Urlaub mit Auto und Fahrrad: Tipps für eine gelungene Kombination

Viele Reisende haben es immer mit dabei: das Fahrrad. Es hängt hinten am Wohnwagen oder Wohnmobil, es wird auf dem Autodach oder hintendran montiert transportiert oder auch mit ins Flugzeug genommen. Fahrradtouren sind einfach etwas Tolles, und wenn man sie auch noch in der Ferne durchführen kann, ohne auf Leihräder setzen zu müssen, sind sie noch besser.

Fahrradtransport per Auto: Die logistische Herausforderung

Doch: Wie lässt sich das eigene Fahrrad gut und sicher in den Urlaub transportieren? Welcher Transport per Auto ist komfortabel und sicher? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Egal, ob im oder am Pkw, moderne Transportlösungen wollen es besonders einfach machen: Wir zeigen euch die besten Tipps und Tricks rund um den idealen Fahrrad-Transport, damit ihr stressfrei auf die nächste Tour könnt!

Ob für den Kurztrip oder die längere Reise - Fahrräder mit dem Pkw zu transportieren, erfordert die richtige Wahl der Mitnahmemethode: auf dem Dach, im Innenraum, auf der Anhängerkupplung oder am Heck. Kurz: Jede Methode hat spezifische Vor- und Nachteile, die je nach Fahrzeugtyp und individuellen Bedürfnissen abzuwägen sind.

Fahrradtransport im Auto

Einfach das Fahrrad in den Kofferraum schmeißen? Prinzipiell kein Problem. In modernen Kombis passen locker zwei Räder rein, oft musst du dann nur den Lenker um 90° eindrehen und die Rückbank umklappen. Gewichtslimits wie bei den anderen Trägern gibt's hier nicht, entscheidend ist die Zuladung deines Autos. Für spontane Ausflüge mit dem Rad in unseren Augen eine prima Möglichkeit - für den Sommerurlaub zu zweit hingegen aber oft schon ein Problem, wenn man nicht gerade einen Kastenwagen fährt.

Kurzum: Mit einem großen Van oder Kastenwagen eine echte Option, mit dem Kombi oder Kleinwagen meist nur eine Notlösung.

  • kein Gewichtslimit für dein (E-)Bike
  • kein Sprit-Mehrverbrauch
  • in aller Regel Platz für zwei, oft auch drei Fahrräder
  • meist mit Teildemontage deines Rades verbunden
  • nicht jeder Pkw hat geeignete Sicherungsmöglichkeiten
  • meist drastisch weniger Platz im Innenraum

Fahrradtransport auf dem Dach

Früher war es die Transportmöglichkeit schlechthin: Fahrräderträger auf dem Dach. Die Vorteile liegen auf der Hand: sobald ein Auto eine Dachreling hat, kannst du dank Querstreben und Fahrradträgern auch sofort dein Rad mitnehmen. Aber auch Fahrzeuge ohne Reling können Querträger montieren, je nach Pkw-Hersteller gibt es hier entsprechende Lösungen für die Dachholme. Insgesamt ist die Mitnahme auf dem Dach gar nicht mal so teuer - jedenfalls im Vergleich mit modernen Trägern für Anhängerkupplung, und erst recht, wenn du eine nachrüsten müsstest.

  • Vergleichsweise kostengünstige Trägersysteme
  • quasi für jedes Autodach geeignet
  • in aller Regel Platz für zwei, oft auch drei Fahrräder
  • Rad muss je nach PKW in luftige Höhe gehievt werden
  • E-Bike-Mitnahme wegen Gewichtslimit nur bedingt möglich
  • deutlicher Mehrverbrauch, windanfällig

Fahrradtransport auf der Anhängerkupplung

Komfortabler geht es kaum: Hat dein Auto eine Anhängerkupplung, kannst du dir einen von vielen Fahrradträgern für ebendiese kaufen. Einfach den Träger auf dem Kugelkopf montieren, Fahrräder auf dem Träger festmachen - fertig. Dank meist 60 Kilo Zuladung (einige können weniger, seltener mehr tragen) ist diese Transportform voll E-Bike-tauglich.

Aber: Kupplungsträger sind teuer, erst recht, wenn du eine Anhängerkupplung nachrüsten musst. Und: nicht jedes Modell bietet problemlosen Zugang zu deinem Kofferraum.

  • voll E-Bike-tauglich
  • sehr komfortable Beladung
  • geringer Sprit-Mehrverbrauch
  • teuer, besonders wenn Kupplung nachgerüstet werden muss
  • je nach Modell eingeschränkter Kofferraumzugang
  • meist auf zwei Fahrräder limitiert

Fahrradtransport auf dem Heck

Heckträger-Systeme sind verlockend, da überwiegend recht günstig in der Anschaffung - aber Systeme für den Kofferraumdeckel haben in unseren Augen nur Nachteile. Sie sind aufwendig zu installieren, können den Lack zerkratzen, haben eine eingeschränkte Zuladung und lassen dich nicht mehr an den Kofferraum. Systeme für Transporter wie einen VW T6 sind wenig besser - bei ähnlichen Nachteilen. Wir würden von dieser Art des Transports für normale Pkw definitiv abraten.

  • teilweise günstige Trägersysteme
  • aufwendige Installation
  • sehr hohe Kratzergefahr
  • für E-Bikes quasi ungeeignet
  • kein Kofferraumzugang
  • eingeschränkte Sicht nach hinten

Was ist beim Kauf eines Fahrradträgers zu beachten?

Mittlerweile kommt es tatsächlich auf die eigenen Fahrräder an. Wer mit E-Bikes in den Urlaub möchte, der muss Belastungsgrenzen beachten, die für normale Räder nicht interessant sind. Generell sind alle Trägersysteme für elektrische Räder geeignet.

Dennoch ist die Traglast des jeweiligen Modells interessant, denn liegt die bei 70 Kilogramm, ist das Limit mit zwei Bikes ausgereizt. Der ADAC empfiehlt zudem, E-Bikes nicht auf dem Autodach zu transportieren.

Grundsätzlich gilt beim Kauf:

  • Vergleichen - die Träger sollten grundsätzlich verglichen werden. Wobei nun auch das eigene Auto mitberücksichtigt werden muss, wie auch die eigenen Räder. Der Preis steht erst danach zum Vergleich.
  • Erfahrungen - bezüglich der Träger hilft es immer, die entsprechenden Testberichte zu lesen. Die Autoclubs und Autozeitungen prüfen und testen die Fahrradträger sehr regelmäßig. Auch Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis könnten hilfreich sein, ganz besonders, wenn es um das Handling geht.
  • Prüfsiegel - diesbezüglich müssen Kunden genau aufpassen. Es scheint so, als hätten in der Vergangenheit zwar Hersteller ein TÜV-Zeichen für die Verpackung erhalten, nicht aber für das Gerät. Für den Kunden ist es jedoch später nicht ersichtlich, dass sich das Siegel gar nicht auf den Träger bezieht.

Wer einen Träger gefunden hat, der sollte auf eine sichere Befestigung achten und die Räder ebenfalls gut sichern. Meist wird empfohlen, den Sattel abzumontieren, dann aber das Rohr zu verschließen, damit kein Wasser eindringt. Lässt sich der Akku von E-Bikes entfernen, so sollte das auch geschehen.

Bei Kupplungsträgern liegt keine Geschwindigkeitsbegrenzung vor, doch empfehlen die Hersteller, nicht schneller als 120 km/h zu fahren. Bei Dachgepäckträgern sollte die Höchstgeschwindigkeit auch in dem Bereich liegen.

Flexibilität durch die Kombination von Auto und Fahrrad

Sie möchten im Urlaub flexibel sein, aber nicht auf ausgedehnte Radtouren verzichten? Dann kombinieren Sie doch Auto und Fahrrad! Urlaub mit beiden Verkehrsmitteln bietet Ihnen zahlreiche Vorteile:

  • Flexibilität: Sie sind nicht an einen festen Start- und Zielort gebunden und können Ihre Reiseroute spontan an Ihre Wünsche und das Wetter anpassen.
  • Komfort: Das Auto dient als sicherer und komfortabler Transport für Ihr Gepäck, Proviant und natürlich Ihre Fahrräder. So starten Sie Ihre Radtouren entspannt und ohne schweres Gepäck.
  • Vielfalt: Erkunden Sie verschiedene Regionen und Landschaften, ohne auf Ihr Fahrrad verzichten zu müssen. Fahren Sie mit dem Auto zu den schönsten Startpunkten für Radtouren und genießen Sie die Freiheit auf zwei Rädern.

So gelingt der Urlaub mit Auto und Fahrrad:

  • Fahrradträger: Wählen Sie einen passenden Fahrradträger für Ihr Auto, der Ihre Räder sicher und komfortabel transportiert. Achten Sie auf die maximale Zuladung und die richtige Montage.
  • Routenplanung: Planen Sie Ihre Reiseroute im Voraus und berücksichtigen Sie dabei sowohl auto- als auch fahrradfreundliche Strecken. Nutzen Sie Routenplaner, die Ihnen die besten Optionen für beide Verkehrsmittel anzeigen.
  • Unterkünfte: Buchen Sie Unterkünfte, die über sichere Abstellmöglichkeiten für Ihre Fahrräder verfügen. Ideal sind Hotels oder Pensionen, die sich speziell auf Radtouristen eingestellt haben.
  • Flexibilität: Bleiben Sie flexibel und passen Sie Ihre Pläne an Wetterbedingungen und Ihre Tagesform an. Manchmal ist es schöner, eine Pause einzulegen oder eine kürzere Radtour zu unternehmen.

Egal ob Sie die Küstenstraßen entlangfahren, die Berge erklimmen oder gemütlich durch malerische Landschaften radeln möchten - die Kombination aus Auto und Fahrrad macht es möglich!

Routenplanung für den Radurlaub

Vorab sollten entscheidende Fragen geklärt werden: Wohin soll es gehen? Bergig oder flach? Städte oder Wildnis? Individualreise oder Pauschalangebot eines Radreiseanbieters? Allein oder in der Gruppe? Generell gilt: Beim ersten Fahrradurlaub sollte das Ziel nicht zu hoch gesetzt werden, um sich oder etwaige Mitradelnde nicht zu überfordern.

Die Wahl der richtigen Route

Empfehlenswert ist eine Route auf gut erschlossenen und nicht zu steilen Wegen. Die Auswahl ist groß, lohnenswert sind etwa der Altmühltal-, der Donau- oder der Elbe-Ostsee-Radweg bzw. Abschnitte davon. Am besten checken Sie vorab die Streckenprofile der favorisierten Route.

Bei den meisten handelt es sich um Navigationshilfen. Sie sollten sich aktueller Karten bedienen, die ohne Internetverbindung nutzbar sind und eine tolle Routenplanung liefern. Am besten ist, wenn man sich das gewünschte Kartenmaterial der Region, in der die Tour stattfinden soll, auf den Speicher des Smartphones herunterladen und es bei Bedarf abrufen kann.

Geeignet sind etwa die Apps von Komoot oder Outdooractive.

Was muss ich mitnehmen?

Das A und O bei einem Radurlaub ist demnach: Gewicht sparen. Dies bedeutet, genau zu überlegen, was verzichtbar bzw. unverzichtbar ist. Nicht zu empfehlen ist bei einer mehrtägigen Tour ein Rucksack, da dieser auf Dauer die Rückenmuskulatur belasten und schmerzhafte Verspannungen verursachen kann.

Das sollten Sie dabei haben:

  • Funktionskleidung, sie trocknet schnell und hält den (Fahrt-)Wind ab
  • Wechselwäsche (nicht zu viel, lieber öfter waschen), Schlaf- und Badebekleidung
  • Bequeme Sportschuhe, evtl. Badeschuhe
  • Regenkleidung mit Fahrradüberschuhen (Gamaschen) und Regenhose
  • Medikamente, Notfallset, Sonnencreme
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Ladekabel bzw. Powerbank fürs Handy
  • Witterungsschutz fürs Handy
  • Geld, Ausweis, Versicherungskarte

Die richtige Vorbereitung

Zur Vorbereitung empfiehlt es sich, über ein paar Wochen hinweg etwa dreimal wöchentlich für 20 bis 60 Minuten am Stück Rad zu fahren. So steigern Sie Ihre Fitness. Wie viele Kilometer im Radurlaub pro Tag zu schaffen sind, hängt von der Strecke (Höhenprofil), dem Wetter (Hitze, Regen, Wind), der eigenen Fitness, dem Körpergewicht und auch vom Fahrrad und dem Gepäck ab.

Ist das Gelände durchgehend flach, können es auch mal 70 oder sogar 100 Kilometer sein - nicht zu reden von der Strecke, die sich mit einem E-Bike zurücklegen lässt. Doch auch mit einem konventionellen Fahrrad sind 15 Kilometer pro Stunde auf ebenem Terrain gut zu schaffen.

Vor dem Start sollte Ihr Fahrrad auf jeden Fall technisch überprüft werden. Zudem ist es hilfreich, sich vorab mit seinem Bike vertraut zu machen, um in der Lage zu sein, einen Reifen zu flicken oder einen Fahrradschlauch zu wechseln.

Die Anreise planen

Am nachhaltigsten geschieht dies per Bahn. Dabei gilt es zu beachten, dass ICEs nur eingeschränkt Mitnahmemöglichkeiten für Räder anbieten. In Intercity- und Eurocity-Zügen ist dies problemlos möglich, sofern Sie eine Fahrradkarte sowie eine Stellplatzreservierung für Ihr Rad haben. Fahrradkarte und normales Ticket können Sie in einem Vorgang buchen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0