Wann sollte man einen Fahrradhelm austauschen?

Egal, ob du nur kurz zum Supermarkt fährst, deine täglichen Kilometer abspulst oder Downhill unterwegs bist - es wird empfohlen, bei jeder Radtour einen Fahrradhelm zu tragen. Deine Sicherheit sollte es dir wert sein!

Fahrradhelme gibt es für alle Einsatzgebiete: MTB Helme, Rennradhelme, City Helme, Fahrradhelme für Herren, Fahrradhelme für Damen und sogar Helme für Kinder.

Warum haben Fahrradhelme ein Verfallsdatum?

Auch wenn dein Helm äußerlich noch gut aussieht, solltest du wissen, dass sich die Materialien mit der Zeit abbauen. Die innere Struktur von Fahrradhelmen besteht in der Regel aus expandiertem Polystyrol, das durch natürliche Alterung seine Stoßdämpfungseigenschaften verliert.

Faktoren, die diesen Verfall beschleunigen, sind:

  • Längere Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen
  • Ständiger Kontakt mit Schweiß
  • Temperaturschwankungen und Witterungseinflüsse
  • Häufige Nutzung und täglicher Gebrauch
  • Kleine, unbemerkte Stöße

Mit der Zeit schwächen diese Faktoren die innere Struktur des Helms, auch wenn er äußerlich noch gut aussieht. Deshalb ist es wichtig, auf das Herstellungsdatum zu achten und sich nicht nur vom äußeren Zustand leiten zu lassen.

Wie oft sollte man den Fahrradhelm wechseln?

Die meisten Hersteller empfehlen, den Helm alle drei bis fünf Jahre zu ersetzen, selbst wenn er keinen sichtbaren Schaden aufweist. Diese Empfehlung basiert auf normalem Gebrauch und dem natürlichen Materialabbau.

Es gibt jedoch bestimmte Situationen, in denen du den Helm unabhängig vom Alter austauschen solltest:

  • Nach einem Sturz: Wenn dein Helm bei einem Sturz einen harten Schlag abbekommen hat, solltest du ihn sofort ersetzen, auch wenn keine sichtbaren Schäden erkennbar sind.
  • Wenn du Risse oder Beschädigungen an der Außenschale feststellst.
  • Wenn das Innere stark abgenutzt ist oder die Polsterung beschädigt ist.
  • Wenn die Riemen oder das Verstellsystem nicht mehr richtig funktionieren.
  • Wenn das Herstellungsdatum länger als fünf Jahre zurückliegt.

Überprüfe immer das Herstellungsdatum deines Helms - es steht meist auf einem Etikett im Inneren. Diese Information ist entscheidend, um zu wissen, wann ein Austausch nötig ist, selbst wenn der Helm äußerlich in gutem Zustand erscheint.

Anzeichen dafür, dass du deinen Helm wechseln solltest

Neben der Nutzungsdauer gibt es mehrere Hinweise, die zeigen, dass ein neuer Helm notwendig ist:

  • Sichtbare Risse oder Verformungen an der Außenschale
  • Abnutzung im Inneren, bei der das Polystyrol freiliegt
  • Ausgefranste Riemen oder defektes Verschlusssystem
  • Der Helm passt nicht mehr richtig oder wackelt stark
  • Kontakt mit Chemikalien, die die Materialien beschädigt haben könnten

Wenn du eines dieser Anzeichen bemerkst, zögere nicht: Ersetze den Helm so bald wie möglich, um deine Sicherheit beim Radfahren zu gewährleisten.

Die Rolle Dritter

Versicherungen haben bereits versucht, Unfallopfern, die beispielsweise von einer rücksichtslos geöffneten Autotür vom Rad geholt wurden, eine Mitschuld zuzuordnen, um einen Teil der Reha-Kosten nicht übernehmen zu müssen. Die Versicherer waren damit aber bislang vor Gericht letztinstanzlich aufgrund der auch in Deutschland geringen Helmtragequote nicht erfolgreich. Aber allein der Versuch zeigt, dass Versicherungen und ihre Verbände keine neutrale Rolle bei der Helmfrage einnehmen.

Warum fast alle Kampagnen für das Tragen von Fahrradhelmen und die Erhöhung der Helmtragequote von Organisationen finanziert werden, die der Autoindustrie und der Versicherungsbranche nahestehen, sollte einen misstrauisch stimmen. Ob da eine Schuldverschiebung zum Radfahrer die eigentliche Motivation ist, können wir nicht abschließend beurteilen.

Die Empfehlung vieler Helm-Hersteller, einen Fahrradhelm bereits nach wenigen Jahren im Einsatz gegen einen neuen auszutauschen, verunsichert viele Radfahrer. Immer wieder erreichen uns Leserbriefe mit der bangen Frage, ob denn der eigene Rennrad-Helm noch sicher sei? Viele mit dem Hinweis, man habe ihn immer gut gepflegt und er zeige auch keinerlei Dellen oder Risse.

Dass ein Helm, der bei einem Unfall oder Sturz auf ein Hindernis geprallt ist, anschließend ausgetauscht werden sollte, auch wenn er möglicherweise keine oder nur leichte Spuren einer Beschädigung zeigt, gilt als Konsens; viele Hersteller bieten für diesen Fall auch kulante Unfallersatz-Regelungen an: Ab Kaufdatum zwei bis drei Jahre (je nach Hersteller) alte, beschädigte Helme kann man beim Händler gegen einen vergleich­baren neuen Helm eintauschen und erhält darauf beispielsweise 50 Prozent Rabatt.

Aber auch ohne Sturz kann ein Rennrad-Helm leiden Quetschmarken auf der Schale, die beispielsweise durch den Transport im voll gepackten Radkoffer entstanden sein können, sind ­zumindest ein Alarmsignal.

Selbst wenn der Helm auf den ersten Blick unbeschädigt wirkt, können die Styroporkügelchen unter der ­äußeren Polycarbonatschale gelitten haben. Dann ist die volle Schutzwirkung nicht mehr gewährleistet.

Auch die aggressive UV-Strahlung der Sonne und große Temperatur­schwankungen schwächen den Verbund zwischen den kleinen, weißen Kügelchen mit der Zeit. Unklar ist jedoch, wie lange es dauert, bis die Schutzwirkung merklich nachlässt.

Helme besitzen nun mal keine eingebaute Sonnenstunden-Uhr, und ihre Besitzer gehen mal mehr, mal weniger achtsam mit ihrem Kopfschutz um.

Kommt ein Austausch nach drei Jahren Gebrauch, den viele Hersteller empfehlen, vielleicht viel zu früh?

Die Helmanbieter sind zumindest per EU­Richtlinie und Norm zu einem Hinweis auf die Verfallszeit verpflichtet.

Präzise handelt es sich dabei um die Norm EN 1078:2012 und die Rich­tlinie 89/686 für die persönliche Schutzausrüstung (PSA), die besagt, dass die Helmen beiliegende Benutzerinformation, neben Hinweisen zur Pflege und dem bestimmungsgemäßen Gebrauch, ein Verfallsdatum oder die Verfallszeit enthalten muss.

Die Uhr tickt ab dem Herstellungs­datum, weshalb ein Blick darauf beim Kauf ratsam ist: Ein Schnäppchen könnte sich als bereits lange ­lagernder ­Ladenhüter entpuppen, der gemäß der Herstellerempfehlung schon nach einem oder zwei Jahren ausgetauscht werden müsste.

Achten Sie deshalb beim Kauf auf den kleinen Aufkleber mit dem Herstellungsdatum innen im Helm.

Um dem Verfallsdatum auf der Basis von Fakten näher zu kommen, hat TOUR Leser gebeten, gebrauchte, mindestens fünf Jahre alte Helme für­ ­einen Crashtest nach der Norm EN 1078 zur Verfügung zu stellen.

Insbesondere ­haben wir nach Modellen gefragt, die wir beim Test in TOUR 8/2010 im Neuzustand ebenfalls nach der EN 1078 überprüft hatten.

Den Norm-Crash-Test haben wir in Zusammenarbeit und ­unter Aufsicht mit dem Helm-­Hersteller Uvex in Fürth durchgeführt, der auf der gleichen Prüfmaschine und mit den gleichen Verfahren testet, wie es ­beispielsweise auch der TÜV Rheinland oder die Material­prüfungsanstalt MPA der Uni Stuttgart tun.

Jeder der 18 alten Helme musste dabei jeweils einen Aufschlag auf einen kreisförmigen Stahlsockel überstehen und auf einen Stahlkeil, der einen Bordstein nachbildet; dabei darf eine maximale Beschleunigung von 250 g, dem 250-fachen der Erdbeschleunigung, innerhalb weniger Millisekunden nicht überschritten werden.

Beim Härtetest schlugen die in die Jahre gekommenen Kopfschützer, beladen mit dem sensor­gespickten Prüfkopf, 36-mal auf die stahlharten Prüfsockel.

Und 36-mal haben wir uns gefragt: "Hat er gehalten?"

Teils präsentierten sich die vom Aufprall ­geschundenen Helme in sichtbar desolatem Zustand - bei ­Alpina, Giro oder Uvex klafften sichtbare Risse im schwarzen Schaumstoff, insbesondere nach dem anspruchsvollen Bordstein-­Crash, bei dem der Helm so ausgerichtet wird, dass der Sockel genau in die schwächste Stelle ins größte Belüftungsloch keilt.

Das jedoch sei "normal", versichert Prüferin Nicola Grahl, und es sei bei fabrikneuen Helmen nicht anders. Vielmehr kommt es nämlich darauf an, dass der Prüfkopf keine höheren Beschleunigungswerte als 250 g misst.

Und hier ist das finale Ergebnis eindeutig positiv: Keiner der ­alten Helme hat versagt und das Norm-Limit überschritten. ­Unsere Stichprobe mit den 18 Helmen hat ergeben, dass das Stoßdämpfungsvermögen durch­schnittlich nur um 10 g nach­gelassen hat. Kurz: Auch ­ältere Helme sind sicher!

Nach einem Sturz mit Aufprall auf hartem Untergrund darf der Helm nicht weiter benutzt werden, da die Innenschale nicht auf Anhieb sichtbare Risse bekommen haben könnte.

Würde man mit einem vor­geschädigten Helm erneut stürzen, hätte er nicht mehr seine volle Schutzfunktion, vermeidbare Schädelverletzungen wären die Folge.

Als Anreiz zum Tausch bieten die Helmhersteller aus Kulanz Unfallersatz-Regelungen an (Crash Replacement). Sie gelten in der Regel für zwei bis drei Jahre ab Kaufdatum und bieten einen neuen Helm zum halben Neupreis beim Tausch gegen den alten.

Tatsächlich spricht man von Alterung beim EPS, verursacht durch UV-Strahlung in Form von Sonnenlicht und Temperaturwechseln. Mit den Jahren lassen die Bindungskräfte zwischen den Kügelchen etwas nach, was man jedoch mit bloßem Auge nicht erkennen kann.

Dazu sind wir laut EU-Richtlinie verpflichtet. Ohne dieses "Haltbarkeitsdatum" in der Dokumentation, das ab dem Herstellungsdatum gilt, dürften wir den Helm gar nicht in den Handel bringen. Ein Tipp: Das Herstellungsdatum findet sich als Prägung oder Aufkleber in der Helmschale.

Es vergeht zwar ungefähr ein halbes Jahr von der Produktion bis zur Lieferung an den Handel, aber einen Ladenhüter kann man so leicht identifizieren.

Wie du deinen Helm pflegen kannst, um seine Lebensdauer zu verlängern

Auch wenn Fahrradhelme eine begrenzte Lebensdauer haben, kannst du mit richtiger Pflege ihre Schutzwirkung während der gesamten Nutzungszeit aufrechterhalten. Hier sind einige wichtige Tipps zur Wartung:

  • Reinige das Innere mit lauwarmem Wasser und neutraler Seife; vermeide aggressive Chemikalien.
  • Lasse den Helm an der Luft trocknen, fern von Wärmequellen, die die Struktur verformen könnten.
  • Bewahre den Helm an einem kühlen, trockenen Ort auf, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, wenn er nicht verwendet wird.
  • Lasse den Helm nicht an heißen Tagen im Auto liegen, da hohe Temperaturen das Polystyrol beschädigen und die Schutzwirkung im Falle eines Aufpralls beeinträchtigen können.
  • Untersuche deinen Helm regelmäßig auf Abnutzung oder Schäden. Achte besonders auf die Riemen, das Verstellsystem und die innere Struktur.

Ebenso wie der Altershinweis ist auch die ­Pflege des Helms vom Hersteller in der Benutzer­information anzugeben. Kurz: Der Helm sollte nicht mit Lösungsmittel gereinigt werden, sondern lediglich mit lauwarmer ­Seifenlauge. Zudem sollte man den Helm keiner Hitze über 60 Grad aussetzen und ihn bei ­Nichtgebrauch trocken und vor Sonnenlicht beziehungsweise UV-Strahlung geschützt ­aufbewahren.

Bike, riding and ski helmets must be replaced after an accident! This also applies if there is no obvious damage to the helmet. Helmets older than eight years and used for a maximum of 5 years must also be replaced, regardless of how often or how intensively the helmet has been used.

Even the best helmet and its components can wear out faster than normal. Correct handling of the helmet and regular care are crucial.

Under certain conditions chin straps can tear. Possible causes of premature material wear include improper cleaning with agents containing solvents, and excessive UV exposure, especially in combination with cosmetics, for example, sun creams.

Do not use your helmet under any circumstances If the chin strap breaks. And please do not try to repair the chin strap yourself.

The production date, indicated with a factory symbol, can be found on a label inside each helmet. Here, you will also find the product name, the helmet type, the size, and the weight.

Warum es sich lohnt, in einen hochwertigen Helm zu investieren

Wenn es an der Zeit ist, deinen Fahrradhelm zu ersetzen, solltest du ein qualitativ hochwertiges Modell wählen, das allen aktuellen Sicherheitsnormen entspricht. Ein guter Helm bietet nicht nur besseren Schutz bei einem Unfall, sondern ist auch bequemer und langlebiger.

Beim Kauf solltest du auf folgende Punkte achten:

  • Sicherheitszertifizierung gemäß den Vorschriften deines Landes oder deiner Region
  • Perfekte Passform für die Form deines Kopfes
  • Ausreichende Belüftung für deinen Fahrstil
  • Komfort auch bei längeren Fahrten
  • Gute Sichtbarkeit, insbesondere bei Fahrten bei schlechten Lichtverhältnissen

Denk daran: Ein Fahrradhelm ist eine Investition in deine Sicherheit.

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