Welche Fahrradbremse ist die Beste? Ein Umfassender Test

Für die Verzögerung an Fahr­rädern sorgen vor allem Felgenbremsen, aber auch Scheiben- und Nabenbremsen sind gebräuchlich. Zu letzteren zählen Trommel- und Rollenbremsen - und die gute alte Rück­tritt­bremse.

Felgenbremsen

Felgenbremsen sind weit verbreitet und wartungs­freundlich. So funk­tioniert es: Bei Felgenbremsen drückt eine Brems­zange zwei Gummis auf die Brems­flächen der Felge. Die sind meist aus Aluminium, was eine gute Reibung garan­tiert. Betätigt werden die Bremsen per Seil­zug oder hydrau­lisch.

Das funk­tioniert bestens, auch bei höchsten Geschwindig­keiten bringt man damit ein Fahr­rad schnell zum Stehen. Gute Laufräder haben Verschleiß­indikatoren auf ihrer Brems­fläche. Daran kann man die Abnut­zung der Felge erkennen. Im normalen Alltags­betrieb hält ein Laufrad nahezu ewig, bei stärkerer Bean­spruchung kann es schon mal nach 25 000 bis 30 000 Kilo­metern „durch­gebremst“ sein. An Carbon-Laufrädern werden spezielle Brems­klötze benötigt. In Härtetest zeigt sich immer wieder, dass die Brems­flächen so heiß werden können, dass sie Blasen bilden und das Rad unfahr­bar wird.

Es gibt verschiedene Arten von Felgenbremsen:

  • Seiten­zugbremsen (Pivot / Dual Pivot): Sie sind klein, leicht und wirkungs­voll und daher die typischen Renn­radbremsen. Tipp: Achten Sie darauf, dass die Halterungen für die Brems­gummis („Brems­schuhe“) aus Metall sind, das verbessert die Wirkung. Die Brems­gummis lassen sich austauschen.
  • Cantile­verbremsen: Hier sind die Brems­arme an den beiden Sitz­streben befestigt, dafür sind spezielle Sockel am Rahmen nötig. Die Brems­arme sind über einen Seil­zug miteinander verbunden.
  • V-Bremsen: Ähneln den Cantile­verbremsen, haben aber anstelle des verbindenden Seil­zugs ein stabiles Metall­röhr­chen. Dieses gibt beim Bremsen nicht nach, wodurch die Brems­wirkung etwas besser ist als bei Cantile­verbremsen.
  • Hydrau­lische Felgenbremsen: Funk­tionieren über Öldruck und sind damit etwas wirk­samer als die per Seil­zug betätigten Felgenbremsen.

Nabenbremsen

So funk­tioniert es: Beim Bremsen wird eine Reibefläche aus Metall gegen die Innenwand der Nabe gepresst.

  • Rück­tritt­bremsen: Vor allem bei älteren Radlern nach wie vor beliebt.
  • Trommelbremsen: Haben meist spezielle Brems­beläge. Man findet sie an Holland­rädern und vielen Citybikes. Sie sitzen im Vorderrad und werden über Seilzüge bedient.
  • Rollenbremsen: Die Brems­beläge werden wie bei der Trommelbremse von innen gegen eine Metall­trommel gedrückt. Bei Rollenbremsen reibt Metall auf Metall.

Scheibenbremsen

Seit einigen Jahren sind Scheibenbremsen an Alltags­rädern auf dem Vormarsch. So funk­tioniert es: Ein Brems­sattel drückt beidseitig auf eine Scheibe, die sich rund um die Fahr­radnabe befindet.

Hinsicht­lich der Wirkung nehmen sich beide System kaum etwas. Die Hydraulik ist eleganter und einen Tick wirkungs­voller. Für die Entlüftung der Öldruck­leitungen ist aber etwas Geschick erforderlich, die Brems­beläge selbst sind einfach zu wechseln. Bei den Brems­belägen gibt es metallische und organische Varianten. Die metallischen Beläge gelten als härter und lang­lebiger.

Seit 2019 bieten verschiedene Anbieter ABS-Systeme für Scheibenbremsen an Fahr­rädern an. Sensoren am Vorder- und Hinterrad reduzieren im Zusammen­spiel mit einer elektronischen Steuer­einheit am Lenker die Brems­kraft, sobald die Räder zu blockieren drohen.

Wichtige Aspekte für alle Fahrradbremsen

Für alle Fahr­radbremsen gilt: Sie dürfen weder zu viel noch zu wenig bremsen. Je geringer die Brems­wirkung, desto länger der Bremsweg und desto höher das Risiko von Zusammen­stößen. Ebenfalls gefähr­lich: Wenn die Vorderrad-Bremse zu hart zupackt. Dann blockiert das Rad, und Rad wie Fahrer über­schlagen sich.

Gefahr droht vor allem, wenn plötzlich ein Hindernis auftaucht und der Fahrer den Brems­hebel in Panik mit aller Kraft zieht. Neben den seit Kurzem erhältlichen ABS-Scheibenbremsen gibt es sogenannte Break Booster. Sie enthalten ein Feder­element, das über­mäßig starke Brems­hebelkräfte vermeidet.

Ebenfalls wichtig: Bremsen müssen auch bei Nässe zuver­lässig funk­tionieren. Sonst wirds gefähr­lich. Vor allem bei Niesel­regen drohen böse Über­raschungen: So lange die Felge noch feucht ist, muss der Fahrer kräftig bremsen, um die nötige Verzögerung zu erreichen. Ist die Felge trocken­gebremst, nimmt die Verzögerung plötzlich zu. Wenn dann ein Rad blockiert, kann es wegrutschen oder einen Über­schlag verursachen.

Wer bremst, verliert - aber wer später bremst, ist länger schnell. So oder so braucht es dafür eine geile Bremse. Fakt ist: Bikes werden immer potenter, die Strecken härter und wir schneller - da müssen auch die Bremsen mithalten.

Fahrradbremse Vergleich

Hier ist ein Vergleich einiger Fahrradbremsen, basierend auf einem Test vom August 2025:

Modell Vergleichsergebnis Kundenwertung bei Amazon Preis (pro Stück) Geeignet für Vorteile
Shimano Deore Fahrradbremse Sehr gut 1465 Bewertungen 17,00 € Stadträder, Mountainbikes Hervorragende Bremsleistung, geringes Gewicht
Libershine Fahrrad Bremsen Set Sehr gut 31 Bewertungen 9,25 € Stadträder Hochwertige Aluminiumlegierung, komplettes Set, langlebig
CNC Fahrradbremse Sehr gut 270 Bewertungen 10,80 € Stadträder Federspannung einfach einstellbar, besonders großer Bremsbelag
Boao Fahrradbremsen-Set Sehr gut 2235 Bewertungen 13,43 € Stadträder Hervorragende Bremsleistung, Set inkl. Bremshebeln
Promax Fahrradbremse Sehr gut 207 Bewertungen 7,25 € Mountainbikes, Kinderräder Hervorragende Bremsleistung
Chooee Fahrrad V Bremse Sehr gut 283 Bewertungen 13,99 € Mountainbikes, Stadträder Gute Bremsleistung, Federspannung einfach einstellbar
P4B Fahrradbremse Gut 303 Bewertungen 6,98 € Stadträder Bremshebel per Schrauben an Fingerlänge anpassbar, Messinghülsen verbaut
Shimano BR-T4000 Gut 525 Bewertungen - Mountainbikes, Stadträder Federspannung einfach einstellbar, hochwertige Aluminiumlegierung

Hydraulische Fahrradbremsen im Vergleich

Hier ist ein Vergleich einiger hydraulischer Fahrradbremsen, basierend auf einem Test vom August 2025:

Modell Vergleichsergebnis Kundenwertung bei Amazon Preis (pro Stück) Vorteile Nachteile
JGbike Shimano MT200 Sehr gut 1104 Bewertungen 79,00 € Leicht zu bedienen, bereit zur Installation, einstellbar Verhältnismäßig kurze Leitung
Magura Hs33 R Sehr gut 392 Bewertungen 75,00 € Set inkl. Bremshebeln, modernes Radial-Design, einfache Montage, geringes Gewicht Nicht für Mountainbikes geeignet
splumzer M4 Sehr gut 141 Bewertungen 69,00 € Einfache Installation, verbessert die Bremswirkung, passt sich an fast alle Modelle an Keine weiteren Varianten verfügbar
Cnc Xtech Sehr gut 134 Bewertungen 69,00 € Sehr sicher, hohe Verschleißfestigkeit, inkl. Bremsscheiben und Bremshebeln Relativ hohes Eigengewicht
Cnc XSS Sehr gut 114 Bewertungen 69,00 € Sehr verlässlich, besonders leicht, überlegene Bremsleistung Verhältnismäßig kurze Leitung
ShenZhenShiShiLiLanTianKeJiYouXianGongSi 20211015004 Sehr gut 134 Bewertungen 53,00 € Sehr gute Bremsleistung, korrosionsbeständig und langlebig, einfache Montage Relativ instabiles Design
CYSKY Hydraulische Fahrradbremse Gut 34 Bewertungen 69,00 € Verdickter und besonders robuster Schlauch, einfache Montage, sehr gute Bremsleistung, Set inkl. Bremsscheiben und Bremshebeln Verhältnismäßig kurze Leitung

Die Zeiten, wo man sich bezüglich der Bremse Gedanken oder gar Sorgen machen musste, sind zumindest im Highend-Segment vorbei! Jeden der acht Bremsanker in diesem Test kann ich besten Gewissens auch schwersten Ridern sowie für die anspruchsvollsten Trails empfehlen. Die großen Unterschiede liegen nicht in der Power, sondern in den Details sowie bei der Modulation.

Im Testfeld hatten wir sowohl Budget-Bremsen, die üblichen Verdächtigen, die sich an den meisten Serien-Bikes finden, als auch echte Boutique-Bremsen, die eurem Kontostand alles abverlangen. Was alle Scheibenbremsen gemeinsam haben? Vier Bremskolben und eine hydraulische Betätigung - also mit einer Flüssigkeit. Das Testfeld bewegt sich preislich zwischen erschwinglichen 240 und stolzen 1.300 €, wobei sich das Gros der Teilnehmer zwischen 400 und 700 € einpendelt.

Die Preise haben wir jeweils als unverbindliche Preisempfehlung im Set, also 2 Bremsen, aber ohne Bremsscheiben verglichen. In der Realität liegen einige Bremsen natürlich auch im Set und auf dem freien Markt deutlich unter UVP. Shimano-Bremsen, die seit langem unverändert auf dem Markt sind, bekommt man beispielsweise fast um die Hälfte der UVP.

Gerade Einsteiger tendieren dazu, mehr auf der Bremse zu hängen - das geht nicht nur aufs Material, sondern auch auf die Unterarme. Wer viel Kraft zum Bremsen braucht, kriegt schnell Arm-Pump. Das kostet Sicherheit und zwingt euch dazu, langsamer zu werden oder sogar stehen zu bleiben, während eure Kumpels davon ziehen - mies. Die Lösung dafür lautet starke Bremsen, die dennoch gut zu dosieren sind.

Reine Power hilft nicht, solange sie nicht fein dosierbar ist. Manch einer mag es knallhart, während andere gern fein dosieren und modulieren wollen.

Bremsflüssigkeiten: DOT vs. Mineralöl

Hydraulisch betätigte Bremsen bedeutet, dass diese die Kraft durch eine Flüssigkeit übertragen. Derzeit sind zwei Arten von Bremsflüssigkeit vertreten: Mineralöl und DOT. Der Vorteil von Flüssigkeiten: Sie lassen sich im Gegensatz zu Luft nicht komprimieren, die Kraftübertragung findet also nahezu verlustfrei statt. Aus diesem Grund ist auch penibles Entlüften - also kleinste Lufteinschlüsse aus dem Bremssystem zu entfernen - so wichtig.

DOT-Bremsflüssigkeit kommt ursprünglich aus dem Kfz-Bereich. Sie trägt den Namen vom US-Verkehrsministerium - Department of Transportation. Das wichtigste Merkmal von DOT-Bremsflüssigkeit ist, dass sie hygroskopisch ist. Das heißt, DOT bindet Wasser (unter anderem aus der Luft) und bildet eine homogene Flüssigkeit. Dadurch ändern sich die Eigenschaften von DOT und der Siedepunkt (regulär bis zu 260° C) sinkt. Darum sollte die Bremsflüssigkeit regelmäßig getauscht werden. Zudem ist DOT gesundheitsschädlich und aggressiv gegenüber Lack, Haut und Klamotten.

Mineralöl als Bremsflüssigkeit ist die Alternative zu DOT. Das Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und hat in der Regel einen niedrigeren Siedepunkt von 190° C. Es ist nicht gesundheitsschädlich oder schlecht für den Lack, nur der Kontakt mit den Bremsbelägen sollte unbedingt vermieden werden. Mineralöl zieht kein Wasser an, bindet es aber auch nicht: Wie beim Salatdressing schwimmt das Öl einfach oben - eine typische Emulsion.

Die Wahl der Bremsflüssigkeit obliegt in jedem Fall dem Hersteller, einfaches Wechseln zwischen den verschiedenen Flüssigkeiten ist nicht möglich. Dabei können Dichtungen und auch Bremsleitungen zu Schaden kommen. Der Einfluss aufs Bremsgefühl ist zudem marginal. Mineralöl sollte ebenso herstellerspezifisch gewählt werden, wie DOT nur mit der richtigen Nummer verwendet werden kann.

Bremsbeläge: Organisch vs. Metallisch

Prinzipiell gilt, dass jeder Bremsenhersteller auch seine eigenen Beläge anbietet. Meist sogar in unterschiedlichen Ausführungen. Zudem sind Nachrüst-Beläge von Drittherstellern wie z. B. Sinter, GALFER oder Kool-Stop verfügbar. Hiermit lässt sich häufig vergleichsweise günstig die Bremspower steigern.

Zudem gibt es meist zwei Arten von Belägen: metallische und organische. Wobei sie sich in den Grund-Bestandteilen nicht unterscheiden. Diese sind Reibmaterial, Gleitmittel und Fasern. Das Reibmaterial ist für die Reibung verantwortlich und erzeugt dadurch auch die Bremspower, die man am Ende spürt. Das Reibmaterial besteht aus einem Mix aus harten Materialien wie Metalloxiden und Carbiden und sorgt somit auch für den meisten Verschleiß an der Bremsscheibe. Das Gleitmittel wiederum versucht, den Verschleiß zu begrenzen und den Reibungskoeffizienten stabil zu halten. Die Fasern unterscheiden sich in organischen Materialien wie Kevlar und Carbon oder metallischen Materialien wie Kupfer oder Stahl.

Die Herstellung der Beläge erfolgt grundsätzlich bei allen Belägen gleich: Die Masse wird unter Hitze und hohem Druck auf die Trägerplatte gepresst.

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