.
Im sportiven Segment wird immer mehr auf die 1-Fach Variante gesetzt. Hier ist die Abstufung durch die Kassette schon stärker vorgegeben. Trotzdem kann diese durch das Kettenblatt nochmals individuell angepasst werden. So kann zwischen einem 34er bis hin zu einem 42er Kettenblatt gewählt und so die Übersetzung individuell angepasst werden.
Für den Beginn empfehlen wir eine leichte Abstufung von 38 Zähnen in Kombination mit einer 11-42 Kassette. Schwerere Übersetzungen sind nur für sehr sportliche Fahrer zu empfehlen.
Trekking und City
Im Trekkingbike-Bereich wird vorrangig auf die Kettenschaltung mit einer 3-Fach-Kurbel gesetzt. Da das Trekkingbike für das zügige Fahren im Überland und auch für bergige Strecken ausgelegt ist, benötigt es eine große Bandbreite sowie eine große Vielfalt an Gängen. Hier haben sich die beiden Abstufungen 48-38-28 und 48-36-26 durchgesetzt. In Kombination mit einer 11-32 oder 11-34 Kassette ist die Bandbreite an Gängen sehr groß. Sollte dir diese Übersetzung noch zu schwer sein, so kannst du z.B. die Kassette gegen eine 11-36 und die Kurbel beispielsweise gegen eine 42-32-22 tauschen.
Im Citybike- bzw. urbanen Bereich wird viel auf die Nabenschaltung gesetzt. Durch die Eingrenzung auf die Fahrten in der Stadt muss die Bandbreite nicht so groß sein wie beim Trekkingbike. Das liegt daran, dass in der Stadt selten extrem bergtaugliche oder abfahrtsorientierte Gänge benötigt werden. Trotzdem sollte man auch hier darauf achten, welche Primärübersetzung (direkter Antrieb über Kurbel und Kassette) verbaut ist. Ist man eher gemütlich unterwegs, dann ist es ratsam, eine Übersetzung mit einem kleinen Kettenblatt (wenig Zähne vorne) und einem großen Ritzel hinten zu wählen. Ist man eher sportlich unterwegs, dann kann ein großes Kettenblatt (mehr Zähne vorne) und ein kleines Ritzel bevorzugt werden.
E-Bike
Im E-Bike-Bereich werden, je nachdem, ob es sich um ein Mountainbike, Trekking-, Urban- oder Citybike handelt, Kettenschaltungen oder Nabenschaltungen verwendet. Meist sind dort schon optimale Übersetzungen verbaut. Durch die zusätzliche Unterstützung ist es auch im MTB-Bereich kein Problem, mit einer 1x11-Übersetzung zu fahren.
Bei Nabenschaltungen kann die Primärübersetzung, also das Ritzel an der Kurbel und der Nabe, verändert werden. Die Übersetzung in der Nabe selbst kann nicht verändert werden. Da die Unterstützung des Motors nur bis 25 km/h erfolgt, muss die Bandbreite nichts so groß sein, wie bei anderen Fahrrädern.
Auch bei der Kettenschaltung kann eine andere Kassette mit einem größeren oder kleinen Ritzel ausgewählt werden, falls die Standardübersetzung nicht ausreichen sollte. Entsprechend lässt sich auch das Kettenblatt wechseln.
Schaltwerkslänge und Kapazität
Die Schaltwerkslänge ist wichtig, um die Kette richtig zu spannen. Das Schaltwerk ist nicht nur für das Schalten selbst zuständig, sondern es spannt auch die Kette. Je mehr Gänge das Rad hat und je größer die Kassette und die Anzahl der Kettenblätter ist, desto länger muss die Kette sein. Entsprechend muss auch das Schaltwerk länger sein, damit die Kette ausreichend gespannt werden kann.
Jedes Schaltwerk verfügt über verschiedene Angaben. Neben dem maximal größten Ritzel, was gefahren werden kann, ist auch die Gesamtkapazität angegeben. Diese ist entscheidend, ob das Schaltwerk passt.
Wie kann man die Kapazität berechnen?
Kurbel: Die Kurbel hat eine Abstufung von 42-32-22 Zähnen. Subtrahiere das größte durch das kleinste Kettenblatt, also 42 - 22 = 20.
Kassette: Dasselbe macht man bei der Kassette. Wenn diese z.B. eine Abstufung von 12-32 hat, rechnet man auch hier: 32 - 12 = 20.
Um nun die Gesamtkapazität zu erhalten, werden beide Werte addiert. Die Gesamtkapazität ist also 20 + 20 = 40. Das Schaltwerk muss also eine Gesamtkapazität von 40 aufweisen, damit die im Beispiel genannte Abstufung gefahren werden kann.
Umwerfer
Beim Umwerfer gibt es, wie auch beim Schaltwerk, verschiedene Modelle für 2- und 3-Fach-Kurbeln. Hier werden zwei wichtige Angaben gemacht, die für die maximale Zähneanzahl des großen Kettenblatts sowie die Kapazität des Umwerfers. Im Gegensatz zum Schaltwerk bezieht sich die Kapazität des Umwerfers nur auf die Kettenblätter der Kurbel.
Bei einer Abstufung von 50-34 Zähnen muss der Umwerfer eine Kapazität von 50 - 34 = 16 haben. Somit sieht man auch direkt, ob der Umwerfer für den Antrieb geeignet ist.
Kette
Wechselt man den Antrieb, muss meist auch die Kette gewechselt werden. Dies macht Sinn, da neue Komponenten verbaut werden und oftmals die alte Kette zu kurz ist und schon einige Kilometer in Betrieb war. Sollte die Kette mal zu lang sein, könnte man diese passend für den neuen Antrieb kürzen.
Anpassung der Übersetzung am Rennrad
Fast alle Rennrad- oder Gravelbike-Schaltungen lassen sich aufrüsten, doch es gibt Einschränkungen. Günstigste Option ist der Wechsel auf eine größere Kassette hinten, also zum Beispiel ein Ritzel mit 32 oder 34 Zähnen. Aber Achtung: Bei älteren Schaltgruppen muss dann meist auch das Schaltwerk getauscht und die Kettenlänge angepasst werden!
Kleinere Kettenblätter erleichtern ebenfalls das Klettern über Pässe und lange Berge: Die in TOUR 2/19 getesteten neuen Sub-Kompaktkurbeln (48-32 und 46-30 Zähne) können sogar eine Untersetzung realisieren, bei der das kleine Kettenblatt kleiner ist als das größte Ritzel - damit sollte selbst mit Gepäck am Rad jede steile Nebenstraße zu bezwingen sein. Eine 50/34-Kompaktkurbel vorne und eine Kassette mit 30 oder 32 Zähnen bleibt für trainierte Rennradfahrer eine gute Lösung, wenn Sie sich an den flacheren Hauptverkehrsrouten orientieren.
Wichtiger Tipp fürs Umrüsten der Rennrad-Übersetzung
Bei größeren Ritzeln die Kette verlängern, bei kleineren Kettenblättern passend kürzen. Sonst wird im schlimmsten Fall ihr Schaltwerk oder der Rahmen zerstört!
Kettenlänge, Schaltwerklänge und Umwerfermontagehöhe müssen auch nach dem Umbau der Rennrad-Schaltung gut aufeinander abgestimmt sein.
Bergübersetzung am Rennrad: Größere Ritzel
Die Schaltwerkskapazität begrenzt die Ritzelgröße - längere Käfige schaffen mehr Zähne am Ritzel. Vor allem die Top-Rennrad-Schaltgruppen sind beschränkt, kleinere Gänge findet man oft in preiswerteren Gruppen. Je hochwertiger die Kassetten, umso leichter und haltbarer sind sie, umso besser ist auch das Schaltverhalten.
Shimano-Schaltungen
- Bis Neunfach: Die Rennrad-Schaltwerke schaffen meist maximal 28 Zähne. Hier passen MTB- Schaltwerke und -Kassetten bis 34 Zähne der gleichen Baujahre, sie sind mit den Rennrad-Hebeln kompatibel.
- Zehnfach-Schaltungen: Dura-Ace-Schaltwerke sind begrenzt bis max. 28 Zähne. Die erste Di2-Generation muss mit einem Ultegra-Käfig umgebaut werden, um maximal 32 Zähne zu schaffen. Für andere Shimano.Gruppen bieten lange Ultegra-Schaltwerke (mechanisch oder Di2) der letzten Generation bis zu 32 Zähne, aktuelle Tiagra-Schaltwerke bis zu 34.
- Elffach-Schaltungen: Die Dura-Ace schafft 28, ab 2016 dann 30 Zähne. Jüngere Shimano-Schaltwerke aus der Ultegra- oder 105-Reihe können in der Langversion (die heißt bei Shimano "GS") bis 34 Zähne bewältigen, beim kurzen Käfig ("SS") ist bei 28 Zähnen Schluss.
SRAM-Schaltungen
Sram bietet für alle Schaltungsgenerationen Zehn- und Elffach sogenannte WiFli- Schaltwerke, die maximal 32 Zähne schaffen. Die Sram 12fach-Schaltungen gibt es mit kurzem und langem Käfig, wobei bereits der kurze Käfig bis 36 Zähne funktioniert. Die neuen elektronischen 1x12 XPLR eTap AXS-Gruppen sind mit Kassetten mit einer Bandbreite von 10-44 Zähnen kombinierbar.
Campagnolo-Schaltungen
Bis Zehnfach sind alle Campagnolo-Schaltungen auf maximal 29 Zähne begrenzt, jüngere Schaltwerke ab 2011 (Centaur, Veloce) schaffen noch 30 Zähne. Elffach-Schaltungen können mit Potenza-Schaltwerken auf bis zu 32 Zähne gebracht werden.
Rennrad-Kurbeln: Kompaktkurbeln für kleinere Berggänge
- Standard Kurbel: 53/39 Zähne - Übersetzung für Profis und starke Hobby-Rennradfahrer, die überwiegend im Flachland unterwegs sind
- Semi-Kompaktkurbel (oder Mid-Compact): 52/36 Zähne - für trainierte Hobby-Rennradfahrer, die in flachem bis hügeligem Gelände radeln
- Kompaktkurbel: 50/34 - typische und sinnvolle Kombination für Hobbyfahrer, in Kombination mit großen Ritzeln am Hinterrad auch fürs Hochgebirge oder schwere Berg-Radmarathons wie einen Ötztaler geeignet
- Sub-Kompaktkurbel: 48/32 oder 46/30 - ideal für weniger trainierte Rennradler, in den Bergen oder am Reiserad mit Gepäck
Das müssen Sie bei neuen Kettenblättern beachten
Die Lochkreise der Befestigungsschrauben geben vor, welche Kettenblätter an der Kurbel montiert werden können. Bei sehr kleinen Kettenblättern kann es vorkommen, dass sich der Umwerfer nicht tief genug montieren lässt. Oft helfen dann Umwerfer aus moderneren, preiswerteren Schaltgruppen.
Eine Umrüstung auf Kompaktkurbeln (50/34) ist ab Achtfach in den meisten Fällen möglich, alle Anbieter haben die Abstufung in verschiedenen Qualitäten im Programm. Achtung: Ältere Kurbeln mit 53/39 (bis ca. 2012) haben größere Lochkreise - kleinere Kettenblätter lassen sich deswegen nicht einfach montieren, es muss dann die komplette Kurbel getauscht werden. Anbieter wie Stronglight oder TA Specialités haben auch Einzelkettenblätter mit 38 (Standard-Lochkreis) oder 33 Zähnen (Kompakt-Lochkreis) für Neun-, Zehn- oder Elffach.
Jüngere Kurbeln von Shimano und Campagnolo (erkennbar an vier statt fünf Kettenblattschrauben) können einfach auf Kompakt-Kettenblätter umgerüstet werden. Die ovalen Blätter von AbsoluteBlack lassen 48/32 auch an modernen Shimano-Kurbeln zu. Andere Hersteller bieten kleinere Abstufungen bis 46/30 als komplette Kompaktkurbeln an.
Kompaktkurbeln mit Bergübersetzung im Test
| Marke | Modell | Preis in Euro (Kurbel/Innenlager) | Kurbel-Abstufung |
|---|---|---|---|
| Easton | EC90 SL | 630/70 | 47/32 Zähne |
| FSA | Energy Modular | 289/60 | 48/32 Zähne |
| FSA | K-Force Modular | 669/60 | 48/32 Zähne |
| FSA | SL-K Modular | 379/60 | 46/30 Zähne |
| Praxis Works | Alba M30 | 175/45 | 48/32 Zähne |
| Praxis Works | Zayante Carbon M30 | 325/45 | 48/32 Zähne |
| Praxis Works | Zayante M30 | 240/45 | 48/32 Zähne |
| Rotor | Vegast | 355/50 | 46/30 Zähne |
| Rotor | Aldhu | 355/50 | 46/30 Zähne |
Mit den kleineren Kettenblättern lässt sich das Rennrad-Getriebe besser an die Bedürfnisse von weniger trainierten Hobbyfahrern anpassen: Sie ermöglichen leichtere Berggänge oder kleinere Gangsprünge als mit den Standard-Schaltungen. Das geht zu Lasten wirklich schneller Gänge, die viele Rennradfahrer ohnehin nicht brauchen. Auch für Gravelbikes und Reiseräder sind sie daher eine gute Option.
Singlespeed-Übersetzung
Bei Singlespeed-Übersetzung handelt es sich um Mountainbikes. Hierbei liegt die Übersetzung im Bereich von ~2:1, z.B. Das Verhältnis 2:1 sagt z.B. Hierbei teilt man die Anzahl der Zähne des Kettenblatts (32) durch die Anzahl der Zähne der Ritzel (16). Dies ergibt eine Übersetzung von 2.
Singlespeed Fahrräder bzw. Fixies sind Bikes mit nur einem Gang. Die Übersetzung wird auch hierbei durch die Kombination aus Kettenblatt und Ritzel bestimmt.
Weitere Aspekte
Die Zahl der Gänge einer Schaltung sagt nichts darüber aus, wie leicht oder schwer die Gänge ausfallen. Meist haben Schaltungen mit mehr Gängen eine größere Bandbreite als die mit weniger Gängen, aber das ist nicht generell so.
Auch überschneiden sich viele Gänge annähernd. Das bedeutet, dass trotz der Wahl eines anderen Ganges die Übersetzung sehr ähnlich oder theoretisch sogar gleich sein kann.
Da Kurbeln und Kassetten nicht in jeder beliebigen Abstufung verfügbar sind, beschränkte ich mich hier auf die Ermittlung des passenden leichtesten und schwersten Gangs. Auch kann man eine generelle Empfehlung nicht geben. Die Streckenprofile, die Trittfrequenz und auch die Geschwindigkeit, ausgehend von der möglichen Wattzahl, die der Fahrer aufbringen kann, sind zu unterschiedlich.
Tipps zur Optimierung der Übersetzung
- Achte darauf, dass dein Antrieb sauber und gepflegt ist. Du sparst etwas Kraft und schonst deinen Geldbeutel, weil die Teile länger halten.
- Die Schaltung funktioniert nur dann richtig gut, wenn alles zusammenpasst. Achte darauf, dass Schalthebel, Umwerfer, Schaltwerk usw. untereinander und mit dem Rad zusammenpassen.
Es ist wichtig, bei der Anpassung von Übersetzungsverhältnissen die Kompatibilität mit dem aktuellen Schaltsystem zu berücksichtigen, einschließlich der maximalen Kapazität des hinteren Umwerfers. Das Austauschen von Zahnrädern kann eine gute Option sein, um spezifische Fahrziele zu erreichen, wie die Verbesserung der Kletterfähigkeit oder die Optimierung der Trittfrequenz auf ebenen Strecken.
Eine Fahrradvermessung bei einem erfahrenen Fachmann kann hierbei helfen, da dieser feststellen kann, welche Übersetzungsverhältnisse am besten zu deinen individuellen Bedürfnissen passen.
Experimentieren Sie mit verschiedenen Zahnkränzen und Kassetten, um herauszufinden, was am besten zu Ihnen passt.
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