Verdunkeltes Visier Motorrad Erlaubt: Was Sie Wissen Müssen

Viele Motorradfahrer bevorzugen getönte oder verspiegelte Visiere aus ästhetischen Gründen oder um sich vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Allerdings gibt es bestimmte Regeln und Vorschriften bezüglich der Verwendung solcher Visiere, die beachtet werden müssen, um Bußgelder zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten.

Gesetzliche Bestimmungen und ECE-Norm

In Deutschland besteht seit 1976 eine Helmpflicht für Motorradfahrer. Seit 2006 müssen Fahrer und Mitfahrer von Krafträdern mit einer Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einen "geeigneten Schutzhelm" tragen. Die aktuelle Prüfnorm ist die ECE-R 22.06, mit der seit Juni 2022 geprüft wird. Seit Juni 2023 dürfen keine Helme mehr mit der früheren Norm ECE 22.05 produziert werden.

Die ECE-Norm regelt neben der Stoßdämpfung des Helms auch die Lichtdurchlässigkeit des Visiers. Nach derzeitigem Stand muss das Visier eines Helms mit der ECE-Norm 22.06 mindestens 80 Prozent Licht durchlassen. Visiere mit einer geringeren Lichtdurchlässigkeit von 50-80% erhalten den Zusatz „For daytime use only“, sind also nur für den Gebrauch tagsüber geeignet.

Achtung: Wer auf deutschen Straßen unterwegs ist, sollte demnach die E-Nummer unbedingt auf dem Helmvisier finden. Motorradfahrer, die im Ausland unterwegs sind, sollten sich vorab über die dort geltenden Regeln informieren.

Arten von Visieren und ihre Zulässigkeit

Es gibt verschiedene Arten von Visieren für Motorradhelme, die sich in ihrer Tönung und Funktionalität unterscheiden:

  • Klassische transparente Visiere: Diese sind farblos und ohne Abdunklung.
  • Getönte, abgedunkelte Visiere: Sie sind in unterschiedlichen Tönungsgraden erhältlich und bieten Schutz vor der Sonne beim Fahren.
  • Verspiegelte Visiere: Diese sind oft ebenfalls getönt, von außen kann durch die Versiegelung nicht in den Helm geschaut werden.
  • Photochromatische Visiere: Es handelt sich dabei um selbsttönende Visiere, die sich automatisch an die Lichtverhältnisse anpassen.

Die Zulässigkeit der verschiedenen Visierarten hängt von der Lichtdurchlässigkeit und der Kennzeichnung ab. Visiere mit einer Lichtdurchlässigkeit von weniger als 80 Prozent sind in der Regel nur für den Gebrauch tagsüber zugelassen und müssen entsprechend gekennzeichnet sein. Photochromatische Visiere haben oft kein E-Prüfzeichen und sind daher nicht offiziell für den Straßenverkehr zugelassen.

Konsequenzen bei Verstößen

Wer mit einem unzulässigen Visier unterwegs ist, riskiert bei einer Verkehrskontrolle ein Bußgeld. Kommt der Träger eines Helmes mit verdunkeltem Visier in eine Verkehrskontrolle und das Visier ist geschlossen, dann läge eine Unvorschriftsmäßigkeit vor, die mit mindestens 25 € geahndet wird. Im Falle eines Unfalls kann die Versicherung zudem Regressforderungen stellen, wenn festgestellt wird, dass das unzulässige Visier die Unfallursache war.

Tipps für den Helmkauf und die Visierwahl

Beim Kauf eines Motorradhelms und der Wahl des richtigen Visiers sollten Sie folgende Aspekte beachten:

  • Prüfnorm: Achten Sie auf die ECE-Prüfnummer auf dem Helm und dem Visier.
  • Lichtdurchlässigkeit: Wählen Sie ein Visier mit ausreichender Lichtdurchlässigkeit für die jeweiligen Fahrbedingungen.
  • Passform: Der Helm muss am ganzen Kopf fest sitzen, ohne zu drücken.
  • Komfort: Tragen Sie den Helm im Laden mindestens zehn Minuten, um mögliche Druckstellen zu erkennen.
  • Zusatzfunktionen: Achten Sie auf Funktionen wie eine integrierte Sonnenblende oder eine Antibeschlag-Beschichtung.

Helmpflege und Visierwartung

Um die Lebensdauer Ihres Helms und Visiers zu verlängern und die Sicherheit zu gewährleisten, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Reinigen Sie das Visier regelmäßig mit Wasser und einem weichen Tuch.
  • Verwenden Sie keine aggressiven Reinigungsmittel, die das Visier beschädigen könnten.
  • Trocknen Sie den Helm nach Regenfahrten gut ab.
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Dichtungen und Verschlüsse des Helms.
  • Tauschen Sie das Visier aus, wenn es beschädigt oder verkratzt ist.

Zusammenfassung

Die Verwendung von getönten oder verspiegelten Visieren ist unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Es ist wichtig, die gesetzlichen Bestimmungen und die ECE-Norm zu beachten, um Bußgelder zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten. Wählen Sie ein Visier mit ausreichender Lichtdurchlässigkeit für die jeweiligen Fahrbedingungen und pflegen Sie Ihren Helm und Ihr Visier regelmäßig.

Welches Helmvisier ist wann erlaubt? Tabelle gibt Überblick für Motorradfahrer

Gerade bei den verspiegelten Visieren sollten Motorradfahrer noch eine weitere Kennzeichnung kennen. Denn hier spielt auch das sogenannte Prüfzeichen eine wichtige Rolle, ob das Visier in Deutschland verwendet werden darf oder nicht. Laut Helm Express lassen sich die Vorgaben für die getönten und versiegelten Visiere folgendermaßen zusammenfassen:

Art des Visiers Motorradfahrer sollten diese Regeln kennen
getönt Die Lichtdurchlässigkeit muss bei 80 Prozent liegen, wenn das Visier auch nachts benutzt werden soll. Sie müssen zudem mit dem entsprechenden E-Prüfzeichen versehen sein.
photochromatisch Oftmals haben diese Visiere kein E-Prüfzeichen - diese sind dann auch nicht für den Straßenverkehr zugelassen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0