Nicht umsonst hat sich die Nabenschaltung im Laufe der Entwicklung in vielen Bereichen der Fahrradbranche durchgesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Hinterradnabe mit eingebauter Gangschaltung im Inneren. Doch was genau macht ein Urban Bike mit Nabenschaltung aus? Welche Vor- und Nachteile sind mit dieser Technologie verbunden?
Was ist ein Urban Bike?
Urban Bikes fallen durch ihr sportliches und schlankes Design auf und befördern Sie schnell und agil durch Ihre Stadt. Meist ohne Gepäckträger und nur mit der wichtigsten Ausstattung ermöglichen die Räder eine besonders leichte und angenehme Fahrt, was sie hervorragend für den harten Asphalt der Straße sowie den Schotter in Parks und Wäldern macht. Falls Sie es jedoch mal etwas ruhiger angehen möchten, bekommen Sie mit den wendigen Laufrädern selbst in den schmalsten Straßen und engsten Gassen die richtige Kurve.
Vorteile eines Urban Bikes
Die mobilen und schlanken Urban Bikes sind vielseitige Wegbegleiter, die optimal auf die Urbanisierung der Städte und Metropolen ausgerichtet sind. Der Vorteil: Ein umweltfreundliches Fortbewegungsmittel an Ihrer Seite, das keinen CO2-Ausstoß verursacht. Dabei können Sie ebenfalls auf die folgenden Vorzüge setzen:
- Leichte Fortbewegung (geringes Gewicht)
- Ziele schnell erreichbar (Arbeit, Supermarkt, Promenade, Wald usw.)
- Idealer Begleiter zum Lieblingsort und für die Erkundung neuer Orte
- Verleiht dem eigenen Stil eine sportliche Note
- Stabiler Rahmen in Diamantform aus Aluminium
- Mit einer leistungsstarken Lichtanlage für dunkle Gegenden (je nach Ausstattung)
- Wartungsfreie Nabenschaltung oder Kettenschaltung
- Hochwertige Gangschaltung mit vielen Gängen
- Wartungsarme und pflegeleichte Komponenten (z. B. optimal für tägliche Fahrten bei Regenwetter und Pfützen am Bordstein)
Die Nabenschaltung im Detail
Die Gangschaltung gehört zu den wichtigsten Bauteilen eines Fahrrads. Sie macht das Vorankommen angenehmer, effizienter und schneller. Seit einiger Zeit gewinnt die Nabenschaltung wieder an Bedeutung. Gründe dafür gibt es viele - allen voran der, dass sich die Nabenschaltung auch technisch stark weiterentwickelt hat. Inzwischen gibt es Modelle standardmäßig mit drei bis elf Gängen. Zeitgemäße Nabenschaltungen arbeiten mit einem Planetengetriebe in der Radnabe. Dabei drehen sich äußere Zahnräder - die Planetenräder - um innere, fest mit der Achse verbundenen Zahnräder - die Sonnenräder. Der am Schalthebel ausgewählte Gang bestimmt, welche Konstellation aktiviert wird.
Bei einer Nabenschaltung wird nur ein einzelnes Ritzel an der Nabe sowie nur ein Kettenblatt an der Kurbel verbaut. Dies sorgt für eine optimale Kettenlinie (die Kette kann nicht abspringen) und volle Kraftübertragung. Die Speichenaufnahme kann weiter außen und symmetrisch positioniert werden, so entsteht eine höhere Belastbarkeit, es kommt seltener zu Speichenbrüchen.
Funktionsweise
Nabenschaltungen sind innerhalb der Nabenhülse untergebrachte Planetengetriebe. Dabei sind um ein zentrales Zahnrad weitere Zahnräder wie Planeten angeordnet. Über den Schaltzug wird eine Schaltmuffe bewegt, die dafür sorgt, dass die Zahnräder in unterschiedlichen Kombinationen ineinandergreifen und so die Drehgeschwindigkeit des Ritzels in eine langsamere oder schnellere Bewegung des Rades unter- oder übersetzen, oder im Direktgang beide Geschwindigkeiten synchronisieren.
Vorteile der Nabenschaltung
Hier liegt bereits der erste Vorteil auf der Hand: Durch ihre Lage ist die Schaltung weitestgehend vor negativen äußeren Einflüssen und auch vor Stürzen geschützt. Schmutz und Verunreinigungen sowie Regen und Schnee können ihr nichts anhaben. Dies hat zur Folge, dass auch die laufenden Kosten (z.B. für Schmierung und Reparaturen) gering bleiben. Ähnliches gilt auch für Verschleiß und Wartungsarbeiten. Zudem beeinträchtigen kleinere Verschmutzungen die Nabenschaltung nicht in ihrer Funktion, ganz im Gegensatz zur Kettenschaltung.
In der Bedienung findet sich ein weiterer Vorteil, der ganz besonders für Biker im Stadtverkehr, Gelegenheitsfahrer und Anfänger interessant ist: Die Nabenschaltung kann im Stand betätigt werden. Ein enormer Vorteil beim Stopp-and-Go an vielen Ampeln. Die Gänge befinden sich in gleichen Abstufungen hintereinander, der praktische Drehgriffschalter sorgt für eine gute Übersicht und weniger Bedienfehler. Durch die simple Schaltlogik kann man sich ganz aufs Fahren konzentrieren. Meist wird per Drehgriff geschaltet - in eine Richtung wird es schneller, in die andere langsamer.
Abgesehen von den fahrerischen Vorzügen einer Nabenschaltung punktet sie vor allem mit ihrem geringen Wartungs- und Pflegebedarf. Durch ihre geschützte Lage in der Nabe des Hinterrads ist sie nicht nur vor äußeren mechanischen Einflüssen gut abgeschirmt, sondern verschmutzt auch nicht. Bisweilen wird das Schaltsystem als wartungsfrei bezeichnet, wartungsarm ist es auf jeden Fall. Denn wer hin und wieder das Öl der Schaltnabe wechselt, darf von extrem geringem Verschleiß ausgehen.
Weitere Vorteile im Überblick:
- Wartungsarmut
- Zuverlässigkeit
- Simple Schaltlogik
- Schalten im Stand ist möglich
- Möglichkeit einer Rücktrittbremse
Nachteile der Nabenschaltung
Auch wenn die Vorteile der Nabenschaltung überwiegen, einige kleinere Nachteile kann man natürlich dennoch benennen. Die aufwändigere Technik der Nabenschaltungen schlägt sich sowohl im Preis als auch im Gewicht nieder. Letzteres belastet das Hinterrad, das führt zu einem etwas erhöhten „Plattenrisiko“. Auch die Federeigenschaften können negativ beeinträchtigt werden. Zumeist ist der Übersetzungsbereich von Nabenschaltungen kleiner als bei Kettenschaltungen. Um die empfindliche Technik der Nabenschaltung nicht zu zerstören, sollte diese nie unter Volllast betätigt werden.
Die meisten gängigen Nabenschaltungen weisen recht große Gangsprünge und einen begrenzten Übersetzungsumfang auf. Das heißt: In einem Gang erscheint das Treten manchmal zu leicht, im nächstschnelleren ist es aber bereits zu schwer. So vermisst man in hügeligem Gelände bergauf vielleicht einen leichteren Berggang, während bergab ein schnellerer Gang fehlt. Nabenschaltungen mit sieben oder acht Gängen sind daher vorwiegend für flachere Einsatzbereiche geeignet.
Nachteile im Überblick:
- Etwas schwächerer Wirkungsgrad gegenüber gut gewarteten Kettenschaltungen
- Höheres Gewicht
- Reparaturen nur für Fachleute möglich
- Schalten unter Last bei den meisten Modellen nicht möglich
- Größere Gangsprünge
Nabenschaltung vs. Kettenschaltung
Die Kettenschaltung punktet bei der Anschaffung mit einem etwas besseren Verhältnis von Preis und Anzahl der Gänge. Wer das System schon kennt, kommt auch am neuen Pedelec oder E-Lastenrad mit der Kettenschaltung zurecht. Eine Nabenschaltung ist, insbesondere in Kombination mit einem Carbonriemen, ein Rundum-Sorglos-Paket, das wenig Aufwand bei der Wartung verspricht.
Vielfahrende und Pendelnde, die zum Beispiel das Fahrrad täglich für den Weg zum Arbeitsplatz nutzen, sollten sich die Nabenschaltung näher ansehen. Ihr geringer Verschleiß und ihre hohe Widerstandsfähigkeit sind im Alltag ein echter Gewinn. Aber auch Personen, die vor allem unkompliziert und sorglos radeln wollen, sind mit der Nabenschaltung gut beraten.
Dass es auch E-Bikes mit Nabenschaltung gibt, hat einen besonderen Reiz: Hier werden die Nachteile von höherem Gewicht und geringerer Effizienz durch das höhere Gesamtgewicht des E-Bikes und die kräftigen E-Motoren relativiert - elektrisch zu fahren, wird damit noch entspannter.
Enviolo: Eine stufenlose Alternative
Mit der stufenlosen Nabenschaltung von enviolo bedarf diese Frage aber auch keiner Antwort mehr, denn diese Gangschaltung funktioniert komplett ohne vordefinierte Gänge. Sie arbeitet stufenlos und kann über unendlich viele Schritte angepasst werden. Auch die Kombination mit einem Riemenantrieb ist möglich, der wartungsärmer als eine Kette ist.
Die enviolo Nabenschaltung steht für Komfort höchsten Maßes, denn über die Wahl des richtigen Ganges, muss man sich nie wieder Gedanken machen - kein Verschalten mehr, keine laut ratternden Gangwechsel. Die Gangschaltung wird intuitiv über einen Drehgriff auf der rechten Lenkerseite bedient, dieser wird so weit gedreht, bis sich die Übersetzung angenehm anfühlt. Das Verdrehen des Griffs geht leicht von der Hand und ist demnach auch für schwächere Hände gut geeignet.
Durch die einzigartige Technik im Inneren der Nabe kann die enviolo-Gangschaltung auch unter Last und sogar im Stand problemlos bedient werden. Im Alltag bedeutet dies nie wieder an der Ampel oder an der Steigung im falschen Gang anfahren zu müssen. Einfach die Übersetzung im Stand korrigieren und ohne ein Knacken oder Rattern losfahren!
Wo herkömmliche Nabenschaltung oftmals an ihre Grenzen stoßen, tut sich die enviolo hervor - nämlich bei der Verarbeitung der hohen Kräfte, die durch die Mensch-Motor-Kombination auf die Nabe einwirken. Durch ihre spezielle Bauweise verträgt die enviolo-Schaltung diese Kräfte sehr gut und gilt darüber hinaus als überaus wartungsarm. Dies liegt nicht zuletzt an dem recht einfachen Aufbau, bei dem weniger Teile zum Einsatz kommen, als bei herkömmlichen Gangschaltung (beispielsweise Kettenschaltungen). Außerdem ist die Gangschaltung komplett versiegelt und somit vor Dreck und Nässe geschützt.
Die verschiedenen enviolo Schaltgruppen
Verschiedene Einsatzgebiete von e-Bikes stellen unterschiedliche Anforderungen an die Schaltung. Die drei verschiedenen enviolo Schaltgruppen richten sich konkret nach den e-Bike Typen, in denen sie verbaut werden sollen.
- City: City e-Bikes richten sich weniger an den sportlichen Gebrauch, als vielmehr an den nützlichen und komfortablen.
- Trekking: Da mit einem Trekking e-Bike deutlich längere Strecken zu fahren sein sollen, ist die Übersetzungsbandbreite der Trekking Schaltgruppe entsprechend deutlich höher als bei City e-Bikes.
- Heavy Duty: Damit die Gangschaltung den Anforderungen großer Mengen an zusätzlichem Gewicht gerecht werden kann, hat die Heavy Duty Schaltgruppe für Lasten e-Bikes ihre ganz eigenen Spezifikationen.
Bei der stufenlosen Automatik-Schaltung von enviolo stellt der Fahrer lediglich die gewünschte Trittfrequenz ein, den Rest regelt die Schaltung selbst. So wird gewährleistet, dass immer im optimalen Übersetzungsbereich gefahren und die Nabe nicht falsch verwendet wird. Der Verschleiß kann so minimiert und die Produktlebensdauer erhöht werden.
Fazit
Die Wahl zwischen Nabenschaltung und Kettenschaltung hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und dem Einsatzbereich ab. Wer ein wartungsarmes, komfortables System für den Stadtverkehr sucht, ist mit einer Nabenschaltung gut beraten. Für sportliche Fahrer, die eine große Übersetzungsbandbreite benötigen, ist die Kettenschaltung die bessere Wahl. Die stufenlose Enviolo-Nabe stellt eine interessante Alternative dar, die die Vorteile beider Systeme vereint.
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