Wann ist ein Fahrradreifen abgefahren?

Fahrradreifen verschleißen mit der Zeit. Jeder Reifen tut dies auf seine eigene Art und jeder Radfahrer sorgt für eine individuelle Laufleistung. Es ist wichtig zu wissen, wann ein Reifen verschlissen ist und runter muss. Egal welche Laufleistung der Hersteller angibt, spätestens beim Blick auf die pure Karkasse muss der Reifen gewechselt werden.

Faktoren, die den Verschleiß beeinflussen

Man kann keine generelle Aussage zum Thema „Laufleistung eines Fahrradreifens“ treffen, da dies so einfach nicht möglich ist. Die Laufleistung ist von vielen unterschiedlichen Kriterien abhängig: Belastung, Fahrbahnuntergrund, Reifendruck, Temperaturen und ganz wichtig - der Fahrstil - beeinflussen den Verschleiß. Straßenreifen sind in ihrer Haltbarkeit von der Außentemperatur genau so abhängig wie vom Fahrstil. Starke Belastung auf z.B. hartem Gelände bei hohen Temperaturen lassen einen Fahrradreifen schneller verschleißen als normal - speziell bei Mountain-Bike-Reifen.

Luftdruck

Sehr wichtig jedoch ist der Luftdruck. Leider erreichen viele Reifen nicht die mögliche Kilometerleistung, weil sie dauerhaft mit zu wenig Luftdruck betrieben werden. Ohne ausreichenden Luftdruck kann der Reifen die Last nicht richtig tragen. Der Reifen muss sich beim Abrollen übermäßig verformen, was er nur eine begrenzte Zeit mitmacht.

Abbildung 1 zeigt die typischen Ermüdungsrisse, die durch zu wenig Luftdruck entstehen: Wenige große Risse im oberen Bereich der Seitenwand. Das zweite Bild zeigt dagegen normale Alterungsrisse (aufgrund von Überalterung). Diese Risse sind eher klein und über die komplette Seitenwand verteilt. Auch die Bilder 3 und 4 zeigen eindeutige Anzeichen für dauerhaft unzureichenden Luftdruck. Typische Abriebspuren: Der Reifen ist nicht in der Mitte am stärksten abgefahren, sondern links und rechts daneben.

Um die vorzeitige Alterung eines Reifens heraus zu zögern, ist der richtige Luftdruck ein ganz wichtiger Faktor. Dies kann man nicht oft genug wiederholen! Zu wenig Luftdruck kann die Last logischerweise nicht richtig tragen. Die Reifenflanke muss sich beim Abrollen über die Maßen verformen, was dem Fahrradreifen überhaupt nicht gut tut.

Seitenwände

Besondere Schwachstelle sind die Seitenwände des Reifens. Fährt man ständig mit zu geringem Luftdruck, werden die Seitenwände schnell verschleißen und können nach 1.000 km schon getauscht werden müssen. Die Risse stellt man selbst sehr deutlich fest und braucht keinen Experten dafür. Häufig gehen die Seitenwände der Fahrradreifen kaputt, bevor die Lauffläche abgefahren ist.

Alterung

Mit dem Alter werden Reifen ebenfalls spröde und sollten gewechselt werden. Die Gummis sind bis heute nicht für zehn Jahre ausgelegt und halten sie deshalb auch nicht im guten Zustand aus. Du kannst einen Schwalbe-Fahrradreifen problemlos 5 Jahre lagern.

Mountainbike-Reifen

Mountainbike-Reifen müssen früher gewechselt werden. Das grobe Profil am MTB Reifen trägt natürlich zur Fahrsicherheit bei weil es für Grip auf losen und matschigen Untergründen sorgt. Schotter, Sand, Matsch und was sonst nur mit viel Profil zu fahren ist, braucht griffige Reifen. Wird das Profil zu stark abgefahren geht die Haftung verloren. Auf festem Untergrund ist das weiterhin kein Problem. Auch ein MTB Reifen ohne Profil kann auf der Straße noch gut rollen.

Der Pannenschutz nimmt zwar rapide ab aber sonst rollt der Reifen. Im Gelände jedoch ist Schluss. Hier merkt der Fahrer sofort den Unterschied. Es besteht Handlungsbedarf sobald man ihn spürt.

Das Profil ist beim Vorderreifen von viel größerer Bedeutung als beim Hinterreifen. Hinterreifen kann man getrost ganz runterfahren - zum Semislick-Pneu. Übrigens: Reifen mit softer Gummimischung liefern zwar viel Grip, fahren sich aber viel schneller ab (Radiergummieffekt) als härtere Mischungen.

Tabelle: Laufleistung verschiedener Reifentypen (basierend auf Schwalbe-Angaben):

Reifentyp Laufleistung
Standard-Reifen (Schwalbe) 2.000 - 5.000 km
Marathon-Reifen (Schwalbe) 6.000 - 12.000 km
Marathon Plus (Schwalbe) 8.000 - 15.000 km
Ultremo ZX (Schwalbe, Rennrad) 3.000 - 7.000 km

Rennradreifen

Beim Rennrad gibt man den Schwalbe Ultremo ZX als Referenz an. Der Reifen kommt 3.000 bis 7.000 km weit. Ich empfehle hier den regelmäßigen Blick auf den Reifen. Besonders bei Touren wo häufig mal die Fahrbahn verdreckt ist - zum Beispiel durch Kieselsteine, sollte immer geprüft werden wie das Gummi aussieht. Mit der Zeit frisst sich so ein Kieselstein gerne mal tiefer in einen Reifen. Entsprechend sind die Angaben von Schwalbe schon sportlich realistisch. Meinen Schwalbe Durano Plus fahre ich bereits seit 5.600 km auf meinem Rennrad.

Bei Rennradreifen ist die Stärke des Laufflächengummis ein wichtiger Faktor für Performance und Sicherheit. Unsere high-end Rennradreifen der Schwalbe Pro One Serie sind aus diesem Grund mit besonderen Verschleißindikatoren ausgestattet. Kleinste Einbuchtungen in der Lauffläche zeigen an, wie weit ein Profil abgefahren werden kann, bevor der Reifen gewechselt werden sollte. Insgesamt vier dieser Indikatoren sind über die Lauffläche eines Schwalbe Pro One Rennradreifens verteilt. Die genaue Position der Indikatoren wird auf der Seitenwand des Reifens über Pfeile und das Kürzel "T.W.I." gekennzeichnet. Die Abkürzung T.W.I.

Wann ist ein Reifen abgefahren?

Beim Fahrradreifen hat das Profil weit weniger Bedeutung als z. B. beim Autoreifen. Der Reifen ist abgefahren und muss ersetzt werden, wenn auf der Lauffläche die Pannenschutzeinlage oder Karkassenfäden sichtbar werden. Ein Fahrradreifen ist tatsächlich erst dann abgefahren, wenn auf der Lauffläche die Fäden der Karkasse oder die Pannenschutzeinlage sichtbar ist und sollte dann auch dringend ersetzt werden.

Lagerung

Ganz einfach - eigentlich! Zunächst ist es wichtig den Reifen in einem dunklen Raum zu lagern. Am besten ist der Raum auch kühl. Also maximal Zimmertemperatur, gerne aber kühler. Im Keller herrscht typischerweise die beste Temperatur. Er muss unbedingt trocken gelagert werden. Wenn der Reifen am Fahrrad montiert ist sollte zwangsläufig der richtige Luftdruck drauf sein. Alternativ kann das Fahrrad auch aufgehangen werden.

Demontierte Reifen sollten nicht gefaltet gelagert werden. Und sie sollten auch nicht so aufgehangen werden das dabei ein Knick entsteht. Jede unnatürliche Verformung stellt ein Risiko für Risse im Reifen dar. 4 - 6 Jahre kann ein Reifen bei ordentlicher Lagerung halten. Nach Möglichkeit sollten Reifen stets kühl, trocken und vor allem dunkel gelagert werden. Montierte Reifen sollten immer aufgepumpt sein, oder das Rad sollte hängend gelagert werden.

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