Der Vergaser ist ein unverzichtbares Bauteil in einem Moped. Er mischt Kraftstoff und Luft im richtigen Verhältnis, bevor er das Gemisch in den Motor einspeist. Eine korrekte Vergasereinstellung ist entscheidend für den Betrieb eines Motors und eine effektive Leistungssteigerung.
Warum ist die Vergaserabstimmung so wichtig?
Egal ob Tuning, Umbau, Restauration oder einfach ein Motor, der nicht richtig läuft - die Vergaserabstimmung steht oft an erster Stelle und kann viele Probleme lösen. Deinen Vergaser musst du abstimmen, um dem Zylinder das richtige Mischungsverhältnis von Luft und Benzin (hier 2-Takt Gemisch) zu liefern. Nur so kann dein Motor richtig laufen und dir die optimale Leistung liefern.
Ein nur leicht falsch eingestellter Vergaser kostet schnell 10 km/h an Top Speed. Stimmt dieses Mischungsverhältnis nämlich nicht, so hat dein Motor weniger Leistung und außerdem oft einen höheren Verschleiß. Typische Symptome sind hier zum Beispiel ein stark qualmender Auspuff und Stottern im oberen Drehzahlbereich.
Deinen Vergaser musst du übrigens immer dann neu abstimmen, wenn du an deinem Motor etwas änderst oder neu verbaust. Dabei ist es egal ob es der Vergaser Zylinder oder Auspuff ist. Gerade nach Tuning Umbauten ist eine neue Düsengröße von Nöten.
Die Hauptbestandteile des Vergasers
Ein Moped-Vergaser besteht typischerweise aus einem Schwimmer, einer Düse, einem Leerlaufsystem und einem Beschleunigungspumpensystem. Diese Komponenten arbeiten zusammen, um das Kraftstoff-Luft-Gemisch je nach Bedarf des Motors und den Umgebungsbedingungen anzupassen.
Hauptdüse
Für die Zusammensetzung des Gemischs im Voll- und Teillastbereich ist die Größe der Hauptdüse entscheidend. Je größer die Vergaserdüse ist, desto mehr Kraftstoff kann zugemischt werden. Diese Düse lässt sich bei Bedarf einfach austauschen. Ist beispielsweise eine magerere Gemischaufbereitung das Ziel, wird eine kleinere Hauptdüse eingesetzt.
Leerlaufdüse oder Nebendüse
Sie bestimmt die Zusammensetzung des Kraftstoffgemischs bei Standgas-Betrieb, hat aber auch Auswirkungen auf den Teillastbereich. Startet dein Mofa nur widerwillig oder zickt es beim Übergang zum Volllastbetrieb, sind die Größen von Haupt- und Nebendüse vermutlich nicht optimal aufeinander abgestimmt.
Düsennadel
Sie ist konisch geformt und kann sich im Düsenstock der Hauptdüse auf- und nieder bewegen. In Abhängigkeit davon, wie tief sie in den Düsenstock eintaucht, wird die dem Gemisch zugefügte Kraftstoffmenge größer oder kleiner.
Schwimmer
Er hat die Aufgabe, den Kraftstoff-Zufluss zu steuern. Die an ihm befestigte Schwimmernadel sorgt dafür, dass der weitere Benzinzufluss gestoppt wird, sobald ein definierter Pegelstand erreicht ist. Erst wenn der Pegelstand beim Laufen des Motors wieder sinkt, wird der Zufluss erneut geöffnet.
Schieber
Der Schieber hat seinen Platz im Ansaugkanal und sorgt für den richtigen Anteil Luft im Gemisch. Er gehört zu den Verschleißteilen, weil er dem Luftstrom permanent ausgesetzt ist.
Einrichtungen für den Kaltstart
Zwei-Takt-Motoren verfügen häufig über zusätzliche Kaltstarteinrichtungen wie einen Choke oder Tupfer, mit denen die Gemischaufbereitung in der Startphase beeinflusst werden kann.
Die richtige Vergaserabstimmung finden
Um den Vergaser optimal abzustimmen, muss man zunächst eine Düse finden, die ungefähr passt. Bei einem originalen Mofa nimmt man natürlich auch die originale Düse. Die richtige Düsengröße ist entscheidend, um in den grünen Bereich zu gelangen, in dem das Mofa optimal läuft.
Konkrete Beispiele (Richtwerte):
- originales Mofa -> 45-55er HD (Hauptdüse)
- Mofa mit leichtem Tuning -> ca. 60-70er HD
- Piaggio Ciao mit großem Zylinder (63ccm) und passendem Setup -> ca. 65-70er HD
- Zündapp CS 25 bearbeiteter 50ccm Athena, 21er Vergaser etc. -> ca. 90er HD
- Hercules Prima GT und Puch Maxi komplett original -> 50er HD
- Puch Maxi S mit 50ccm Tuning Zylinder und passendem Setup: ca. 75-85er HD
Generell würde ich eher zu fett (zu große Düse), als zu mager (zu kleine Düse) beginnen. Ist die Düse nämlich viel zu klein, bekommt dein Zylinder nicht genug Öl zur Schmierung.
Standgas richtig einstellen
Um deinen Vergaser optimal abstimmen zu können, solltest du auch das Standgas richtig einstellen. Das geht ganz leicht. Um das Standgas zu erhöhen, einfach die Standgasschraube reindrehen. Ist es dir zu hoch, so kannst du es durch herausdrehen wieder senken. Optimal sind hier etwa 1.000-1.400 U/min. Das Ganze solltest du am besten am warm gelaufenen Motor einstellen.
Die Abstimmungsfahrt
Ist alles wieder zusammengebaut und der Vergaser bestückt, heißt es Fahren. Du solltest es vorsichtig angehen und immer auf den Motor hören. Auch wenn dein Mofa im Stand gut hochdreht, kann es sich während der Fahrt immer noch anders verhalte.
- Ist die Düse viel zu klein, läuft das Mofa mit Choke besser als ohne.
- Die Düse ist ein bisschen zu klein, hat das Mofa oft kein gutes Standgas wenn es warm ist.
- Ist die Düse zu groß, läuft der Motor im oberen Drehzahlbereich immer schlechter, je wärmer er wird.
Um herauszufinden, ob deine Düse zu klein beziehungsweise zu groß ist, kannst du einfach eine Düse verbauen, die etwas größer ist. Läuft es danach bei der Testfahrt schlechter, so brauchst du ein kleinere Düse. Läuft es besser eine größere. Hat man diese grobe Richtung festgestellt, achtet man bei der nächsten Fahrt vor allem auf die obere und mittlere Drehzahl.
Zündkerzenbild richtig deuten
Dazu einfach die Zündkerze nach einer ausgiebigen Testfahrt, mit einem Zündkerzenschlüssel ausbauen und die Farbe des Kopfes der Kerze überprüfen. Das Optimum wäre ein rehbraun. Ist die Zündkerze schwarz und eventuell sogar verölt, ist die HD (Hauptdüse) zu groß. Man düst in kleinen Schritten runter, bis die Farbe und das Fahrverhalten passen. Ist die Zündkerze sehr hell bis weiß, ist die HD zu klein.
Für eine aussagekräftige Deutung der Zündkerzenfarbe, sollte man allerdings einige Zeit fahren. Eine kleine Runde im Hof reicht hier oft nicht.
Feinabstimmung und weitere Möglichkeiten
Mit der richtigen Düse dreht dein Motor sauber hoch, ohne zu stottern oder sich zu verschlucken. Auch hat man dann nicht das Gefühl, der Motor könnte noch höher drehen. Mit der Hauptdüse stimmst du den Vollastbereich deines Vergasers ein. Viele Mofas haben nur diese Möglichkeit und du kannst die Teillast gar nicht wirklich einstellen.
Bei größeren Mopeds oder Tuning Vergasern hat man allerdings oft noch mehr Möglichkeiten. So kann man über die Form und Länge der Düsennadel den Bereich von 1/4 bis 3/4 Gas gut Beeinflussen. Mit der Standgasgemischschraube, kann der Bereich bis 1/4 Gas eingestellt werden.
Probleme bei der Abstimmung
Manchmal ist es zum Verzweifeln und das Moped will einfach nicht richtig laufen. Das muss dann nicht unbedingt an der Vergaserabstimmung liegen. Ist eine richtige Abstimmung absolut nicht möglich, sollte man andere Gründe in Betracht ziehen.
Tabellarische Zusammenfassung der Düsengrößen (Beispiele)
| Fahrzeugtyp | Setup | Empfohlene Hauptdüse (HD) |
|---|---|---|
| Originales Mofa | Standard | 45-55 |
| Mofa mit leichtem Tuning | Leichte Modifikationen | 60-70 |
| Piaggio Ciao | Großer Zylinder (63ccm) | 65-70 |
| Zündapp CS 25 | Bearbeiteter 50ccm Athena, 21er Vergaser | 90 |
| Hercules Prima GT | Komplett original | 50 |
| Puch Maxi S | 50ccm Tuning Zylinder | 75-85 |
Verwandte Beiträge:
- Einspritzer oder Vergaser Motorrad: Vor- & Nachteile im Vergleich
- Motorrad Fehlzündung Vergaser: Ursachen, Lösungen & Tipps zur Fehlersuche
- Vergaser Moped Funktion erklärt: Einfach & verständlich
- Vergaserreiniger Motorrad: Test & Kaufberatung
- Kaufvertrag Muster für Moped: So sichern Sie Ihren Kauf und Verkauf perfekt ab!
- E-Mountainbike unter 1500€: Beste Modelle & Kaufberatung
Kommentar schreiben