Die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2024 zeigt, dass die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 55.106 Verkehrsunfälle verzeichnete, was einem leichten Rückgang um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden blieb mit 4.895 Fällen nahezu konstant (+0,3 Prozent).
Innenminister Christian Pegel hat die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2024 vorgestellt. „Das Gesamtunfallgeschehen liegt weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie, was zunächst eine erfreuliche Entwicklung darstellt. Dennoch gibt es klare Wermutstropfen - allen voran der deutliche Anstieg der Verkehrstoten. Hochgerechnet haben wir auf unseren Straßen alle vier Tage einen Unfall mit Getöteten zu beklagen“, so der Minister.
Besorgniserregender Anstieg bei getöteten Radfahrern
Besonders tragisch ist der Anstieg bei den getöteten Radfahrenden auf 14 Personen in 2024 (2023: 2) - darunter fünf Fahrerinnen und Fahrer von Pedelecs. Im Jahr 2024 starben 93 Menschen auf den Straßen im Nordosten - ein Anstieg um 63 Prozent gegenüber dem historischen Tief von 2023. Damit verzeichnet das Land den höchsten Stand an Verkehrstoten seit 2015.
„Neun der tödlich verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrer in unserem Land trugen keinen Helm. Diese Zahl macht betroffen und zeigt eindrücklich: Ein Fahrradhelm kann im Ernstfall Leben retten. Ich appelliere deshalb an alle Radfahrenden - ob jung oder alt: Tragen Sie Helm! Es ist ein kleiner Aufwand, der im entscheidenden Moment den entscheidenden Unterschied machen kann.“
Gerade vulnerable Gruppen wie Radfahrende, Kinder, Seniorinnen und Senioren oder Nutzer neuer Mobilitätsformen stehen zunehmend im Fokus unserer Verkehrssicherheitsarbeit“, betont der Minister.
Unfallursachen und Risikogruppen
Die überhöhte Geschwindigkeit bleibt eine der häufigsten Unfallursachen - auch wenn wir hier einen erfreulichen Rückgang um 22 Prozent - auf 650 - bei Unfällen mit Personenschaden verzeichnen“, erklärt Pegel. Allerdings gab es deutliche Anstiege bei Unfällen mit Personenschaden durch Vorfahrtsmissachtung, wodurch diese Unfallursache 2024 mit 745 Unfällen auf den traurigen ersten Platz gerutscht ist (+7 Prozent), Platz zwei nimmt der „Abstand“ mit 724 Unfällen (-2 Prozent) ein.
„2024 sehen wir eine gemischte Entwicklung: Während bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren die Zahl der Hauptverursacher nur leicht anstieg (600 Unfälle; +0,8 Prozent), nahm sie bei Kindern bis 18 Jahren um insgesamt 16,7 Prozent (334 Gesamtunfälle) und bei den über 75-Jährigen sogar um 6,4 Prozent (482 Unfälle) zu“, erläutert Minister Christian Pegel. „Diese Altersgruppen bleiben im Fokus unserer Verkehrssicherheitsarbeit - mit gezielten Präventionsprogrammen für Schulen und Seniorengruppen.“
Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Trotz intensiver Präventions- und Kontrollmaßnahmen, darunter mehr als 1.500 Veranstaltungen für Kinder und Verkehrssicherheitstage für Senioren, zeigt die Bilanz: Verkehrssicherheit bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
„Wir arbeiten weiter intensiv daran, das Unfallgeschehen zu reduzieren - durch Verkehrskontrollen, gezielte Prävention und den Schutz besonders gefährdeter Gruppen. Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Deshalb bleibt unser Ziel: Mehr Sicherheit auf allen Straßen - für alle! Ich appelliere deswegen auch an alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer: Seien Sie achtsam, rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst unterwegs. Jeder Unfall ist einer zu viel - besonders, wenn Menschen dabei ihr Leben verlieren“, so Christian Pegel abschließend.
Beispielhafte Maßnahmen in Rostock
Im Rahmen des einjährigen Verkehrsversuchs wird die Lange Straße temporär zu einer Fahrradstraße umgestaltet. Ziel ist es, das Radfahren attraktiver und sicherer zu machen:
- Radverkehrsanteil erhöhen
- Verkehrssicherheit steigern (subjektiv, Unfallstatistik)
- Klarheit in der Verkehrsführung für alle Beteiligten verbessern
- Beitrag zur Verkehrswende und Fahrradstadt Rostock
Das Modellprojekt soll in zwei Stufen ablaufen:
- Einrichtung der Fahrradstraße (entspr. Markierung- und Beschilderung)
- Unterbindung der Durchfahrt am Vogelsang/Krämerstraße für den Kfz-Verkehr
Die 2. Stufe soll zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs beitragen.
Unfalltypenkarte und Unfallhäufungsstellen
Die seit 2011 in der Polizeiinspektion Rostock elektronisch geführte Unfalltypenkarte gibt ein genaues Verkehrslagebild für die Hansestadt wieder. Die erkannten Unfallhäufungsstellen werden in der Verkehrsunfallkommission besprochen, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr zu finden.
Die Anzahl der tödlichen Straßenverkehrsunfälle auf null zu reduzieren, das ist unser Ziel im Sinne der #Visionzero!
Zusammenfassung der Unfallstatistik 2024 im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Die Unfallstatistik des Landkreises Ludwigslust-Parchim für das Jahr 2024 zeigt folgende Entwicklungen:
- 7.667 Verkehrsunfälle insgesamt (80 weniger als im Vorjahr)
- 9 Verkehrstote (2023: 15)
- 867 verletzte Verkehrsteilnehmer (2023: 906)
- 191 schwer verletzt
- 676 leicht verletzt
- Hauptunfallursache: überhöhte bzw. unangemessene Geschwindigkeit (343 Unfälle)
Besondere Vorkommnisse
- Drei tote Motorradfahrer
- Zunahme der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung, verursacht durch falsches Verhalten der Radfahrer
- Sicherere Autobahnen (BAB 14 und BAB 24) mit sinkenden Unfallzahlen
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