E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Im Jahr 2024 wurden das zweite Jahr in Folge mehr E-Bikes verkauft als konventionelle Fahrräder, laut Zweirad-Industrie-Verband e.V (ZIV) mehr als zwei Millionen. Im Schnitt kosteten die verkauften E-Bikes mehr als 2.600 Euro und sind damit deutlich teurer als konventionelle Räder. Für viele Besitzer ein guter Grund, die Anschaffung gegen Diebstahl und Beschädigung abzusichern.
Eine gute Fahrradversicherung kann im Ernstfall bares Geld sparen. Die Stiftung Warentest hat 118 Tarife von 44 Anbietern getestet - mit erfreulichem Ergebnis: Bereits ab rund 30 Euro im Jahr gibt es sehr guten Diebstahlschutz für ein Trekkingrad im Wert von 1 500 Euro oder ein E-Bike im Wert von 6 000 Euro. Wer etwas mehr investiert, kann sein Bike zusätzlich gegen Unfälle, Vandalismus oder Verschleiß absichern. Aber Achtung: Einige Policen kosten fast zehnmal so viel wie die günstigsten - bieten aber deutlich weniger Leistung. Von 118 Versicherungen im Test sind 36 sehr gut, darunter auch günstige. Zusätzlich zeigen wir die Merkmale jedes Tarifs.
Der Schutz der E-Bike-Versicherung ist freiwillig, aber dennoch in vielen Fällen sinnvoll. Eine E-Bike-Versicherung ist leistungsstärker als eine Mitversicherung des E-Bikes bei einer Hausratversicherung. Die E-Bike-Versicherung ist weitaus umfangreicher als die Hausratversicherung. Im Rahmen der Hausratversicherung werden in der Regel nur Schäden durch Einbruchdiebstahl und Vandalismus in der Garage oder auf dem eigenen Grundstück reguliert.
Eine E-Bike Versicherung schützt vor unerwarteten finanziellen Belastungen durch Diebstahl, Reparaturen oder Pannen. Mit dem unverbindlichen CHECK24-Vergleich lassen sich verschiedene Anbieter, Marktführer und Testsieger transparent gegenüberstellen. Das hilft, einen individuellen Versicherungsschutz zu finden, der auf das eigene Fahrverhalten und Nutzung zugeschnitten ist. Auch für bereits Versicherte lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich, weil viele Tarife in den letzten Jahren verbessert wurden und somit die Chance auf bessere Leistungen bzw. niedrigere Beiträge besteht. Ein Wechsel ist bei Bedarf online direkt möglich.
Brauche ich wirklich eine spezielle Fahrradversicherung?
Brauche ich wirklich eine spezielle Fahrradversicherung? Reicht nicht auch die Hausratpolice? Die Antwort auf diese Frage kann unterschiedlich ausfallen - je nachdem, ob Sie Gelegenheitsradler oder Vielfahrerin sind oder ein besonders teures Rad fahren. Eine Fahrradversicherung mit Diebstahlschutz muss nicht teuer sein. Einige Tarife sind sogar für teure Fahrräder in Hochrisikogebieten sehr günstig, zum Beispiel für ein 1 500-Euro in Göttingen oder ein 6 000-Euro-Rad in Bremen.
Um diese Frage zu beantworten, überlege zunächst, welchen Risiken Dein Elektrobike ausgeliefert ist und ob der entstehende Schaden so groß wäre, dass eine Versicherung sinnvoll ist. Versicherungen sind ein Muss, wenn sie finanziell existenzbedrohende Risiken absichern. Also zum Beispiel die Wohngebäudeversicherung, die Deine größte Investition schützt. Oder Deine Berufsunfähigkeitsversicherung, die Deine Arbeitskraft absichert.
Wichtig: Der Umkehrschluss gilt nicht. Nur weil eine Versicherung teurer ist als der Erwartungswert, heißt das noch nicht, dass sie sich nicht lohnt! Das Diebstahlrisiko ist von Region zu Region verschieden. Am häufigsten werden Fahrräder in Großstädten wie Berlin oder Studentenstädten wie Münster, Göttingen oder Freiburg gestohlen. Wer in einem Stadtstaat oder einer Studentenstadt lebt, hat das größte Risiko, Opfer eines Fahrraddiebstahls zu werden. In Mittel- und Süddeutschland schlagen Fahrraddiebe im Schnitt seltener zu.
Was deckt eine E-Bike Versicherung ab?
E-Bike Versicherungen bestehen aus drei Bausteinen: Diebstahlschutz, Reparatur sowie Unfall- und Pannenhilfe. Diese können flexibel einzeln oder in Kombination abgeschlossen werden. Für viele E-Bike-Fahrerinnen und E-Bike-Fahrer ist die Kombination aus Diebstahl- und Reparaturschutz besonders sinnvoll. Diese Kombination deckt typische Schäden wie Sturzschäden und Verschleiß zuverlässig ab. Im Vergleich zu einem Einzelbaustein bietet die Kombination gegen einen moderaten Aufpreis einen deutlich erweiterten Leistungsumfang.
Diebstahlschutz
Aufgrund der hohen Preise von E-Bikes bzw. Pedelecs ist der Diebstahlschutz essenziell. Der Diebstahlschutz greift bei Diebstahl oder Raub des gesamten E-Bikes sowie einzelner Teile im öffentlichen Raum.
- Tarifunabhängig: Der Diebstahl fest verbauter Teile (Lenker, Reifen, Sattel, usw.).
- Tarifabhängig: Der Diebstahl loser Teile (Fahrradcomputer, Luftpumpe, Kindersitz, usw.) und Gepäcks.
Für Zubehörteile sind in der Regel Erstattungsgrenzen festgelegt: Im Schnitt liegen sie bei 300 € pro Zubehörteil und bei 2.000 € pro Schadenfall.
Tarife mit Neuwert statt Zeitwert: Gute Tarife erstatten den Neuwert und können zusätzlich eine Progression bzw. Wiederbeschaffungsklausel beinhalten.
Nicht abgeschlossene E-Bikes sind nicht versichert. Das Bike muss in der Regel an einem festen Objekt (z. B. Laternenpfahl) angeschlossen sein. Einige Anbieter schließen Zahlenschlösser aus.
Reparaturschutz
Viele E-Bikes und Pedelecs sind häufig im Einsatz: für längere Radtouren, zum Pendeln oder Einkaufen. Tarife mit dem Baustein „Reparatur” decken Reparaturkosten ab. Der Versicherungsschutz greift in der Regel sowohl bei mechanischen als auch elektrischen Defekten, sofern diese durch ein versichertes Ereignis verursacht wurden.
Beispiele für versicherte Schäden:
- Bedienfehler und unsachgemäße Handhabung
- Produktions-, Material- und Konstruktionsfehler
- Elektroschäden
- Verschleiß von bestimmten Fahrradteilen
- Verschleiß des Akkus
- Totalschaden
Unfall- und Pannenhilfe (Schutzbrief)
E-Bike Versicherungen mit Schutzbrief-Leistungen greifen bei Pannen sowie Unfällen. Beim Baustein Pannenhilfe gibt es zwischen den Anbietern nur geringe Leistungsunterschiede. Nahezu alle Tarife bieten eine solide Grundabsicherung.
Leistungen können umfassen:
- Pannenhilfe vor Ort
- Übernachtung im Notfall
- Ersatzrad zur Miete
Diese Option ist vor allem für E-Bike-Fahrer nützlich, die weite Strecken fahren und beispielsweise Fahrradtouren unternehmen. Bei Radtouren, die eine Distanz von bereits 5 Kilometern zum Wohnort überschreiten, ist ein Schutz ebenfalls sinnvoll.
E-Bike Versicherung vs. Hausratversicherung
Viele E-Bike-Besitzer und E-Bike-Besitzerinnen gehen davon aus, dass ihr Rad über die Hausratversicherung bereits vollständig abgesichert ist. Tatsächlich ist der Schutz jedoch meist eingeschränkt: Standardmäßig sind Fahrräder in der Hausratversicherung lediglich gegen Diebstahl innerhalb des versicherten Wohnraums abgesichert. Für den Schutz außerhalb der eigenen vier Wände ist in der Hausratversicherung ein zusätzlicher Baustein notwendig. Dieser wird häufig als „Fahrraddiebstahl” bezeichnet.
Eine eigenständige E-Bike Versicherung bietet im Vergleich deutlich mehr Leistungen. Der Diebstahl des E-Bikes ist zu Hause und unterwegs abgesichert. Auch der Diebstahl von fest montierten Teilen, losem Zubehör, der Batterie und eines Ersatzakkus sowie von Gepäck auf Touren ist - je nach Tarif - im Versicherungsumfang enthalten.
Worauf Sie bei der Wahl einer E-Bike Versicherung achten sollten
Wenn Du eine Extra-Versicherung für Dein E-Bike abschließen möchtest, achte auf einige Leistungen, die enthalten sein sollten:
- Diebstahlschutz: Der Schutz vor Diebstahl sollte möglichst umfangreich sein. Das heißt, es wird auf die Nachtzeitklausel verzichtet. Achte aber darauf, dass einige Anbieter Vorgaben zum Schloss machen. Der Diebstahlschutz sollte nicht nur das komplette Fahrrad, sondern auch den Diebstahl von Komponenten einbeziehen.
- Weitere Schadensursachen: Daher ist es sinnvoll, wenn die Versicherung außer Diebstahl weitere Schadensursachen absichert. Zu diesen zählen Vandalismus, Schäden durch Unwetter wie Hochwasser und Orkan oder menschengemachte Katastrophen wie Feuer. Auch Schäden durch unsachgemäße Handhabung, also Bedienungsfehler und selbstverschuldete Unfälle, sollten abgesichert sein.
- Grobe Fahrlässigkeit: Normalerweise kann eine Versicherung die Leistung kürzen oder ganz ablehnen, wenn der Schaden durch grobe Fahrlässigkeit entstanden ist. Schau, dass die Versicherung auf diese Möglichkeit verzichtet und ebenfalls zahlt, wenn Du beispielsweise freihändig gefahren bist und dadurch einen Unfallschaden verursacht hast.
- Verschleiß: Gute Fahrradversicherungen zahlen für den Tausch des Akkus, wenn dieser innerhalb der ersten drei Jahre eine bestimmte Leistung unterschreitet.
- Versicherungssumme: Die Versicherungssumme, die Du selbst angibst, sollte zunächst hoch genug sein, damit Du bei einem Schaden die tatsächlich entstandenen Kosten erstattet bekommst. Außerdem sollte Dir die Versicherung in den ersten drei Jahren bei Verlust oder einem Totalschaden des Bikes den Neuwert erstatten.
- Mindestlaufzeit: Die Vertragslaufzeit sollte ein bis drei Jahre betragen.
- Selbstbeteiligung: Sinnvoll ist eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung. Wenn eine vereinbart wird, sollte sie maximal 50 Euro betragen.
Kosten einer E-Bike Versicherung
Die häufigste Frage, die unseren Experten gestellt wird, lautet: "Was kostet eine E-Bike Versicherung?". Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Höhe des Jahresbeitrages von vielen Faktoren abhängig ist. Der Beitrag für ein 2.500 Euro teures E-Bike liegt bei rund 60-70 Euro im Jahr.
Generell hängt der Beitrag der Versicherung für Dein E-Bike hängt von mehreren Faktoren ab: Wohnort, Leistungsumfang und Wert Deines Elektrorads. Interessanterweise kostet eine E-Bike-Versicherung beim selben Leistungsumfang nicht unbedingt mehr als eine für normale Fahrräder ohne Motor. Um eine günstige Versicherung zu finden, ist es wichtig, Beiträge zu vergleichen.
Beiträge für E-Bikes ausgewählter Anbieter (Stand: Mai/Juni 2025)
| Anbieter | Lastenrad, 5.000 €, Berlin | Citybike, 1.900 €, Magdeburg | Lastenrad, 3.000 €, Fürth |
|---|---|---|---|
| Agencio natura fair | 115 € | 47 € | 52 € |
| Ammerländer Classic | 155 € | 72 € | 87 € |
| Hepster Beschädigung, Verschleiß & Diebstahl | 155 € | 64 € | 75 € |
| Adam Riese XXL | 216 € | 291 € | 126 € |
Quelle: Eigene Recherche, Abfrage auf den Onlinerechnern der Anbieter (Stand: Mai/Juni 2025)
Tipps zur Schadenmeldung
Generell gilt: Dokumentieren Sie den Schaden umgehend durch Fotos und auch Videos und notieren Sie gegebenenfalls die Kontaktdaten von etwaigen Zeugen. Handelt es sich um Diebstahl, Teilediebstahl und Vandalismus, melden Sie den Schaden der Polizei und lassen Sie sich für die Versicherung eine Bestätigung der Anzeige sowie das Aktenkennzeichen geben. Die einzelnen E-Bike-Versicherer haben je unterschiedliche Formulare zur Schadenmeldung online und/oder können zusätzlich telefonisch erreicht werden. Ihr Versicherer wird die Sachlage prüfen und den Ihnen zustehenden Geldbetrag anschließend zeitnah auf Ihr Konto überweisen.
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