Unterschied zwischen Inliner-Helm und Fahrradhelm: Sicherheit im Fokus

Viele Jugendliche und junggebliebene Radfahrer bevorzugen sogenannte BMX-, Skate- oder Inline-Helme, weil sie "cool" aussehen. Typisch für diese Helme ist ihre geschlossene, abgerundete Form mit wenigen Belüftungsöffnungen. Doch steht hier das Design über der Funktion?

Sicherheit und Schutzwirkung

Die weitaus häufigste lebensbedrohliche Verletzungsart bei Fahrradunfällen sind Kopfverletzungen. Die Sicherheit, also das Dämpfungsverhalten beim Sturz, ist das wichtigste Qualitätskriterium eines Fahrradhelmes.

Ein Helm kann Unfälle nicht vermeiden, aber er kann das Risiko schwerer oder tödlich verlaufender Kopfverletzungen erheblich minimieren. Allerdings nur, wenn der Helm passt und die Gurte korrekt eingestellt sind.

Die ADAC Unfallforschung belegt, dass ein Helm beim Sturz effektiv vor vielen Kopfverletzungen schützen kann. Auch der schlechteste Helm im Test kann im Ernstfall Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Daher gilt: Immer mit Helm radeln und diesen auch richtig aufsetzen!

Fahrradhelm-Test des ADAC

Der ADAC hat zehn BMX-, Skate- oder Inline-Helme für Jugendliche und Junggebliebene auf Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Das Ergebnis: Coole und sichere Helme müssen nicht teuer sein.

Testergebnisse ausgewählter Helme

Der ADAC Fahrradhelmtest 2020 zeigt, was außer einem guten Design noch in der neuen Generation der Helme steckt.

Hersteller/ModellPreis in EuroADAC UrteilHandhabung/KomfortUnfallschutzHitzebeständigkeitSchadstoffe
Uvex hlmt 4 cc59,992,31,82,81,51,0
Prophete Artikel Nr. 042424,492,42,62,51,51,0
Giro Quarter FS41,242,52,52,71,51,0
Nutcase Street Gen376,822,62,43,01,51,0
Alpina Airtime59,962,72,23,22,01,0
Abus Scraper 3.049,102,82,82,92,11,0
Btwin Teen 52019,992,82,63,12,51,0

Uvex hlmt 4 cc: Der Helm wurde im sogenannten Inmold-Verfahren hergestellt, bei dem die Außenschale und der Hartschaum miteinander verschweißt werden. Das Ergebnis ist eine vollständige Verbindung und sehr stabile Helmstruktur. Inmold-Helme sind in der Regel leichter als normale Hartschalenhelme. Mit nur 279 Gramm ist der Uvex hlmt 4 cc satte 190 Gramm leichter als der schwerste Helm im Test.

Prophete Artikel Nr. 0424: Dass gute Helme nicht teuer sein müssen, zeigt der Zweitplatzierte. Der Helm Prophete kostet etwas über 20 Euro und gehört im Test zu den günstigeren Helmen. Das Modell mit der Artikel-Nr. 0424 erzielt bei den Stoßdämpfungseigenschaften sogar das beste Ergebnis. Ausschlaggebend dafür ist vermutlich die Tatsache, dass bei fast allen Stoßversuchen viel Energie durch das Bersten der ABS-Außenschale beim Aufprall abgebaut wurde.

Btwin Teen 520: Der billigste Helm im Test ist der BTwin Teen 520. Ihn bekommt man schon für unter 20 Euro. Zwar weist dieser Helm auch eine befriedigende Schutzwirkung auf, aber dafür zeigt er in anderer Hinsicht einige Schwächen. So gibt es zum einen keine Möglichkeit die Gurte an den Ohren zu verstellen und das Schloss am Kinn hat kein Polster. Auch negativ: Bei der Prüfung der Hitzebeständigkeit kam es zu starker Geruchsentwicklung.

Unterschiede zwischen Fahrradhelmen und Skaterhelmen

Hat der Nachwuchs bereits einen Skaterhelm zuhause, den er für Inliner oder ein Skateboard für Kinder nutzt, greifen viele Eltern auch gerne beim Fahrradfahren zu dem Modell. Der Grund: Skaterhelme sind so konzipiert, dass sie vor allem den Hinterkopf schützen. Fahrradhelme sind hingegen aerodynamischer, weil auf dem Kinderfahrrad höhere Geschwindigkeiten erreicht werden als auf Skateboard oder Inlinern.

Fahrradhelme schützen Ihr Kind also auch bei Stürzen mit hoher Geschwindigkeit. Bei Skaterhelmen kann dies nicht gewährleistet werden.

Für Fahrrad- und für Skaterhelme gilt die gleiche Prüfnorm (EN 1078), die allerdings viel zu lasch ist. Die Schutzwirkung eines solchen Helms solltest Du deshalb nicht überschätzen.

Konstruktionsarten von Fahrradhelmen

Von der Bauart her haben sich 2 Helmtypen durchgesetzt, zum einen der Microshell-Helm zum anderen der Hardshell-Helm. Beide Typen besitzen eine innere Dämpfungsschale, über die bei dem Microshell-Helm eine hauchdünne Kunststoffschale, bei den Hardshelltypen eine 1-2 mm starke und harte Kunststoffschale gezogen ist.

Diese Hartschale-Helme werden überwiegend von Extremsportlern (z.B. Downhill, Cross- u.

Typen von Fahrradhelmen für Kinder

  • Mikroschalenhelm: Mikroschalenhelme gelten als modernste und sicherste Variante unter den Fahrradhelmen. Sie bestehen aus einer dünnen Schicht Hartkunststoff, die im In-Mold-Verfahren mit Hartschaumstoff verschweißt wird.
  • Weichschalenhelme: Weichschalenhelme besitzen keine extra Hartkunststoffschicht. Der Schutz ist dadurch nicht so hoch wie beim Mikroschalenhelm.
  • Hartschalenhelme: Diese Variante bietet mit der harten Außenschale einen perfekten Rundumschutz. Der Nachteil hier: Sie sind deutlich schwerer als andere Fahrradhelme.

Worauf sollte man beim Kauf eines Fahrradhelms achten?

Ein Helm muss gefallen, aber auch passen. Daher sollte unbedingt vor dem Kauf der Helm anprobiert werden. Hierbei muss der Helm gleichmäßig straff und angenehm sitzen, darf aber nicht drücken oder einschneiden. Im Fachhandel können dazu Hilfestellungen eingeholt werden.

Wichtig: Tauschen Sie den Helm nach einem Sturz unbedingt aus, auch wenn keine äußeren Schäden sichtbar sind. Entstandene innere Schäden können eine Schutzwirkung bei einem nachfolgenden Sturz deutlich verringern.

Wählen Sie möglichst helle und auffällige Farben des Helmdekors. Bestenfalls ist der Helm auch mit einem LED-Licht ausgestattet.

Kriterien für einen Fahrradhelm bei Kindern

Unabhängig von der Helmform sollte ein Fahrradhelm folgende Kriterien erfüllen:

  • Richtig messen: Der Helm muss zur Kopfform passen. Die besten getesteten Fahrradhelme taugen nichts, wenn sie nicht zu der Kopfform Ihres Kindes passen. Daher ist es wichtig, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren und das Kind am besten 15 Minuten damit herumrennen zu lassen.
  • Um den passenden Helm zu finden, messen Sie den Kopfumfang Ihres Kindes aus. Dafür legen Sie das Maßband etwa eineinhalb Zentimeter über den Augenbrauen an. Führen Sie das Band schräg um den Kopf. Das Band sollte am Hinterkopf leicht unterhalb des Stirn-Ausgangspunktes liegen.
  • Zusätzlich gilt es darauf zu achten, dass Stirn und Schläfen vom Helm bedeckt werden. Der Helm muss dafür waagerecht auf dem Kopf des Kindes sitzen.
  • Ein Helm darf nicht drücken und wehtun. Die Gurtbänder verlaufen etwa fingerbreit unter dem Ohr. Die Riemen unter dem Kinn sollten weder zu locker noch zu eng anliegen.

Inline Skate Helme

Die meisten Inline Skate Helme sind mit Lüftungsschlitzen ausgestattet, die ein Netzgewebe gegen das Eindringen von Insekten besitzen. Extra belüfteter Helm mit vielen Lüftungsschlitzen ist besonders für längere Ausflüge und intensives Training geeignet.

Gute Helmpolsterung ist für Ihren Komfort entscheidend und sorgt für maximale Anpassung nach dem individuellen Bedarf jedes Skaters. Für eine einfache Pflege ist es natürlich besser, wenn das Futter herausnehmbar ist.

Wichtige Hinweise für die Nutzung von Fahrradhelmen

Damit ein Fahrradhelm den Kopf beim Sturz vor Verletzungen schützen kann, muss er richtig passen und korrekt aufgesetzt werden. Er darf weder wackeln, noch sollte er über die Stirn oder in den Nacken rutschen.

Um den individuell passenden Fahrradhelm zu finden, sollte das Kind in jedem Fall beim Kauf dabei sein. Fakt ist: Nicht jedes Helmmodell passt zu jeder Kopfform.

  • Tragen sie selbst einen Helm auf dem Rad, werden es auch ihre Kinder freiwillig tun.
  • Zwischen den Augenbrauen und der Helmunterkante sind dann in etwa ein bis zwei Fingerbreit Platz.
  • Der Helm muss am Kopf bleiben, wenn er nur mit dem hinteren Verstellsystem fixiert ist und das Kind seinen Kopf kräftig schüttelt.
  • Kunststoffe altern, daher sollten Helme nach etwa fünf Jahren ausgetauscht werden.
  • Außerdem sollte der Helm das GS-Zeichen tragen.

Fahrradhelme und andere Sportarten

Fahrradhelme eignen sich nicht als Kopfschutz beim Reiten, Inlineskaten oder anderen Sportarten.

Beim Inlineskaten ist die Gefahr besonders hoch, nach hinten zu fallen. Ein guter Inlineskating-Helm ist um den Hinterkopf herumgeschlossen und hat nicht die für Fahrradhelme oft typische aerodynamisch spitz zulaufende Form.

Beim Sturz mit Inlinern auf den Hinterkopf könnte ein Fahrradhelm entweder stark nach vorne rutschen, wodurch das Kinngeschirr den Fahrer strangulieren kann, oder der Kopf würde nach hinten überstreckt, was im schlimmsten Fall zu Verletzungen der Halswirbelsäule führt.

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