Die Marke FALTER ist eine Bielefelder Traditionsmarke, deren Geschichte mehr als 90 Jahre zurückreicht. Bielefeld, an einem Pass des Teutoburgers Waldes gelegen, galt viele Jahrzehnte als die Fahrradhochburg in Deutschland. Die FALTER-Fahrradfabrik hatte einen starken Anteil an diesem Prädikat.
Die Anfänge in Bielefeld
Als Dürkopp 1886 begonnen hatte, Fahrräder herzustellen, gab es schnell Nachahmer, die ebenfalls auf die Fahrradbranche setzten. Nach und nach wuchs ein regelrechtes Imperium heran, das Räder, Komponenten und Zubehör in die ganze Welt verkaufte. Die Marke richtet sich an radfahrbegeisterte Alltags- und Gelegenheitsradler sowie an die ganze Familie.
Heidemann-Werke in Einbeck
Die Zeitschrift "Der Fahrrad-Markt" meldete im November 1936, dass die seit Jahren stillgelegten Stukenbrokschen Werke in Einbeck am 2. Januar 1937 wieder in Betrieb genommen werden, vorläufig mit 100 Mann Belegschaft. Eine Bielefelder Firma übernahm die Gebäude, die seit 1932 im Besitz der Stadt Einbeck waren, um dort die Baronia-Fahrradwerke zu eröffnen. Bei dieser Bielefelder Firma handelte es sich um die Baronia-Werke, die 1923 von Karl Heidemann gegründet wurden. Die ehemaligen Geschäftsräume des August Stukenbrok wurden von seinem Sohn Helmut übernommen.
Kriegsproduktion und Nachkriegszeit
Zwei Jahre später begann der Zweite Weltkrieg, und 1940 wurde auf Kriegsproduktion umgestellt. Am Köppenweg wurde ein Lager mit 150 sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilarbeitern eingerichtet - auf dem Firmengelände unterhielt man das einzige eigene Lager in Einbeck. Heidemann beschäftigte auch sowjetische Gefangene aus dem Lager in der Domäne Clus und aus dem Zivilarbeiterlager an der Hannoverschen Straße. Im Januar/Februar 1943 überbot die Firma mit 150.000 Stück das Soll bei der Produktion von Zündschrauben für die C12-Granaten. 1944 betrug der Anteil an ausländischen Zivilarbeitern und Kriegsgefangenen über 60 Prozent der Gesamtbelegschaft. Firmenchef Helmut Heidemann fiel während des Krieges, und sein Bruder Gerhard führte das Unternehmen weiter.
Die Heidemann-Werke Einbeck (auch: Baronia-Heidemann-Werke Einbeck) waren zum Beispiel Aussteller Nummer 1 bei den ersten Nachkriegsmessen, den Einbecker Wochen 1948 und 1950. Gerhard Heidemann rief zur Einbecker Woche 1948 das Radrennen »Rund um die Heidemann-Werke« ins Leben. Dabei wurde der 15-jährige Emil Reinecke zum Idol der Einbecker.
1953 wurden mehr als 100.000 Fahrräder in die USA exportiert. 1959 gründete Heidemann eine Importfirma in New York, und 1961 entstand das Zweigwerk in Rotenburg/Wümme.
Expansion und Automobilteile
Seit 1955 ließ Gerhard Heidemann Automobilteile in seinem Unternehmen in Einbeck fertigen. Als er expandieren wollte, entschied er sich, ein Zweitwerk in Rotenburg zu gründen, da er in Bretel ein Gestüt besaß, auf dem er seine Freizeit verbrachte. Bereits 1961 wurde das Werk mit den Abteilungen Werkzeugbau, Fließpressfertigung, Stanzerei, Galvanik, Härterei und Stößelschutzrohrfertigung in Betrieb genommen. Einziger Kunde war VW. Unter den 250 Mitarbeitern waren viele Ehemalige der in Konkurs gegangenen Borgward-Werke in Bremen, die Heidemann übernommen hatte. 1967 sank die Zahl der Mitarbeiter auf 80 ab.
1980 erreichte man die Acht-Millionen-Marke. Zu dieser Zeit machten Zulieferteile für die Autoindustrie schon ein Großteil der Produktion aus. Ab 1986 war Robert Stafflage geschäftsführender Gesellschafter. 1997 wurde die Heidemann-Gruppe zunächst an die Adwest Automotive Plc. in Großbritannien verkauft.
Damit ist die Geschichte der Heidemann-Werke zwar grob erzählt, aber was fehlt, sind zum Beispiel Listen aller Modelle und Fabrikate.
Weidemann und Uwe Schröder in Überlingen
Gemeinsam mit der ÜMT hatte Ex-Polizist Uwe Schröder 2022 erfolgreiche Radtouren um Überlingen aufgelegt. Doch die kooperiert jetzt mit Radhändler Weidemann, Schröder steht alleine da.
Uwe Schröder will auch dieses Jahr wieder Touristen und Einheimische mit dem E-Bike rund um Überlingen begleiten. Uwe Schröder ist verwundert - und auch „etwas enttäuscht“, wie er sagt: Gemeinsam mit Überlingen Marketing und Tourismus (ÜMT) hatte er 2022 geführte Radtouren ins Leben gerufen, 2023 dann zusammen mit dem Überlinger Radhändler Weidemann ausgebaut. Doch nun wolle die ÜMT nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten, berichtet Schröder - sondern nur noch mit Weidemann. Der habe die von ihm einst kreierte „Panoramatour“ über Hödingen und den Haldenhof nach Ludwigshafen kopiert und sogar den Namen übernommen.
Die Entstehung der Radtouren
Der pensionierte Hauptkommissar, zuletzt Leiter des Überlinger Ermittlungsdienstes, war 2021 auf der Landesgartenschau als Gästeführer aktiv. In einem Brainstorming mit der ÜMT sei damals die Idee der Radtouren entstanden, sagt er. Knapp 30 Mal fuhr Schröder mit drei bis zwölf Teilnehmern die vierstündige 40-Kilometer-Tour. Das Angebot war umsonst, wer wollte, konnte etwas spenden, die ÜMT machte Werbung dafür. Offenbar eine erfolgreiche Kooperation.
Die Zusammenarbeit mit Weidemann
2023 kam dann Fahrradhändler Weidemann ins Spiel, bei dem Schröder in seiner Freizeit zeitweise aushalf. Gemeinsam wurde das Angebot verdoppelt, Schröder sollte nun zweimal die Woche fahren, zudem gab es eine sportliche Aktiv-Tour, die Weidemann-Mitarbeiter David Küppers führte. Partner bliebt die ÜMT. Die Touren kosteten inzwischen allerdings 35 beziehungsweise 55 Euro, mit Leihrad nochmal 34 Euro mehr. Möglicherweise war dies der Grund, dass die Buchungen ausblieben. „Nur etwa jede zweite Tour hat stattgefunden“, sagt Küppers. Schröder stand oft genug ohne Gäste da - und wurde unzufrieden.
Aktuelle Situation
Der Touristische Arbeitskreis Bermatingen bietet weitere Touren an. Die erste Tour ist am Dienstag, 16. April, ab 10.15 Uhr in Bermatingen. Treffpunkt ist das Landgasthaus Zollerstuben. Insider Uwe Schröder führt die Radfahrer zu besonderen Orten und Plätzen mit einmaliger Aussicht. Streckenlänge rund 60 Kilometer, Dauer rund sechs Stunden (je nach Pausenlänge). Die Radtour ist kostenfrei, der Guide freut sich über eine Spende.
Am 17. April ist die erste Panoramatour geplant. Auf die Unterstützung der ÜMT kann er allerdings nicht mehr bauen. Denn auch Weidemann hat die Panoramatour wieder aufgelegt. Und die ÜMT kooperiere offenbar lieber mit dem Radhändler als „offiziellem Leistungspartner“, ärgert sich Schröder. ÜMT-Geschäftsführer Jürgen Jankowiak sagt dazu lediglich: Man habe „Herrn Schröder mitgeteilt, dass eine parallele Bewerbung der beiden Angebote nicht sinnvoll ist“.
Der Hobbyradler sagt: „Die Tour ist großteils identisch mit meiner, bis hin zum Namen.“ Man habe sie abgeändert, entgegnet David Küppers - nämlich dort, wo Schröder Wege nutze, die eigentlich gar nicht für Radfahrer zulässig seien. „Dort schieben wir“, entgegnet Schröder.
Zukunftspläne
Für Weidemann ist das Ganze laut Küppers ohnehin nur „ein Nebengeschäft“. Von der 2023 geplanten Ausweitung des Angebots um kulinarische und sonstige Thementouren ist keine Rede mehr. Der E-Bike-Verkauf sei wieder so gut angelaufen, dass man dafür gar keine Zeit habe.
Schröder spricht gerade mit neuen Kooperationspartnern, etwa Hotels und Pensionen oder dem Nußdorfer Radhändler Wehrle. Acht Termine hat er bis Juni in seinem Kalender stehen, im zweiten Halbjahr sollen weitere folgen, immer mittwochs ab zehn Uhr. Die Weidemann-Touren starten ebenfalls mittwochs, zur gleichen Uhrzeit.
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