E-Bike-Boom und Marktentwicklung
Obwohl der Boom der Corona-Jahre auch in Deutschland vorbei ist, liegt das Geschäftsniveau immer noch deutlich über dem des Vor-Corona-Jahres 2019. Erstmals seit Jahren sah sich die Fahrradbranche 2024 mit schrumpfenden Verkaufszahlen konfrontiert: Mit 3,85 Millionen Rädern blieb der Absatz deutlich hinter dem Rekordjahr 2022 zurück, als knapp fünf Millionen Räder verkauft wurden. Auch die Zahl der verkauften E-Bikes war hierzulande im vergangenen Jahr rückläufig, sank sie doch im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf zwei Millionen Stück. Noch deutlicher fiel allerdings der Absatz herkömmlicher Fahrräder - um fünf Prozent zum Vorjahr auf 1,8 Millionen.
Zwar haben die vollen Lager den Preisdruck in der Branche zuletzt erhöht, der Durchschnittspreis eines E-Bikes sank 2024 um zehn Prozent auf 2.650 Euro. Dennoch sind E-Bikes damit weiter rund fünfmal so teuer wie klassische Räder. Insgesamt erwarten die EY-Studienautoren eine Erholung des Fahrradmarkts - nicht zuletzt wegen der E-Räder. Nach dem Boom der vergangenen Jahre werde es Ersatzbedarf geben, sagt Constantin Gall, Managing Partner bei EY.
Die Beliebtheit von E-Bikes
Vor allem in Großstädten werden elektrisch betriebene Fahrräder, die sogenannten E-Bikes, immer beliebter. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Mit einem E-Bike ist man schneller und kraftsparender unterwegs als mit einem herkömmlichen Rad. Je nach Modell sind die Räder mit Geschwindigkeiten von bis zu 45 Kilometern pro Stunde unterwegs. Wer also den Weg zur Arbeit radeln möchte oder am Wochenende gerne lange Touren fährt, für den ist ein E-Bike genau das Richtige. Aber auch für die Stadt lohnt sich der Kauf - denn im Großstadtdschungel kommt man mit dem E-Bike garantiert schnell und ohne Schwitzen ans Ziel.
Technische Aspekte und Kostenfaktoren
Zunächst ist ein E-Bike im Gegensatz zu einem herkömmlichen Rad natürlich anders aufgebaut. Hochwertige Akkus und Motoren tragen zu den hohen Kosten bei. Außerdem muss ein E-Bike wegen der rasanten Geschwindigkeiten mehr Belastungen aushalten als ein normales Fahrrad. Rahmen, Lenker und Reifen müssen darauf ausgelegt sein. Ein gutes E-Bike sollte aber in etwa 1.500 bis 2.000 Euro kosten.
Ein Überblick über Pedelecs und S-Pedelecs:- Pedelecs: Gelten gesetzlich als normales Fahrrad und können mit Unterstützung des Motors bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell werden.
- S-Pedelecs: Die Turbo-Fahrräder bringen es auf bis zu 45 Kilometer pro Stunde. Dafür benötigt man einen Mofaführerschein. Ein S-Pedelec gehört auf die Straße, der Radweg ist tabu.
Das Fahren mit dem E-Bike ist also genauso gesund wie mit einem herkömmlichen Rad. Das hängt vom jeweiligen Rad ab. Wie viele Kilometer das Rad mit einer Akkuladung zurücklegen kann, lässt sich ungefähr an der Angabe der Wattstunden (Wh) ablesen. Hier gilt: Je mehr Wattstunden, desto größer die Reichweite. Günstige E-Bikes bringen es lediglich auf 250 Wh, was die Reichweite je nach Fahrweise auf nur etwa 60 Kilometer verkürzen kann. Ein stärkerer Akku zwischen 400 und 600 Wh schafft dagegen bis zu 200 Kilometer ohne schlapp zu machen.
Preisentwicklung und Gründe für steigende Kosten
2020 wurden im Durchschnitt in Deutschland 1.279 Euro für ein neues Fahrrad oder E-Bike ausgegeben - mehr als doppelt soviel wie die Jahre zuvor. Das liege insbesondere an der steigenden Nachfrage nach hochwertigen E-Bikes. 1. Die Transportkosten Ein wichtiger Punkt laut Heiko Müller, sind die Preissteigerungen in den Lieferketten. Da viele Fahrradprodukte in Asien gefertigt werden, gab es mit Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 eine Verknappung der Transportmöglichkeiten, die bis heute nicht wiederhergestellt ist. Dadurch stiegen und steigen die Frachtkosten. Diese hätten mittlerweile „ein Niveau jenseits von Gut und Böse erreicht“, beurteilt Markus Krill, Geschäftsführer beim Anhängerspezialisten Croozer.
Hinzu komme eine Verknappung von Frachtcontainern. Das alles hatte zur Folge, dass die Frachtkosten aktuell bis zu zehnmal höher ausfallen als noch vor einem Jahr - lange Wartezeiten inklusive. 2. Die Rohstoffversorgung Ebenso angespannt ist die Lage am Rohstoffmarkt, die Andreas Hombach als „dramatisch“ bezeichnet. Eine Situation wie aktuell hat es laut Hombach in der fast 70-jährigen Unternehmensgeschichte allerdings noch nie gegeben: „Die Lage ist nicht mehr kalkulierbar. Die Rohstoffversorgung ist knapp in allen Bereichen: Stahl, Kunststoff, Holz, Isolierungen, Verpackungen.“
Mit Preissteigerungen bei den Rohstoffen haben somit auch die Hersteller von Fahrradprodukten zu kämpfen, da Stahl beispielsweise auch bei der Produktion von manchen Rahmen oder Komponenten zum Einsatz kommt. Aber auch Aluminium, Kupfer oder Granulate für Kunststoffe hätten kräftig zu gelegt, wie Prokurist Guido Müller vom Lichthersteller Busch & Müller bestätigt. Die höheren Preise bei den Zulieferern müssen dann die Fahrradhersteller bezahlen, die die Produkte verbauen. 3. Die spezifische Marktsituation Während die ersten beiden Punkte auch viele andere Branchen betreffen, gibt es durchaus branchenspezifische Merkmale für die Preissteigerungen.
Ausblick und Nachhaltigkeit
Die Zulieferer kündigen aktuell schon weitere Preiserhöhungen von Komponenten an, was mit Zeitverzug dann auch an die Endkund:innen weitergegeben werden wird. Hinzu drehen auch die ständigen technischen Innovationen an der Preisspirale. Immer mehr Verbraucher:innen legen Wert auf andere Materialien und umweltverträgliches sowie menschenwürdiges Wirtschaften bei der Herstellung. Auch das werde sich mittel- bis langfristig auf die Preise auswirken.
Was ein teures Pedelec teuer macht, sind erstklassige Komponenten, erstklassige Verarbeitung, erstklassiges Design und geringes Gewicht durch die Verwendung hochwertiger Materialien. Allem voran: Ein leichter, verwindungssteifer Carbon-Rahmen. Bosch Motoren sind teuer, die Akkus auch.
Mythen und Fakten über E-Bikes
Es ist an der Zeit, mit dem Gerücht aufzuräumen, dass für E-Bikes, genauer gesagt Pedelecs, kein einziger Muskel betätigt wird. Nein, Pedelecs sind keine bequemen Selbstläufer und das steckt auch schon im Namen: Pedal Electric Cycle. Das bedeutet, dass in die Pedale getreten werden muss, damit der Motor im Bedarfsfall unterstützt. Und das auch nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25km/h. Muskelkraft ist also gefragt! Zig wissenschaftliche Studien haben bereits eindrücklich belegt, dass regelmäßige Fahrten mit dem Pedelec gesund sind und fit halten.
Beim Fahren mit dem Elektrobike wird die Muskulatur aufgebaut und sowohl Kondition als auch Leistungsfähigkeit gesteigert. Denn Nutzer:innen von E-Bikes steigen nachweislich öfter und länger auf ihr Bike als Menschen, die mit herkömmlichen Fahrrädern unterwegs sind. Die Ursache dafür ist einfach erklärt: Dank der möglichen Motorunterstützung schrecken Gegenwind, weitere Strecken, Steigungen und Co.
Die Kosten und Langlebigkeit von E-Bikes
Ja, die Anschaffungskosten eines E-Bikes sind generell etwas höher angesiedelt. Denn Qualität kostet und Geero Pedelecs sind keine Massenware. Aber und dieses Aber ist sehr groß geschrieben: Sie sind eine gut angelegte Investition, die sich langfristig lohnt. Allein in Hinblick auf Anschaffung, Treibstoff und Wartung schneiden E-Bikes besser ab, als etwa Autos. Zudem garantiert das Pedelec einfach Fahrspaß. Der wichtigste Punkt überhaupt. Denn damit ist man mit weniger Stress und Anstrengung unterwegs.
Die Mehrheit der Befragten möchte ihr E-Bike zehn (41 Prozent) beziehungsweise elf Jahre und länger (39 Prozent) nutzen. Das bedeutet, dass Verbraucher mindestens einmal den Akku wechseln müssen. Doch nicht bei allen E-Bikes geht das. Der vzbv fordert, E-Bikes in die Regulierung des EU-Ökodesigns aufzunehmen, um Qualität und Haltbarkeit sowie Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit sicherzustellen.
Auch eine aktuelle Studie des Öko-Instituts im Auftrag des vzbv hat ergeben, dass E-Bikes mit einer kurzen Lebens- beziehungsweise Nutzungsdauer von vier bis fünf Jahren mit einem deutlich höheren Treibhauspotenzial einhergehen als solche, die mindestens zehn Jahre genutzt werden können.
Weitere Faktoren, die den Preis beeinflussen
Manchmal lohnt sich ein Blick auf die verbauten Zubehör- und Ersatzteile. Mitunter findet man bei einem Fahrrad bekannte Markennamen. Aber auch die Verarbeitung der einzelnen Ersatzteile spiegeln den Preis wider. Je mehr Schweißnähte vorhanden sind, desto günstiger kann es werden. Teile aus einem Guss können zum Beispiel den Preis treiben. Wie einfach lässt sich ein Fahrrad reparieren und wie teuer/ günstig sind die Ersatzteile, die man beschaffen muss.
Wer einen Blick auf den Akku wirft, wird feststellen, dass bei günstigen E-Bikes meist Akkus um die 300 Wh verbaut worden sind. Keine Frage, das sind solide Akkus und können sicherlich bis zu 50km gute Dienste leisten. Sofern man das E-Bike nicht zu stark belastet. Auch macht es einen Unterschied, ob man einen Akku von einem asiatischen Hersteller hat oder einen guten Bosch Akku. Bei teuren E-Bikes sind meist große Marken-Akkus verbaut, die oftmals mehr als 80km halten.
E-Bikes im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln
Letztlich ist es auch die Mobilitätswende und das immer stärkere Bewusstsein für Umwelt und Klimaschutz, was Menschen dazu bewegt, eine saubere Alternative zum Auto zu finden. Lebt und arbeitet man in der Stadt, drängt sich ein E-Bike geradezu auf. Dank Motor ist man schnell unterwegs ohne sich zu verausgaben.
Steigende Preise an der Zapfsäule beschäftigen eine Mehrheit der Verbraucher:innen (61 Prozent). Das zeigt eine repräsentative Umfrage von forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). So planen 40 Prozent, das Auto öfter stehen zu lassen und Fahrrad oder Busse und Bahnen zu nutzen.
Die soziale Dimension der E-Bike-Nutzung
Teuer: Der oftmals hohe Preis erlaubt meist nur Haushalten mit hohem und mittleren Einkommen, ein e-Bike zu kaufen. Jeder Fünfte besitzt ein oder mehrere E-Bikes (16 Prozent) bzw. plant, eines zu kaufen (5 Prozent). Jedoch besitzen nur sechs Prozent der Haushalte mit einem Einkommen unter 1.500 Euro netto bereits ein E-Bike. „Klimaschutz darf kein Luxusgut sein. Damit das Potenzial für eine verbraucherfreundliche Mobilitätswende genutzt und viele Verbraucherinnen und Verbraucher umsteigen können, muss die Politik aktiv werden“, sagt Marion Jungbluth, Leiterin Team Mobilität und Reisen beim vzbv.
Zusammenfassung der wichtigsten Gründe für die hohen E-Bike-Preise
Die hohen Preise von E-Bikes sind auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen:
- Hochwertige Komponenten: Akkus, Motoren und Rahmen müssen hohen Belastungen standhalten.
- Transportkosten: Die Verknappung der Transportmöglichkeiten und Frachtcontainer treibt die Kosten in die Höhe.
- Rohstoffversorgung: Knappheit und steigende Preise für Stahl, Aluminium und andere Rohstoffe.
- Spezifische Marktsituation: Hohe Nachfrage übersteigt das Angebot bei bestimmten Komponenten.
- Technische Innovationen: Ständige Weiterentwicklung und neue Technologien erhöhen die Entwicklungskosten.
- Nachhaltigkeit: Umweltverträgliche Materialien und faire Produktionsbedingungen.
Verwandte Beiträge:
- Rechtsabbiegen & Radfahrer: Warum warten? Regeln & Sicherheit
- Radfahren nach Prostata-OP: Risiken, Vorsichtsmaßnahmen & Tipps
- Flow-Erlebnis beim Mountainbiken: Warum es glücklich macht
- Die besten Mountainbikes im Test: Entdecke jetzt deinen ultimativen Vergleichssieger!
- Neusiedler See Radweg: Ultimative Tipps & Infos für den perfekten Radurlaub!
Kommentar schreiben