Worauf Sie beim Kauf eines Fahrradhelms achten sollten

Fahrradhelme retten Leben. Welche Studie man auch immer liest, die Antwort ist immer dieselbe: Radfahren ohne Helm ist verdammt gefährlich. Oben ohne oder doch lieber mit Fahrradhelm? Eigentlich sollte sich diese Frage für Radfahrer gar nicht stellen.

Etwa die Hälfte aller Radfahrer trägt keinen Helm, wenn sie mit dem Rad unterwegs sind. Schlechte Nachrichten also für Frisurbewusste: Zum Helm gibt es nach wie vor keine wirkliche Alternative. Egal ob du eben schnell zum Supermarkt fährst, deine täglichen Kilometer radelst oder Downhill unterwegs bist - wir empfehlen dir bei jeder Radtour einen Fahrradhelm zu tragen! Deine Sicherheit sollte es dir wert sein.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamts kamen im Jahr 2024 insgesamt 441 Radfahrende im Straßenverkehr ums Leben. Weitere rund 14.000 Radfahrende wurden schwer verletzt. „Radfahrende sollten sich so gut es geht schützen. Neben einer vorausschauenden Fahrweise gehört dazu die richtige Ausrüstung“, sagt Fani Zaneta, Referentin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. „Ein hochwertiger Fahrradhelm kann Kopfverletzungen verhindern oder erheblich abmildern.“

Die richtige Passform und Größe finden

Beim Kauf eines Fahrradhelms sollten Verbraucher:innen einiges beachten. Denn nicht jeder Helm schützt gleich: Passform, Ausstattung und richtige Handhabung sind entscheidend. Ein Fahrradhelm schützt nur dann zuverlässig, wenn er richtig sitzt. Wichtig ist daher die passende Größe. Dafür wird der Kopfumfang mit einem Maßband über Stirn und Hinterkopf gemessen, etwa einen Zentimeter über den Ohren. Anhand von Größentabellen lässt sich anschließend die richtige Helmgröße ermitteln: S (52-56cm), M (56-58cm) oder L (58-62cm). Zudem sorgen individuell einstellbare Drehrädchen und weiche Polster für einen optimalen Sitz. Nach der Anpassung muss der Helm waagerecht auf dem Kopf sitzen.

Um die passende Größe zu ermitteln, sollten Sie den Umfang Ihres Kopfes messen. Dies geschieht am besten etwa einen Zentimeter über Ihren Augenbrauen, da dies der breiteste Teil Ihres Kopfes ist. Verwenden Sie ein flexibles Maßband, um die Messung durchzuführen. Sobald Sie den Umfang Ihres Kopfes gemessen haben, ist es wichtig, diese Messung mit den Größenangaben des Herstellers zu vergleichen. Jeder Helmhersteller hat seine eigene Größentabelle, die Ihnen hilft, die richtige Helmgröße für Ihre Kopfgröße zu bestimmen.

Die richtige Größe des Fahrradhelms ist ein grundlegendes Element für Ihre Sicherheit beim Radfahren. Es lohnt sich, Zeit und Aufmerksamkeit darauf zu verwenden, sicherzustellen, dass der Helm korrekt passt und optimalen Schutz bietet.

Neben dem Kopfumfang sollte auch das Gurtsystem des Helms zu deinem Kopf passen. Der Sicherheitsverschluss befindet sich beim Tragen des Helms in der Regel unter dem Kinn und erscheint meist als Steckverschluss. Die meisten Fahrradhelme verfügen über ein Verstellsystem in Form eines Kopfrings, der im Nackenbereich mittels Drehrad eine individuelle Anpassung zulässt und so eine Bandbreite an Kopfumfängen abdeckt. Um den Fahrradhelm in seiner Passform optimal einzustellen, sollte er am Kopf anliegend sitzen.

Der Helm sollte nach der Anpassung waagerecht auf dem Kopf sitzen. Schläfen, Hinterkopf und Stirn sollten bedeckt sein. Der Kinnriemen sollte so fest sitzen, dass noch ein Finger zwischen Kinn und Riemen passt.

„Die seitlichen Riemen sollten ein Dreieck unter dem Ohr bilden und der Kinnriemen eng anliegen, aber nicht einschneiden“, sagt Zaneta. Wer auch bei Kälte unterwegs ist, sollte den Helm mit einer dünnen Mütze anprobieren, um die Passform unter Realbedingungen zu testen.

Wie man die richtige Passform einstellt:

  1. Die Weite des Helms können Sie generell an der Rückseite einstellen.
  2. Entweder funktioniert das über einen verstellbaren Ring, der den ganzen Kopf umschließt oder einen Helmverschluss, der nur im Nacken sitzt. So wird der Fahrradhelm sicher und bequem auf dem Kopf gehalten.

Sicherheitsstandards und Prüfsiegel

Beim Kauf eines Fahrradhelms sollten Sie auf anerkannte Sicherheitszertifikate achten, wie beispielsweise die europäische Norm EN 1078. Viele Helme sind zudem vom TÜV geprüft oder tragen das Zeichen für "geprüfte" Sicherheit GS. Für dich bedeutet das: Nur Helme, die der CE-Norm entsprechen, bieten ausreichend Schutz. Damit Sie sichergehen können, dass der Helm Ihrer Wahl alle diese Normen erfüllt, achten Sie auf den Aufkleber innen im Helm. Dort ist vermerkt, ob er die Normen DIN EN 1078, bzw. 1080 für Kinderhelme erfüllt. Das CE-Kennzeichen bekommt ein Fahrradhelm nur dann, wenn er alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt.

Ein entscheidender Nachweis für einen verlässlichen Helm sind neben der verpflichtenden CE-Kennzeichnung vor allem das GS-Zeichen sowie das TÜV-Prüfzeichen, die erweiterte Sturztests abdecken. Dabei wird die Qualität des Fahrradhelms unter anderem durch variierende Aufprallwinkel und Langzeitbelastungen bei Hitze und Feuchtigkeit getestet.

Zusätzliche Sicherheitsmerkmale

Innovative Schutzmechanismen - wie das Multi-Directional Impact Protection System - sorgen bei modernen Helmen außerdem dafür, dass Rotationskräfte auf das Gehirn bei schrägen Aufprallen reduziert werden. Viele Fahrradhelme sind mittlerweile mit einem MIPS System ausgestattet. Das „Multi-Directional Impact Protection System“ ist ein System, das Hirnchirurgen und Wissenschaftler entwickelt haben, um nicht-lineare Rotationskräfte, die bei einem schrägen Aufprall auf das Gehirn wirken, zu reduzieren. Dazu ist eine Plastikschale im Helminneren befestigt, die mit wenigen Schrauben an der Innenseite der Helmschale befestigt ist und so innerhalb des Helms rotieren kann. Dadurch kann die Rotationsbelastung aufgenommen und die Aufprallenergie verringert, vermindert und absorbiert werden. In unserem Sortiment findest du zahlreiche Fahrradhelme, die mit dem MIPS System ausgestattet sind. Wie viel mehr an Sicherheit die MIPS-Technologie tatsächlich bringt, wird in der Fachwelt noch diskutiert.

Damit es dazu erst gar nicht kommt, ist beim Helmkauf auch die Sichtbarkeit im Straßenverkehr nicht zu vernachlässigen. „Viele Helme verfügen über reflektierende Streifen, einige sogar über eingebaute Rücklichter“, sagt Zaneta. „Solche Features erhöhen die Sichtbarkeit, ersetzen allerdings nicht die vorgeschriebene Fahrradbeleuchtung.“ Für die weitere Sicherheit im Straßenverkehr bieten viele Helmhersteller zusätzlich angebrachte Reflektoren und LED-Rücklichter. Integrierte LED-Rücklichter im Helm sorgen hierbei für eine bessere Sichtbarkeit.

Helmtypen für verschiedene Einsatzbereiche

Fahrradhelme unterscheiden sich nicht nur in der Passform, sondern auch in ihrer Bauweise und ihrem Einsatzzweck. Besonders verbreitet ist dabei die In-Mold-Technologie, bei der Außenschale und Innenschicht fest miteinander verbunden sind. „Das macht die Helme leicht und dennoch stabil”, sagt Zaneta. „Ein Helm, der leicht und bequem ist, wird häufiger getragen - und nur ein getragener Helm kann im Ernstfall schützen.“

Wir bieten Fahrradhelme für alle Einsatzgebiete: MTB Helme, Rennradhelme, City Helme, Fahrradhelme für Herren, Fahrradhelme für Damen und sogar Helme für Kinder.

  • Mountainbike-Helme: Wenn du auf dem Trail unterwegs bist, empfehlen wir dir einen MTB Helm. Dieser zeichnet sich vor allen Dingen dadurch aus, dass er eine sehr große Schutzfläche bietet und auch im Nacken oftmals besonders tief geschnitten ist, um bestmöglichen Schutz zu ermöglichen. MTB Helme haben für eine bessere Belüftung große Öffnungen auf der Oberseite. Ein integriertes Visier kann vor Ästen schützen.
  • Fullface Helme: Bist du bevorzugt im Downhill Bereich unterwegs, empfiehlt sich ein Vollvisier- oder Integralhelm mit zusätzlichem Kinnschutz.
  • Rennradhelme eignen sich für alle Geschwindigkeitsfans. Sie sind besonders leicht und in klaren - aerodynamisch günstigen - Linien für schnelle Fahrten designt. Zudem sorgen große Belüftungsöffnungen für einen breiten Lufteinlass direkt von vorn.
  • Dirthelme / BMX Helme: Beim Dual Slalom, Biker Cross oder bei Trailjumps auf der BMX-Strecke wird ein BMX- oder Dirthelm benötigt. Dieser zeichnet sich durch tiefer gezogene Flanken aus,um auch bei einem seitlichen Aufprall zu schützen.
  • Trekking und Cityhelme: Wenn du einen Fahrradhelm suchst, der dir im Alltag, auf dem Weg zum Supermarkt oder zur Arbeit treue Dienste auf dem Fahrrad leistet, gibt es bei uns ein großes Sortiment alltagstauglicher City-Helme. Sie sind vielseitig einsetzbar und bieten einen hohen Tragekomfort für tägliche Touren. Durch ihren stoßabsorbierenden Schaumstoff und die robuste Außenschale sorgen sie für einen effektiven Schutz bei Stürzen. Große Belüftungsöffnungen bieten die nötige Ventilation.
  • Kinderhelme: Speziell für den Nachwuchs gibt es Radhelme in Kindergrößen. Die wichtigste Aufgabe des Fahrradhelms ist es, deinen Kopf zu schützen.

Für den Stadtverkehr oder entspannte Touren bieten sich City- und Trekkinghelme an. Diese Modelle sind meist schlicht gestaltet und bereits ab 40 Euro zu haben. Wer abseits befestigter Wege unterwegs ist, greift besser zu einem Mountainbike-Helm - mit tieferer Nackenpartie, integriertem Visier und starker Belüftung. Sie starten bei etwa 60 Euro. Bei besonders hohen Belastungen - etwa im BMX-Bereich - kommen robuste Hartschalenhelme zum Einsatz. Rennradhelme wiederum setzen auf maximale Leichtigkeit sowie Aerodynamik und liegen preislich zwischen 70 und 250 Euro. Das Beste aus beiden Welten kombinieren Hybrid-Helme mit hoher Stabilität und gleichzeitig geringem Gewicht. Für Heranwachsende sind Kinderhelme ab 20 Euro mit zusätzlichen Einstellmöglichkeiten für den Kopfumfang die richtige Wahl.

Besonderheiten bei Kinderhelmen

Wenn es um Kinderhelme geht, stehen besondere Überlegungen im Vordergrund, um sicherzustellen, dass die jüngsten Radfahrer optimal geschützt sind. Hierbei ist nicht nur die richtige Passform entscheidend, sondern auch die Berücksichtigung von Sicherheitszertifikaten, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet sind. Kinderspezifische Helmmodelle zeichnen sich oft durch zusätzliche Abdeckung am Hinterkopf aus, was einen erweiterten Schutzbereich bietet. Ein weiteres wichtiges Merkmal von Kinderhelmen ist ein verstellbares Kopfsystem. Dieses ermöglicht eine individuelle Anpassung des Helms an den wachsenden Kopfumfang des Kindes. Da Kinder schnell wachsen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Helm mitwachsen kann, um eine kontinuierliche Passgenauigkeit und Sicherheit zu gewährleisten.

Kinderhelme sind prinzipiell verkleinerte Versionen von „Erwachsene-Helmen“. Zusätzlich sind sie meist mit einem speziellen Sonnenschutz für die jungen Augen sowie mit besonders vielen Luftlöchern ausgestattet.

Austausch und Pflege des Helms

Der passende Fahrradhelm schützt allerdings nur dann zuverlässig, wenn er regelmäßig kontrolliert und gepflegt wird. Vor jeder Fahrt empfiehlt sich deshalb ein kurzer Check: Sitzt der Helm fest? Gibt es sichtbare Risse? „Nach einem Sturz muss der Helm grundsätzlich ersetzt werden“, sagt Zaneta. „Denn selbst, wenn keine äußeren Schäden sichtbar sind, kann die innere Struktur des Materials beeinträchtigt sein.“ Aber auch ohne Unfall gilt: Nach spätestens fünf Jahren - je nach Hersteller auch früher - sollte ein Helm ausgetauscht werden. Anzeichen dafür sind ein ausgeleiertes Innenfutter, brüchige Riemen oder eine spröde Schale. Um das Material zu schonen, sollten Fahrradhelme deshalb bei der Lagerung keiner intensiven UV-Strahlung ausgesetzt werden.

Die Haltbarkeit eines Fahrradhelms ist von verschiedenen Faktoren abhängig, darunter die Intensität der Nutzung, Umwelteinflüsse und natürlich eventuelle Stürze. Ein allgemeiner Richtwert für den Austausch eines Fahrradhelms liegt bei etwa drei bis fünf Jahren ab dem Kaufdatum. Nach einem Sturz oder Aufprall sollte der Helm immer ersetzt werden, unabhängig davon, ob äußerliche Schäden sichtbar sind oder nicht. Wenn Sie sichtbare Risse, Brüche oder Verformungen an der Helmschale oder den Riemen bemerken, ist es Zeit für einen Austausch. Regelmäßige Nutzung, Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit können die Materialien eines Helms im Laufe der Zeit abbauen. Die Sicherheit hat oberste Priorität. Wenn Sie Zweifel haben, ob Ihr Helm noch ausreichend Schutz bietet, ist es ratsam, auf Nummer sicher zu gehen und ihn zu ersetzen.

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