Was ist Motocross? Eine umfassende Definition und Geschichte

Bist du bereit, in die aufregende Welt des Motocross einzutauchen? Motocross bedeutet springen, um Kurven rutschen und Staub oder Schlamm aufwirbeln. All das auf zwei Reifen. Es ist eine Motorrad- und Quad-Sportart.

Definition und Anforderungen

Motocross ist eine anaerobe Sportart. Motocross ist ein Motorrad-Geländesport, bei dem mehrere Teilnehmende gleichzeitig auf einem kurzen Rundkurs um den Sieg fahren. Die Motorrad-Sportart nutzt speziell auf ihre Anforderungen zugeschnittene, geländetaugliche Motorräder mit großem Federweg und grob profilierten Stollenreifen. Die Fahrer sind mit einer umfangreichen Schutzausrüstung ausgestattet.

Die anaerobe Schwelle bezeichnet die höchstmögliche körperliche Belastung, welche von einem Sportler gerade noch unter Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes zwischen Bildung und Abbau von Lactat erbracht werden kann. Während der Fahrer mit der rechten Hand das Gas und die Vorderbremse bedient, kontrolliert er zugleich mit der linken Hand die Kupplung, mit dem rechten Fuss die Hinterbremse und mit dem linken Fuss schaltet er ohne Kraftunterbruch. Zeitgleich wird mit dem ganzen Körper das Motocross Bike ständig in Balance gehalten, mit den Beinen werden die Unebenheiten falls nötig absorbiert oder mit Hilfe vom Fahrer -Gewicht ein Abspringen der Federung ermöglicht umso optimal über das Gelände zu gleiten und maximale Bodenhaftung erreichen zu können.

Zusätzlich ist er Blick des Fahrers visuell auf alle Streckenbeschaffenheiten, Spuren, Rillen, Steine, auf alle anderen Fahrer in seiner Nähe gerichtet und muss nebenbei seine Fahrspur optimal auswählen und die dafür notwendige Fahrtechnik anwenden. Bei nachlassender körperlicher Verfassung, verschlechtert sich seine Reaktion und die Koordination erheblich. Bei einem solchen Leistungsdruck, besteht die einzige Erholungsmöglichkeit in der Luft von Sprüngen. Aber auch nur, wenn man diese optimal erwischt und sein Motorrad in der Luft nicht noch auskorrigieren muss. Das Motorrad auskorrigieren in der Luft wird mittels beschleunigen und abbremsen vom Hinterrad ausgeführt. Die Auswirkungen vom physikalischen Gesetz der Trägheit, wirkt somit auf das Motocross Bike, die rotierende Masse auf das Fahrzeug und bewegt es in die entsprechende Richtung.

Wie man sieht ist der Motocross Sport eine sehr schwierige und komplexe Sportart. Das Terrain ändert sich ständig, selbst während eines Rennlaufes ist die Strecke innert kürzester Zeit wieder komplett anders beschaffen. Der Motocross Fahrer muss sich somit fortlaufend die Gegebenheiten neu analysieren und sich diesen innert Kürze anpassen. Aber genau das macht diesen Sport für den Hobby Motocross Fahrer sowie für den Profi, lang anhaltend interessant und spannend. Wenn man die fortgeschrittenen Techniken lernen möchte, braucht es viel Training und Disziplin.

Die Geschichte des Motocross

Aus heutiger Sicht sind die Anfänge des Motocross kaum vorstellbar. Zunächst gab es weder große Sprunghügel noch Geländereifen. Als 1900 die ersten Motorradrennen stattfanden, traf man sich nicht im Gelände, sondern die Straße diente als Untergrund. Das änderte sich mit den englischen Hillclimb-Rennen, bei denen Fahrer mit ihren Straßenmaschinen steile Hänge, Berge oder Hügel hinauffahren mussten.

Die nächste Stufe der Motocross-Geschichte waren Rennen, bei denen Motorradfahrer im Gelände gegen Reiter antraten - im Stil einer Fuchsjagd. Den ersten großen, für die Sportart prägenden Wettkampf stellte der Scottish Six Days Trial 1909 dar. Nun entdeckten immer mehr Menschen ihre Begeisterung für Motorradrennen im Gelände.

Eine Mischung aus Urbanisierung, zunehmendem Straßenverkehr und dem höheren Bedarf an Trainingsflächen stellte den Motocross-Sport zunächst vor eine Herausforderung: Die Fahrer bewegten sich bis dato größtenteils auf offenem Gelände, das war nun immer seltener möglich. Noch fundamentaler für die Motocross-Geschichte waren die Veränderungen der Motorräder. Zu Beginn glichen sie stark der Straßenvariante. Spezielle Rahmen entstanden, Motoren wurden mehr verdichtet, Schutzbleche höher gesetzt und generell die Bodenfreiheit erhöht. Sowohl die Kugellager als auch die Hinterradschwingen wurden an die Bedingungen des Geländes angepasst.

Beliebt war der Motocross zunächst vor allem in Belgien und Großbritannien. Im Jahr 1947 fanden sich mehrere Nationen mit jeweils mindestens drei bis maximal zwölf Fahrern zusammen, um am ersten Motocross of Nations teilzunehmen. Lange hatten sich die USA zurückgehalten. Die Geschichte des Motocross fand in den Vereinigten Staaten eher in einer Nische statt. Auch die Weltmeisterschaft zeigte weiterhin ein hohes Niveau. Der japanische Hersteller Suzuki stieg bereits 1970 in die WM ein. Parallel arbeitete die AMA an einer weiteren Neuerung.

Fans liebten den Motocross. Also sollten sie das gesamte Jahr hindurch unterhalten werden. Als Schauplatz für Rennen hatten die Organisatoren überdachte Football- und Baseballstadien ausgemacht. Platz gab es dort natürlich weniger. Die Konsequenz: Auf den Rennstrecken war der Abstand zwischen den Sprüngen geringer und das Spektakel für die Zuschauer umso größer. Mit Beginn der 1990er Jahre schrieben weitere europäische Länder, darunter Deutschland, mit an der Geschichte des Motocross. Gerade in den östlichen Bundesländern entstanden immer mehr Motocross-Clubs und neue Rennstrecken wurden gebaut. Das europaweit wachsende Interesse am Motocross ließ auch die Preisgelder und Budgets steigen.

Zwar liegt die Entstehung des Motocross schon weit zurück, dennoch ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende geschrieben.

Motocross-Rennen und Modi

Motocross-Rennen finden auf einer abgeschlossenen Strecke statt, die im Normalfall zwischen 1,5 und vier Kilometern lang ist. Schlechtes Wetter ist kein Hindernis. Mit einer Ausnahme: Da im Winter die meisten Outdoor-Strecken gesperrt sind und entsprechend keine Motocross-Rennen (auch bekannt als MX-Rennen) stattfinden, übernehmen in der kalten Jahreszeit die Indoor Events.

Motocross-Rennen werden in unterschiedlichsten Modi ausgeführt. Es ist generell zwischen In- und Outdoor-Rennen zu unterscheiden. Indoor-Rennen werden gewöhnlich als Supercross und Outdoor-Rennen als Motocross bezeichnet. Supercross wird meistens im Winter ausgetragen, weil in dieser Zeit die Motocross-Strecken kaum oder nicht zu befahren sind. Die wichtigsten Austragungsebenen sind die Weltmeisterschaft und die Meisterschaften der American Motorcyclist Association.

Supercross

Da die AMA-Meisterschaft immer mehr Zuschauer anlockte, wurde im Sommer 1972 beschlossen, auch im Winter Rennen zu fahren. Diese Rennen sollten eine eigene Meisterschaft bilden, die in Football- oder Baseball-Stadien stattfinden sollte. Die Sprünge waren durch den Platzmangel in den Stadien sehr kurz aufeinander folgend, was sehr anstrengend für die Fahrer, aber attraktiv für die Zuschauer war. Aus diesem Grund wurde die Renndistanz um die Hälfte verkürzt. Im Winter 1972/1973 wurde die erste sogenannte Supercross-Meisterschaft ausgefahren, mit etwa 10.000 Zuschauern pro Lauf.

Freestyle Motocross (FMX)

Freestyle Motocross oder kurz FMX hat sich aus dem Motocross entwickelt. Ursprünglich wurden bei Motocross-Wettbewerben neben den eigentlichen Rennen Wettbewerbe abgehalten, in denen es darum ging, welcher der Fahrer mit seiner Maschine den besten bzw. schönsten Trick während des Sprunges schaffte.

Die Entwicklung der Motorräder

Anfänglich waren Motocross-Rennen vor allem in Großbritannien und Belgien ein beliebter Motorsport. Unterschieden sich anfänglich die Motorräder für den Motorrad-Geländesport und das Motocross kaum, entstanden schon bald Fahrzeuge die an die speziellen Anforderungen der Rundstreckenrennen angepasst waren.

In der Folgezeit wurden durch die Beanspruchungen des Wettkampfes weitere konstruktive Verbesserungen durchgeführt. So erhielten die Motocross-Motorräder robustere Spezialrahmen. Außerdem wurden die Hinterradschwingen weiter verstärkt und bessere Kugellager in die Rahmen eingebaut. Bei den damals üblichen Teleskopgabeln wurden die Federwege verlängert und die Gabelbrücken (die Verbindung zwischen Gabel und Rahmen) verstärkt. Eine weitere Neuerung war die Kettenführung mit festen mechanischen Spannern. Diese Kettenführung erwies sich als einfacher und zuverlässiger als die früher benutzten gefederten Spanner, bei denen beim Bremsen Störungen auftraten.

Um die Rennmaschinen näher an die Straßenmaschinen zu rücken, begannen Ende der 1990er Jahre die ersten Hersteller wieder mit dem Einsatz von Viertakt-Motoren. Nachdem immer mehr Hersteller wechselten, wurde 2003 eine neue Klasseneinteilung eingeführt. Die MX1-Klasse war nunmehr bestimmt für Viertakt-Motorräder bis 450 cm³ und Zweitakter bis 250 cm³, die MX2-Klasse für Viertaktmotoren bis 250 cm³, Zweitaktmotoren bis 125 cm³ und die MX3-Klasse für Motorräder mit 650-cm³-Viertakt- und 500-cm³-Zweitakt-Motoren.

Motocross für Kinder und Anfänger

Nach Teilnahme an einem Schnupperkurs ist der Übergang in die Jugendgruppe der Ortsclubs möglich. Weitere Informationen hierzu sind bei den jeweiligen Ansprechpartnern über die Internetseiten zu erhalten.

Die MX-Academy bietet den Motocross Sport auch für die kleinsten ab etwa 4 Jahren an. Kinder mit 2-Rad Begeisterung sowie Erwachsene Männer und Frauen können an dem Sport, wenn er richtig ausgeübt wird, viel Freude und Spass haben.

Damit sich jeder an den MX-Sport richten und diesen ausüben kann, wurde die MX-Academy gegründet. Hier kann man sich auch als totaler Motocross Anfänger in einem Motocross Schnupperkurs versuchen und kann dafür sämtliches Material mieten. Zugleich werden Hobby Motocross Fahrer betreut, intensivere Motocross Trainings für Profi-Fahrer angeboten. In der MX-Academy Motocross Sport Schule kann man bis zum Profi aufsteigen und von der Erfahrung wie zum Beispiel Chris Moeckli, dem 2 mal Europameister, profitieren. Den Einstieg kann man über das Motocross Team der MX-Academy machen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0