Vitus Bikes Testberichte: Vielseitigkeit und Leistung im Fokus

Vitus Bikes bieten in der Regel immer eine erstklassige Preis-Leistung. Nicht umsonst bezeichnet Vitus sein Venon Evo als Rennrad mit zwei Gesichtern. Doch ob der Allrounder hält, was er verspricht, erfahrt ihr in unserem Test.

Vitus Venon Evo: Ein Rennrad mit zwei Gesichtern

Ein Rennrad mit zwei Gesichtern: So beschreibt Vitus sein neues Venon Evo. Denn neben der Straßen-/Allroad-Version RS wird es auch ein Venon Evo-GR geben: Der Rahmen ist identisch, nur Anbauteile und Schaltgruppe sind dann auf den Offroad-Einsatz ausgerichtet. Das legt nahe: Das Venon hat durchaus das Potenzial, um mit etwas Tuning als vollwertiges Gravelbike durchzugehen.

Ein Gravel-Wolf im Straßenpelz, wenn man so will. Denn im Evo-RS-Spec gibt sich das Venon erfreulich handzahm und zeigt seine Stärken vor allem auf Asphalt, wie schon die recht schmalen Michelin Power Cup-Reifen in 28 mm deutlich machen. Zusammen mit den Prime Attaquer V2 ergibt sich so ein leichteste Laufradgewicht, was sich sowohl bei explosiven Antritten wie auch bergauf spürbar positiv auswirkt.

Geht der Fahrer aus dem Sattel und erhöht den Druck auf dem Pedal, geht das Venon Evo-RS sehr agil nach vorn oder schraubt sich begeistert Kehre um Kehre nach oben. Dabei zahlt sich auch das mit 8,2 kg im Vergleich geringe Komplettgewicht aus.

Gleichzeitig sorgt der lange Radstand mit langen 420er-Kettenstreben für ausgeprägte Laufruhe - hier blitzen die Wolfs- bzw. Gravel-Gene des Venon durch und helfen auch dem Evo-RS-Fahrer, wenn er die Straße hinter sich lässt. Es sollte nur nicht zu grob werden, denn sonst stoßen die 28er-Reifen schnell an ihre Grenzen. Umso besser, dass maximal bis 45 mm breite Pneus in den Rahmen passen.

Die Sitzposition auf dem Rad fällt angenehm sportlich aus, auch der Bügel mit abgeflachtem Aero-Oberlenker sorgt dafür, dass das Rennradgefühl bei aller Laufruhe nicht zu kurz kommt.

Vor- und Nachteile des Vitus Venon Evo-RS

  • 👍 Das gefällt: Mit seinen leichten Laufrädern und den schnellen Reifen glänzt das Venon mit starkem Vortrieb.
  • 👎 Das weniger: Die 28er-Reifen sind zwar schnell, für den Allroad-/Endurance-Einsatz wären 32er aber besser.
  • 💗 Das perfekte Rad für......

Das Vitus Venon Evo ist ein All-Road-Rahmenset, das darauf abzielt, die Grenze zwischen den besten Ausdauerrennrädern und den besten Gravelbikes zu verwischen. Je nachdem, welche Disziplin du fahren möchtest, können Reifenbreiten von 28 mm bis zu 45 mm verwendet werden.

Der Ansatz des Venon Evo bietet zwei Räder in einem. Du kannst es als reines Straßen-/Ausdauerfahrrad oder mit dieser Gravel (und Straßen-)Ausrüstung haben. Ich finde diese Vielseitigkeit des Zwecks wirklich interessant. Ein Fahrrad zu haben, mit dem man sowohl das Land durchqueren als auch die Straßen benutzen kann, ist eine großartige Möglichkeit, eine Gegend zu erkunden.

Vitus Bikes für Kinder: Das VITUS 16 KIDS BIKE

Mit der "Kids"-Serie bieten die Engländer hochwertige Bikes an, die auf das Nötigste reduziert sind. Das hält die Defektanfälligkeit so gering wie möglich. Das VITUS 16 KIDS BIKE fühlt sich mit seiner Ausrichtung im Gelände am aller wohlsten. Leichte Singletrails machen damit richtig Spaß. Die Anbauteile und die Verarbeitung des Bikes hinterlassen einen wertigen Eindruck.

Gewicht & Ausstattung

Die Reifen zählen zu den meist unterschätzten Bauteilen an einem Bike. Mit 1,75 Zoll verbaut Vitus relativ schmale Vee Tire Pneus. Das spart Gewicht, schränkt aber zugleich auch die Geländetauglichkeit ein. Bremsen für Kinderfahrräder müssen vor allem zwei Kriterien erfüllen: Sie müssen mit wenig Handkraft bedienbar sein. Und der Bremshebel muss sich für die kleinen Hände anpassen lassen. Die verbauten V-Brakes (Felgenbremsen) sind leicht und haben einen technisch simplen Aufbau. Das ist der Vorteil von klassischen Felgenbremsen. Allerdings können sie bei der Bremskraft nicht mit Scheibenbremsen mithalten. Bei längeren Abfahrten oder bei Nässe müssen Kinder viel Handkraft aufbringen, um adäquat zu verzögern. Scheibenbremsen sind außerdem meist besser zu dosieren.

Kinder können Gangschaltungen oft erst ab einem Alter von 6 Jahren sinnvoll bedienen. Vitus weiß das und verbaut im VITUS 16 KIDS BIKE deshalb nur einen Gang. Vitus empfiehlt die 16 Zoll Version für Kinder ab einer Körpergröße von 104 cm.

Vitus E-Bikes: Sportliche Leistung mit elektrischer Unterstützung

Das Gravel E Bike E-Substance ist mit Aluminiumrahmen oder mit Carbonrahmen erhältlich und dann um etwa 0,5 kg leichter. Es ist mit dem Fazua Ride 50 Trail Mittelmotor ausgestattet, der 2025 als Nachfolger des Fazua Evation Motors entwickelt wurde. Dieser ist mit einem 250 Wh Akku gekoppelt, der unauffällig in den Rahmen integriert wurde.

Das E-Rennrad lässt sich mit Halterungen für Wasserflaschen und leichtes Gepäck nachrüsten, sodass es sich auch für „Bikepacking“-Trips eignet. Hartnäckige Offroad-Trails lassen sich mit dem E-Sommet VRX erobern, einem vollgefederten Mountainbike mit Shimano EP8 Mittelmotor (85 Nm) und 630 Wh Akku. Das System bietet die Unterstützungsstufen „Boost“, „Trail“ und „Eco“ sowie eine Schiebehilfe. Zudem kannst du zwischen zwölf Gängen auswählen.

Vitus hat sich auf sportliche Elektrofahrräder spezialisiert, die für den Einsatz abseits öffentlicher Radwege vorgesehen sind, da sie keine StVZO-Zulassung haben. Rennräder und Mountainbikes haben ein klar definiertes Einsatzgebiet und sprechen deshalb ganz bestimmte Zielgruppen an. Für tägliche Pendlerfahrten sind diese ebikes wohl kaum geeignet - dafür aber für Fahrten, die auf Schnelligkeit und Sportlichkeit ausgelegt sind.

Das Vitus E-Sommet VR besitzt einen Shimano STEPS 7000 Motor (60 Nm), während die Modelle VRS und VRX mit dem fortschrittlicheren Shimano EP8 Mittelmotor (85 Nm) und einer leistungsfähigeren Batterie ausgestattet sind. Wie bei allen e-bikes der Premium-Klasse sorgen hydraulische Scheibenbremse von Shimano oder SRAM für absolute Bremssicherheit. Dieselben Hersteller liefern auch die Komponenten für die Kettenschaltung.

E-Bike Leasing und Kosten

Viele Kunden entscheiden sich für das E Bike Leasing, da sie sich vor den Anschaffungskosten scheuen, die mehrfach höher liegen als bei einem gewöhnlichen Fahrrad. Normalerweise wird ein E Bike dann über den Arbeitgeber bezogen, was steuerliche Vorteile hat. Allerdings ist das nicht in allen Fällen möglich - vor allem, wenn es sich um ein E Bike handelt, dass nicht zum Pendeln im urbanen Raum geeignet ist.

Beim Kauf eines Vitus Elektrofahrrads musst du mit einer Investition zwischen 3.500 und 6.200 € rechnen. Das E-Sommet VR Enduro Mountainbike ist mit rund 4.500 € günstiger als die Nachfolgermodelle VRS und VRX. Das E-Substance Rennrad E Bike schwankt um die 4.000 €. Im Preisvergleich liegen die Gravel E Bikes von Vitus etwa gleichauf mit Wilier und Bianchi, und sind auf jeden Fall günstiger als die Modelle von Cannondale.

Damit du dir kein Loch in den Geldbeutel reißt, kannst du dein auserwähltes E Bike gebraucht kaufen oder dich nach einem Auslaufmodell umschauen. Wer einen Vergleich zum Vitus Elektrorennrad sucht, der/die sollte sich mit dem Rose Backroad Randonneur beschäftigen. Der Preis ist vergleichbar, auch der leichte Rahmen und die Ausstattung ist ebenso hochwertig.

Häufige Fragen zu Vitus E-Bikes

  • Welche e Bikes von Vitus gibt es? Vitus bietet zwei Modelle: Das E-Substance Gravel E Bike (ein Rennrad, das auch für Offroad-Pisten geeignet ist) und das E-Sommet Fully E Bike (ein Mountainbike mit Federgabel und Dämpfer).
  • Wie schnell fährt ein e Bike von Vitus? Das hängt von deiner Trittfrequenz, deinen individuellen Einstellungen am eBike und weiteren Faktoren ab. Als Rennradfahrer oder trainierter Enduro-Fahrer kommst du durchaus über die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h hinaus - dann schaltet der Motor einfach ab und du kannst normal weiterfahren.
  • Wie funktioniert ein e Bike von Vitus? Das e-Bike funktioniert im Grunde wie jedes Pedelec. Du kannst auch bei ausgeschaltetem Motor fahren und die elektrische Unterstützung nur dann hinzufügen, wenn du sie auch wirklich brauchst.
  • Wie schwer sind die e Bikes von Vitus? Das Vitus E-Sommet VRX hat ein Gewicht von 24,8 kg, bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 120 kg. Das E-Rennrad ist deutlich leichter - es bringt nur etwa 15 kg auf die Waage.
  • Wie lange laden die Akkus von e Bikes von Vitus? Wenn der Akku komplett leergefahren ist, musst du mit 3 bis 5 Stunden rechnen, was der durchschnittlichen Ladezeit entspricht. Eine passende Ladestation wird mitgeliefert.
  • Wie weit komme ich mit einem vollen Akku von e Bikes von Vitus? Beim E-Sommet Mountainbike liegt die Reichweite zwischen 50 und 100 km. Aufgrund der niedrigeren Akkukapazität beträgt die Reichweite beim E-Substance Rennrad zwischen 30 und 70 km.

Vitus Razor VR Disc: Einsteiger-Rennrad mit Aluminiumrahmen

Das Razor VR Disc vom Hersteller Vitus ist ein Rennrad mit Aluminium-Rahmen mit insgesamt 18 Gängen. Angesichts des günstigen Preises müssen Sie mit der Sora-Schaltung von Shimano vorlieb nehmen, die hinten nur eine 9-fach-Kassette aufweist. Dies kann je nach Anspruch und Terrain einen Rennrad-Einsteiger aber durchaus auch zufriedenstellen. Die Scheibenbremsen sind mechanisch und daher etwas schwerer als die hydraulische Variante, die zudem auch deutlich besser zu dosieren ist. Für einen besseren Fahrkomfort ist die Gabel aus Carbon und kann Unebenheiten im Belag besser abdämpfen.

Der Test von Roadbike findet Gefallen an der bequemen Sitzposition und der angenehm dämpfenden Sattelstütze.

Vitus E-Sommet VR: E-Enduro für anspruchsvolle Trails

Wer es auf anspruchsvolle Abfahrten, Bikepark-Ausflüge und große Sprünge abgesehen hat, findet unter 5000 Euro nur wenige Optionen. Mit dem E-Sommet VR, das in Deutschland nur direkt über den Versender fahrrad.de zu bekommen ist, liegt man aber goldrichtig. Unser Praxistest mit sechs E-Fullys bis 5500 Euro zeigt, dass sich bei diesem E-Enduro jemand die richtigen Gedanken über die Bedürfnisse von Gravity-Bikern gemacht hat. Die Konstrukteure setzen auf ein kleines Hinterrrad und kurze Kettenstreben für ein spaßiges Handling und investieren in Fahrwerk und Reifen. Für 4500 Euro sucht dieses Paket seinesgleichen.

Abstriche muss man dagegen beim Antrieb machen. Der alte E7000-Motor von Shimano liefert spürbar weniger Schub und ist zugleich schwerer und größer als aktuellere Modelle wie der EP8. Hinzu kommt ein kleiner 500-Wh-Akku, der bei voller Unterstützung nur knapp über 1000 Höhenmeter liefert. Zusammen mit dem etwas älteren Motor taugt das eher für ein paar entspannte Shuttle-Runden bei geringer Unterstützung als für lange Vollgas-Uphills auf Trails. Doch die sind ohnehin nicht die Stärke des Bikes. Die Sitzposition ist sportlich angehaucht.

Vitus E-Sommet VR: 4499 Euro // Shimano E7000 (60 Nm) // 500 Wh // 170/167 mm // 25,36 kg // 29/27,5 Zoll.

Geometrie & Fahrwerk

Neben dem schwächeren Motor ist auch die Geometrie nicht auf fiese Kletterpartien ausgelegt. Die Traktion ist zwar gut, wegen des kurzen Hinterbaus steigt die Front aber früh. Oben angekommen beginnt die Paradedisziplin des E-Sommet. Im Downhill steht man dank tiefem Tretlager angenehm integriert hinter der hohen Front. Das gibt in Steilstücken viel Sicherheit. Der tiefe Schwerpunkt sorgt zudem für eine exzellente Kurvenlage. Die Geometrie des E-Sommet ist gelungen, für Enduro-Verhältnisse sind Lenkwinkel und Radstand gemäßigt. Gemeinsam mit den kurzen Kettenstreben führt das zu einem verspielten Handling. Das Bike lässt sich leicht in den Bunny-Hop oder aufs Hinterrad ziehen und eignet sich damit besonders für aktive Fahrer, die nicht nur plump über Steinfelder rumpeln wollen. Allerdings: Zu schwer sollten die Piloten nicht sein. Bei 120 Kilo zulässigem Systemgewicht ist schon bei knapp 95 Kilo Fahrergewicht Schluss.

Das gelungene Fahrwerk mit Superdeluxe-Dämpfer und dicker Rockshox Domain Gabel bietet viel Reserven und Gegenhalt. Bodenloses Staubsauger-Feeling kommt nicht auf. Die starke Maxxis-Bereifung mit robuster Karkasse und weicher Gummimischung ist selbst in der Highend-Liga keine Selbstverständlichkeit. Ebenfalls stark: Das Bike ist im Downhill sehr leise, das wirkt sehr wertig.

Fazit zum Vitus E-Sommet VR

Wer auf einen Top-Antrieb verzichten kann, bekommt mit dem E-Sommet ein super E-Enduro zum fairen Preis. Ausgewogene Geometrie, gutes Fahrwerk, stimmige Ausstattung: Spaßgarantie! - Florentin Vesenbeckh, Testleiter EMTB

Technische Daten und Noten Vitus E-Sommet VR

Herstellerangaben

  • Preis: 4499 Euro
  • Größen (Sitzrohr) / Rahmenmaterial: S, M, L (getestete Größe 43 cm), XL / Aluminium

Messwerte²

  • Gewicht²: 25,36 kg
  • Reichweite¹: 1008 (+111)hm
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,1 km/h
  • Schwerpunkthöhe: 518 mm
  • Lenkerbreite: 780 mm
  • Kurbellänge / Q-Faktor: 165 mm / 188 mm
  • Bodenfreiheit⁴: 474 mm

Ausstattung

  • Motor: Shimano E7000
  • Max. Drehmoment³: 60 Nm
  • Akku³ / -Gewicht² / Preis Ersatz-Akku: Shimano, 504 Wh / 2888 g / ca. 675 Euro
  • Schaltung: Shimano Deore (11fach)
  • Übersetzung (v. / h.): 34; 11-51
  • Display: SC-E7000
  • Zul. Gesamtgewicht³: 120 kg
  • Gabel / Dämpfer: Rockshox Domain R / Superdeluxe Select
  • Federweg vorne / hinten: 170 / 167 mm
  • Teleskopstütze: Brand-X Ascend, 170 mm
  • Bremse / Disc Ø (vorne / hinten): Sram DB 8 / 200 mm / 200 mm
  • Laufräder: Vitus-Naben; WTB ST Light i30-Felgen
  • Reifen: Maxxis Assegai DD MaxxGrip, 29 x 2,5" / Highroller II DD MaxxTerra, 27,5 x 2,5"
  • EMTB-Testurteil⁵: 7,7 Punkte - gut

¹ Die Reichhöhe wurde bei standardisierten Messfahrten an einem Asphaltanstieg mit 12,2 Prozent Steigung ermittelt. Höchste Unterstützungsstufe, 150 Watt Tretleistung des Fahrers, Fahrergewicht inkl. Ausrüstung 90 kg. In Klammern die Höhenmeter im deutlich gedrosselten Notlauf-Modus. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bezieht sich auf die Fahrt bei voller Unterstützung.

² Ermittelt auf den Prüfständen im EMTB-Testlabor, Gewicht ohne Pedale. Akku-Gewicht ggf. inkl. verschraubtem Cover.

³ Herstellerangabe

⁴ Stufentest, gemessen mit 36 Zentimeter erhöhtem Hinterrad

⁵ Das Urteil gibt den subjektiven Eindruck der Tester und die Ergebnisse der Reichhöhenmessung und der Labortests wieder. Das EMTB-Urteil ist preisunabhängig.

Ein wirklich gut aussehendes Fahrrad mit super bequemen Lenkern. Ein schneller Weg, um eine Vielzahl von Geländearten mit seinen sicher gefühlt Eigenschaften abzudecken.

Vitus Mythique: Trailbike mit vernünftiger Ausstattung

Bezahlbare Bikes, die auch ohne Schnickschnack funktionieren, sind das Markenzeichen von Versender Vitus. An dieses Erfolgsrezept soll auch das gerade erst vorgestellte Update des Trailbikes Mythique anknüpfen. Mit seiner 140-Millimeter-Gabel und gut 130 Millimeter Federweg am Heck platziert sich das Mythique mitten in der Trailbike-Kategorie. Die von uns getestete Modellvariante VRX kostet dabei gerade einmal 2399 Euro und ist damit noch nicht einmal das günstigste Bike innerhalb der vier Modellvarianten. Mit 1799 Euro liegt der Einstieg ins Trail-Abenteuer deutlich unter der 2000-Euro- Marke. Das günstigste Vitus Mythique schaltet dann mit einer Shimano Deore und besitzt ein X-Fusion-Fahrwerk. Lediglich der Alu-Rahmen ist bei allen Varianten identisch.

An unserem Testbike von Vitus wurde bereits eine zuverlässige Shimano SLX-Schaltung verbaut, sowie ein Mix-Fahrwerk aus der Marzocchi Bomber Z2-Gabel und einem Rockshox Deluxe Select-Dämpfer. Bei den Laufrädern muss man preisbedingt ein paar Abstriche in Kauf nehmen. WTB-Felgen und Vitus-Naben sind eher zweckmäßig als spektakulär. Auch die Maxxis Highroller-Reifen in 2,3er-Breite fallen auffallend schmal aus. Das Herzstück des Bikes, der neue Alu-Rahmen, kommt mit einer Viergelenker-Kinematik und besitzt eine moderne Geometrie.

Der durchweg robuste Eindruck des Mythique VRX bestätigt sich allerdings auch auf der Waage: Mit 3913 Gramm ohne Dämpfer zählt der Rahmen nicht zu den leichtesten Vertretern im Vergleich. Auch beim Gesamtgewicht darf man in Relation zum Preis keine Wunder erwarten. Fahrfertig, inklusive Pedalen, bleibt das Vitus Trailbike nur knapp unter der 16-Kilo-Marke. Den Vortrieb schmälert das Gewicht aber nur bedingt, weil die Sitzposition leicht sportlich ausfällt und der Hinterbau auch im Wiegetritt nicht übermäßig pumpt. Eine Plattform zum vollständigen Blockieren des Hinterbaus sucht man allerdings vergeblich.

Aha-Erlebnis mit dem Low-Budget-Shredder

Ein wahres Aha-Erlebnis liefert das Vitus Mythique jedoch, sobald es bergab geht. Ohne große Erwartungen nahmen wir das günstige Trailbike zusammen mit High-End-Bikes auf die Trails in Finale Ligure und waren begeistert. Selbst auf anspruchsvollen Strecken machte das Vitus eine respektable Figur und entpuppte sich als Low-Budget-Shredder. Neben der gelungenen Geometrie konnte auch das feinfühlige wie schluckfreudige Fahrwerk punkten - auch wenn im Vergleich zu den Topkomponenten etwas Dämpfungskontrolle fehlte. Vor allem die Gabel und die schmalen Reifen kommen früher ans Limit. Ein UDH-Schaltauge und außenliegende Züge erleichtern die Wartung.

Fazit zum Vitus Mythique VRX von Peter Nilges, BIKE-Testleiter:

Das Vitus Mythique beweist, dass ein spaßiges Trailbike keine 2500 Euro kosten muss. Handling sowie Fahrwerk sind gemessen am Preis außerordentlich gut. Der Tipp für Biker, die ein kompromisslos geländetaugliches Trailbike für wenig Geld suchen.

Technische Daten und Noten Vitus Mythique

Herstellerangaben

  • Preis: 2399 Euro
  • Erhältlich beim Versender
  • Rahmenmaterial: Alu
  • Rahmengröße: S / M / L / XL (getestet in Größe L, 44 cm)

Das Vitus Venon im TOUR-Test

Einst war Vitus ein Leuchtturm der französischen Fahrradindustrie, das Unternehmen begann als Hersteller von Stahlrohren und belieferte damit etliche französische Fahrradmarken. Berühmt wurde die Marke jedoch mit für die damalige Zeit konkurrenzlos leichten Rahmen aus Aluminium- und Carbonrohren, die mit Epoxidharz in Alu-­Muffen geklebt wurden: In den 1970er-­Jahren leistete das Unternehmen damit Pionierarbeit bei der Verwendung neuer Materialien im Fahrradbau.

Legendär wurden die Räder unter anderem durch den irischen Radprofi Sean Kelly, der in den 1980ern auf den Vitus-­Carbonrennern etliche Klassikersiege errang. Auf den Durchbruch der Monocoque-­Bauweise von Carbonrahmen folgte das wirtschaftliche Aus, bis die Marke 2009 vom britischen Versandhändler Chain Reaction (heute Wiggle) wiederbelebt wurde. Seit Kurzem werden Vitus-Räder auch von fahrrad.de vertrieben - und damit zunehmend auch für deutsche Kunden interessant.

Das Venon ist die jüngste Neuvorstellung und eine Art Zwitter aus Endurance- und Gravelbike. Unser Testrad kommt mit 28 Millimeter breiten Straßenreifen; Rahmen und Gabel lassen aber ausreichend Platz für bis zu 45 Millimeter breite Geländereifen, entsprechende Ausstattungsvarianten sind in der Planung. Auch Aufnahmen für Schutzbleche sind vorgesehen: Nahe den Radnaben finden sich versteckte Gewinde, zwischen den Sitzstreben sitzt eine abnehmbare Brücke, an der sich das hintere Blech solide ­befestigen lässt.

Mit wenig Aufwand lässt sich das Rad also theoretisch an verschiedenste Einsatzzwecke anpassen. Die Leitungen an der Front sind mittels Großserienteilen von FSA integriert, die Bremsleitungen laufen an der Unterseite des Vorbaus unter einer Ab­deckung in den Rahmen. Vorbau und Lenker lassen sich also mit vertretbarem Aufwand austauschen und Ersatzteile sind vergleichsweise problemlos verfügbar. Im Sitzrohr steckt eine klassische runde Sattelstütze mit Standardmaß.

In Fahrt zeigt sich, dass der Ansatz, Straßen- und Geländefähigkeiten zu vereinen, auch in diesem Rad nicht ganz ohne Kompromisse funktioniert. Weil das Lenkverhalten von der Reifenbreite (oder besser Reifenhöhe) abhängt, verändert sich das Fahrverhalten je nach gewählten Pneus. Mit der vergleichsweise schmalen 28-Millimeter-Bereifung neigt das Vitus Venom dazu, meist stoisch geradeaus fahren zu wollen, um bei scharfen Lenkmanövern ab einem gewissen Punkt von selbst in die Kurve zu kippen. Mit betont breiten Reifen dürfte sich die Geradeausfahrt dagegen etwas nervös anfühlen. Man kann sich sicher an beide Varianten gewöhnen, am ausgewogensten dürfte sich das Rad aber mit etwas breiteren Reifen um 35 Millimeter fahren.

Unpräzises Lenkverhalten

Auffällig ist die für diese Kategorie recht sportliche Sitzposition auf dem Rad. Auf schlechtem Belag federt zumindest die Carbonstütze ordentlich, die Gabel kann Vibrationen dagegen kaum filtern. Das bestätigen auch unsere Messungen im TOUR-Labor, bei denen Carbongabeln leider überwiegend schlecht abschneiden. Hier offenbart sich zudem eine für moderne Carbonrahmen unübliche Schwäche: Die Rahmensteifigkeit im Lenkkopf liegt - bei durchschnittlichem Rahmengewicht - unter den heutigen Möglichkeiten und etwa auf dem Niveau klassischer Stahlrahmen.

Auf der Straße äußert sich das in etwas teigigem und unpräzisem Lenkverhalten, besonders bei hohem Tempo. Das sollten insbesondere groß gewachsene und schwere Piloten beachten, denn sie sind davon mehr betroffen als leichte Fahrerinnen und Fahrer oder kleine Rahmengrößen. Mit kleinen Abstrichen und wenigen Umbauten lässt es sich für einen Marathon ebenso einsetzen wie für Ausflüge ins Gelände oder eine Radreise mit Gepäck und Schutzblechen. Dazu ist das Rad für heutige Verhältnisse vergleichsweise günstig, unser Testrad mit elektronischer SRAM-Force-Schaltung und Carbonfelgen soll 5800 Euro kosten; eine Version mit der schwereren SRAM Rival wird bei rund 5000 Euro liegen.

Vitus Venon im Detail

Preis: 5800 Euro

  • Gewicht Rahmen/Gabel/Steuerlager*: 1233/523/87 Gramm
  • Rahmengrößen**: XXS, XS, S, M, L, XL
  • Sitz-/Ober-/Steuerrohr: 500/550/133 Millimeter
  • Stack/Reach/STR***: 562/384 Millimeter/1,46

Ausstattung

  • Antrieb/Schaltung/Bremsen: SRAM Force AXS (46/33, 10-33 Z.)
  • Laufräder/Reifen (Gewichte)****: Prime Primavera 44/Michelin Power Cup 28 mm (1207/1624 Gramm)

Messwerte & Einzelnoten

  • Gewicht Komplettrad: 8,0 Kilo Note: 3,0
  • Lenkkopfsteifigkeit: 73 Nm/° Note: 3,7
  • Seitensteifigkeit Gabel: 60 N/mm Note: 1,0
  • Tretlagersteifigkeit: 52 N/mm Note: 2,3
  • Federhärte Sattelstütze: 104 N/mm Note: 1,7
  • Federhärte Gabel: 110 N/mm Note: 5,0
  • >> Das Vitus Venon bekommt eine TOUR-Gesamtnote von 2,3

*Gewogene ­Gewichte. **Herstellerangabe Testgröße fett. ***Stack/Reach projiziertes senkrechtes/waagerechtes Maß von Mitte Tretlager bis Oberkante Steuerrohr; STR (Stack to Reach) 1,36 bedeutet eine sehr gestreckte, 1,60 eine aufrechte Sitzposition. ****Laufradgewichte inklusive Bereifung, Kassette, Schnellspanner/Steckachsen und ggf. Bremsscheiben. *****Einzelnoten, die unterschiedlich gewichtet in die Gesamtnote einfließen, drucken wir aus Platzgründen nur zum Teil ab. Die Noten werden bis zur Endnote mit allen Nachkommastellen gerechnet; zur besseren Übersichtlichkeit geben wir aber alle Noten mit gerundeter Nachkommastelle an.

Abschließend lässt sich sagen, dass Vitus Bikes eine breite Palette an Fahrrädern für unterschiedliche Ansprüche und Einsatzbereiche bietet. Von vielseitigen Rennrädern über robuste Mountainbikes bis hin zu sportlichen E-Bikes ist für jeden etwas dabei.

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