Unfallversicherung Motocross Vergleich: Sicherheit für Motorsportler

Der Motorsport übt eine grosse Faszination aus, birgt aber auch erhebliche Risiken. Hohe Geschwindigkeiten und das Fahren unter extremen Bedingungen erhöhen die Unfallwahrscheinlichkeit. Eine normale Unfallversicherung deckt die spezifischen Risiken, die mit Motorsportaktivitäten verbunden sind, oft nicht ab.

Daher ist eine spezielle Motorsport-Unfallversicherung unerlässlich, um finanzielle Risiken im Falle eines Unfalls zu minimieren. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Vergleich von Unfallversicherungen für Motocross und andere Motorsportarten.

Warum eine spezielle Motorsport-Unfallversicherung?

Selbst wer über eine private Unfallversicherung verfügt, sollte sich keinesfalls auf der sicheren Seite wähnen. Diese deckt zwar in der Regel Unfälle ab, die bei der Ausübung „normaler“ und sogar von Extremsportarten geschehen können, was beispielsweise sogar Tandem-Gleitschirmsprünge oder auch Downhill-Biken umfasst. Ausgenommen vom Versicherungsschutz sind jedoch Sportarten, die eine Fluglizenz erfordern und pauschal jegliche Form von Rennen mit Motorfahrzeugen. Selbst Kartfahren gilt als motorisierter Rennsport und wird damit nicht von der privaten Unfallversicherung abgedeckt. Damit ist klar: In jedem Fall ist eine bestehende Unfallversicherung im Falle eines Motorsport-Unfalls wertlos. Der Versicherer wird sich immer auf diesen Punkt berufen und die Leistung verweigern.

Alle deutschen Motorsportler, die in Deutschland oder im Ausland an offiziellen Rennveranstaltungen und -wettkämpfen teilnehmen möchten, müssen zuvor eine offizielle Motorsportlizenz des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund e.V.) beantragen. Mit dem Kauf einer nationalen oder internationalen DMSB-Lizenz schließt der Lizenznehmer immer auch automatisch eine Sportunfall-Grundversicherung ab. Im Ernstfall erscheint dieser Umfang sehr beschränkt, da er nicht annähernd die real entstehenden Kosten in ihrer Vollständigkeit abdecken könnte. Zudem greift diese Versicherung nur für Unfälle im Rahmen nationaler Rennen.

Was deckt eine Motorsport-Unfallversicherung ab?

Die Basisleistungen einer Motorsport-Unfallversicherung umfassen Invaliditätsleistung und Leistung im Todesfall. Ein breites Spektrum an Zusatzleistungen ist möglich. Je nach persönlichen Vorlieben und individuellen Anforderungen eines jeden Motorsportlers passen auch unterschiedliche Prämien- und Leistungsmodelle besser oder weniger gut.

Die Kernleistung einer Motorsport-Unfallversicherung zielt auf eine finanzielle Absicherung im Fall einer andauernden Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit ab. Dies muss jedoch im Falle einer reinen Motorsport-Unfallversicherung bei einer lizensierten motorsportlichen Aktivität, sprich einem Wettkampf, Qualifying oder Training beim Tragen einer entsprechenden vorgesehenen Schutzkleidung entstanden sein.

Einige Anbieter bieten die Möglichkeit, neben den motorsportlichen Aktivitäten auch die herkömmlichen Leistungen einer privaten Unfallversicherung für den Alltag rund um die Uhr und weltweit mit einzuschließen. Des Weiteren bieten die Versicherer in der Regel einen Ausgleich für kosmetische Operationen, beispielsweise zur Behebung von Entstellungen nach einem Unfall.

  • Invaliditätsleistung: Einmalige Zahlung bei dauerhafter Invalidität, deren Höhe vom Grad der Invalidität abhängt.
  • Unfallrente: Monatliche Rente bei dauerhaften Unfallfolgen, die die Invaliditätsleistung ergänzt.
  • Krankenhaustagegeld: Tägliche Zahlung während eines Krankenhausaufenthalts zur Deckung zusätzlicher Kosten.
  • Todesfallleistung: Einmalige Zahlung im Todesfall durch Unfall zur finanziellen Unterstützung der Hinterbliebenen.
  • Bergungskosten: Übernahme der Kosten für Such- und Rettungsaktionen sowie den Abtransport nach einem Unfall.
  • Kosmetische Operationen: Kostenübernahme für ästhetische Eingriffe zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbilds nach Verletzungen.

Worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Versicherungsprodukte auf verschiedenen Prämien- und Leistungsmodellen basieren, ist die Frage, welche Versicherung die insgesamt besten Konditionen aufweist, nicht ohne Weiteres zu beantworten. Absolut objektiv vergleichbar sind hingegen die Vertragsbedingungen. Diese sollte jeder Versicherungsnehmer vor Abschluss einer Motorsport-Unfallversicherung eingehend studieren und vergleichen. Eine Leistung nach Gliedertaxe oder bereits ab einem Invaliditätsgrad von einem Prozent sollten Mindeststandard sein.

Im Einzelfall sollte der Versicherungsnehmer vor Abschluss einer Motorsport-Unfallversicherung immer prüfen, ab welchem Invaliditätsgrad die Versicherungsleistung in welchem Maße und mit welcher Progression greift. Diese Konditionen variieren von Versicherer zu Versicherer. Häufig für den Motorsportbereich angebotene Tagesunfallversicherungen bieten hier beispielsweise eine Invaliditätsleistung erst ab einem Grad von 25 Prozent. Zur Beurteilung des Invaliditätsgrades dient die sogenannte Gliedertaxe.

Ist die Funktionsfähigkeit eines Körperteils nur teilweise eingeschränkt, ermittelt ein Arzt den entsprechenden Anteil des Prozentsatzes. Sind mehrere Körperteile durch den Unfallschaden beeinträchtigt, addieren sich die Prozentsätze. Die Versicherung leistet entsprechend diesem Prozentsatz. Ist eine Progression gegeben, kann die Versicherungsleistung bei Vollinvalidität die Invaliditätsleistung übersteigen. Ab welchem Grad diese Progression greift, regelt jeder Versicherer individuell. Eine Progressionsklausel bewirkt eine Steigerung der Versicherungssumme bei einer vereinbarten Invaliditätsleistung. Somit ist der Versicherungsnehmer bei höheren Invaliditätsgraden finanziell bessergestellt.

  • Gliedertaxe: Tabelle, die den Körper in verschiedene Teile unterteilt und jeder Körperpartie einen bestimmten Invaliditätsgrad zuweist.
  • Invaliditätsgrad: Eine gute Unfallversicherung sollte auch bei teilweiser Invalidität umfassende Leistungen bieten, idealerweise bereits ab einem Invaliditätsgrad von 50 %.
  • Progression: Mechanismus, der die Auszahlungssumme bei hoher Invalidität überproportional erhöht.

Kosten einer Motorsport-Unfallversicherung

Mit einer Unfallversicherung kaufen Sie sich finanzielle Freiheit im Falle einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung in Folge eines Unfalls. Die Kosten einer Unfallversicherung sind in der Regel vom Versicherten selbst abhängig. Je nach persönlicher Einstufung und gewünschtem Leistungsumfang wird Ihr Beitragssatz durch die Unfallversicherung bestimmt. Durchschnittlich liegen die monatlichen Kosten bei rund 20 bis 50 Euro. Günstige Unfallversicherungen gibt es allerdings bereits für unter 10 Euro im Monat.

Beeinflusst werden die Kosten der Unfallversicherung unter anderem durch Ihr Alter, Ihren Beruf, Ihre Hobbys und Ihren Gesundheitszustand. Zudem wirken sich die Invaliditätssumme und der Deckungsumfang bei einer Unfallversicherung auf den Beitrag aus. In der Regel stehen Ihnen hierzu bei den meisten Unfallversicherungen mehrere Tarife zur Auswahl, die sich sowohl in den monatlichen Kosten als auch im Leistungsumfang unterscheiden.

Die Prämien für diese Versicherungen sind variabel und hängen maßgeblich von der gewählten Deckungssumme ab. Es ist wichtig, einen Tarif zu wählen, der sowohl den finanziellen Möglichkeiten entspricht als auch ausreichenden Schutz bietet.

Empfehlungen und Anbieter

Insgesamt setzt sich in unserem Test die RacerCover der Jodexnis GmbH & Clickvers.de gegen die Konkurrenz durch. Man merkt dem Produkt die fachliche Expertise der Anbieter an. Die Versicherungsbedingungen überzeugen durch Klarheit und Transparenz. Den zweiten Rang sichert sich die Racing Policy der Jühe & Jühe GmbH Unfallversicherung. Scheint das Paketprinzip des Anbieters zunächst sehr starr und eingeschränkt, überzeugt das Prämien- und Leistungsmodell doch mit einigen Zusatzleistungen, guten Konditionen und der Möglichkeit individueller Anpassung auf Anfrage. Die Vertragskonditionen sind hervorragend und auch der Service weiß zu überzeugen. Spitzenreiter im Bereich Prämien und Leistung ist die sportvers.de Unfallversicherung, die nicht nur durch freie Definierbarkeit von Leistungen glänzt, sondern auch durch zahlreiche Zusatzleistungen.

Zusätzliche Aspekte

Ein guter Versicherungsschutz muss nicht sehr teuer sein. Eine Motorsport-Unfallversicherung richtet sich in der Regel an Motorsportler jedweder Spezialisierung. Versichert werden können alle Rennsportler, die entsprechend dem FIA- und DMSB- Reglement mit dem jeweiligen Sport entsprechender Sicherheitsausrüstung ausgestattet an den Start eines Wettkampfes oder Qualifyings gehen oder trainieren. Natürlich benötigt ein Profisportler einen umfangreicheren und umfassenderen Versicherungsschutz als ein Hobbyrennfahrer, was sich natürlich auch in höheren Prämien spiegelt. Gewöhnlicherweise werden Rennfahrer, die weniger als 50 Prozent des Gesamteinkommens mit dem Motorsport erzielen, als Hobbyrennfahrer eingestuft, allerdings legen verschiedene Versicherer diese Regelung unterschiedlich aus.

Manche Anbieter unterscheiden zwischen Motorrad- respektive Quadsport einerseits und Automobil- respektive Kartsport andererseits. Eine Prämiendifferenzierung zwischen Automobilsport und Motorradsport findet sich in der RacerCover und in der Racing Policy. Dies kommt den Automobilsportlern zugute, da sie niedrigere Prämien zu erwarten haben, Motorradsportler zahlen hingegen mehr.

Durch Progressionsvereinbarungen bis zu 350 Prozent kann die Invaliditätsleistung bei höheren Graden überproportional ansteigen. Den Finanzbedarf vom Unfallzeitpunkt bis zur Fälligkeit der Leistung nach ärztlicher Bescheinigung überbrücken die Versicherer entweder allein durch ein Krankenhaustagesgeld, eine Sofortleistung oder durch eine zusätzliche Übergangsleistung.

Unfallversicherung bei Enduro- oder Motocross-Rennen und Trainings

Ständig gibt es Diskussionen dazu, wann eine private Unfallversicherung ohne Einschluss des Rennrisikos greift, wenn trainiert wird oder Rennen bestritten werden. Ohne (fach-) anwaltliche Beratung sollte nie erzählt werden, wie der Unfall passiert ist. Egal wer fragt, wie der Unfall passiert ist, nie antworten ohne (fach-)anwaltlichen Rat! Wo es weh tut, sollte man dem Arzt sagen aber nicht wie es konkret dazu gekommen ist. Das hier geht: „das Motorrad ist auf meinen Arm gefallen“ oder „ich bin gestürzt, jetzt tut es da weh“. Das sind gute Aussagen. Selbst der Polizei ist besser nichts zu sagen, wenn sie nachfragt. Ihr habt Anspruch, euch anwaltlich beraten zu lassen.

Besser ist es immer zusätzlich eine Unfallversicherung mit dem Einschluss des Risikos Rennveranstaltung abgeschlossen zu haben, damit man erst mal schnell bzw. unkompliziert Geld hat - das was von der „normalen“ privaten Unfallversicherung eingeklagt wird, wird erst ausbezahlt, wenn man durch 2-3 Instanzen gewonnen hat. 3-5 Jahre kann das locker dauern. Warum nicht nur eine Unfallversicherung mit Rennrisiko abschließen? Das liegt erstens am Preis (dazu ganz unten mehr), außerdem gibt es meist Höchstgrenzen, die man maximal versichern kann, und bei 500.000,00 € bei Vollinvalidität ist meist schon Schluss - und das reicht einfach nicht, wenn man im Rollstuhl sitzt.

Private Unfallversicherungen leisten dann, wenn sich ein Unfall ereignet hat. Allerdings gibt es Ausschlüsse. Greift ein solcher Ausschluss, dann zahlt die Unfallversicherung nicht. Zum Beispiel bei Unfällen durch Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, Schlaganfälle, auch bei Unfällen wegen Trunkenheit oder bei Unfällen, die passieren, weil eine Straftat ausgeführt wird. Auch Unfälle durch Kriegs- oder Bürgerkriegsereignisse fallen unter den Ausschluss, ebenso Unfälle als Luftfahrzeugführer.

Wann muss die private Unfallversicherung bei MX/Enduro zahlen:

Die Ergebnisse vorneweg, die Erklärungen kommen später:

  • Enduro-Training im abgesperrten Gelände (mit Enduro- oder Motorcross-Motorrädern): Wer auf für den öffentlichen Verkehr abgesperrten Strecken fährt, um dort zu trainieren, also auf Vereinsstrecken oder private betriebene Rennstrecken, oder auch bei sich im Garten, ohne dass dort ein richtiges Rennen stattfindet, dann ist das, was dort passiert, keine Rennveranstaltung im Sinne der Unfallversicherung und auch keine Übungsfahrt zu einem Rennen. Verletzt man sich bei dem Training durch einen Unfall, hat man Versicherungsschutz. Immer dann also, wenn man normal trainiert, besteht Versicherungsschutz über jede normale Unfallversicherung ohne Einschluss des Risikos „Rennveranstaltung“. Da das Training ca. 90 % oder mehr der gesamten Sportausübung ausmacht, reicht dafür die normale Unfallversicherung ohne Einschluss des Risikos „Rennveranstaltung“ aus. Wer nie Rennen fährt, benötigt keine andere Versicherung!
  • Motocross-Training auf einer Motocross-Strecke (mit Enduro- oder Motocross-Motorrädern): Auch das ist keine Rennveranstaltung. Es ist keine Übungsfahrt zu einem Rennen. Es besteht Versicherungsschutz über die normale Unfallversicherung ohne Einschluss des Risikos Rennveranstaltung! Daran ändert sich nichts, wenn der Fahrer für sich allein versucht, besonders schnell zu fahren und irgendein anderer gleichzeitig auch für sich selbst versucht, schnell zu fahren.
  • Rennveranstaltung Motocross: Hier muss man unterscheiden, wobei der Unfall passiert. Über einen Acker fährt der Fahrer mit seinem Motorrad zum ersten Training. Die Fahrt über den Acker ist kein Rennen/Übungsfahrt. Es besteht Versicherungsschutz. Bei der Einfahrt zur Rennstrecke angekommen fährt der Motocrossfahrer auf die Rennstrecke ein, und sich einzufahren und die Strecke kennenzulernen. Schon dieses Einfahren auf die Rennstrecke ist eine „Übungsfahrt“ zu einem Rennen: Also: Der Ausschluss greift ab diesem Moment, es gibt keine Leistung, wenn man sich verletzt. Gleiches gilt für das Zeittraining - Kein Versicherungsschutz! Ebenso für Qualifikationsrennen - Kein Versicherungsschutz! Natürlich für die Rennen selbst - Kein Versicherungsschutz!
  • Rennveranstaltung Enduro: 2-Stunden Enduro-Rennen: Ziel dieser Rennveranstaltung ist, in 2 Stunden so schnell zu fahren, wie es technisch und konditionell geht, um ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Der Ausschluss Rennveranstaltung ist gegeben, weil das ein Rennen ist, auch wenn Geschicklichkeit und Ausdauer erheblicher Bestandteil ist, denn letztlich wird nach Zeit gewertet, und immer, wenn Zeit eine Rolle dafür spielt, oben auf dem Treppchen zu stehen, ist es ein Rennen im Sinne der Versicherungsbedingungen. Wer solche Rennen fährt, benötigt eine Versicherung mit einem Einschluss für „Rennveranstaltungen“.
  • Rennveranstaltung Enduro: Klassisches Enduro: Es ist, wie ein kleines Motocross-Rennen, nur ohne Gegner (außer man fährt auf einen vorherigen Starter auf). Solche Sonderprüfungen wiederholen sich während eines klassischen Endurorennens. Am Ende hat man 4-6 Stunden Gesamtfahrzeit, davon 1 Stunde echtes „Rennen“ auf Zeit. Bei den übrigen 3-5 Stunden ist Geschicklichkeit gefragt, denn man sollte ohne viel Energieaufwand und möglichst wenig Stürzen diese Streckenabschnitte absolvieren. Natürlich darf man eine vorgegebene Zeit nicht unterschreiten, aber die Zeiten sind derart ausreichend, dass es passt. Vor allen Dingen kann man nicht einen Platz nach oben fahren, wenn man diese normalen Strecken besonders schnell fährt. Also: Während der Sonderprüfung: Kein Versicherungsschutz! Auf der Etappe: Versicherungsschutz!

Fazit

Eine umfassende Motorsport-Unfallversicherung ist für jeden aktiven Motorsportler unerlässlich. Sie schützt vor finanziellen Risiken im Falle von Unfällen und bietet eine Vielzahl von Leistungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Rennfahrern zugeschnitten sind. Bei der Auswahl der richtigen Versicherung sollten die Vertragsbedingungen, die Gliedertaxe, der Invaliditätsgrad und die Progression berücksichtigt werden. Mit der richtigen Versicherung können Motorsportler ihrem Hobby mit einem größeren Gefühl der Sicherheit nachgehen.

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