Skibrille vs. Motocross Brille: Was sind die Unterschiede?

Eine Skibrille zu kaufen ist gar nicht so einfach, da es Hunderte von Modellen gibt, die auf den ersten Blick gleich aussehen und sich nur durch den Preis unterscheiden.

Warum eine Skibrille tragen?

Es geht in erster Linie darum, für die eigene Sicherheit zu sorgen. Auf der Skipiste lauern eine ganze Menge Gefahren für Ihre Augen, und die Skibrille schützt Sie davor.

Gefahren für die Augen auf der Skipiste

Gefahr 1: UV-Strahlung und das Licht

Die Hauptaufgabe Ihrer Skibrille ist es, Sie vor der Sonnenstrahlung, der UV-Strahlung und den Gefahren zu schützen, die vom starken Licht im Gebirge ausgehen. Die UV-Strahlen sind in Höhenlagen extrem aggressiv und können die Bindehaut und die Hornhaut Ihrer Augen schädigen. Alle 1000 Meter wächst die Intensität dieser Strahlen um 10 bis 12 Prozent. Dazu kommt, dass der Schnee 85 Prozent der Lichtstrahlen reflektiert, selbst wenn der Himmel bedeckt ist. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Photokeratitis (Verblendung) kommen, auch Schnee-Blindheit genannt, wenn Sie Ihre Augen ungeschützt der ultravioletten Strahlung aussetzen. Ein Übermaß an UV-Strahlung kann zum Absterben von Zellen Ihres Augapfels führen. Dies ist schmerzhaft, allerdings spüren Sie die ersten Symptome erst, wenn es längst zu spät ist, nämlich einige Stunden später. Rote und tränende Augen und das Gefühl, Sand in den Augen zu haben, dazu ein zeitweiser Verlust der Sehschärfe gehen damit einher. Die natürliche Heilung kann bis zu 48 Stunden dauern.

Das natürliche Licht um Sie herum kann zu einer Blendung führen, zu Augenmüdigkeit und zu einem unangenehmen Sehgefühl. Deshalb ist es ganz wichtig, Ihre Augen mit einer passenden Skibrille zu schützen und dabei auf einen angemessenen Schutz entsprechend der Lichtverhältnisse zu achten.

Gefahr 2: Das Gelände

Die Rückstrahlung des Lichtes auf dem Schnee oder auch Nebel können Ihre Wahrnehmung des Geländes beeinträchtigen und so einen Sturz provozieren, wenn Sie zum Beispiel eine Eisplatte übersehen. Eine Skibrille sorgt dafür, dass Sie dank passender Scheiben das Gelände besser erkennen.

Gefahr 3: Kälte, Schnee und Regen

Eine weitere Aufgabe einer Skibrille besteht darin, Sie vor der Kälte zu schützen. Wenn Sie bei vollem Tempo die Piste hinabrauschen, können die Minustemperaturen schnell Ihren Augen zusetzen. Ein kleiner Riss im Augenwinkel und tränende Augen sind nie ein wirklicher Spaß. Und an regnerischen oder verschneiten Tagen sehen Sie ohne eine Skibrille ganz einfach mal gar nichts mehr. Die Skibrille ist also unersätzlich, wenn Sie Ihre Augen vor Wind und Kälte schützen und die Piste so komfortabel wie möglich befahren wollen.

Gefahr 4: Fremdkörper im Auge

Und schließlich ist eine Skibrille auch Ihr bester Freund, um zu verhindern, dass irgendein Fremdkörper in Ihr Auge eindringt und zu Verletzungen oder im schlimmsten Fall sogar Erblindung führt. Ein kleiner Stein, der Ast eines Tannenbaumes oder - der Albtraum schlechthin - die Spitze eines Skistockes...

Material der Scheibe

Mineralglas

Klassischerweise wurden die Scheiben von Skibrillen aus Mineralglas gefertigt, das aus Sand hergestellt wurde. Abgesehen von den außergewöhnlichen optischen Qualitäten weist Naturglas auch einen hohen Schutz gegen Kratzer auf. Allerdings ist dieses Glas vergleichsweise fragil und auch schwerer als organisches Glas.

Organisches Glas oder Polycarbonat-Glas

Nach und nach haben organische Gläser die Naturgläser in den Skibrillen ersetzt. Heutzutage besteht ein Großteil der Scheiben aus Polycarbonat, einem Kunststoff, der für seine unglaubliche Widerstandskraft gegen Stöße bekannt ist. Im Gegensatz zu Mineralglas ist Polycarbonat kaum zu brechen. Noch dazu ist es leichter und somit komfortabler zu tragen. Und schließlich finden Sie unendlich viele Tönungen vor.

NXT-Glas

Dabei handelt es sich um das Glas der neuesten Generation. Es vereint die Qualitäten von Mineralglas und Polycarbonat und lässt die Nachteile einfach weg. Im Gegensatz zu Polycarbonat, das bei hoher Temperatur eingespritzt wird, fließt das NXT bei niedrigen Temperaturen. Hergestellt wird es auf Trivex-Basis und sorgt für eine kristallklare Sicht mit einer klaren Optik, die nahe an jener eines Naturglases ist. NXT ist praktisch unkaputtbar und hat seine Robustheit an Cockpits und Scheiben von Hubschraubern bewiesen. Noch dazu ist es ultraleicht und bringt sogar noch einmal 14 Prozent weniger Gewicht als Polycarbonat auf die Waage.

Sphärische oder zylindrische Scheibe: Wo liegen die Unterschiede?

Es gibt zwei Haupt-Scheibentypen: zylindrische Scheiben und sphärische Scheiben. Dabei handelt es sich vor allem um eine Frage des Stils, auch wenn jeder dieser Scheibentypen dennoch seine Vor- und Nachteile hat:

Zylindrische Scheibe

Sie ist zweidimensional gebogen und folgt der Form Ihres Gesichtes.

  • Nachteil: Das Sichtfeld ist etwas kleiner.
  • Vorteile: weniger optische Verzerrung, das Bild wird nicht verformt.

Sphärische Scheibe

Eine sphärische Scheibe ist dreidimensional gebogen und folgt der Form Ihrer Netzhaut.

  • Nachteile: Wegen der Scheibenform kann das Bild nach außen hin etwas verzerrt werden. Dadurch ergibt sich ein Prismaeffekt, der auch die Lichtstrahlen bricht. Auch wenn dieser Effekt eher selten ist, so kann dies zu einer Ermüdung der Augen führen. Bei Trägern progressiver Brillen tritt das Phänomen häufiger auf. Zudem folgt aus der aufwendigen Herstellung auch ein höherer Preis.
  • Vorteile: großes Sichtfeld, ideal für Freeride.

OTG-Skibrille: die Lösung für alle Brillenträger

Nicht jeder kann sich eine Skibrille mit einem Glas seiner Sehstärke leisten. Die OTG (Over The Glasses) Skibrillen erlauben es Trägern einer Sehbrille, diese unter der Skibrille aufzubehalten und somit auch beim Skifahren zu tragen - und zwar dank eines größeren Innenvolumens und speziellen Ausformungen an der Seite für die Brillenbügel. Die OTG-Skibrille über der Sehbrille zu tragen fühlt sich damit also ganz normal an.

Die Marken Oakley, Julbo und Salomon bieten hochwertige und leistungsstarke OTG-Modelle an. Cairn, Cébé und Bliz sind preislich günstiger, während Atomic und Scott das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Welche Schutzkategorie ist die passende für Ihre Skibrille?

Alle mit der Norm EN174 zertifizierten Skibrillen bieten einen 100-prozentigen UV-Schutz.

Die Scheiben der Kategorie 0

Diese Scheiben lassen mehr als 80 % des Lichtes durch. Die Gläser sind ungetönt und für nächtliche Ausflüge gedacht.

Die Scheiben der Kategorie 1

Diese Scheiben lassen zwischen 80 % und 43 % des sichtbaren Lichtes durch. In der Regel sind die Gläser leicht getönt.

Die Scheiben der Kategorie 2

Diese Scheiben lassen zwischen 43 % und 18 % des Lichtes passieren.

Die Scheiben der Kategorie 3

Diese Scheiben lassen nur etwa 18 % bis 8 % des Lichtes durch.

Die Scheiben der Kategorie 4

Dieser Scheibentyp lässt weniger als 8 % des Lichts durch und ist eher selten. Verwendung findet er in hohen Höhenlagen, etwa auf Gletschern unter Extrembedingungen.

Was ist eine photochrome Scheibe?

Diese sehr praktischen Scheiben reagieren auf UV und passen ihre Lichtdurchlässigkeit automatisch an die jeweiligen Lichtverhältnisse an. Um es einfach zu erklären: Scheint viel Sonne, verdunkeln sie sich. Ziehen Wolken auf, werden die Gläser heller. Ein paar Makel gibt es natürlich trotzdem... Allen voran die Zeit, die es dauert, bis sich die Scheibe an die geänderten Verhältnisse anpasst. Je nach Modell sprechen wir da nicht nur von ein paar Sekunden, sondern mitunter Minuten. Soll heißen: Rechnen Sie nicht mit einer sofortigen Umstellung, wenn Sie durch ein Waldstück fahren. Auch die äußeren Temperaturen spielen eine Rolle. Einige Einsteigermodelle funktionieren bedeutend schlechter, wenn die Temperaturen fallen. Damit Sie kein blaues Wunder erleben, empfehlen wir Ihnen die neuesten Skibrillen mit NXT-Scheibe.

Auch wenn sie vielseitig sind, so bleiben die photochromen Scheiben leistungsmäßig doch etwas hinter den hochwertigen Scheiben zurück, die nur eine einzige Kategorie abdecken und unveränderlich sind.

Eine andere Option, wenn Sie immer stark ausgestattet sein wollen, sind Skibrillen, an denen Sie die Scheiben ganz einfach wechseln können.

Welche Tönung für die Scheibe wählen?

Abgesehen von den verschiedenen Kategorien unterscheidet man auch unterschiedliche Scheibentönungen. Diese ermöglichen es, die Geländestruktur besser zu erkennen und die Helligkeit in der Umgebung zu optimieren.

  • Gelb, Rosa und Orange schärfen die Struktur vor allem bei Nebel. Bei Gelb jedoch laufen Sie Gefahr, dass Sie geblendet werden, falls die Sonne plötzlich hervorscheint. Rosa und Orange sind da vielseitiger.
  • Grau und Braun hingegen bieten sich an, wenn die Lichtverhältnisse sehr hell sind. Grau ist neutral und verfälscht die Farben am wenigsten. Braun hingegen wirkt beruhigender und angenehmer.

Brauchen Sie eine Skibrille mit polarisierter Scheibe?

Blendeffekte entstehen durch etwas, das man polarisiertes Licht nennt. Dieses indirekte Licht entsteht durch die Reflexion von Sonnenstrahlung auf einem glänzenden Untergrund wie Wasser oder Schnee. Polarisierte Gläser verhindern diese Rückstrahlung der Sonne und blockieren die Blendstrahlen, während sie das nützliche Licht durchlassen - sie filtern also "gutes" von "schlechtem" Licht, weshalb Sie auch schon vom Polarisationsfilter gehört haben dürften. Zugleich verbessern sie die Kontraste und Farben.

Gedacht sind die Skibrillen mit polarisierten Scheiben für die richtig sonnenreichen Tage, an denen sie für einen höheren Sehkomfort und eine stärkere visuelle Schärfe sorgen. Allerdings mag die Polarisierung ein Blenden verhindern, Sie laufen zugleich aber auch Gefahr, dass Sie Details im Schnee wie etwa eine Eisscholle übersehen, da auch solche Reflexionen vermindert werden.

Wollen Sie böse Überraschungen vermeiden, hilft Ihnen die innovative Technologie Glare Control von Julbo. Dabei handelt es sich um eine teilweise Polarisierung, die den Blendeffekt des Schnees beseitigt, aber die Sichtbarkeit von Eis nicht behindert. Diese Scheiben sind schwach polarisiert und zugleich effizienter, weil sie auch noch photochrom sind.

Neue Technologien für die Scheibe

Die Marken wollen Ihren Sehkomfort und die Leistung ihrer Skibrillen stetig verbessern und konkurrieren daher darum, immer neue Technologien und Innovationen anzubieten. Manchmal handelt es sich um simple Gadgets, manchmal um richtige Revolutionen. Hier kommen die neuesten Entwicklungen im Bereich der Skibrillen:

Skibrillen mit Wechselscheiben

Die Skibrillen mit Wechselscheibe gehören eher zum gehobenen Segment und sind eine echte Alternative zum Kauf entweder zweier Skibrillen verschiedener Kategorien oder einer photochromen Skibrille. In dieser Kategorie finden Sie sehr häufig rahmenlose Skibrillen vor, da das Fehlen eines richtigen Gestells den Austausch der Scheiben erleichtert.

Die magnetischen Scheiben sind ganz klar die praktischsten - vor allem dann, wenn Sie die Scheibe bei minus 10 Grad und mit Ihren Handschuhen mitten auf der Piste wechseln wollen.

Technologie Vivid von Giro

Die Marke Giro vertraut dem Know-how von Zeiss Optics, um die hauseigene Technologie Vivid zu entwickeln. Das Ziel ist dabei, Ihnen eine bestmögliche Sicht zu bieten und die Kontraste und die Auflösung zu verbessern, damit Ihre Reaktionszeit verringert und so der Ermüdung Ihrer Augen vorgebeugt wird. Die meisten Sonnenbrillen filtern blaues Licht, wobei dieses fundamental dafür ist, um in einem verschneiten Gelände die Struktur zu erkennen. Die Vivid-Technologie manipuliert dieses blaue Licht, indem sie die Kontraste betont und schädliche Strahlen herausfiltert.

Technologie Clarity von POC

Bei POC vertritt man die Auffassung, dass die Reflexionen des Schnees und des Eises wichtig sind für Sie Skifahrer, um die Geländestruktur gut genug erkennen zu können. Dabei wird sich der Polarisation bedient, um die Klarheit zu verbessern. POC hat deshalb gemeinsam mit Zeiss, dem führenden Unternehmen in der optischen Industrie, die Technologie Clarity entwickelt. Diese Scheiben filtern bestimmte Werte des Lichtspektrums und erhöhen bzw. senken die Frequenzen bestimmter Farben. POC bietet zwei Optionen an, darunter eine für Wettkämpfer mit 4 verschiedenen Tönungen (mit einem Lichtbereich von 13 bis 49 %) für eine präzise Sicht, die an die Sonnenstärke angepasst ist. Dazu kommt die Spiegelung Spektris, die Ihre Augen vor Blenden schützt und die Ermüdung der Augen begrenzt.

Technologie ChromaPop von Smith

Für eine außergewöhnliche Auflösung und Klarheit hat Smith die ChromaPop-Linsen entwickelt. Diese Scheiben verstärken die natürlichen Farben, betonen die Geländestruktur und verbessern die Kontraste. Sie filtern die Farben des Lichtspektrums und bieten Ihnen eine bessere Auflösung und eine optimale, klare Sicht. Für eine hohe Effizienz unter egal welchen Umständen bietet Smith 8 Tönungen an, die in 3 Kategorien eingeteilt sind (mit einem Lichtspektrum von 9 bis 65 %). Die Storm-Scheiben verbessern die Kontraste bei schlechtem Wetter, während die Sun-Scheiben bei sonnigem Wetter zum Einsatz kommen. Die Everyday-Scheiben sind die vielseitigsten Modelle.

Technologie Prizm von Oakley

Auch Oakley hat eine eigene Lösung entwickelt, um Farben und Kontraste zu optimieren und die Sicht zu verbessern. Die Prizm-Technologie erlaubt es, die Übertragung des Lichtes effizient zu steuern. Verschneite Landschaften werden von einem starken Weiß dominiert, was es schwierig macht, Kontraste und Details in der Geländestruktur klar zu erkennen. Die Prizm-Scheiben verstärken Rot und Cyan und machen so die Kontraste im Schnee für das Auge leichter sichtbar. Auch die Farbwahrnehmung ist präziser.

Die Crossbrille im Motocross

Die Crossbrille ist im Motocross, Enduro oder Downhill längst zum stylischen Accessoire vieler Fahrer geworden, allerdings hat diese eine ganz wichtige Aufgabe: Die Protektion der Augen. Beim Motorradfahren ist das Auge durch Insekten, Steinschlag, Sonnenstrahlen und selbstverständlich auch durch den Fahrtwind Gefahren ausgesetzt. Deshalb ist die wichtigste Anforderung an jede Crossbrille neben der perfekten Sicht auch die Sicherheit der Augen des Fahrers. Im Normalfall übernimmt das Visier des Motorradhelms diese Aufgabe. Beim Fahren mit Helmen ohne oder hochgezogenem Visier muss unbedingt eine Crossbrille genutzt werden. Vor allem Sportler im Enduro und Motocross brauchen die richtige individuelle Crossbrille für den perfekten Schutz. Ansonsten setzt man sich zu großem Risiko aus.

Anforderungen an Crossbrillen

Damit eine Crossbrille 100% vor Dreck und Staub schützt, sollte sie folgende Anforderungen erfüllen. Die Augen und dessen Abschirmung stehen hier im Fokus. Darunter zählt beispielsweise die Protektion vor Steinschlag, Staub oder Insekten. Vor allem bei Crossbrillen ist der Steinschlag zu beachten, wenn diese mit ihrem Motocross Offroad Motorrad unterwegs sind. Mit einem Motorrad werden hohe Geschwindigkeiten erreicht. So schnell, dass der Wind zu einer Gefahr werden kann. Die Sicherung des Auges vor Austrocknung durch Fahrtwind ist also ebenso wichtig. Natürlich sollte die Brille während der Fahrt nicht beschlagen, so dass immer eine gute freie Sicht auf die Straße gegeben ist. Neben der Sicherheitsfunktion kann das Glas einiger MX Brillen individuell gestaltet werden. Dabei kann man sich zwischen der Art des Glases, der Tönung sowie der Spiegelung entscheiden.

Tabelle: Vergleich von Skibrillen und Motocross Brillen

Merkmal Skibrille Motocross Brille
Schutz vor UV-Strahlung Ja Ja
Schutz vor Kälte Ja Nein
Schutz vor Fremdkörpern Ja Ja
Anpassung an Lichtverhältnisse Photochrom oder Wechselscheiben Verschiedene Tönungen
OTG-Option Ja Ja

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