Die Bedeutung des Klopfens auf den Helm unter Motorradfahrern

Motorradfahrer haben ihre eigene Art der Kommunikation auf der Straße. Ein kurzes Klopfen auf den Helm ist ein geheimes Zeichen unter Bikern. Unter Motorradfahrern herrscht ein starker Zusammenhalt. Sie grüßen sich nicht nur freundlich auf der Straße, sondern warnen sich auch gegenseitig vor möglichen Gefahren - wie zum Beispiel vor Polizeikontrollen. Dafür nutzen sie ein spezielles Handzeichen: das Klopfen auf den Helm.Wenn sich eine Motorradfahrerin oder ein Motorradfahrer auf den Helm klopft, ist das ein gängiges Zeichen, um andere Verkehrsteilnehmende zu warnen, dass sich in der Nähe eine Polizeikontrolle oder ein Geschwindigkeitsradar befindet. Es ist eine freundliche Geste, um andere vor möglichen Strafen zu bewahren und darauf hinzuweisen, dass sie ihre Geschwindigkeit überprüfen oder vorsichtiger fahren sollten. Ähnlich wie die Lichthupe kann es andere aber auch auf mögliche Gefahrensituationen hinweisen. Dazu gehören beispielsweise Gegenstände, Tiere oder Personen auf der Fahrbahn.

Weitere Handzeichen unter Motorradfahrern

Das Klopfen auf den Helm ist nicht das einzige Zeichen, mit dem Motorradfahrer auf der Straße miteinander kommunizieren. Das wohl bekannteste Signal ist der sogenannte Biker-Gruß. Dabei strecken die Fahrer im Vorbeifahren den linken Arm aus und grüßen so ihre Kollegen auf zwei Rädern. Doch dieser Gruß ist mehr als nur eine freundliche Geste. Er dient auch dazu, sich gegenseitig vor Gefahrenstellen wie Ölspuren oder Straßenschäden zu warnen. Darüber hinaus gibt es noch weitere Motorrad-Signale, die allerdings etwas in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehört unter anderem das Anbringen eines gelben Schals oder einer Warnweste am Lenker. Dieses Zeichen soll nachfolgende Biker vor Gefahren warnen, die vielleicht nicht direkt erkennbar sind. Eine bestimmte Geste richtet sich jedoch vermehrt an die Autofahrer.

Verständigung mit Autofahrern

Motorradfahrer verständigen sich in den unterschiedlichsten Situationen mit Handzeichen. Als ein sehr bekanntes Zeichen klopfen sie sich mit der linken Hand auf den Helm. Damit signalisieren sie anderen Fahrern, dass sich Polizeibeamte in der Nähe befinden. In der Verständigung mit Autofahrern benutzen Motorradfahrer eine Geste, bei der sie lediglich kurz den Fuß anheben.Mit diesem kleinen Zeichen bedanken sich Biker bei Autofahrern. Das kommt dann vor, wenn Autofahrer den Motorradfahrern ausreichen Platz zum Überholen lassen, indem sie möglichst weit rechts fahren. Nach abgeschlossenem Überholvorgang drücken Biker mit dieser Geste ihre Dankbarkeit aus. Um anderen Fahrern Signale zu geben, haben sich unter den Motorradfahrern meistens Handzeichen etabliert. Der Dankgruß an die Autofahrer ist eine der wenigen Gesten, bei denen der linke oder rechte Fuß angehoben wird. Für die Geste spielt es keine Rolle, ob der linke oder der rechte Fuß genutzt wird - solange der Motorradfahrer sich und andere nicht gefährdet. Die Mehrheit präferiert jedoch zum rechten Fuß.

Ist das Warnen vor Blitzern legal?

In den meisten Ländern ist es nicht ausdrücklich illegal, andere Verkehrsteilnehmende vor Polizeikontrollen oder Geschwindigkeitsmessungen zu warnen, etwa durch Gesten wie das Klopfen auf den Helm. Allerdings kann es von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt werden. In Deutschland zum Beispiel ist das Klopfen auf den Helm oder das Blinken mit den Scheinwerfern nicht direkt strafbar. Jedoch könnte die Polizei es als Missbrauch von Lichtzeichen nach § 16 Straßenverkehrsordnung (StVO) auslegen, was zu einer Verwarnung oder einem Bußgeld führen könnte.

Paragrafen wie § 111 Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) oder § 258 Strafgesetzbuch (StGB) greifen in solchen Fällen nicht. Denn während § 111 OWiG die tatsächlich Aufforderung zu einer Ordnungswidrigkeit voraussetzt, dient § 258 StGB der Vereitelung ernster Straftaten und nicht der Warnung vor dem Begehen einer möglichen Ordnungswidrigkeit.

Hinweis: Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine.

Weitere Motorrad-Handzeichen und ihre Bedeutung

Biker setzen im Straßenverkehr auf verschiedene Gesten und Zeichen. Besonders bei der Gruppenfahrt ist das wichtig, doch auch Autofahrer sollten die Signale kennen, um darauf reagieren zu können. Ob ein gelber, an den Lenker gebundener Schal oder ein Klopfen auf dem Helm: Motorradfahrer haben so einige Zeichen, die sie während der Fahrt gegenüber anderen Bikern, aber auch gegenüber von Autofahrern verwenden. Manchmal handelt es sich dabei zwar nur um eine bloße Begrüßung anderer Motorradfahrer, unter Umständen können einige der Handzeichen jedoch eine Warnung sein oder den anderen etwas Wichtiges mitteilen.Sowohl für Biker, als auch für Autofahrer kann es daher von großer Bedeutung sein, die gängigsten Biker-Signale zu verstehen. So können oftmals recht schnell Gefahrenstellen und Probleme erkannt werden. Eines der Motorrad-Zeichen findet sogar in der Tourismus-Branche Gebrauch.

Einstiegshandzeichen unter Motorradfahrern: So zeigen Biker das Abbiegen an

Um den Mitfahrenden zu signalisieren, dass sie demnächst links oder rechts abbiegen müssen, wird bei Bikern nicht nur der Blinker gesetzt. Dieser wird im Zweifelsfall nämlich erst viel zu spät eingeschalten. Um die anderen Fahrer frühzeitig vor einer Abbiegung nach links zu warnen, strecken viele Biker oftmals dafür einfach die Hand in die gewünschte Richtung - ähnlich wie es bei Fahrradfahrern üblich ist.Möchten Zweiradfahrer ihren Mitfahrern signalisieren, dass sie nun rechts abbiegen wollen, müssen sie ebenfalls ihren linken Arm zur Seite ausstrecken, das Armgelenk in einem 90-Grad-Winkel nach oben beugen und mit der linken Hand eine Faust formen. Das geht beispielsweise auch aus den Richtlinien für das gemeinsame Kolonne-Fahren vom Scooterclub Bonn hervor. Doch auch, wenn dieses Zeichen unter Motorradfahrern oftmals für das bloße Rechtsabbiegen gilt, kann dieses Zeichen auch bedeuten, dass eine Tour beziehungsweise eine Fahrt abgebrochen werden muss. Die Gruppenmitglieder sollten dies daher bereits vor der Fahrt klären, welches Handzeichen für welche Bedeutung steht. Der Grund dafür, dass bei solchen Handzeichen nicht die rechte Hand oder der rechte Arm genutzt werden, ist übrigens simpel: Damit Motorradfahrer genügend Kontrolle über das Gas und die Bremse behalten zu können, muss die rechte Hand zwingend am Lenker bleiben. Die linke Hand wird nur dann gebraucht, wenn der Biker kuppeln muss.

Wichtiges Motorrad-Handzeichen signalisiert: „Stopp!“

Streckt der Biker seinen linken Arm aus, lässt diesen jedoch 90 Grad nach unten abknicken, heißt das: „Stopp!“ Anstelle einer geballten Faust strecken Motorradfahrer bei diesem Zeichen ihre geöffnete Handfläche mit den Fingerspitzen nach unten. Fahren Motorradfahrer in einer größeren Kolonne, muss dieses Handzeichen der Reihe nach durchgegeben werden, um alle Fahrer optimal warnen und ihnen einen Halt signalisieren zu können.

Dieses Handzeichen kann beim Motorradfahren Leben retten: „Achtung, Gefahr!“

Begeben sich Motorradfahrer auf eine längere Reise, ist es oftmals zeitsparender, die Autobahn zu nutzen. Sollte hier eine Gefahrenstelle auftauchen oder etwas anderes nicht stimmen, nutzen Motorradfahrer ebenfalls eine bestimmte Geste. Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Gefahr auf der Straße anzuzeigen. Um eine Gefahrenstelle auf der linken Seite zu kommunizieren, strecken Fahrer ihren linken Arm diagonal zum Boden aus. Dabei wird meist mit dem Finger auf den Boden gezeigt. Befindet sich die Gefahrenstelle jedoch auf der rechten Seite, wird hier anstelle des rechten Arms das rechte Bein genutzt. Doch Vorsicht - Verwechslungsgefahr: Streckt der Biker sein Bein aus, während oder nachdem er ein Auto überholt hat, gilt dies als Dank für das Platz machen.

Schneller oder langsamer: Wie Motorradfahrern anderen Biker die Geschwindigkeit anzeigen

Treffen Motorrad-Gruppen auf eine unübersichtliche Fahrbahn oder eine mögliche Gefahrenstelle ist es oftmals sicherer, langsamer zu fahren. Um dies den anderen Fahrern mitteilen zu können, strecken Fahrer den linken Arm der Länge nach mit der Handfläche nach unten aus und wippen den Arm dann in der Luft nach unten. Wird die Handfläche jedoch nach oben gedreht und der Arm nach oben gewippt, bedeutet das, dass schneller gefahren werden soll.

Handzeichen bei heißen Temperaturen: Auch Biker brauchen eine Trinkpause

Besonders im Sommer, wenn wieder die ein oder andere Hitzewelle über Deutschland rollt, kann dieses Zeichen von großer Bedeutung sein. Sind Motorradfahrer bei starker Hitze auf der Autobahn oder auch Landstraße unterwegs, ist es besonders wichtig, stets genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Brauchen Biker also eine Trinkpause, können sie das mit diesem Handzeichen zeigen: Den Daumen gestikulieren Biker dann in Richtung des Mundes beziehungsweise des Helmes - so, als wäre der Daumen ein Strohhalm zum Trinken. Optional kann dann noch der kleine Finger vom Rest der Faust weggestreckt werden.

Tank leer? So zeigen es Motorradfahrer in der Gruppe an

Um seinen Mitfahrern signalisieren zu können, dass getankt werden muss, können Motorradfahrer mit dem linken Zeigefinger einfach Richtung Tank zeigen. Um das Zeichen eindeutig auszuführen, sollten Biker ihren Arm ebenfalls grob in einem 90-Grad-Winkel knicken.

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