Unfallursachen bei Radfahrern: Eine Analyse der Alleinunfälle

Immer häufiger verunglücken Fahrradfahrer ohne Fremdeinwirkung. Nicht immer sind es Unfälle mit PKW oder LKW, bei denen Radfahrer schwer verletzt werden.

Bei jedem dritten tödlichen Unfall mit dem Fahrrad sind keine weiteren Verkehrsteilnehmer beteiligt. Jeder dritte tödlich verlaufende Sturz eines Fahrradfahrers passiert ohne Unfallgegner. Das hat eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ergeben.

Auch knapp jeder zweite schwerverletzte Radfahrer verunglückte im vergangenen Jahr bei einem sogenannten Alleinunfall. Die Zahlen bezogen sich auf das Jahr 2023. Die Versicherer registrierten im vergangenen Jahr fast 27.400 Radunfälle ohne Fremdbeteiligung.

Dabei wurden rund 6400 Menschen schwer und 147 tödlich verletzt. Bei knapp 27.400 Radunfällen ohne weitere Beteiligte verletzten sich demnach rund 6.400 Menschen schwer und 147 tödlich.

Allerdings hat sich die Zahl der Alleinunfälle in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt, betont UDV-Leiterin Kirstin Zeidler. "Rad-Alleinunfälle haben sich in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt, dabei ist die Dunkelziffer hoch", erklärte UDV-Leiterin Kirstin Zeidler.

Risikofaktoren und Ursachen

Die UDV sieht für den Anstieg mehrere Gründe. Hauptgründe sind die Zunahme an Fahrrädern generell und die steigende Anteil älterer Nutzer. "War damals noch jeder siebte allein Verunfallte älter als 66 Jahre, ist es inzwischen jeder fünfte", so Zeidler. Senioren reagieren langsamer, verlieren schneller das Gleichgewicht und sind natürlich auch verletzungsanfälliger als jüngere Menschen.

Gehäuft treten sie zwischen Dezember und Februar auf, wenn Nässe, Eis, Schnee und Laub die Fahrt erschweren. Die meisten Stürze passierten zwischen Dezember und Februar. Nässe, Eis, Schnee und Laub seien besonders gefährlich. Besonders in den Wintermonaten ist die Gefahr dazu laut einer Studie groß.

Laut Polizei fuhr knapp jeder dritte Alleinverunfallte für die jeweilige Situation zu schnell. Fast zwei Drittel der betroffenen Radfahrenden hätten außerdem eingeräumt, dass auch ihre Fahrweise zum Unfall führte. Fast zwei Drittel der betroffenen Radfahrer räumt in der UDV-Befragung ein, dass auch ihre Fahrweise zum Unfall geführt habe.

Auch starkes Bremsen und Unaufmerksamkeit sind wesentliche Unfallursachen. Alkohol war laut Befragung bei jedem 25. Alleinunfall im Spiel, bei den polizeilich erfassten Unfällen sogar bei jedem sechsten.

Außerdem gehe der Polizei zufolge jeder dritte Alleinunfall auf das Konto mangelhafter Infrastruktur, Verunglückte selbst sähen darin sogar die Hauptursache. Vor allem Bordsteinkanten und Straßenbahnschienen machen es Radfahrenden der Studie zufolge schwer.

Vor diesem Hintergrund forderte Zeidler: "Städte müssen Borde an Übergängen beseitigen und zu Straßenbahnschienen ausreichend Abstand schaffen".

Besondere Risiken bei Pedelecs

Unfälle mit Pedelecs führten häufiger zu schweren Verletzungen als solche mit nichtmotorisierten Rädern. Wer ein Pedelec benutzt, muss aufgrund der meist höheren Geschwindigkeit und dem höheren Gewicht ebenfalls mit schweren Verletzungsfolgen rechnen als bei einem Fahrrad ohne elektrische Unterstützung.

Pedelecs seien schwerer, beschleunigten stärker und seien "daher nicht ganz leicht zu handhaben", so Zeidler.

Präventionsmaßnahmen und Empfehlungen

Experten sind sich einig, dass vor allem gut befahrbare Radwege das Unfallrisiko maßgeblich senken. Auf Radwegen geringeres Unfallrisiko. Dazu gehören aber auch Instandhaltung und beispielsweise im Herbst und Winter das Entfernen von Laub und Schnee.

Einen wesentlichen Schutz bietet natürlich ein Fahrradhelm. Und für die schnelleren Pedelecs empfehlt die UDV, bei der Neuanschaffung auf ein mögliches ABS zu achten.

Um Unfälle zu vermeiden, sei gegenseitige Rücksichtnahme ein Schlüssel. Radfahrer sollten unsichere Landstraßen im Zweifel besser meiden. Ein Umweg, mit mehr Sicherheit, kann die bessere Alternative sein.

Dazu wird zu gut sichtbarer Kleidung und ausreichend Licht am Rad geraten. Die Autofahrer hingegen sollten auf Landstraßen stärker auf Radfahrer achten und gerade bei höheren Geschwindigkeiten aufmerksamer sein.

Dabei kann jeder etwas tun, um sicherer mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs zu sein. So bietet beispielsweise die Polizei Forchheim am 12.08.2025 von 10 bis 14 Uhr ein kostenloses Fahrsicherheitstraining an. Neben dem Training werden auch mitgebrachte Fahrräder auf ihre Verkehrssicherheit überprüft. Zudem gibt es Informationen rund um das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Studienmethoden

Für die Studie untersuchten die Unfallforscher der Versicherungen unter anderem rund 8000 Rad-Alleinunfälle in fünf Bundesländern, Unfallhergänge von knapp 1500 Alleinunfällen und befragte online mehr als 1500 Betroffene. Außerdem wurden Örtlichkeiten analysiert sowie Verkehrsplaner, Mediziner und Polizeibeamte hinzugezogen.

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