Vintage Motorrad Lederjacke Pflege: So bleibt Ihre Jacke ein Leben Lang Schön

Leder gehört zu den edelsten Rohstoffen, die uns die Natur zu liefern imstande ist. Von den heimischen Tierarten der Ziege oder der Kuh bis hin zu den exotischen Varianten des Alligators oder des Elefanten ist ein breites Spektrum an Materialien denkbar. Eine daraus gefertigte Jacke kann durchaus das eine oder andere Jahrzehnt unbeschadet überstehen. Notwendig dafür ist es aber, dass Du das Stück nicht über die Maßen strapazierst und ihm regelmäßig jene Pflege angedeihen lässt, die es benötigt.

Die richtige Aufbewahrung

Zur Pflege und optimalen Aufbewahrung deiner Lederjacke ist es zuerst einmal wichtig, diese richtig aufzubewahren. Damit die Form nicht leidet, solltest du deine Lederjacke immer auf einen Bügel hängen. Das Leder muss atmen können und sollte luftig und trocken aufbewahrt werden. Das Leder dabei nicht in Kunststoffbeuteln aufbewahren! Achte auch darauf, dass deine Lederjacke vor intensiven Licht- oder Sonnenstrahlen geschützt ist.

Außerdem solltest du daran denken, dass du deine Lederjacke nie bei Arbeiten trägst, bei den sie mit Schmutz in Berührung kommt.

Reinigung der Lederjacke

Immer wieder stellt sich somit die Frage, ob eine Lederjacke in der Waschmaschine gereinigt werden darf. Erfahrungsberichte diesbezüglich lassen sich vielfach finden - nicht immer mit positivem Ausgang. Grundsätzlich solltest du dir mehrmals überlegen, ob du deine Lederjacke in der Waschmaschine wäschst. Allerdings gilt die Faustregel: Je gröber das Material, desto eher darf eine so geartete Wäsche erfolgen - je dünner und feiner das Leder indes ausfällt, desto besser ist es, darauf zu verzichten.

Gerade die hauchzarten Veloursblousons eignen sich dafür überhaupt nicht. Sie werden eher mit der Hand ausgespült. Insbesondere die gröberen Varianten sollten aber ein bis zwei Mal pro Jahr eine solche Säuberung problemlos überstehen. Allerdings ist dabei ebenso sorgfältig vorzugehen.

Sowohl das Leder als auch die Nähte können ernsthafte Defekte davontragen, wenn die Temperatur beim Waschen zu hoch gewählt wird oder wenn unsachgemäße Reinigungsmittel zum Einsatz kommen. Wenn es sich um Lederjacken handelt, welche nicht durchgefärbt sind, kann es außerdem zu unschönen Auswaschungen kommen.

Das gilt sogar bei gröberen Verschmutzungen, denen in keinem Falle mit der chemischen Keule, aggressivem Zubehör oder sogar sperrigen Bürsten zu Leibe gerückt werden darf. Ist erst einmal die oberste Schutzschicht des natürlichen Materials angegriffen worden, so sinkt die Haltbarkeit der Jacke um viele Jahre. Zudem lassen sich derartige Beschädigungen meist nicht mehr komplett beheben.

Die Wärme des eingesetzten Wassers besitzt einen erheblichen Einfluss auf das Leder. Zu viel Hitze greift den Rohstoff an, hinterlässt Falten und Furchen. Selbst kleinere Risse sind dabei keine Seltenheit. Während des anschließenden Trocknens lassen sich solche Fehler nicht mehr korrigieren. Eine zu heiß gewaschene Jacke kann daher im schlimmsten Falle entsorgt werden. Ratsam ist es, die Temperatur möglichst niedrig zu wählen. 30 Grad Celsius reichen bereits aus, um eine sanfte Säuberung zu gewährleisten und auch hartnäckige Flecken zu entfernen.

Handelt es sich dagegen nur um etwas Staub, der sich nach einem langen Sommer auf der Kleidung abgesetzt hat, so eignet sich ebenso gut kaltes Wasser. Selbst der zeitliche Aufwand wird auf ein Minimum reduziert: Die Jacke sollte möglichst kurz mit Wasser in Berührung kommen. Gehst Du indes sowohl bei der Dauer als auch bei der Temperatur zu hoch an die Aufgabe, so riskierst Du ernsthafte Beschädigungen.

Optimal gestaltet es sich, die Jacke möglichst ausschließlich mit Wasser zu waschen. Gerade gröbere Anhaftungen werden sich damit aber nicht beseitigen lassen. Der Fachhandel bietet ein breites Sortiment an säubernden und pflegenden Produkten. Insbesondere im niedrigen Preissegment ist die Qualität allerdings eher unzureichend. Es lohnt sich daher, für eine sorgsame Wäsche auch einmal etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Zwischen 10 und 15 Euro kann ein gutes Reinigungsmittel kosten - Ausgaben, die eingedenk der langen Lebensdauer des Leders sinnvoll angelegt sind.

Ratsam ist es zudem, weitgehend auf chemisches Zubehör zu verzichten. Stattdessen werden eher solche Mittel gewählt, die auf natürlicher Basis den Schmutz entfernen und darüber hinaus auch nährende Inhaltsstoffe besitzen. Wachs sowie pflanzliche Auszüge und Öle haben sich als angemessen erwiesen. Damit wird im Regelfall ein wichtiger Arbeitsschritt gespart: Die Jacke erfährt in der Maschine eine umfassende Reinigung und wird dort bereits mit pflegenden Bestandteilen umschmeichelt. Nach der Trocknung muss sie somit nicht mehr imprägniert oder gebürstet werden.

Allerdings ist es dafür notwendig, dass das Zubehör ideal auf die jeweilige Ledervariante abgestimmt ist.

Allerdings schreitet die Technik voran. Auch die Waschmaschinenbranche hat sich in den letzten Jahren vermehrt auf individuelle Geräte fokussiert. Es ist mit ihnen möglich, etwa das Leder optimal zu reinigen. Dem Wasser wird im Rahmen eines Lederwaschgangs mancherlei Substanz beigemischt, die zum Erhalt des natürlichen Materials beitragen soll. Allerdings erweisen sich diese Entwicklungen in der Praxis als wenig ausgereift.

Maschinen, die ihren Zweck erfüllen, sind sehr teuer und eignen sich für Dich erst dann, wenn Du mehrmals im Jahr eine Reinigung vornimmst. Wer dagegen lediglich über eine Lederjacke verfügt und diese nicht allzu oft waschen möchte, sollte auf solche Geräte verzichten. Denn die preisgünstigen Varianten sind noch immer mit Mängeln behaftet. Auch in ihnen kann der tierische Rohstoff beschädigt werden.

Für den üblichen Gebrauch reicht daher eine durchschnittliche Waschmaschine für alle Textilien und Fasern aus. Selbst spezielle Waschgänge sind nicht zwingend notwendig. Ist die Technik zur Säuberung feiner und anfälliger Kleidungsstücke geeignet, so kann auch eine Lederjacke darin behandelt werden. Das natürlich ohne Beigabe der normalen Reinigungsmittel, sondern streng unter Nutzung der zuvor genannten Produkte zur Lederpflege.

Die Handwäsche

Wer seine Lederjacke nur selten der Maschine sowie dem Trockner ausliefern möchte oder etwa im Urlaub einmal ohne die Hilfe der Technik auskommen muss, kann das Kleidungsstück aber ebenso gut per Hand reinigen. Lauwarmes Wasser reicht aus, um die üblichen Anhaftungen zu beseitigen. Auch dabei kann je nach der Schwere der Verschmutzung ein Waschmittel verwendet werden. Nicht zum Einsatz kommen dagegen Bürsten und ähnliches Zubehör. Körperseifen oder Geschirrspülmittel sollten gleichermaßen eher gemieden werden.

Kommt es bei einem bestimmten Produkt zu Zweifeln, so wird es an einer verdeckten Stelle des Leders in winzigem Umfang aufgetragen. Liegen nach der Trocknung Unterschiede in der Farbe oder sogar der Materialstruktur vor, ist auf einen weiterführenden Nutzen zu verzichten.

Überhaupt erweist es sich als ratsam, die Lederjacke lieber einmal in die Obhut einer professionellen Reinigung zu übergeben, wenn Du dich entweder mit der Waschmaschine oder per Hand nicht recht trauen solltest, die Säuberung vorzunehmen. Unter Einsatz von Wasserdampf und geringen Temperaturen lassen sich dort regelmäßig sehr gute Ergebnisse erzielen.

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Trocknung der Lederjacke

Nicht das Waschen alleine will sorgfältig absolviert werden. Zunächst einmal ist es wichtig, die Kleidung an einem warmen und staubfreien Ort trocknen zu lassen. Der Speicher, der Wäscheständer im Zimmer oder - bei entsprechenden Temperaturen - auch die Leine im Freien eignet sich sehr gut. Sonnenschein verkürzt die Dauer des Vorgangs ebenso. Indes ist darauf zu achten, dass die Jacke immer leicht geschützt vor der Strahlung aufbewahrt wird. Ein Vordach oder ein Unterstand stellt daher den besten Platz dar.

Regel No. 2: Die Jacke auf einen Bügel hängen und langsam (!) trocknen lassen. Auf keinen Fall solltest du die Jacke auf die Heizung legen oder trocken föhnen. Das Leder wird durch die heiße, trockene Luft hart und spröde und die schöne Lederjacke ist hin.

Allerdings kann die Trocknung je nach Dicke des tierischen Rohstoffs einige Stunden andauern. In dieser Zeit wird das Leder immer wieder per Hand leicht massiert und an den robusteren Nähten auch geknetet. Damit lässt sich ein natürliches Manko des Materials beheben: Verliert das Leder an Feuchtigkeit, so wird es sperrig und fest.

In der Folge kann die Qualität der Jacke erheblich nachlassen. Ihr bequemer Tragekomfort sinkt ab, die Tierhaut wird spröde.

Imprägnierung und Pflege

Zur optimalen Pflege deiner Lederjacke solltest du wissen, aus welchem Leder diese gemacht ist. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Lederarten, für die unterschiedliche Eigenschaften charakteristisch sind.

Solltest du dir unsicher sein, ob deine Lederjacke bereits imprägniert ist, kannst du dies mit etwas Spucke oder wenigen Wassertropfen testen. Suche dir dazu eine unauffällige Stelle an der Jacke (z.B. unter den Ärmeln oder an der Innenseite) und befeuchte die Stelle mit etwas Speichel. Sollte sich hierbei ein Rand bilden oder die Feuchtigkeit schnell ins Innere dringen, ist eine Imprägnierung dringend notwendig.

Während und nach dem Trocknen der Jacke solltest du diese vorsichtig durchkneten und massieren.

Auf raue Lederjacke kann auch etwas Lederfett oder -öl aufgetragen werden. So bleibt die Lederjacke geschmeidig und ist vor Nässe geschützt.

Glattlederjacken können nach langer Tragezeit ein wenig an Farbechtheit verlieren und durch Wetter und Licht ausbleichen. Mit einer speziellen Ledertönung und unter Beachtung gewisser Kniffe kannst du jedoch dafür sorgen, dass deine Jacke wieder im neuen Glanz erscheint.

Professionelle Lederreinigung

Wer wirklich mit hartnäckigen Verschmutzungen zu tun hat, sollte sich überlegen, seine Jacke in eine professionelle Lederreinigung zu bringen. Hier wird die Jacke nicht nur gereinigt, sondern auf Nachfrage auch komplett grundüberholt. Eine Lederreinigung vom Fachmann besteht aus den Schritten einer Vorbehandlung für besonders starken Verschmutzungen, der Grundreinigung, einer Nachbehandlung (Nachdetachur), dem Nachsprühen (z.B. Imprägnieren des Leders, sowie nach Bedarf Verwendung verschiedener Lederpflegesprays), dem Nachkleben, dem Finish und der Endkontrolle. Auf Wunsch kann die Jacke auch, je nach Angebot, nachgefärbt und zugerichtet werden.

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