Bei Mountainbikes (MTB) und E-Mountainbikes (E-MTB) unterscheidet man zwischen sogenannten Fullys oder Hardtails. Die Entscheidung, welches Fahrrad man kaufen sollte, hängt vom Einsatzzweck ab. Grundlegend muss man sich als Einsteiger vor dem Kauf eines Mountainbikes aber erst einmal zwischen Hardtail oder Fully entscheiden. Diese Frage steht zwischen jedem Anfänger und seinem ersten Traum-Bike. Ein Besser oder Schlechter gibt es nicht. Vielmehr hängt die Entscheidung vom eigenen Budget und dem Einsatzzweck des Bikes ab.
Was ist ein Hardtail Mountainbike?
Der Begriff „Hardtail“ setzt sich aus den englischen Wörtern „hard“ (hart) und „tail“ (Heck) zusammen und bedeutet soviel wie „hartes Hinterteil“. Damit ist ein Mountainbike gemeint, das nur an der Vordergabel gefedert ist. Eine Federung am Hinterrad fehlt (klassisches Mountainbike). Das Hardtail ist die ursprüngliche Form des Mountainbikes.
Beim Hardtail spricht man von Mountainbikes, die nur mit einer Federgabel mit 100 bis 120 Millimeter ausgestattet sind, der Hinterbau ist ungefedert. Hardtails sind zudem leicht und effizient. So eignen sich MTB-Hardtails - die Urform des Mountainbikes - perfekt als Sportgerät. Mit leicht rollenden Reifen werden sogar ausgedehnte Touren zum Vergnügen. Die Vielfalt der Modelle reicht vom einfachen Einsteiger-Bike unter 1000 Euro über leichte, teure Carbon-Bikes bis zu den Trail-Hardtails mit einer Extraportion Abfahrtsspaß.
Einsatzgebiet von Hardtails
- Wiesen-, Feld-, Wald-, Schotter- und Wanderwege
- Für mäßiges Downhill- und Trail-Fahren
- Straßen bei gesperrter Dämpfung (sofern möglich)
- Für Tages-Touren
Vorteile von MTB-Hardtails
- Leichter
- Günstiger
- Wartungsärmer
- Alltagstauglich
Nachteile von MTB-Hardtails
- Weniger Komfort
- Eingeschränkte Geländetauglichkeit
- Weniger Haftung auf unebenem Gelände
- Weniger Kontrolle auf unebenem Gelände
- Langsamere Geschwindigkeit
Was ist ein Fully Mountainbike?
Der Begriff „Fully“ steht für „Full suspension“ (Vollfederung). Damit ist ein Mountainbike gemeint, das sowohl an der Vordergabel, als auch am Hinterbau gefedert ist. Fully - also Fullsuspension - bedeutet, dass ein Dämpfer auch Schläge am Hinterrad abfängt. Durch die hintere Federung sieht der Rahmen des Mountainbikes etwas anders aus. Dadurch fährt es sich aber komfortabler mit mehr Kontrolle und Bodenhaftung auf unebenem Gelände. Allerdings ist es auch teurer.
Einsatzgebiet von Fullys
- Für Downhill/Trail/Enduro/Alpencross mit hohen Sprüngen & Hindernissen
- Wiesen-, Feld-, Wald-, Schotter- und Wanderwege sind ebenfalls möglich
- Straßen bei gesperrter Dämpfung
Vorteile von MTB-Fullys
- Komfortabler
- Größere Bodenhaftung
- Mehr Kontrolle
- Höhere Geschwindigkeit
- Voll geländetauglich
- Mehr Sicherheit und Fahrspaß
- Viel Traktion
Nachteile von MTB-Fullys
- Schwerer
- Teurer
- Wartungsaufwändiger
- Hoher Preis
- Größerer Wartungsaufwand
- Günstige Modelle sehr schwer
- Träger auf Schotter und Asphalt
Kategorien von Mountainbike-Fullys im Überblick
- Race-/Marathon-Fully: 100-110 Millimeter Federweg vorne und hinten
- Trailbike: 120-130 Millimeter Federweg vorne und hinten
- All Mountain: 140-150 Millimeter Federweg vorne und hinten
- Enduro: 160-180 Millimeter Federweg vorne und hinten
Race- bzw. Marathon-Fullys sind leicht und der geringe Federweg erhöht den Komfort im Vergleich zu einem Hardtail. Damit sind Sie optimal für sportliche Touren im Mittelgebirge oder Marathon-Rennen. Trailbikes und All Mountains verfügen über mehr Federweg und sind der perfekte Untersatz für Mountainbiker bei Singletrail-lastigen Touren und Alpenüberquerungen. Den größten Federweg bieten Enduro-Mountainbikes.
Bergauf bedeutet das: schwere Beine. Bergab allerdings zaubern die Enduros auf technischen Abfahrten ein breites Grinsen ins Gesicht - die nötige Fahrtechnik vorausgesetzt. Sie lechzen nach Geschwindigkeit und grobem Gelände. Dadurch steigt allerdings auch das Gewicht.
Fully oder Hardtail: Was ist besser für dich?
Hardtails sind leichter, günstiger und wartungsärmer als Fullys, weil sie nur vorne, aber nicht hinten gefedert sind. Das macht sie ideal für weniger technische Strecken wie Wald- und Feldwege sowie mäßiges Downhill- und Trail-Fahren. Fullys haben besseren Komfort, mehr Kontrolle und bessere Bodenhaftung, weil sie sowohl vorne als auch hinten gefedert sind.
Sie sind für technisch anspruchsvolles Gelände gedacht (Trails/Downhill/Enduro). Entsprechend höher ist aber auch der Preis. Bedenkt auch: Wenn ihr bereits jeden Knochen in eurem Leib spürt, könnte ein Fully die bessere Wahl sein, auch wenn ihr nicht auf Trails oder Downhill unterwegs seid, da ihr durch die Komplettfederung deutlich komfortabler fahrt.
Wer es bergab im Singletrail richtig krachen lassen will, kommt um ein Fully nicht herum. Mit zunehmenden Federweg (konkret ab 150 Millimeter) wird mit einem Fullys sogar der Bikepark-Einsatz und damit auch große Sprünge und waghalsige Abfahrten möglich. Mit einem Fully werden deshalb technisch anspruchsvolle, steile Abfahrten selbst für Bike-Einsteiger bezwingbar. Diese Eigenschaft sorgt für die magische Aura von vollgefederten Mountainbikes.
Im Gelände schont ein Fully durch seine Federung die komplette Haltemuskulatur des Oberkörpers und sorgt so für weniger Ermüdung auf langen Touren. Im technischen Gelände bergauf hat ein Fully außerdem mehr Grip am Hinterrad und klettert dadurch besser. Die Vor- und Nachteile von Fullys liegen auf dem Tisch.
Bevor du dich jetzt aber auf den Kauf eines Mountainbike Fullys versteifst, ist es wichtig, dass du nochmal dein Budget checkst. Während man für 1500 € schon ein sehr gutes Hardtail bekommt, kann man die meisten Fullys in dieser Preisklasse nur bedingt empfehlen. Wenn dir der Fahrspaß in der Abfahrt besonders wichtig ist, oder du viel Wert auf Komfort legst, solltest du dir ein Fully kaufen.
Hardtail oder Fully bei E-Mountainbikes
Für die E-MTBs gelten im Grunde die gleichen Vor- und Nachteile wie auch für herkömmliche Mountainbikes. Wer mehr Fahrkomfort und Kontrolle in anspruchsvollem Gelände sucht, der findet diese Eigenschaften eher bei einem Fully, dafür müssen jedoch in der Regel höhere Kosten und ein im Vergleich höheres Gewicht in Kauf genommen werden. Mit den zusätzlichen Kilos von Motor und Akku verändert sich die Balance des E-Mountainbikes. Ist der Schwerpunkt optimal, kann sich zusätzliches Gewicht - besonders in der Abfahrt - sogar positiv auswirken und zusätzliche Sicherheit geben.
Zusammenfassung
Das optimale Mountainbike, also die eierlegende Wollmilchsau, zu finden, ist aufgrund der großen Auswahl und vielen verschiedenen Aspekte nicht ganz einfach. Mountainbikerinnen und Mountainbiker sollten sich im ersten Schritt die Frage nach dem geplanten Einsatzbereich stellen: Welcher (E-)Mountainbike-Typ bin ich und was will ich mit meinem (E-)MTB unternehmen? Im zweiten Schritt geht es um die objektiven Aspekte: Was gestattet mir mein Geldbeutel und wie viel Zeit, Muße und Geld will ich in die Wartung stecken?
| Eigenschaft | Hardtail | Fully |
|---|---|---|
| Federung | Nur vorne | Vorne und hinten |
| Gewicht | Leichter | Schwerer |
| Preis | Günstiger | Teurer |
| Wartung | Weniger aufwendig | Aufwendiger |
| Komfort | Weniger komfortabel | Komfortabler |
| Geländetauglichkeit | Eingeschränkt | Vollständig |
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