Bei allem Radlspaß sollte der Sicherheitsaspekt nicht außer Acht gelassen werden - vom Sonnenschutz ganz zu schweigen. Hierfür sind speziell auf die Bedürfnisse von Radfahrenden abgestimmte Sonnen- bzw. Fahrradbrillen unerlässlich. Dementsprechend haben sich die Hersteller jede Menge einfallen lassen, um bei der Konstruktion ihrer Brillenmodelle das eine wie das andere zu beachten.
Jeder kennt das: Setzt man sich bei schönem Wetter auf’s Rad, dauert es nicht lange, und man hat die erste kleine Fliege im Auge kleben. Die Entfernung des Kleingetiers ist oft mühsam, nicht selten muss man dazu eigens anhalten. Dabei gibt es eine einfache Lösung, solchen unangenehmen Erfahrungen vorzubeugen - eine Fahrradbrille. An ihr bleiben nicht nur die lästigen Insekten kleben, sondern sie schützt auch vor Kleinstpartikeln wie Steinchen oder Staub.
Warum eine Fahrradbrille wichtig ist
Steigt die Sonne langsam in den Zenit, steigt auch die UV-Strahlung. Mit einer guten Sonnenbrille ist man als Radfahrer schlichtweg entspannter unterwegs, die Augen danken es einem. Ob überhaupt ein UV-Schutz vorhanden ist, sollte vor dem Kauf abgeklärt werden. Billighersteller statten ihre Modelle manchmal mit einer sehr niedrigen oder gar keiner Schutzklasse aus, also Achtung! Die in diesem Test unter die Lupe genommenen Brillen sind jedoch samt und sonders von (mehr oder weniger prominenten) Markenherstellern und verfügen daher auch über einen (mehr oder weniger hohen) UV-Schutz.
Papas verspiegelte Pilotensonnenbrille auf dem Fahrrad? Sieht zwar cool aus, ist aber gefährlich. Stürzt man, können Glassplitter ins Auge gelangen. Die Gläser von Radsonnenbrillen sind oftmals aus bruchfestem Polycarbonat, ebenso der Rahmen. Nicht zuletzt wiegen aus leichten Kunststoffen hergestellte Brillen sehr wenig - alle von uns getesteten Modelle gruppierten sich um die 30 Gramm-Marke.
Die Uvex Sportstyle 235 V im Detail
Die Uvex Sportstyle 235 V kommt samt Etui und Mikrofaserbeutel. Die große Panoramascheibe ist mit einer Anti-Fog-Beschichtung ausgestattet. Die sauber gummierten Nasen-Pads lassen sich individuell an den Träger anpassen. Die Bügel sind zwar nicht anpassbar, dafür aber hinter den Ohren leicht nach unten gekrümmt, was den Halt bei ruppiger Fahrt verbessern soll.
Dank ihrer starken Krümmung liegt die Uvex angenehm nah am Gesicht an und schützt so ordentlich vor Fahrtwind. Lediglich an der Unterseite der Brille wirbelt der Wind etwas hinter die Scheibe. Dafür sorgt eine gute Antifog-Beschichtung für klare Sicht, auch wenn man mal verschwitzt an der Ampel steht oder am Ende des schweißtreibenden Anstiegs auf die Kumpels wartet.
Zwar lässt sich die Uvex beim Abdunkeln der Scheibe etwas Zeit. Dafür hellt die Sportstyle 235 V umso flotter wieder auf, was eigentlich der viel wichtigere Wert ist. Damit setzt sich die Uvex bei der Aufhellgeschwindigkeit an die Spitze des Testfeldes, auch wenn es im kombinierten Wert nur für ein Gut reicht.
Mit hoher Spannkraft und starker Krümmung ist die Uvex auch für schmale Gesichter eine gute Alternative. Der Nasensteg lässt sich gut anpassen, kann aber Druckstellen verursachen. Ihr aufhellender und kontrastreicher Filter klart schnell wieder auf und ist gut vor Beschlagen geschützt. Der Vollrahmen hält Fahrtwind größtenteils ab, stört aber etwas im Sichtfeld.
Die abgerundete Rahmenform sowie die Gummierungen an Nase und Bügelenden sind zwar bequem, doch auf Dauer drückt die Brille etwas auf die Nase. Kleine Druckstellen beim Absetzen waren die Folge.
Auch wenn die Scheibe der Uvex insgesamt recht üppig dimensioniert ist, der weiße Rahmen ist dennoch immer im Blickfeld präsent. Wen das stört, der sollte eher zu einem halbrahmen oder rahmenlosen Modell greifen.
Passform und Tragekomfort
Der Sitz ist in der Tatsache außerordentlich gut, denn auch der Rahmen der Uvex besitzt recht große Spannkraft. Damit dürften auch schmalere Gesichter mit der Sportstyle noch gut klarkommen, was bei anderen Modellen mit großer Panorama-Scheibe nicht immer der Fall ist. Dank des langen, verstellbaren Nasen-Pads liegt die Uvex auch hier sicher auf und neigt im Gelände nicht zum ruckeln.
Beim Tragekomfort konnte uns die Uvex ebenfalls nicht vollständig überzeugen. Die abgerundete Rahmenform sowie die Gummierungen an Nase und Bügelenden sind zwar bequem, doch auf Dauer drückt die Brille etwas auf die Nase. Kleine Druckstellen beim Absetzen waren die Folge.
Details und Spezifikationen der Uvex Sportstyle 235 V
Hier eine Übersicht über die wichtigsten Details und Spezifikationen der Uvex Sportstyle 235 V:
- Preis: 159,95 Euro
- Hergestellt in: Taiwan
- Gewicht: 32 g
- Breite / Bügellänge: 146 / 115 mm
- Nasenstegbreite / Glashöhe: 20 / 58 mm
- Einstellbarkeit: Nasensteg
- Filterfarbe / Filterklasse: blau / 1 - 3
- Lichttransmission gemessen: 72 - 23 %
- Passform: schmal bis mittelbreit, Nasensteg variabel
- Ausstattung / Besonderheiten: Hardcase; Mikrofaserbeutel
- Alternativen: 2 Gestell- und Filterfarben
Bewertung und Fazit
Die Uvex Sportstyle 235 V wurde in verschiedenen Kategorien bewertet:
- Selbsttönung (40 %): Note: 2,4
- Sicht & Schutz (25 %): Note: 2,3
- Passform & Tragekomfort (25 %): Note: 2,0
- Ausstattung (10 %): Note: 2,5
- Gesamtnote: 2,3
Sehr rasche Aufhellung und stabiler Sitz - Sichtfeld und Tragekomfort sind noch in Ordnung.
Alternativen zu Uvex
Um die am besten zum eigenen (Fahr-)Stil passende Brille zu finden, die nicht nur schützt, sondern auch perfekt auf die jeweilige Nase passt, haben wir 20 Fahrradbrillen getestet.
- Individualisierbare Brille mit klarer Formsprache, gutem Halt und fairem Preis. Die The Volt von Naked Optics zeichnet hauptsächlich eines aus: Sie lässt sich so individuell gestalten wie keine andere Brille im Test. Egal ob man es schön bunt mag oder simpel und geradlinig, der Online-Konfigurator des Unternehmens aus dem Salzburger Land lässt Raum für Kreativität.
- Die Bollé C-Shifter hat uns insbesondere mit ihrer technischen Eleganz überzeugt. Mit dieser leichten, sehr geradlinigen Brille fällt man auf unauffällige Weise auf. Zwar hat sie keine Wechselgläser, dafür bietet Bollé sie in vielen Farb- und Glasvarianten an.
- Die filigrane und sehr leichte Julbo Intensity Spectron HD deckt einen breiten Einsatzbereich ab. Egal ob sportlich orientierte Rennradler oder Langstreckenläufer: Julbo empfiehlt die Brille bewusst als Multisport-Modell. Begeistert haben uns die Gläser - auch aufgrund der ausgezeichneten Belüftung gehört die Brille zu den am spätesten beschlagenden im Test.
- Die Evil Eye Roadsense kostet ein stolzes Sümmchen - doch die Glastechnologie sucht innerhalb des Testfelds ihresgleichen. Die Anpassungsfähigkeit der Gläser ist verblüffend, sie passen sich den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen schnell an.
- Günstige Brille für Einsteiger mit technischem Look, anständiger Belüftung und solider Bauweise. Wer nicht gleich an die hundert Euro oder mehr ausgeben will, findet in der Alpina Turbo HR eine kompetente Begleiterin. Die Vollrahmenbrille wiegt mit 30 Gramm angenehm wenig und geht für unter 60 Euro über den Ladentisch.
Weitere wichtige Aspekte beim Kauf einer Fahrradbrille
- Tönung der Brille: Ist man Schönwetterfahrer und startet nur bei knalliger Sonne, sind der Tönung kaum Grenzen gesetzt und man braucht auch nicht zwangsläufig eine selbsttönende Brille. Zählt man zu den Allwetterfahrern, fährt das ganze Jahr über und auch zu allen Tageszeiten Rad, sollte man zu einer selbsttönenden oder gar Klarsichtbrille greifen.
- UV-Schutz: Je nach Intensität der Sonneneinstrahlung bzw. der Bewölkung kann eine orange bzw. gelbliche Tönung den besten Kontrast ergeben. Fahrradbrillen mit solch einer Tönung können also ideal bei bewölkten bzw. wechselnd bewölkten Verhältnissen eingesetzt werden.
- Wechselgläser: Vielseitigere Fahrradbrillen verfügen hingegen oftmals über Wechselgläser und lassen sich so mit wenigen Handgriffen an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen. Den größten Komfort bieten selbsttönende Fahrradbrillen. Ihre photochromatischen Gläser tönen sich durch einen integrierten Filter je nach Intensität der UV-Strahlung von selbst.
Passform und Komfort
- Passform: Was die Passform angeht, decken die meisten Radsonnenbrillen inzwischen ein sehr breites Spektrum an Gesichtsformen ab. Durch verbiegbare Bügel und Nasenstege lassen sich insbesondere teurere Brillen der eigenen Gesichtsform anpassen.
- Material: Die Brillenbügel sollten im Idealfall gummiert sein - das gleiche gilt für den Nasensteg.
- Belüftung: Eine Belüftung sollte im Idealfall vorhanden sein. Das Beschlagen der Brille wird durch sie im Idealfall vermieden, ist jedoch eine individuelle Sache. Der eine schwitzt mehr, der andere weniger. Auch die Brillenform ist dafür verantwortlich, wie schnell die Brillengläser beschlagen.
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