Mobiltelefone als Navi am Motorrad zu verwenden bietet viele Vorteile. Doch mit normalen Mobiltelefonen stößt man schnell an diverse Grenzen. Mittlerweile gibt es wirklich ausgezeichnete Motorrad-Navigationsgeräte. Das aktuelle Garmin Zumo XT zum Beispiel ist im Moment unsere erste Wahl. Es bietet tolle Onroad- und Offroad Navigation. Doch das faszinierende Angebot an vielfältigen Apps für Mobiltelefone bietet in der Praxis noch mehr Möglichkeiten. Auf der Straße verwenden viele Tourenfahrer sehr gerne die Calimoto App. Wohingegen im Gelände die Apps von Outdooractive oder Locusmap Pro sehr gerne zum Einsatz kommen. Als unschlagbares System fürs Pendeln inklusive punktgenauer Stauinformationen bietet sich natürlich immer Google Maps an.
In den seltensten Fällen ist es möglich, einen ausführlichen Motorrad-Navi-Test durchzuführen, bevor Sie sich für das beste Motorrad-Navi entscheiden. Zudem haben Sie möglicherweise vor der Anschaffung eines neuen Gerätes noch keine Erfahrungen mit Motorrad-Navis gemacht. Damit Sie dennoch das passende Modell für Ihre Zwecke finden, geben wir im Folgenden einen Überblick über alle Kategorien, die in Ihre Kaufentscheidung mit einfließen sollten.
1. Material: Besonders robust und wetterbeständig
Schaffen Sie sich für Ihr Motorrad ein Navigationsgerät an, das sowohl über ein robustes Gehäuse verfügt als auch treibstoffresistent ist. Schon die Dämpfe beim Tanken reichen, um das Gerät anzugreifen.
Zertifikat als Indikator für Wasserdichtigkeit
Verfügt ein Motorrad-Navigationsgerät über eine IPX4-Zertifizierung, ist es lediglich gegen Spritzwasser geschützt. Für eine Fahrt im Regen reicht das jedoch nicht aus. Empfehlenswert ist, dass das Navi mindestens ein IPX7-Zertifikat hat. Das bedeutet, dass es sogar ein kurzzeitiges, komplettes Eintauchen in Wasser übersteht. Außerdem sollte Ihr Navi für das Motorrad wasserdicht sein. Immerhin findet die Navigation beim Motorrad an der freien Luft statt. Nicht nur Wind, Stöße und Erschütterungen, auch Regen, Schnee und Hagel treffen unmittelbar auf das kleine Motorrad-Navi. Da sollte es schon einiges an Feuchtigkeit aushalten. Ob das Gerät wirklich wasserbeständig ist, können Sie prüfen. Denn viele Hersteller nennen ihre Navis für das Motorrad wasserdicht, obwohl sie es nicht sind. Ein untrüglicher Beweis ist die IPX-Zertifizierung. Sie stuft die Widerstandsfähigkeit des Gerätes gegenüber Wasser ab.
2. Halterung: Lenkermodelle mit RAM-Mount-System sind eine gute Wahl
Dank GPS kann Ihr Motorrad-Navi auch offroad navigieren. Die Befestigung sollte auf jeden Fall im Lieferumfang enthalten sein. Falls nicht, sollten Sie vom Kauf absehen, denn das ist bei fast allen Herstellern (auch bei den preiswerteren Varianten) Standard. Wer nicht unbedingt über besonderes Handwerksgeschick verfügt, sollte auch davon absehen, sich die Motorrad-Navi-Halterung selbst zu bauen. Auch wenn die Anbringung am Motorrad meist intuitiv zu bewerkstelligen ist, sollte eine gute Anleitung nicht fehlen, damit das Gerät auch sicher sitzt und nicht abfällt. Wie Motorrad-Navi-Tests gezeigt haben, können hier vor allem die Premium-Hersteller überzeugen. Viele Motorrad-Navis kommen mit RAM-Mount-System für den Lenker. Die Kugel-Klemmen-Technik ist fast universell für alle Motorräder einsetzbar und hält bombenfest. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass Sie zur Montage kein weiteres externes Material benötigen oder im Fall der Fälle Hinweise zu kompatiblen Adaptern und Verlängerungen genannt sind.
3. Display: Empfindlichkeit für Berührung, Helligkeit und Spiegelung
Bei allen Navigationsgeräten funktioniert die Bedienung über Touchscreen. Da Sie als Motorradfahrer mit Handschuhen unterwegs sind, sollte das Display auf jeden Fall auch auf die Berührung mit dem Handschuh reagieren. Jedoch darf es nicht zu empfindlich sein, damit es nicht durch Stöße oder gröbere Handhabung bricht. Für die Bedienung des Navis während der Fahrt sind touchscreenfähige Handschuhe notwendig. Achten Sie außerdem darauf, dass das Display entspiegelt und etwas abgedunkelt ist, sodass die Daten darauf auch bei Sonneneinstrahlung noch einwandfrei zu erkennen sind. Achten Sie in Ihrem persönlichen Motorrad-Navi-Test außerdem darauf, welche Größe das Display haben muss, damit Sie alles bequem erkennen. Bei kleinen Motorrad-Navis kann das Display etwa 4,3 Zoll haben, bei großen Modellen können es bis zu 7 Zoll sein.
4. Navigationssoftware muss über ausreichend Kartenmaterial verfügen
Achten Sie beim Kauf auf jeden Fall auf die Navigationssoftware, denn diese unterscheidet sich je nach Modell oft sehr. Dabei kommt es vor allem auch auf das inkludierte Kartenmaterial an. Die legendäre Route 66 durchquert acht US-Bundesstaaten und ermöglicht Fahrten vom Osten in den Westen der USA. Tipp: Überlegen Sie vor Anschaffung genau, ob Ihnen die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausreicht, oder ob Sie planen, auch in weiteren Regionen Europas oder anderen Ländern unterwegs zu sein. Falls Sie spezielles Kartenmaterial benötigen, beispielsweise für eine Reise zur berühmten Route 66, sollten Sie unbedingt prüfen, dass genügend Speicherplatz auf dem Motorrad-Navi verfügbar ist. Alternativ sollte das Gerät einen Einschub für eine Speicherkarte haben. Außerdem wichtig: Achten Sie darauf, dass Kartenupdates im Kaufpreis enthalten sind. Ansonsten fallen nach einigen Jahren wieder Kosten an.
5. Routingoption für planbare Touren zu interessanten Wegpunkten
Wie wir oben schon angesprochen haben, muss die Navigation fürs Motorrad hinsichtlich Routenoptionen individuell anpassbar sein. Dabei geht es nicht darum die schnellste oder die kürzeste Route zu wählen, sondern vielmehr darum schöne Strecken anzusteuern, die die Fahrt zum Erlebnis machen. Dazu ist es zwingend notwendig, dass das Navigationsgerät bei der Routenberechnung die einzelnen Zwischenziele berücksichtigen kann - also nicht nur von A nach B, sondern auch über C und D verbindet. Und das nicht per Luftlinie, sondern straßengenau (sogenanntes Routing). Das Motorrad-Navi sollte am Lenker oder an den Spiegeln so angebracht sein, dass die Instrumente gut zu sehen sind. Besonders praktisch ist es, wenn Sie die Strecke am Computer vorplanen können und sich die Daten dann auf das mobile Gerät übertragen lassen. Dazu legen Sie Wegpunkte fest (mit Längen und Breitengrad), die das Motorrad-Navi dann selbstständig verbindet. Der ADAC hat verschiedene reizvolle Routen erstellt, die Sie sich auf Ihr Motorrad-Navi laden können.
Wichtig: Auch POIs sollte Ihr Navigationsgerät anzeigen. POI steht für Points of Interest, übersetzt also für interessante Punkte auf der Karte. Haben Sie die POIs aktiviert, zeigt Ihnen das Navi Tankstellen, Restaurants und Hotels in der Gegend an. Bei Motorrad-Navis sind das dann auch meistens spezielle motorradfreundliche Betriebe.
6. Zubehör: Motorrad-Navis mit Bluetooth-Headset und Freisprecheinrichtung
Ein besonders lohnendes Ausstattungsdetail ist die Bluetooth-Fähigkeit des Navis. Zwar ist leider in den seltensten Fällen auch das passende Bluetooth-Headset enthalten - schon gar nicht bei günstigen Motorrad-Navis - aber die zusätzliche Investition von um die 80 Euro lohnt sich in jedem Fall. Die Vorteile von Motorrad-Navis mit Bluetooth haben wir Ihnen hier anschaulich dargestellt:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
|
|
Mithilfe eines Bluetooth-Headsets ersparen Sie sich den Blick aufs Navi. So können Sie sich auf die Fahrt konzentrieren und verpassen dennoch nichts. Ein deutliches Plus für die Sicherheit!
Haben Sie ein Motorrad-Navigationsgerät mit Bluetooth, können Sie es auch mit anderen Geräten koppeln - beispielsweise dem Smartphone. Ebenfalls ist die Einrichtung eines Navis mit Freisprecheinrichtung möglich.
Alternativen: Outdoor Handys als robuste Navigationslösung
Am Markt tummeln sich viele Anbieter aus China die für relativ kleines Geld überraschend robuste Handys anbieten. Doogee zum Beispiel ist eine der bekannteren Marken. Sogenannte Rugged Phones oder Outdoor Handys gibt es ab ca. 180 Euro. Wir haben eines der Topmodelle - das S88 Plus - ausprobiert. Es ist im Moment auf Amazon um 329 Euro erhältlich.
Eigentlich kommt es beim Militär oder auf der Baustelle zum Einsatz. Doch das robuste Doogee S88 Plus bietet sich auch als Cockpit-System für den robusten Motorradeinsatz an.
Vorteile des Doogee S88 Plus
- Der riesige Akku erfordert keine externe Stromversorgung. Ein externes Kabel ist immer eine Fehlerquelle bei einem harten Rally-Einsatz. Der 10.000 mAh Akku hält aber selbst bei super intensiver Belastung die längsten Tagesetappen durch. Zum Vergleich: Aktuelle Topmodelle bei "normalen" Handys bieten rund 3.000 mAh.
- Das S 88 Plus kann somit auch als mobile Powerbank verwendet werden. Man kann damit andere Verbraucher am Motorrad laden ohne eine externe Powerbank mitzuführen. GoPro oder Sena Headset aber auch andere Mobiltelefone können mit dem riesigen Akku geladen werden.
- Das Telefon ist nach IP68 Standard Wasser- und Staubfest. Das Telefon kann bei sehr tiefen aber auch sehr hohen Temperaturen im Betrieb bleiben. Im Test konnte es auch im Sommer bei über 30 Grad Außentemperatur problemlos als Navi genutzt werden. Laut Hersteller kann das Telefon zwischen - 55 und + 70 Grad betrieben werden.
- Das Telefon ist zertifiziert nach der herausfordernden MIL-STD-810 US Militärnorm. Damit besteht es vielfältige Test in rauen Bedingungen und ist damit auch bestens für einen sehr harten Enduroeinsatz gerüstet.
Im Alltag bietet das klobige Teil samt gummierter Kanten praktische Vorteile. Es lässt sich im Auto oder am Küchentisch leicht irgendwo hinstellen oder anlehnen und es findet schnell einen stabilen Stand. Beim Camping-Urlaub ist es ein unglaublich vielseitiges Gerät welches tagelang seine Dienst verrichtet. Ansonsten ist das Telefon ein "normales" Smartphone und kann im Alltag vollwertig eingesetzt werden. Der Fingerprint Sensor funktioniert hervorragend, die Kamera darf als "gut" bezeichnet werden und die technische Ausstattung sorgt für ein richtig gutes Preis-/Leistungsverhältnis.
Nachteile des Doogee S88 Plus
- Doch klarerweise hat das robuste Handy mit dem riesigen Akku im Alltag einen großen Nachteil: Es ist sauschwer. Es wiegt laut Küchenwaage 371 Gramm. Ein Huawei P30 Pro samt robuster Hülle wiegt 240 Gramm. Den Unterschied macht die robuste Ausstattung und natürlich der riesige Akku.
- Das große und schwere Gerät ist für normale Hosentaschen einfach zu schwer und zu klobig.
- Die deutsche Übersetzung ist leider nicht wirklich deutsch. Es wirkt wie eine Mischung aus Deutsch und Niederländisch. Im Alltag kommt man damit problemlos zurecht. Aber es gibt dem Teil einen "billigen" Anstrich. Trotzdem kann man sämtliche Funktionen vom installierten 10er Android nutzen. Die Kamera ist etwas träge und kann mit den aktuellen Top-Handys keinesfalls mithalten. Doch in Relation zum Preis darf man wirklich zufrieden sein.
Das S 88 Plus von Doogee ist ein richtig gutes Mobiltelefon für den rauen Einsatz bei intensiven Touren. Ganz nebenbei ist es ein praktischer Begleiter für Strand- und Campingurlaube.
Montage des Outdoor Handys am Motorrad
Grundsätzlich ist das Telefon durch seine robusten Kanten sehr einfach zu montieren. Man könnte es auch einfach mit Kabelbindern am Motorrad festzurren. Auf der Tenere 700 haben wir uns die Luxus-Lösung gegönnt, weil wir bei der Gelegenheit auch gleich das nervig wackelnde Display stabilisiert haben. Der Holder 2.0 ist ein unglaublich robustes und gut gemachtes Teil. Der Hersteller ist ein engagierter tschechischer Betrieb der in der Adventure-Szene einen guten Ruf genießt.
Motorrad-Navi Test & Vergleich: Beste Motorrad-Navis im Ranking
Garmin zumo XT
- Fazit der Redaktion: Note: sehr gut
- Käufermeinungen: 1129
- Unser unkonventioneller Start in diese Bewertung führt uns zu dem robusten und wasserfesten Garmin zumo XT.
- Mit einem 5,5-Zoll-HD-Touchdisplay, das auch bei hellem Sonnenlicht leicht ablesbar ist, bietet dieses Motorrad-Navi eine zuverlässige Navigation sowohl auf der Straße als auch abseits der ausgetretenen Pfade.
- Das Gerät enthält eine vorinstallierte EU-Karte und ermöglicht dank Adventurous-Routing aufregende Routen.
- Zusätzlich bietet es realistische Satellitenbilder für eine detaillierte Umgebungsdarstellung.
TomTom Rider 500
- Fazit der Redaktion: Note: sehr gut
- Käufermeinungen: 2629
- Das TomTom Motorrad-Navi Rider 500 überzeugt uns mit seinem umfangreichen Kartenmaterial für 48 Länder.
- Die Möglichkeit, kurvenreiche Strecken zu wählen, sorgt für zusätzliches Fahrvergnügen.
- Ein weiterer Pluspunkt ist die Wasser- und Staubfestigkeit des Navis.
TomTom Rider 50
- Fazit der Redaktion: Note: sehr gut
- Käufermeinungen: 2629
- Mit seinem 4,3-Zoll-Display und der Fokussierung auf kurvige Strecken ist der TomTom Rider 50 ein attraktiver Begleiter.
- Besonders beeindruckend ist seine Ausrichtung auf bergiges Gelände.
- Zudem bietet er Stauvermeidung durch Traffic-Informationen und umfassendes Kartenmaterial für Westeuropa.
- Die praktische Motorrad-Halterung und die Möglichkeit von Wi-Fi-Updates sind weitere positive Aspekte.
Garmin Tread
- Fazit der Redaktion: Note: sehr gut
- Käufermeinungen: 44
- Das Garmin Tread Offroad-Navigationsgerät verfügt im Vergleich über eine sehr große Displaygröße von 5,5 Zoll.
- Es bietet einen Geschwindigkeitsassistenten und ist zudem robust und wetterfest.
Garmin Zūmo XT2
- Fazit der Redaktion: Note: sehr gut
- Käufermeinungen: 195
- Die außergewöhnliche Helligkeit des ultrabreiten 6-Zoll-HD-Touchdisplays und die mitgelieferte EU-Karte sind eindrucksvolle Features des Garmin zūmo XT2 Motorrad-Navis.
- Das Adventurous Routing bietet vielseitige Routenoptionen, während die Satellitenkommunikation mit dem inReach Mini 2 für zusätzliche Sicherheit sorgt.
- Die Langlebigkeit und der praktische visuelle Routenplaner des Geräts tragen zu seiner Attraktivität bei.
Elebest Rider W4
- Fazit der Redaktion: Note: gut
- Käufermeinungen: 360
- Das Elebest Rider W4 Navigationsgerät für Motorrad oder Auto überzeugt uns mit einer praktischen Halterung und einer Vielzahl nützlicher Funktionen wie Bluetooth und Freisprecheinrichtung.
- Besonders positiv ist der Fahrspurassistent, der zu einer guten Orientierung und erhöhter Fahrsicherheit beiträgt.
- Das umfangreiche Kartenmaterial enthält ganze 52 Länder, wobei die hohe Qualität und Funktionalität des Geräts erwähnenswert ist.
TomTom GO Classic 5"
- Fazit der Redaktion: Note: gut
- Käufermeinungen: 5582
- Der robuste GO Classic-5-Zoll von TomTom hält Sie mit seinen regelmäßigen Aktualisierungen immer auf dem neuesten Stand der Verkehrsinformationen.
- Das kompakte Modell verfügt über Karten von 49 Ländern und ist gut verarbeitet.
- Leider fehlt ihm jedoch die Wasser- und Staubschutzfunktion, was beachtet werden sollte.
Beeline BLD2.0_GMG
- Fazit der Redaktion: Note: gut
- Käufermeinungen: 181
- Mit einer großzügigen Speicherkapazität von 32 GB punktet das Beeline BLD2.0_GMG Motorrad-Navi.
- Leider fehlt ein Geschwindigkeitsassistent, jedoch findet die Bluetooth-Funktion bei uns sehr großen Anklang.
Verwandte Beiträge:
- Wasserdichtes Motorradradio: Test & Empfehlungen
- Garmin Navi Motorrad wasserdicht: Test & Kaufberatung
- BMW Motorrad Navi: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Unverzichtbarer Ratgeber: So findest du die perfekte Anhängerkupplung für deine Moped Simson!
- Fahrrad für Mädchen (10 Jahre): Der ultimative Test & unverzichtbare Ratgeber für das perfekte Bike!
Kommentar schreiben