Wenn das Baby zu einem Kleinkind herangewachsen ist, dann ist der Drang, die Welt zu entdecken, groß. Wäre man doch nur etwas mobiler, um neue Wege und spannende Orte zu sehen. Ein Laufrad schafft Abhilfe und gibt Kindern neue Möglichkeiten, auf Entdeckungssafari mit den Eltern zu gehen.
Früh übt sich: Laufräder fördern Entwicklung
Ein Laufrad bietet einige Vorteile für die Entwicklung des Kindes. René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sagt: "Kinder lernen auf Laufrädern das Gleichgewicht zu halten, trainieren ihre Koordination und Muskulatur und entwickeln ein Gefühl für die Geschwindigkeit. Das hilft später beim Radfahren lernen."
Ab welchem Alter ist ein Laufrad ratsam?
Ein Kind sollte sicher stehen und gehen können, bevor es ein Laufrad nutzt. Ab wann das so ist, sei von Kind zu Kind unterschiedlich, so René Filippek. Manche könnten es schon mit neun Monaten, andere erst deutlich später. Die meisten Laufräder eignen sich dem ADFC zufolge für Kinder ab etwa zwei Jahren. Es gibt aber auch kleinere Modelle sowie Modelle mit drei oder vier Rädern. Die letzteren beiden können hilfreich für Kinder sein, die noch nicht sicher das Gleichgewicht beim Gehen halten können.
Die Wahl des richtigen Laufrads
Das Laufrad muss zur Größe des Kindes passen. René Filippek, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club. Idealerweise ist das Kind beim Kauf dabei, um die verschiedenen Modelle auszuprobieren.
Der Sattel sollte niedrig genug sein, sodass das Kind bei leicht gespreizten Beinen den Boden mit dem kompletten Fuß erreichen kann. Zudem sollte der Lenker leicht erreichbar sein und, falls vorhanden, auch die Bremshebel. Sattel sowie Lenker sollten darüber hinaus verstellbar sein, um das Rad an das Kind anpassen zu können. Gerade zu Beginn sollte auch der Rahmen des Laufrads einen möglichst tiefen Einstieg bieten, da Kinder das Bein noch nicht über einen höheren Rahmen heben können.
Das Laufrad sollte möglichst wenig scharfe Kanten aufweisen. Vor allem die Griffe müssen einen sogenannten Prallschutz haben - sie sind am Ende verdickt, um die Verletzungsgefahr durch die Lenkerenden zu verringern. Luftgefüllte Gummireifen bieten sich gerade auf unebenen Wegen an - sie sorgen dafür, dass Stöße besser abgefedert werden. Mit einem guten Profil rutschen Luftreifen zudem wenig.
Worauf man beim Kauf achten sollte
- Passende Größe: "Die Versuchung, ein etwas größeres Modell zu kaufen, weil das Kind ja hineinwächst, ist groß", so der Fahrrad-Experte. Man riskiere aber, dass das Kind wenig Freude an dem zu großen Modell hat und sich wehtut, weil es das Gerät noch nicht beherrschen kann.
- Sicherheit: Das Laufrad sollte möglichst wenig scharfe Kanten aufweisen. Vor allem die Griffe müssen einen sogenannten Prallschutz haben - sie sind am Ende verdickt, um die Verletzungsgefahr durch die Lenkerenden zu verringern.
- Reifen: Luftgefüllte Gummireifen bieten sich gerade auf unebenen Wegen an - sie sorgen dafür, dass Stöße besser abgefedert werden. Mit einem guten Profil rutschen Luftreifen zudem wenig.
Gebrauchtes Laufrad kaufen
Kinder wachsen schnell und irgendwann kann das Laufrad nicht mehr mitwachsen. In Kleinanzeigenbörsen im Internet, auf lokalen Flohmärkten und manchmal auch im Fahrradhandel findet man gebrauchte Modelle - und das wesentlich günstiger als beim Neukauf.
Vor dem Kauf eines gebrauchten Laufrades sollte man immer die Funktionalität prüfen und schauen, dass die Räder gut laufen, die Schläuche in Ordnung sind und es keine Risse oder scharfen Kanten im Rahmen oder Lenker gibt. Im Idealfall gibt es im Familien- oder Freundeskreis die Möglichkeit, ein gebrauchtes Laufrad zu übernehmen.
So fährt das Kind sicher auf dem Laufrad
Wichtig ist, dass das Kind beim Fahren mit dem Laufrad sowohl einen Helm als auch Schuhe trägt. Ein Helm schützt vor schweren Kopfverletzungen, falls das Kind mit dem Rad umkippt. Schuhe sorgen dafür, dass die Fußsohlen beim Bremsen auf dem Boden unversehrt bleiben. Damit das Kind Fußgängern wie Radfahrern auffällt, sollten an dem Laufrad reflektierende Elemente anbringen. Das können etwa rückstrahlende Aufkleber sein.
Zu guter Letzt sollte das Laufrad regelmäßig kontrolliert werden und im Zweifelsfall zur Wartung in eine Werkstatt gebracht werden.
Die ersten Schritte und Übungen
Aber du fragst dich, wie du deinem Kind beibringst, Laufrad zu fahren? Nun, wir haben gute Nachrichten für dich! Der Weg dahin ist für Kinder im Alter von 12-18 Monaten ganz natürlich, sodass sie sich in der Regel selbst beibringen, Laufrad zu fahren!
- Vergewissere dich, dass dein Kind einen gut sitzenden Helm hat und die Reifen den korrekten Luftdruck haben.
- Der Sattel muss fest sitzen und darf auf keinen Fall wackeln.
- Zeige deinem Kind, wie es sein Bein über den Hinterreifen und auf den Sitz schwingt.
- Erkläre ihm nun, wie der Lenker und die Bremsen funktionieren, wenn das jeweilige Fahrrad über Bremsen verfügt.
Achte darauf, dass dein Kind mit den Füßen den Boden erreichen kann und lasse es eine Weile auf der Stelle stehen, damit es sich an das Gefühl gewöhnen kann. Nachdem ihr ein paar Minuten das Stehen mit dem Laufrad geübt habt, könnt ihr langsam mit dir an der Seite losgehen. Erkläre deinem Kind, dass es geradeaus schauen soll und nicht auf seine Füße. Dein Kind fühlt sich wohl auf dem Laufrad und ist bereit, sich richtig auszutoben!
Lasse das Kind zunächst auf dem Fahrrad sitzen und mit den Füßen auf dem Boden laufen. Ermutige es dann, die Füße vom Boden hochzunehmen und zu rollen. Ziemlich bald wird sich zeigen, dass dein Kind bereit ist für den nächsten Schritt: ein kleines Fahrrad mit Pedalen. Höchstwahrscheinlich wird es durch das Training mit dem Laufrad keine Stützräder benötigen - es hängt ganz davon ab, wie gut dein Kind das Gleichgewicht halten kann.
Sicherheitsausrüstung
Ein Helm, Schuhe und reflektierende Elemente am Laufrad sind wichtig für die Sicherheit des Kindes.
Verkehrsregeln für Kinder
Seid ihr jünger als 8 Jahre alt, müsst ihr auf dem Gehweg fahren. Zwischen 8 und 10 Jahren dürft ihr auf der Straße oder auf dem Gehweg fahren und ab 10 müsst ihr auf der Straße fahren.
Tipps für Eltern
- Jedes Kind ist anders - das gilt natürlich auch für das Fahrradfahren und den Zeitpunkt es zu lernen.
- Wichtig ist, dass Ihr Kind motiviert und nicht überfordert ist.
- Der Spaß sollte an erster Stelle stehen.
In der Regel lernen Kinder, die viel mit dem Laufrad unterwegs sind, auch früher und schneller das Radfahren, da sie bereits die notwendige Balance haben und nur noch das Treten sowie das Auf- und Absteigen üben müssen. Auf das Fahrrad umzusteigen ist dann bereits ab 3 Jahren möglich. Aber auch nicht nötig! Lassen Sie es langsam angehen - denn neben zu wenig Motivation ist zu geringe Risikoeinschätzung des Kindes auch kein guter Lehrer.
Für eine gute und sichere Motorik sind folgende Einstellungen wesentlich: die richtige Sattelhöhe, die passende Lenkerhöhe und die sichere Pedalstellung. Wie können Sie dabei helfen? Halten Sie den Rücken Ihres Kindes fest und reden Sie mit ihr oder ihm - das gibt die notwendige Sicherheit. Laufen Sie nebenher, aber schieben Sie ihr Kind nicht. Wenn es gut läuft, lassen Sie den Rücken los, laufen aber noch etwas mit und reden weiter. Wenn das gut klappt, üben Sie bremsen und Kurven fahren - hierzu können Sie einen kleinen Parcours erstellen, den Sie gemeinsam mit Ihrem Kind z. B.
Das Allerwichtigste ist Ruhe und Geduld. Dabei können Sie auch immer wieder wichtige Kompetenzen üben. Kinder müssen übrigens bis zum 8. Geburtstag auf dem Gehweg fahren, zwischen 8 und 9 Jahren dürfen sie es auch noch, ab 10 Jahren allerdings nicht mehr.
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