Ein eiernder Fahrradreifen kann ganz schön nervig sein. Man spürt die Unwucht, und plötzlich fühlt sich das Radfahren eher wie eine Achterbahnfahrt an. Aber keine Sorge - du musst nicht direkt einen neuen Reifen kaufen! Mit der richtigen Technik kannst du das Problem meist selbst beheben.
Mögliche Ursachen für einen eiernden Fahrradreifen
Es kann immer mal passieren, dass das Hinterrad Ihres Fahrrads eiert. Der Schaden sollte unbedingt behoben werden. Allerdings müssen Sie dafür nicht zwangsläufig in eine Werkstatt, sondern können das Problem selbst beheben.
Ein Achter am Rad kann verschiedene Ursachen haben:
- Nicht genügend Luft im Reifen: Die einfachste Form wäre, dass nicht genug Luft im Reifen ist. Das kann man schlicht und einfach durch Aufpumpen wieder in Ordnung bringen.
- Verrutschtes Felgenband: Ein anderer Grund kann übrigens ein verrutschtes Felgenband sein.
- Felgenschlag: Die Felge selbst ist nicht mehr gerade.
- Lockere Speichen: Manchmal reicht es, wenn man die Speichen wieder korrekt spannt. Dabei sollte man auch checken, ob es lockere Speichen gibt, die man neu fixieren und befestigen muss.
- Reifen sitzt nicht richtig: Wenn Sie beim Fahrradfahren ein "Eiern" eines der Reifen feststellen, muss dies nicht zwingend an einer "Acht" in der Felge liegen, sondern oft ist der Reifen bzw. Mantel an sich schuld.
Überprüfen sollte man das Laufrad von daher auf bestimmte Schäden, wie beispielsweise Risse, oder Beulen.
Behebung des Problems
Wenn der Fahrradreifen eiert, hilft oft eine einfache Methode: Das Rad nachzentrieren. Das klingt komplizierter, als es ist.
Rad nachzentrieren
Das Eiern eines Rads wird auch Achter genannt. Es bezeichnet einen Seitenschlag, bei dem Ihr Fahrrad seitlich von der Spur abweicht, also von rechts nach links eiert. Bei einem intakten Rad sorgen die Speichen dafür, dass alles rund läuft. Denn die Spannung ist im Idealfall auf allen Speichen gleich. Eiert das Rad, liegt das daran, dass auf einzelnen Speichen die Spannung zu hoch oder zu niedrig ist und sie so ungleichmäßig an der Felge ziehen. Das Eiern des Rads können Sie beheben, indem Sie die Speichenspannung verändern.
Als Werkzeug, um die Speichen einzustellen, benötigt man lediglich einen Speichenspanner. Bei der Speichenspannung muss man sehr vorsichtig sein, da man damit auch viel zerstören kann.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Dreh das Rad langsam und beobachte, wo es zur Seite ausschlägt.
- Lokalisieren Sie zunächst die Stelle, die dafür verantwortlich ist, dass Ihr Rad nicht mehr rund läuft. Für das Zentrieren der Felge ist die Spannung auf die entsprechenden Speichen gegenüber des Felgenschlags zu erhöhen.
- Setzen Sie den Nippelspanner an und starten Sie mit einer Vierteldrehung. Häufig reicht das schon aus. Bei größeren Schäden kann es nötig sein, dass Sie zusätzlich die Spannung auf die gegenüberliegenden Felgen verringern.
Ein Zentrierständer kann bei der Reparatur sehr hilfreich sein. Es gibt bereits günstigere Modelle für den Hobbybedarf. Haben Sie keinen solchen Ständer, können Sie sich auch mit einem Kabelbinder behelfen. Befestigen Sie dafür den Kabelbinder an einer Sitzstrebe. Das überstehende Ende sollte in Richtung Felge zeigen. Schneiden Sie das Ende so ab, dass es die Felge gerade nicht mehr berührt.
Der erste Schritt ist das Ausbauen Ihres Hinterrads, damit Sie es dann in den Zentrierständer einhängen können. Haben Sie keinen solchen Ständer, sollten Sie nicht das komplette Rad ausbauen, sondern nur Mantel und Schlauch entfernen. Das macht das Zentrieren einfacher.
Reifenmontage
Wenn Sie beim Fahrradfahren ein "Eiern" eines der Reifen feststellen, muss dies nicht zwingend an einer "Acht" in der Felge liegen, sondern oft ist der Reifen bzw. Mantel an sich schuld. Nicht, weil er fehlerhaft produziert wurde, sondern weil der Fahrradreifen nicht optimal auf der Felge sitzt.
Sitzt der Pneu recht stramm auf der Felge, kann es sein, dass sich das Gummi durch den Reibungswiderstand nicht 100%ig um die Felge gelegt hat. Um das lästige "Eiern" zu beheben, sollten Sie zur Reifenmontage eine sogenannte Reifenmontagepaste oder Montage-Flüssigkeit bzw. Montagefluid benutzen. Damit schmieren Sie die Reifenwulst ein und montieren dann den Fahrradreifen. Sie werden sehen, dass er nun sehr leicht auf die Felge rutscht.
Beim Aufpumpen wird er selbständig seine richtige Position auf der Felge finden. Oft hört man dabei auch ein mehrfaches "Ploppen". Der Fahrradreifen sollte nun gleichmäßig anliegen und das "Eiern" der Vergangenheit angehören. Die Montageflüssigkeit am Reifen wird sich in kurzer Zeit verflüchtigen und nicht mehr zu sehen sein.
So geht die Reifenmontage:
- Eine Seite des Mantels auf die Felge setzen. Achtet dabei darauf, ob der Mantel eine Laufrichtung hat. Das ist nicht bei allen Mänteln so, aber wenn, dann ist diese meist mit Pfeilen auf dem Mantel markiert.
- Schlauch etwas aufpumpen - sollte schon eine „schöne Form“ haben - und in den Mantel legen. Beim Ventil beginnen.
- Gegenüber dem Ventil mit dem Einsetzen der anderen Mantelseite beginnen und beidseitig arbeiten. Dabei darauf achten, dass der Schlauch nicht eingequetscht wird. Enden solltet ihr am Ventil.
- Kontrolliert noch einmal den richtigen Sitz und ob nichts eingequetscht ist.
- Pumpt den Reifen einmal auf sein Maximum auf, damit er sich richtig in die Felge setzt.
Weitere Tipps
- Felgenband kontrollieren: Das liegt manchmal schon schief drin und muss erneut sauber ausgerichtet oder, falls es kaputt ist, ersetzt werden.
- Auf- und abpumpen: Wenn der Mantel in der Felge sitzt, aber eben nicht sauber, erst einmal versuchen das Ganze mit Kneten zu beheben. Dabei ggf. etwas Luft wieder ablassen. Wenn das nicht klappt, einmal den Reifen bis zum Maximum aufpumpen.
- Spüli: Einfach Das Felgenhorn und den Reifen mit einem Spüli-Wasser-Gemisch ein wenig einseifen. Das verringert die Reibung und sollte den Prozess vereinfachen.
- Eine Runde drehen: Einfach mal eine Runde um den Block fahren. Das Gewicht und die Bewegung können ihren Teil zu einem gut sitzenden Mantel beitragen.
Wann man eine Werkstatt aufsuchen sollte
Nicht unbedingt! Wenn dein Fahrradreifen nur minimal eiert, kannst du das Problem oft selbst lösen. Sobald es jedoch stärkere Unregelmäßigkeiten gibt oder die Felge offensichtlich verbogen ist, ist ein Besuch in der Werkstatt ratsam.
Nicht immer kann man einen Achter reparieren. Bei mir hat mein Reiserad nach einem Sturz so einen heftigen Schlag bekommen, dass das Laufrad komplett ausgetauscht werden musste. Es hat richtig hart geeiert.
Falls dein Rad schon viele Jahre auf dem Buckel hat oder einen heftigen Schlag abbekommen hat, kann es sein, dass eine Reparatur nicht mehr sinnvoll ist. Eine stark verbogene Felge wird sich nie mehr komplett rund bekommen - hier hilft nur der Austausch.
Sollte nach diesen Schritten das Rad immer noch eiern, war der Schaden zu groß. Als Richtwert können Sie sich daran orientieren, dass Seitenschläge von bis zu 1 cm Abweichung von der Mitte sich beheben lassen.
Fazit
Ein eiernder Fahrradreifen muss nicht das Ende deiner Tour bedeuten. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl kannst du das Problem oft selbst beheben. Die Speichenjustierung ist zwar eine Kunst für sich, aber mit Geduld und der richtigen Technik wird dein Fahrrad bald wieder ruhig und rund laufen. Und mal ehrlich - das Gefühl, etwas selbst repariert zu haben, ist doch einfach unschlagbar!
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