Im Radsport kommt es immer wieder zu Unfällen, die die Sportler und Zuschauer schockieren. Hier ein Überblick über einige aktuelle Ereignisse:
Unfall bei der Deutschland Tour
Die Nachricht im Finale der 2. Etappe der Deutschland Tour schreckte alle auf: Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) ist gestürzt! Aufatmen, als es hieß, dass der Dritte der Tour de France weiterfahren konnte. Wie schlimm er sich verletzte, sollen Untersuchungen am Abend ergeben. Im ersten Moment des Aufschreis vor Ort ging fast unter, dass mit Georg Zimmermann und Tobias Müller (beide Intermarche - Wanty) zwei weitere Deutsche in den Unfall verwickelt waren und zumindest der Deutsche Meister auch länger sitzen blieb und sich behandeln ließ. Am Ende kam aber auch er ins Ziel, wenn auch als Tagesletzter mit 11:28 Minuten Rückstand.
Passiert war es in einer Linkskurve knapp 17 Kilometer vor dem Ziel. Das Feld befand sich im Finale in voller Fahrt, als die TV-Bilder plötzlich die drei Verunglückten zeigte. "Wir sind einfach weggerutscht", schilderte Müller, der leichte Schürfwunden am linken Bein davontrug, gegenüber radsport-news.com den Unfall.
Danach beugte sich der Red-Bull-Star einige Sekunden auf seinem Rad sitzend über den Lenker. Nachdem er vom Rad gestiegen ist, drehte er seine Schultern, wohl um zu sehen, ob alles heil geblieben ist. "Ich bin das Leadout in den Anstieg reingefahren. Oben drüber ist einer vor mir gestürzt und ich konnte leider nichts mehr machen. Ich bin in den Zaun gefahren und wollte dann einfach nur noch ins Ziel gekommen", sagte Lipowitz später im Ziel zu den wartenden Reportern.
"Ich habe mit den Ärzten nur kurz geredet. Wir müssen jetzt noch einen genauen Check-Up machen und dann schauen, wie es morgen weitergeht. Ich habe mir die rechte Hand und auch die Schulter etwas angeschlagen, aber genaueres kann ich noch nicht sagen. Es geht vor allem um die rechte Hand, ob ich da den Lenker halten kann oder nicht. Schlimmer erwischte es wohl den Deutschen Meister.
Zimmermann, der gerade sein Comeback nach seinem schweren Sturz während der 9. Etappe der Tour de France gab, wo er sich großflächige und tiefe Schürfwunden zugezogen hatte, saß lange neben dem Bordstein auf dem Boden und wurde von mehreren Betreuern umringt. "Georg ist einigermaßen okay, aber wir müssen schauen", meinte ein Betreuer später am Bus. Auch bei Zimmermann, der vorher im Etappenverlauf bereits ein erstes Mal zu Fall gekommen war, müssen die Ärzte entscheiden, ob er zur 3.
Schwerer Unfall bei den deutschen Bahnrad-Meisterschaften
Bei den deutschen Bahnrad-Meisterschaften in Dudenhofen kam es zu einem schweren Unfall. Am letzten Tag der Deutschen Meisterschaft im Bahnradfahren im pfälzischen Dudenhofen hat es einen schweren Unfall gegeben. Zwei Fahrer stürzten bei einem Tempo von etwa 60 Stundenkilometern beim Halbfinale des Keirin-Eliterennens über die Bande in den Zuschauerraum.
Patrick Moster, der Sportdirektor beim Bund Deutscher Radfahrer, erklärte im Gespräch mit SWR Sport, wie es zu dem Unfall kam. Es sei bei einem Gerangel um die Positionen 4, 5 und 6 passiert. "Es war ein relativ hohes Tempo, bei dem man das Rad sehr gut unter Kontrolle haben muss.
"Es sind insgesamt zwölf Betroffene, mit den Radfahrern selbst. Zwei schwerere Verletzte wurden mit den Hubschraubern in umliegende Kliniken transportiert. Nach dem Crash wurde die Veranstaltung vorzeitig abgebrochen.
"Die Gesundheit von Sportlerinnen und Sportlern, Zuschauerinnen und Zuschauern geht immer vor. Der Veranstaltungsabbruch war deshalb alternativlos", sagte Oliver Streich, Vizepräsident bei German Cycling für Marketing und Kommunikation. "Ich bin geschockt von dem Unfall. Wir haben hier in Dudenhofen fünf Tage lang ein Radsport-Fest erlebt. So ein Ende der Veranstaltung hat sich natürlich niemand gewünscht", sagte Jens Hartwig, 1. Mittlerweile steht fest, dass kein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft eingeleitet wird.
Laut des Notarzt-Einsatzleiters gibt es insgesamt zehn Verletzte. Demnach handelt es sich dabei um die zwei betroffenen Fahrer und acht Zuschauer. Die beiden Fahrer zogen sich Schürfverletzungen und Prellungen zu.
Patrick Moster, Sportdirektor beim Bund Deutscher Radfahrer, sagt dem SWR: „Es war ein relativ hohes Tempo, bei dem man das Rad sehr gut unter Kontrolle haben muss. Dann kam es zu einem Fahrfehler und in der Folge zu diesem Sturz.“
Laut SWR-Informationen soll niemand in Lebensgefahr schweben. Doch es gibt wohl zwei schwerverletzte Zuschauer. Sie wurden mit zwei Rettungshubschraubern in die benachbarten Krankenhäuser der Region geflogen.
Schwerer Unfall von Chris Froome
Der viermalige Tour-de-France-Sieger Chris Froome ist im Training schwer gestürzt. Der Brite musste mit einem Helikopter in das Krankenhaus nach Toulon, rund 70 Kilometer südöstlich von Marseille, gebracht werden. Das bestätigte sein Team auf dem Instagram-Account des Radsportlers.
Demnach sei in den Sturz, der sich am Mittwoch auf einer Trainingsrunde ereignete, kein anderer Radfahrer und auch kein Fahrzeug involviert gewesen. Weitere Details zum Hergang des Unglücks nannte das Team nicht. Wohl aber zum Gesundheitszustand. Froome sei bei Bewusstsein und die ganze Zeit ansprechbar gewesen. Eine Kopfverletzung zog sich der 40-Jährige nicht zu. Die Diagnose ist dennoch heftig: ein Pneumothorax, fünf gebrochene Rippen und ein Bruch an einem Lendenwirbel.
Froome soll noch am Donnerstag operiert werden. Für den Tour-de-France-Sieger der Jahre 2013, 2015, 2016 und 2017 ist es bereits der zweite schwere Unfall seiner Karriere. 2019 fuhr Froome bei der Besichtigung des Einzelzeitfahrens beim Critérium du Dauphiné - so etwas wie der Generalprobe vor der Tour de France - gegen eine Hauswand. Er zog sich mehrere Knochenbrüche zu. Erst Anfang des Jahres hatte er sich zudem das Schlüsselbein gebrochen.
In den vergangenen Jahren konnte der Fahrer von Israel-Premier Tech nicht mehr an alte Glanzleistungen anknüpfen, in diesem Jahr nahm er an keiner Grand Tour (Tour de France, Giro d‘Italia, Vuelta) teil.
Sein Team gab auf Froomes "Instagram"-Seite ein Update zu seinen Verletzungen. Demnach habe Froome einen Pneumothorax, fünf gebrochene Rippen und einen Bruch an einem Lendenwirbel erlitten. Eine Kopfverletzung zog sich der Brite wohl nicht zu. Am Donnerstagnachmittag soll er im Krankenhaus in Toulon operiert werden.
Im Jahr 2019 zog er sich bei der Besichtigung des Einzelzeitfahrens des Critérium du Dauphiné mehrere Knochenbrüche zu, als er mit hoher Geschwindigkeit in eine Hauswand fuhr.
Wie sein Team Israel-Premier Tech am Freitag mitteilte, seien die Eingriffe wie geplant verlaufen. Froome erhole sich derzeit im Krankenhaus unter der Aufsicht des Ärzteteams. Außerdem bedankte er sich für die Anteilahme und die medizinische Versorgung.
Unfall der deutschen Bahnrad-Nationalmannschaft auf Mallorca
Schock für die deutsche Bahnrad-Nationalmannschaft: Bei einem schweren Unfall auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca sind sechs Team-Mitglieder von einem Auto angefahren und zum Teil schwer verletzt worden. Wie der deutsche Radsport-Verband German Cycling mitteilte, wurden die Sportler zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht, Lebensgefahr besteht bei keinem Athleten.
Bei den sechs Sportlern handelt es sich um den früheren U23-Europameister Tobias Buck-Gramcko, die beiden WM-Dritten Benjamin Boos und Bruno Kessler sowie Max-David Briese, Moritz Augenstein und Louis Gentzik, die allesamt der Ausdauer-Nationalmannschaft angehören.
Der Unfall ereignete sich am Montagvormittag (27.01.2025) in der Nähe des Flughafens Palma de Mallorca, unweit des Mannschaftsquartiers. Laut Verbandsangaben hat ein Autofahrer, der 89 Jahre alt sein soll, die Gruppe übersehen und ist frontal in sie hineingefahren. "Das ist schon dramatisch", sagte eine Verbandssprecherin.
Die Athleten wurden auf zwei Krankenhäuser verteilt. Das Nationalteam befand sich zur Vorbereitung auf die Bahnrad-EM vom 12. bis 15. Februar im belgischen Heusden-Zolder auf Mallorca.
Tödlicher Unfall von Sara Piffer
Nach dem Tod der 19 Jahre alten Radrennfahrerin Sara Piffer bei einer Trainingsfahrt hat ihr Vater dem Unfallverursacher vergeben. Laut Polizei hatte Sara Piffer mit ihrem Bruder auf einer Straße bei Mezzocorona in der Provinz Trient trainiert, als sie nur etwa zehn Kilometer von ihrem Wohnort entfernt von einem Auto beim Überholen erfasst wurde.
Nach Angaben der örtlichen Polizei hatte ein Autofahrer ein anderes Auto überholt und war dabei frontal mit der 19-Jährigen zusammengestoßen. Gegen den 70-Jährigen, der laut Polizei aus der Region stammt, wird wegen Tötung im Straßenverkehr ermittelt.
«Sie war immer vorsichtig und glücklich, mit ihrem Bruder trainieren zu können, weil sie nicht immer fahren konnten. Sie sagte zu mir: "Papa, wir passen immer auf, es sind die anderen, die nicht auf uns aufpassen." Und leider war es so», sagte der Vater der Zeitung. Sie habe viele Talente gehabt, sie habe gemalt, Skulpturen gemacht, und die Statue der Madonna des Dorfes restauriert. «Sie war eine Blume, ein Geschenk Gottes. Ich bin dankbar, sie gehabt zu haben, dafür bin ich nur dankbar.»
Die Nachricht vom Tod der Nachwuchssportlerin war in der Region mit Bestürzung aufgenommen worden.
Weitere tragische Todesfälle im Radsport
Im Radsport kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Im September des vergangenen Jahres war beim WM-Rennen der Juniorinnen in Zürich die 18 Jahre alte Nachwuchsfahrerin Muriel Furrer aus der Schweiz nach einem Sturz gestorben. In der jüngeren Vergangenheit schockten auch die Todesfälle des Schweizers Gino Mäder (2023) und des Norwegers André Drege (2024) die Radsport-Welt.
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