Elektrobikes liegen voll im Trend und verdrängen das normale Fahrrad immer mehr. Doch hat das E-Bike auch in Sachen Trainingseffekt seine Berechtigung? Es stellt sich die Frage, ob es auch denselben Trainingseffekt wie ein unmotorisiertes Rad hat und ob das E-Bike auch für den fitten Biker eine sinnvolle Alternative ist.
Bewegung und Gesundheit
Dabei ist Bewegung für den Organismus überaus wichtig. Nicht nur für den Körperbau, auch für das Immunsystem. Wer sich viel bewegt, wird nachweislich seltener krank. Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Gesundheit wurde bereits durch eine Vielzahl von Studien belegt.
Studien belegen die Vorteile von E-Bikes
Im Juni 2022 wurde im European Journal of Apllied Physiology eine Studie veröffentlicht, in der sich Forscher der University of Colorado mit dem Thema E-Bikes befassten. Dabei ging es den Amerikanern vor allem darum, zu testen, ob das Fahren auf dem E-Bike für Menschen, welche sonst nicht oft trainieren, ein vollwertiges Workout sein kann.20 Probanden - männlich wie weiblich - sollten mindestens dreimal pro Woche 40 Minuten mit dem E-Bike unterwegs sein. Einen Monat lang. Die Geschwindigkeit sollte nach eigenem Wohlbefinden frei gewählt werden. Dabei benutzten die Teilnehmer der Studie Pedelecs, also E-Bikes, die nicht von allein fahren. Im Voraus wurden die Probanden im Labor auf Herz und Nieren geprüft.
Das Ergebnis: Alle Teilnehmer hatten sich an die zeitliche Vorgabe gehalten, die meisten saßen sogar bis zu 50 Prozent länger im Sattel als verlangt. Auch die Intensität war durchaus hoch. Der durchschnittliche Puls lag bei 75 Prozent der jeweiligen Höchstgrenze. Die Probanden hatten also ein moderates Workout. Und am wichtigsten: Jeder einzelne hatte deutlich bessere Fitness- und Gesundheitswerte im abschließenden zweiten Labor-Test.
Auch eine Studie aus dem Jahr 2015 zeigte außerdem einen weiteren positiven Effekt der elektrisch unterstützten Räder. Das norwegische Institut für Transportwirtschaft ermöglichte 66 Norwegern aus der Hauptstadt Oslo für zwei bis vier Wochen unbegrenzten Zugang zu E-Bikes und verglich im Anschluss deren Fahrgewohnheiten mit 160 Teilnehmern mit Fahrrädern.
Die Auswertung der Daten ergab, dass die Probanden mit Elektrobike-Zugang signifikant öfter und auch länger unterwegs waren. Der Studie nach war die durchschnittliche Anzahl an täglichen Fahrten mit dem E-Bike höher (1,4) als die Fahrten mit dem normalen Rad (0,9). Auch die durchschnittlich zurückgelegte Distanz betrug bei den E-Bike-Fahrern mit 10,3 Km deutlich mehr als die Fahrten mit dem unmotorisierten Pendant (4,8 Km).
Über drei Jahre untersuchten Sportmediziner der Medizinischen Hochschule Hannover 58 000 Fahrten mit E-Bikes und Fahrrädern ohne Elektroantrieb. Das Ergebnis: Kaum Unterschiede für das Herz-Kreislauf-System. Hinsichtlich des Herz-Kreislaufsystems unterscheiden sich Fahrten mit dem E-Bike kaum von Fahrten mit reiner Muskelkraft.
Für ihre Studie haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwischen 2017 und 2020 bundesweit die Daten von 1250 Pedelec-Fahrern und 629 Nutzern herkömmlicher Fahrräder ausgewertet. „In unserer Studie haben wir 58 833 Fahrten von E-Bikern und Radfahrern analysiert und jeweils die Herzfrequenzen und Geschwindigkeiten gemessen“, erläutert Uwe Tegtbur, Direktor der Klinik für Rehabilitations- und Sportmedizin. Die Studie belegt, dass die Herzfrequenz der Pedelecfahrer während des Radelns, unter Berücksichtigung der Therapien mit ß-Blockern, nur fünf Schläge pro Minute unter der der Fahrradfahrer lag.
„Entgegen vieler Vorurteile zeigen die Zahlen, dass Muskeln und das Herz-Kreislaufsystem beim Pedelecfahren nahezu so gefordert werden wie beim herkömmlichen Radfahren“, erklärt Hedwig Theda Boeck, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik und einer der Erstautorinnen der Studie. Die Motorunterstützung erleichtere den Einstieg in eine alltägliche körperliche Aktivität und sei auch für ältere, übergewichtige und weniger trainierte Menschen eine gute Möglichkeit, ihre Aktivitäten zu steigern.
„Viele Pedelecnutzer waren vorher nicht unbedingt Radfahrer. Über 35 % der teilnehmenden E-Bike Fahrer haben Vorerkrankungen wie zum Beispiel einen Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Gelenkverschleiß. „Wir haben gezeigt, dass die E-Biker 135 min. pro Woche unterwegs waren, davon ein Großteil mit einer gesundheitlichen effektiven Belastung. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 min. Insgesamt reduzieren sie Ihr Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, um über 40 % Prozent. Auch das Risiko einer Krebs- oder Diabeteserkrankung sinkt mit zunehmender Aktivität.
Trainingseffekt dank E-Biken?
Wenn es um den Trainingseffekt von Elektrobikes geht, könnte man sich vorstellen, dass dieser lediglich für nicht ganz so fitte Hobbysportler relevant ist. Doch auch der Mountainbike-Marathon-Profi Tim Böhme vom Team Bulls, der zudem als Fitness-Experte für das Radlabor Frankfurt aktiv ist, sitzt immer wieder gerne auf dem E-Bike.
Auch sonst sei der Trainingseffekt beim E-Bike fahren nicht zu unterschätzen - nicht nur für Hobbysportler. "Grundsätzlich ist es gleich anstrengend", vergleicht Böhme die beiden Rad-Typen. "Man ist auf dem E-Bike nur schneller unterwegs." Zwar verleitet die Motorunterstützung laut Böhme dazu, sich weniger anzustrengen und mit weniger Aufwand das gleiche Tempo wie sonst zu fahren, "aber es macht doch viel mehr Spaß, mit 18 km/h bergauf zu fahren als mit 10 km/h oder weniger. Das spornt sogar an, noch eher an die Belastungsgrenze zu gehen."
Für sich selbst als MTB-Marathon-Fahrer könne er sich zudem durchaus einen positiven Effekt für die Rennvorbereitung vorstellen. "Downhill-Fahrer fahren ihren Kurs vor dem Rennen mit Motocross-Bikes ab, um die hohen Geschwindigkeiten zu trainieren", weiß der Fitness-Experte. "Als Marathon-Fahrer könnte man mit einem E-Bike die Strecke mit Trainingsanstrengung abfahren und durch die Unterstützung dennoch Renngeschwindigkeit fahren - und die richtige Linienwahl trainieren."
Von Vorurteilen gegenüber den elektrisch unterstützten Rädern hält Böhme nichts. "Mit dem E-Bike ist es im Prinzip wie mit dem Handicap im Golf, nur gesellschaftlich nicht so toleriert", so der Mountainbike-Profi. "Das muss jeder selbst mal probieren." Beim Golf bietet das Handicap schwächeren Spielern die Möglichkeit, mit stärkeren zusammenzuspielen.
Für Fahrten in Gruppen mit Sportlern auf unterschiedlichem Leistungsstand könnte das E-Bike genauso Abhilfe schaffen, spinnt Böhme den Gedanken weiter. "So könnte man ohne Probleme zusammenfahren und dennoch kann jeder seinen eigenen Möglichkeiten entsprechend fahren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das für Pärchen eine interessante Sache wäre." Nur, dass eben beim E-Bike der Profi nicht wie beim Golf ein Handicap bekommt, sondern der Hobbyfahrer einen unterstützenden Elektromotor.
Motivation durch E-Bikes
Diese beiden Ergebnisse der Studie zeigen, dass das E-Bike allein schon durch die sich bietenden erweiterten Möglichkeiten positive Effekte mit sich bringt. Die Motivation, sich öfter und länger zu bewegen, stieg bei allen Studienteilnehmern. Die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Gesundheit und Fitness sind ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.
E-Bike-Typen
Als E-Bike werden umgangssprachlich alle Zweiräder betitelt, die durch einen Elektromotor unterstützt werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen E-Bike, Pedelec und S-Pedelec. Allerdings ist nur das Pedelec dem Fahrrad rechtlich gleichgestellt. Das S-Pedelec und das E-Bike erfordern einen Führerschein der Klasse AM sowie ein Versicherungskennzeichen wie bei einem Moped oder Mofa. Fahrende müssen also mindestens 16 Jahre alt sein, müssen einen geeigneten Helm tragen und dürfen nur auf der Fahrbahn fahren - Radwege sind tabu.
- Pedelec: Pedelecs sind Fahrräder mit elektrischer Unterstützung, bei denen der Motor nur dann aktiv ist, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Die Motorunterstützung erfolgt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Sobald der Fahrer aufhört, zu treten oder schneller als 25 km/h fährt, schaltet sich der Motor ab. Pedelecs sind rechtlich dem Fahrrad gleichgestellt.
- S-Pedelec: Die schnellen Pedelecs funktionieren ähnlich wie die normalen Pedelecs. Ihre Motorunterstützung schaltet sich aber erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h ab. Sie gehören rechtlich zu den Kleinkrafträdern.
- E-Bike ohne Strampeln: Wer vorwärtskommen, sich dabei aber nicht anstrengen möchte, der kann auf ein E-Bike umsteigen. E-Bikes haben einen Elektroantrieb, der durch einen Drehgriff oder einen Schaltknopf angeschaltet wird. Der Fahrer muss dabei nicht selbst in die Pedale treten.
Gesundheitliche Vorteile des Radfahrens
Körperlich aktiv zu sein ist gesund. Regelmäßiges Radfahren senkt das Risiko, vorzeitig zu versterben im Mittel um 10 Prozent.Radfahren nützt Menschen mit Diabetes: Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass schon eine Stunde Fahrradfahren pro Wochen über fünf Jahre ausreicht, um das Sterblichkeitsrisiko bei Diabetes zu senken.Radfahren kann einen positiven Effekt auf die Psyche haben: Studien legen zudem nahe, dass Radfahren mit weniger Stress, einer besseren Stimmung und einer höheren Lebenszufriedenheit verbunden sein kann. Wer statt Bus, Bahn oder Auto das Rad nimmt, um zur Arbeit zu fahren, kann wissenschaftlichen Ergebnissen zufolge mehr Spaß am täglichen Arbeitsweg empfinden, weil besonders auf der Rückfahrt nach der Arbeit durch das Fahrradfahren vermehrt Stresshormone abgebaut werden.
Radfahren stärkt den sozialen Zusammenhalt: Eine Studie der Fernuni Hagen zeigt: Radfahren scheint mit einem guten Miteinander in der Stadt einherzugehen. Die Forscher der Uni analysierten Umfragedaten aus deutschen Städten und fanden heraus, dass Radfahren unter anderem mit nachbarschaftlicher Solidarität verknüpft zu sein scheint. Gründe hierfür könnten sein, dass Radfahrer ihre Umgebung bewusster wahrnehmen, weil sie etwas langsamer unterwegs sind. Außerdem hören sie eher das Grüßen der Nachbarn und können auf dem Rad leichter mit anderen ins Gespräch kommen. Forscher mutmaßen, dass solche alltäglichen Begegnungen die eigene Nachbarschaft stärken. Was für das Fahren mit einem herkömmlichen Rad gilt, kann auch für das Fahren mit einem E-Bike gelten.
Weitere gesundheitliche Aspekte des E-Bike-Fahrens
E-Bike-Fahren ist gesund für das Herz-Kreislauf-System: Die Auswertung der fast 60.000 Fahrten zeigten: E-Bike-Fahrer waren 135 Minuten pro Woche auf ihren motorisierten Bikes unterwegs. Allein dadurch konnten sie zwei Drittel des WHO-Bewegungsziels von 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche erreichen und damit ihrer Gesundheit Gutes tun. Weiterhin zeigte die Analyse der Fahrten: Das Herz-Kreislauf-System wurde nahezu genauso intensiv gefordert wie beim herkömmlichen Radfahren. Diese sportliche Betätigung wiederum hilft, das Herzinfarkt-, Krebs- und Diabetes-Risiko zu senken.
Ein weiteres Ergebnis: Fahren mit dem E-Bike ist gut für Muskeln und Gelenke. Während beim Joggen ein Vielfaches des Körpergewichts auf den Fuß- und Kniegelenken lastet, schont E-Bike-Fahren die Gelenke. Für Menschen mit Gelenkproblemen wie Arthrose oder bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis kann das E-Bike also vorteilhaft sein. Das kontinuierliche Treten beim E-Bike-Fahren stärkt insbesondere die Beinmuskulatur. Auch Po und Arme, Rücken und Füße werden beansprucht.
Eine weitere Studie zeigte, dass E-Bike-Fahren wichtige Gehirnfunktionen verbessern kann. Teilnehmende, die dreimal pro Woche 30 Minuten Fahrrad fuhren, schnitten bereits nach acht Wochen bei kognitiven Tests besser ab als Kontrollpersonen, die nicht Rad fuhren. Egal, ob die Radler ein herkömmliches Fahrrad oder ein E-Bike nutzten: Sie waren schneller und genauer bei Wahrnehmungs- und Denkaufgaben. Auch das Wohlbefinden und der psychische Zustand besserten sich.
Unfallrisiko und Sicherheitshinweise
Insgesamt ist die Zahl der E-Bike-Unfälle in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Jahr 2023 meldete die Polizei rund 23.900 Unfälle mit Personenschaden im Zusammenhang mit E-Bikes. Das waren etwa elfmal so viele wie 2014 - was natürlich auch mit der wachsenden Beliebtheit dieser Fahrzeugklasse zusammenhängt.
Wer vom E-Bike-Fahren profitieren möchte, sollte Folgendes beachten: Zwar wird bei den Pedelecs der Motor ab einer Geschwindigkeit von 25 km/h abgeschaltet, dennoch müssen die Fahrer erst einmal mit diesem Tempo zurechtkommen: Viele Menschen, gerade in höherem Lebensalter, würden auf Rädern ohne Unterstützung das Tempo des E-Bikes schwer erreichen. Wer nicht daran gewöhnt ist, könnte die Gefahren unterschätzen - insbesondere bei der Nutzung in der Stadt. Die höheren Geschwindigkeiten erfordern eine schnelle Reaktionsfähigkeit, ein gutes Gleichgewicht und Sicherheit beim Ausweichen von Hindernissen. Diese Fähigkeiten sollten E-Bike-Neulinge am besten üben.
E-Bikes sind außerdem um einiges schwerer als ein normales Rad. Das verlängert nicht nur den Bremsweg. Sicheres Fahren, die richtigen Einstellungen - wie etwa die Sattelhöhe des Rads - und die grundsätzliche Handhabung des E-Bikes können in speziellen Kursen bei Polizei oder Verkehrswacht geübt werden. Ein angeleitetes Training ermöglicht auch realistische Fremd- und ehrliche Selbsteinschätzungen der körperlichen und geistigen Fähigkeiten.
Fahrer sollten außerdem auf jeden Fall einen Helm tragen. Er verhindert unter anderem Kiefer- und Gesichtsverletzungen, die häufig eine Folge von Unfällen mit dem Fahrrad sind.
Zielgruppen für E-Bikes
E-Bikes sind nicht nur etwas für Senioren: Auch jüngere Menschen setzen immer mehr auf das Rad mit Motorunterstützung. Das geht aus einer Umfrage eines Energieunternehmens hervor. Demnach besaßen 2024 fast 18 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ein E-Bike.
Ein E-Bike ist perfekt geeignet, um etwa einen Berg leichter hinauf zu gelangen, gegen Gegenwind anzukämpfen und lange Strecken ohne Anstrengung hinter sich zu bringen. Gerade Berufstätige haben hier den klaren Vorteil, dass sie nicht mehr verschwitzt zur Arbeit kommen. Vor allem Pendler kommen hier voll auf ihre Kosten. Aber auch im Privatleben kann ein E-Bike sehr von Vorteil sein, denn häufig ziehen Eltern einen Kinderanhänger hinter sich her. Mit einem E-Bike ist die Last gleich deutlich geringer.
Auch Senioren oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen, denen das Fahrradfahren auf einem normalen Fahrrad aufgrund der körperlichen Anstrengung bislang schwerfiel oder sogar gar nicht möglich war, können sich mit einem E-Bike problemlos fortbewegen. Nicht geeignet ist ein E-Bike hingegen für Kinder etwa unter 14 Jahren, da sie die Geschwindigkeit eines solchen Fahrzeuges unter Umständen nicht richtig einschätzen können.
Verkaufszahlen und Beliebtheit
Das Fahrrad ist und bleibt ein Dauerbrenner. Radfahren vereint Mobilität, Sport und Gesundheit. Mittlerweile gibt es das vor rund 200 Jahren erfundene Gefährt auch mit elektrischer Unterstützung: E-Bikes liegen voll im Trend. Die Verkaufszahlen, veröffentlicht vom Zweirad-Industrie-Verband ZIV, verdeutlichen den Aufstieg des E-Bikes: Im Jahr 2019 wurden rund 1,4 Millionen Elektro-Fahrräder verkauft, knapp 400.000 mehr als im Jahr davor. Im Jahr 2020 waren es fast schon 2 Millionen.
Doch auch das klassische Fahrrad ist nach wie vor beliebt. Im Jahr 2020 kauften die Deutschen etwa 3 Millionen Fahrräder, die Verkaufszahlen blieben über die letzten drei Jahre konstant.
Kalorienverbrauch und Fitness
In einer Stunde Radfahren ohne Motor werden im Schnitt 400 Kalorien verbrannt - das ist stark abhängig von Größe und Gewicht der fahrenden Person sowie der Strecke. Bei steilen Anstiegen braucht es mehr Energie als auf gerader Strecke. Fahrradfahren schont zudem durch die sanften und gleichmäßigen Bewegungen die Gelenke.
Allerdings zeigt eine Studie der Universität Basel: Schon nach vier Wochen E-Bike-Fahren stellt sich ein positiver Effekt für die Gesundheit ein, denn auch das motorisierte Fahrrad fördert die Ausdauer. Den Forschenden zufolge hat das E-Bike sogar einen vergleichbaren Effekt auf die körperliche Fitness. Der Kalorienverbrauch pro Stunde hängt immens von den Einstellungen ab, wann und wie stark der Motor zum Einsatz kommen soll. Wer mit elektronischer Hilfe fährt, ist schneller unterwegs und legt mehr Höhenmeter zurück als mit dem normalen Zweirad, außerdem wird im Schnitt mehr Strecke mit dem motorisierten Fahrrad zurückgelegt.
Das E-Bike steigert die Motivation zum Fahrradfahren und senkt die Hemmschwelle für Menschen, die Schwierigkeiten haben, regelmäßig Sport zu treiben. Das resümiert Studienleiter Arno Schmidt-Trucksäss, Professor für Sportmedizin an der Uni Basel.
Verschiedene Fahrradtypen
Laut ZIV sind fast die Hälfte (45 Prozent) aller im Jahr 2020 verkauften Fahrräder entweder Trekkingräder, Cityräder und All-Terrain-Bikes (ATB) beziehungsweise Mountainbikes. Knapp 39 Prozent aller verkauften Zweiräder haben einen Motor: Zwei von fünf verkauften Rädern sind also E-Bikes. Den Rest machen Kinder- und Jugendräder, Rennräder sowie Holland- oder Lastenräder aus.
- Trekkingrad: Wer mit dem Fahrrad kurz mal zum Bäcker will, aber auch gern mal eine längere Tour mit der Familie macht, trifft mit einem Trekkingrad die richtige Wahl. Das sind wahre Multitalente, denn einerseits kommen sie mit einem sportlichen Rahmen daher, andererseits bieten Federung, Lenker und Sattel genügend Komfort. Für Unentschlossene, die ihr Fahrrad möglichst überall einsetzen wollen, ist das Trekkingrad die richtige Wahl.
- Cityrad: Wer sein Rad primär für alltägliche Wege in der Stadt nutzen möchte, sollte ein Cityrad ins Auge fassen. Sie bieten nur die notwendige Ausstattung, um sicher im Verkehr unterwegs sein zu können - und sind entsprechend günstiger. Wer auf die Sportlichkeit des Fahrrads keinen Wert legt und das Auto für den Stadtverkehr möglichst stehenlassen möchte, greift zum kostengünstigen Citybike.
- Mountainbikes oder All-Terrain-Bikes: Mit Mountainbikes oder All-Terrain-Bikes kann es mit dem Fahrrad in die Berge oder über Stock und Stein gehen. Mit profilstarken und dicken Reifen helfen sie durch Schlamm und Matsch. Mountainbikes sind gut gefedert, um stärkere Stöße abzufangen. Was Mountainbikes oft nicht haben: Eine verkehrstaugliche Ausstattung. Licht, Klingel, Kettenschutz oder Gepäckträger sucht man bei vielen Modellen in der Basisausstattung vergebens.
Kaufaspekte für E-Bikes
Bevor man sich für den Kauf eines E-Bikes entscheidet, sollte man einigen Punkten näher auf den Grund gehen. Da wäre beispielsweise die Distanz. Wer täglich nicht mehr als 20 oder 30 Kilometer fährt und unterwegs sogar noch eine Steckdose in greifbarer Nähe hat, der kann getrost beispielsweise auf der Arbeit den Akku des E-Bikes wieder aufladen. Wer jedoch 50 Kilometer oder mehr fahren muss und zwischendurch keine Möglichkeit zum Akkuladen hat, der sollte sich wahlweise für einen leistungsstärkeren Akku entscheiden oder stets einen Zweit-Akku im Gepäck haben.
Hier empfiehlt es sich, vor dem Kauf ein E-Bike auszuleihen und dies vorerst anhand der zu fahrenden Strecke auszutesten. In vielen Cafés und Restaurants kann man übrigens inzwischen häufig sein E-Bike kostenlos wieder aufladen. Mit vollem Akku und einer stärkenden Tasse Kaffee kann es dann auch problemlos wieder weitergehen.
Antriebsarten bei E-Bikes
Bei einem E-Bike gibt es drei verschiedene Antriebsarten:
- Frontmotor
- Heckmotor
- Mittelmotor
Alle drei Antriebsarten haben sowohl ihre Vorteile, als auch Nachteile. Der Frontantrieb beispielsweise ist eher mit Vorsicht zu genießen, denn hier ist die Anfahrt oft ruckelig. Auch kann dieser beim Anfahren häufig verzögert reagieren und nachlaufen, wofür die Sensorik verantwortlich ist. Ein Vorteil ist jedoch, dass man hier einen Rücktritt hat. Auch sieht ein E-Bike mit Frontantrieb aufgrund der kleinen Bauweise des Antriebsmotors einem normalen Bike sehr ähnlich. Je nach Getriebe kann ein solcher aber auch sehr laut werden.
Ein E-Bike mit Heckmotor hat einen deutlich günstigeren Schwerpunkt, der sich allerdings stark nach hinten verlagert, weshalb das Heck einer solchen Version recht schwer sein kann - vor allem, wenn der Akku am Gepäckträger montiert ist.
Bei einem Mittelmotor ist der Schwerpunkt hingegen optimal gelagert, da der Motor recht tief sitzt. Ein Nachteil jedoch ist die stetige Belastung der Fahrradkette, da diese dauerhaft unter Zug steht.
Akkus bei E-Bikes
Nicht nur der Antrieb ist bei einem E-Bike eines der teuersten Teile, auch der Akku ist relativ kostspielig und wohl auch das Wichtigste überhaupt. Hier sollte man auf die Verwendung eines modernen Lithium-Ionen-Akkus achten. Von Blei- oder Nickel-Akkus ist hingegen abzuraten, da diese inzwischen veraltet sind.
Beim Akku sollten Sie auf Leistung, Reichweite und Art achten. Es gibt Akkus, die fest integriert sind, andere können Sie abnehmen und in den eigenen vier Wänden aufladen und verstauen. Denn: Ein Akku sollte nicht bei Minusgraden gelagert werden. Im Winter müssten Sie also bei einem fest integrierten Akku das ganze Fahrrad in einen wärmeren Raum schaffen.
Ein leistungsstarker Akku kann eine Reichweite von bis zu 100 Kilometer schaffen. Die Einsteiger-Modelle bringen es meist auf durchschnittlich 50 Kilometer je nach Einstellung beim Fahren.
Wer die Aussicht genießen möchte, sollte absteigen und eine Pause einlegen und sich nicht vom leichteren Treten zum Träumen verleiten lassen.
| Merkmal | E-Bike | Normales Fahrrad |
|---|---|---|
| Motorunterstützung | Ja | Nein |
| Trainingseffekt | Moderat bis hoch | Hoch |
| Geeignet für | Pendler, Senioren, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen | Sportler, Kurzstreckenfahrer |
| Preis | Höher | Niedriger |
| Verkaufszahlen | Steigend | Konstant |
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