Fahrradhelm-Test: Uvex Xenova und andere im Vergleich

Mit Fahrradhelm fährt es sich sicherer. Wie wichtig Helme sind, zeigen die Zahlen: 2007 verunglückten über 79 000 Radfahrer, von denen fast 15.000 schwer und 425 tödlich verletzt wurden. Besonders gefährdet ist der Kopf. Kopfverletzungen wiegen immer besonders schwer. Doch der Radler fährt "Kopf voran", mit der guten Chance den ungebremsten Aufschlag an der empfindlichsten Körperstelle zu erhalten.

Der ADAC hat Fahrradhelm getestet und das Ergebnis überzeugt: Neun von zehn Kandidaten haben das Urteil "gut" errungen. Im Vergleich zu anderen Verkehrsteilnehmer ist der Radfahrer in einer ungünstigen Situation. Den Autofahrer schützen Karosse, Masse und ein riesiges Sicherheitspaket, den Radfahrer nichts. Anders als ein Fußgänger erreicht er aber achtbare Geschwindigkeiten.

Kuriere und sportliche Radler sind häufig mit über 30 km/h unterwegs, manchmal sogar mit über 40 km/h. Stößt ein Radfahrer auf ein starres Hindernis, können 15 km/h aber bereits tödlich sein. Wichtige Gründe also einen Helm zu tragen.

Harte Schale, weicher Kern - auf den ersten Blick sehen alle Fahrradhelme in ihrem Aufbau ähnlich aus. Beim Preis sind die Unterschiede drastisch: zwischen günstigen 20 Euro (Prophete) und beachtlichen 109 Euro (Lazer) kosten die zehn für den ADAC-Test ausgewählten Fahrradhelme für Erwachsene.

Die getesteten Helme erwiesen sich quer durch alle Preislagen als sicher. Im Testbereich Sicherheit schnitten alle Prüflinge mindestens "gut" ab. Abzüge gab es dagegen in der Kategorie "Handhabung", die 35 Prozent des Ergebnisses ausmachte. Testsieger wurde der "Daimor Road" von Casco mit einer Gesamtnote von 1,8. Als einziger Helm erreichte er in der Kategorie Sicherheit, die 65 Prozent des Testergebnisses ausmachte, ein "sehr gut".

Auf Platz zwei folgte der "O2 RD" von Lazer mit 2,0. Platz drei teilen sich mit jeweils 2,1 Uvex "Xenova", Ked "Zenith" und Giro "Rift". Auch der Prophete "0903**" schnitt mit einer Gesamtnote von 2,2 "gut" ab. Der Test zeige, dass Sicherheit nicht teuer sein müsse, erklärte der Automobilclub.

Der Preis spielt laut ADAC nicht die entscheidende Rolle bei der Qualität. Auch der Prophete 0903 für 20 Euro konnte ein "Gut" erreichen. Als Testsieger (Note 1,8) ging der Casco Daimor Road (75 Euro) hervor, gefolgt vom teuersten Helm, dem Lazer O2 RD (109 Euro), mit einer Gesamtnote von 2,0. Danach folgen mit der Note 2,1 der Uvex Xenova (59,95 Euro), der Ked Zenith (54,95 Euro) und Giro Rift (79,90 Euro). Knapp abgeschlagen liegen mit der Gesamtnote von 2,2 der Abus Lane-U (54,56 Euro), der Bell Citi (59,90 Euro) und der Prophete 0903, der mit etwa 20 Euro der günstigste Kopfschutz im Test war. Als immer noch guter Helm liegt der Alpina Spice L.E. (etwa 60 Euro) mit der Note 2,3 an vorletzter Stelle. Weniger Schön, dass ausgerechnet der "Karma" der Nobelmarke Scott nur ein "befriedigend" erreicht.

Empfehlungen und Hinweise zum Fahrradhelmkauf

Angesichts der geringen Unterschiede bei den Test-Ergebnissen rät der ADAC auf die Passgenauigkeit zu richten. Helme könnten nur optimal schützen, wenn sie perfekt sitzen. Der ADAC empfiehlt, beim Kauf vor allem auf die Passgenauigkeit zu achten.

Zudem ist wichtig, dass man Fahrradhelme, die bereits einen Sturz hinter sich haben, auswechselt. Dies ist selbst dann erforderlich, wenn äußerlich am Helm keine Schäden festzustellen sind. In der Regel sollte man Fahradhelme, so die Empfehlung im ADAC Test, ohnehin nach etwa fünf Jahren austauschen. Vom Kauf gebrauchter Helme rät der ADAC ab.

Interessant für die Verbraucher ist zudem, dass der ADAC beim Fahrradhelm-Kauf den Gang zum Fachhandel empfiehlt. Nur eine gute Beratung könne die Unterschiede aufzeigen und zudem zeigen, worauf es zu achten gilt.

Der Uvex Xenova im Detail

Der Tourenhelm: Uvex Xenova. Uvex nennt die hauseigene stufenlose Größenanpassung IAS. Es kommt ein Drehknopf zum Einsatz, der ein weitenverstellbares Gurtband-System der individuellen Kopfgröße anpasst. Der Xenova ist in der Größe für 55-60 Zentimeter Kopfumfang verfügbar und wiegt 285 Gramm. Der Helm wurde im In-Mold-Verfahren hergestellt.

Bei der Amazon-Kundschaft findet der Xenova von UVEX großen Anklang. Das spiegelt sich insbesondere in den Rezensionen wieder, die den Radhelm mit der Bestnote auszeichnen. Über 60 Prozent der Käufer sind bereit diese zu vergeben, die Durchschnittsbewertung liegt bei vier von fünf möglichen Sternen. Die positiven Einschätzungen stützen sich in erster Linie auf die ansprechende Qualität des Helms. Dieser verfügt über eine stabile Verarbeitung, die einen hohen Sicherheitsstandard verspricht.

Die vielseitigen Einstellungsmöglichkeiten runden den guten Auftritt ab. Somit wird eine optimale Passform garantiert. Allerdings kommt auch Kritik auf. Manchen Nutzern missfällt das Gewicht, das bei längeren Radtouren unangenehm ist. Der Tragekomfort leidet auch unter dem Belüftungssystem.

Weitere getestete Helme

Neben dem Cascor Daimor Road, dem Lazer O2 RD, dem uvex xenova, dem KED Zenith, Giro Rift und Abus Lane-U wussten im Fahradhelm Test des ADAC auch der Belli Citi, der Prophete 0903 FM 170/2812 sowie der Alpina Spice L.E. zu überzeugen. Einzig das Modell Scott Karma erzielte keine gute Gesamtnote, wurde aber ebensowenig abgestraft, sondern vielmehr als zurfriedenstellend bewertet.

Hier eine Übersicht weiterer im Artikel erwähnter Helme:

  • Casco Daimor Road (2009): Zeitlos klassischer Straßenhelm, In-Mold-Verfahren, "Disk-Fit" Größenanpassung, 290 Gramm, ausgeklügeltes Ventilations-System, optionales Visier.
  • Bell Volt (2009): Ultra-moderner Helm in extravagantem Design, In-Mold-Konstruktion, 280 Gramm, "Twin Axis Gear" Größenanpassung, 22 Öffnungen für Belüftung.
  • Abus Urban I: Beliebt bei jugendlichen Fahrradfahrern und Skatern, red dot design award, Testnote "gut" (2,2) von Stiftung Warentest.
  • Giro Remedy: Integralhelm für Mountainbike und BMX, Fiberglashülle, Visier, 14 Belüftungsöffnungen.
  • Casco Follow Me: Kinderhelm, Testsieger bei Stiftung Warentest (5/2000), 230 Gramm, Fliegenschutz, Disc-Fit-System.

Weitere erwähnte Helme:

  • Alpina Mythos: Mountainbike-Helm, flexible Größenanpassung per "Run-System", eingebauter Fliegenschutz, hochwertige In-Mold-Konstruktion, Testnote "gut" (2,8) von Stiftung Warentest.
  • MET Aliseo: Testsieger bei Stiftung Warentest (5/2008) mit "gut" (1,7), 250 Gramm, In-Mold-Verfahren, "Safe-T Lite" System zur Größenanpassung.

Die vom ADAC getesteten Modelle können ihre Wurzeln im "Tour de France"-Look nicht verhehlen. Stromlinienform. Sonnenschutz und breite Kühlschlitze passen optisch vielleicht zum Sporttrikot, aber sonst?

Ein Radhelm ist kein Wundermittel, das einem Radfahrer das Sicherheitsniveau eines modernen Pkw verschafft. Der Helm schützt zu einem gewissen Grade vor schweren Kopfverletzungen, die Wirbelsäule wird natürlich nicht geschützt. Hier liegt übrigens auch der Grund warum viele Helme den Schlagtest gut überstehen. Es wäre nämlich unsinnig den Level für den Test immer weiter nach oben zu schrauben.

Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt das Tragen eines Helmes, lehnt eine Pflicht allerdings ab. Für den Club geht es um eine Grundsatzentscheidung. Amateursportler seien durchaus willens für ihr Training spezielle Kleidung zu tragen. Hosen, Schuhe, Handschuhe und eben auch einen Helm. Aber je höher die Schwelle des Radelns vom Gesetzgeber gelegt wird, umso weniger alltäglich wird das Radfahren. Was zum Training einfach dazugehört, wird bei der Fahrt zur Eisdiele oder zur S-Bahnstation nur als störend empfunden. Kleine Kinder werden von den Eltern noch zum Fahren mit Helm gezwungen, ab einem Alter von etwa zehn Jahren gilt der Helm als extrem uncool.

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