Welche Jacke zum Radfahren kaufen: Tipps für die richtige Wahl

Wer auch im Winter nicht aufs Biken verzichten will, muss sich richtig ausrüsten. Dazu gehört unter anderem eine gute Fahrradjacke. Hier sind einige Tipps, worauf du beim Kauf deiner Thermo Fahrradjacke achten solltest.

Die wichtigsten Fragen zu Fahrrad-Winterjacken

Draußen ist es kalt, doch du willst trotzdem nicht auf deine Bike Tour verzichten? Dann ist eine Fahrradjacke für die kalte Jahreszeit genau das Richtige für dich! Speziell angepasste Thermojacken spenden dir bei niedrigen Temperaturen die nötige Wärme und schützen dich vor kühlem Fahrtwind. Eine Wattierung sorgt zusätzlich für einen effektiven Kälteschutz.

Fahrradjacke vs. Sportjacke: Was sind die Unterschiede?

Auf den ersten Blick wirken Fahrradjacken wie gewöhnliche Sportjacken. Der Unterschied zeigt sich jedoch im Detail. Da wäre zum einen die Passform: Beim Fahrradfahren sitzt du nach vorn gebeugt. Um deinen Rücken vor Unterkühlung zu schützen, sind Fahrradjacken deshalb hinten etwas länger als vorne. Gleichzeitig fallen die Ärmel ein wenig länger aus. Du kannst sie mit Bündchen enger stellen, damit sie sich im Fahrtwind nicht aufplustern. Zu guter Letzt ist die Kapuze, wenn vorhanden, meist größer als bei regulären Jacken. Sie passt damit trotz Fahrradhelm noch problemlos über den Kopf.

Verschiedene Arten von Fahrradjacken

Verschiedene Modelle stehen zur Auswahl: von leichten Fleece-Jacken bis zu Hardshell-Varianten und Thermojacken.Hier ein Überblick über die verschiedenen Arten von Fahrradjacken:

  • Fleece-Jacken: Fleece-Jacken sind äußerst leicht und atmungsaktiv, sodass du beim Bikepacking nicht ins Schwitzen kommst. Sie bieten einen hohen Tragekomfort. Allerdings lassen Wetterschutz und Isolation zu wünschen übrig. Solo kommen Fleece-Jacken daher nur bei mildem, trockenem Wetter zum Einsatz. Wenn es kälter wird, kannst du sie als Zwischenschicht unter einer dickeren Jacke tragen.
  • Windjacken: Wie der Name schon verrät, schützen dich Windjacken vor dem Fahrtwind. Zu diesem Zweck besitzen sie mehrere Gewebeschichten, die den Luftstrom umlenken. Vor allem Rennrad- und Downhill-Fahrer schwören auf diese Variante. Windjacken punkten mit geringem Gewicht und Packmaß. Sie sind allerdings meisten nur wasserabweisend, nicht wasserdicht. Außerdem reicht die Isolation für winterliche Touren kaum aus. Eine Spezialform der Windjacke sind sogenannte Windbreaker. Sie eignen sich durch ihr geringeres Gewicht optimal fürs Fahrradfahren und bestechen außerdem mit einem bewegungsfreundlichem Schnitt undausreichendem Windschutz. Im Winter empfiehlt es sich allerdings, auf eine Windjacke mit dickerem Material oder gleich auf eine Softshelljacke umzusteigen, da Windbreaker nicht gut gegen Kälte schützen.
  • Hardshell-Jacken: Hardshell-Jacken besitzen mehrere Schichten, die miteinander verbunden sind. Als Oberschicht dient wasserdichtes Polyurethan (PU). Darunter befindet sich eine ebenfalls wasserdichte, aber auch atmungsaktive Membran - und darunter wiederum ein Innenfutter. Der Name ist Programm: Hardshell-Jacken sind weniger flexibel und atmungsaktiv als Softshell-Jacken. Dafür aber halten sie Nässe, Wind und Kälte effektiver ab. Gerade, wenn Sie öfters im Gebirge unterwegs sind, sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich eine solche Jacke anzulegen. Denn jeder kennt die Situation: Gerade noch bei strahlendem Sonnenschein losgefahren, kann es ganz schnell zuziehen und anfangen zu regnen. Wenn der Regen stärker wird und auch noch Hagel dazukommt, werden Sie froh sein, sich die Mühe gemacht zu haben, eine Jacke mitzunehmen. Gerade hier überzeugen die Hardshelljacken. Was Hardshelljacken dagegen oft vorgeworfen wird, ist, dass Sie beim Fahrradfahren die Bewegungsfreiheit zu sehr einschränken. Das ist nicht komplett falsch, aber auch nicht komplett richtig. Von Modell zu Modell ist die Radjacke entweder steifer oder flexibler.
  • Regenjacken: Viele Fahrradjacken sind lediglich wasserabweisend - anders Regenjacken. Wie der Name schon sagt, halten dich diese Varianten auch bei Starkregen trocken. Möglich macht es eine spezielle Imprägnierung bzw.

Weitere wichtige Aspekte beim Kauf einer Fahrradjacke

Dabei ist nicht nur der Wetterschutz entscheidend. Eine gute Fahrradjacke sollte auch atmungsaktiv, robust und möglichst leicht sein.

Passform

Die Passform einer Fahrrad Winterjacke ist von entscheidender Bedeutung und hängt auch von Ihrer Radsportdisziplin ab. Rennradfahrer bevorzugen oft eine enge Passform, die der tiefen Sitzposition gerecht wird, während Mountainbiker eine etwas weiter geschnittene Jacke bevorzugen. Eine gute Winterjacke sollte ergonomisch an die Sitzposition auf dem Fahrrad angepasst sein. Das bedeutet, dass die Jacke vorne etwas kürzer geschnitten ist, um Beulen in vorgebeugter Haltung zu verhindern, und hinten etwas länger, um den unteren Rücken zu schützen. Viele Jacken verfügen über einen Stehkragen, der auch den Nacken vor Auskühlung schützt.

Die Anforderungen an Winterjacken variieren je nach Art des Radfahrens. Für Rennradfahrer, die in einer tiefen Sitzposition fahren, ist eine enge, sehr atmungsaktive Jacke unerlässlich. Die Passform einer Rennrad Winterjacke minimiert so den Luftwiderstand und verbessert somit die eigene Leistung. MTB-Winterjacken sind etwas weiter geschnitten und widerstandsfähiger, da sie auch vor Schmutz und Spritzwasser schützen müssen.

Sie sollte nicht um Sie „herumschlabbern“, aber darf gleichzeitig Ihre Bewegungsfreiheit nicht zu sehr einschränken. Dabei sollten vor allem Kragen und Saum lückenlos mit Ihrem Körper abschließen - in Fahrtposition wohlgemerkt! Denn etwaige Schlupflächer für Wind, Kälte oder Nässe können Ihnen den Spaß am Biken ganz schnell nehmen und obendrein zu unangenehmen Verspannungen oder sogar ernsthaften Beschwerden, wie einer Nierenetzündung, führen. Grundsätzlich gilt, dass Sie Ihre Fahrradjacke vor dem Kauf anprobieren sollten - und zwar in Fahrtposition und mit Ihrem Fahrradunterhemd.

Atmungsaktivität

Eine gute Fahrradjacke sollte Regen von außen abhalten, aber Feuchtigkeit von innen durchlassen, sodass du nicht ins Schwitzen kommst. Diesen Spagat bewältigen nicht alle Jacken. Stattdessen ist eine spezielle Membran wie Gore-Tex vonnöten. Vereinfacht gesagt kannst du sie dir als „Netz“ vorstellen. Die Maschen sind so klein, dass Wassertropfen abperlen - und gleichzeitig groß genug, damit Wasserdampf passieren kann.

Wasserdichtigkeit

Bei der Suche nach Regenjacken bist du vielleicht schon auf den Begriff „Wassersäule“ gestoßen. Dieser ist wörtlich zu nehmen. Im Labor nämlich pressen Tester einen mit Wasser gefüllten Zylinder gegen den Stoff. Der Druck, bei dem die ersten Tropfen hindurchdringen, gibt die Wassersäule an. 0,13 Bar (oder 1.300 mm) muss die Jacke aushalten, damit sie das Prädikat „wasserdicht“ tragen darf. Beachte aber: Bei starkem Regen reicht dieser Wert kaum aus. Stattdessen sollte die Wassersäule mindestens 5.000 mm betragen. 10.000 mm gelten als ideal. Damit bist du für jedes Wetter gewappnet.

Winddichtigkeit

Beim Bikepacking bist du dem Fahrtwind meist schutzlos ausgesetzt. Um an frostigen Tagen trotzdem nicht zu unterkühlen, sollte die Jacke möglichst winddicht sein.

Material

Für Fahrradjacken haben sich folgende Materialien durchgesetzt: Polyester, Nylon und Elastan. Alle drei besitzen ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile.

  • Polyester: Polyester ist so etwas wie ein Allrounder, wenn es um Outdoor-Bekleidung geht. Dieses synthetische Material leitet Schweiß gut ab und ist dehnbar. So wird deine Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt. Vor allem Softshell-Jacken bestehen häufig aus Polyester.
  • Nylon: Noch stärker und reißfester präsentiert sich Nylon. Das macht es perfekt für den Einsatz unter widrigen Bedienungen - z. B., wenn du im Gelände unterwegs bist. Allerdings trocknet dieses Material langsamer.
  • Elastan: Elastan, auch Spandex genannt, sorgt für eine bessere Dehnbarkeit. Es kommt jedoch nicht allein zum Einsatz. Stattdessen wird es anderen Fasern beigemischt. Der Elastan-Anteil reicht dabei meist von 2 bis 30 %.

Gewicht / Packmaß

Durchschnittlich wiegen Fahrradjacken je nach Variante (Fleece, Softshell, Hardshell) und Größe zwischen 100 und 300 g. Wer unter 100 g bleiben möchte, kann eine Ultraleicht-Jacke* kaufen. Diese Modelle lassen sich besonders platzsparend zusammenpacken.

Farbe / Reflektierende Elemente

So mögen dunkle Fahrradjacken modisch und elegant wirken; sie bleiben auch länger ansehnlich, da Schmutz nicht so stark auffällt. Mit einer hellen Fahrradjacke wirst du aber besser gesehen - und das kann dir im Ernstfall das Leben retten. Nicht umsonst wählen viele Hersteller Farben wie Neongelb oder Hellgrün. Apropos Sichtbarkeit: Um diese zu verbessern, sind oft reflektierende Elemente angebracht.

Nützliche Extras für Fahrradjacken

  • Kapuze: Als Regenschutz für deinen Kopf empfiehlt sich eine Kapuze. Diese sollte groß genug sein, um unter den Fahrradhelm zu passen, und sich zuziehen lassen. So bleibt sie auch im Fahrtwind da, wo sie hingehört. Noch mehr Flexibilität bieten dir abnehmbare Kapuzen mit Reißverschluss.
  • Ärmel: Auch die Ärmel lassen sich bei manchen Jacken abnehmen. Das ist vor allem an warmen Tagen praktisch. Beachte jedoch: Zwei weitere Reißverschlüsse bedeuten zwei weitere Schwachstellen, durch die Feuchtigkeit eindringen kann. Bei reinen Regenjacken würde ich dieses Extra daher nicht empfehlen.
  • Unterarm-Belüftung: Mehr Atmungsaktivität verspricht eine sog. Unterarm-Belüftung. Durch zwei Reißverschlüsse unter den Achseln wird Feuchtigkeit besser abtransportiert. Unbedingt nötig ist das nicht; Wenn du stark schwitzt, kann die zusätzliche Belüftung aber nützlich sein.
  • Taschen: Viele Jacken besitzen zwei Taschen auf Hüfthöhe. Für empfindliche Gegenstände wie dein Smartphone empfiehlt sich jedoch eine höher angebrachte Tasche. Sonst stößt du beim Fahren womöglich dagegen. Rückentaschen liefern dir mehr Stauraum.

Produktbeispiele

Hier sind einige Beispiele für Fahrradjacken, die in Tests gut abgeschnitten haben:

Damen-Winterjacken

Jacke Besonderheiten UVP
ION MTB Jacke Primaloft Shelter Damen Verstellbare Kapuze, Brillenputztuch, recycelte Materialien 300 Euro
Gonso Trail Jacket Primaloft W Vielseitig einsetzbar, winddicht, wasserabweisend, PFC-frei 170 Euro
ION Shelter 2L Softshell Damen Große Kapuze mit hohem Kragen, fällt etwas größer aus 200 Euro
Gonso Marmora Sportlich geschnitten, Mesh-Aussparungen am Rücken 200 Euro

Herren-Winterjacken

Jacke Besonderheiten UVP
Vaude Batura Thermojacke Leicht, komprimierbar, mit Primaloft Silver gefüllt 220 Euro
Endura GV500 Insulated Jacket Leicht, klein verpackbar, reflektierende Elemente 180 Euro
Gonso Bevinco Wendejacke, gefüllt mit recycelter Kunstdaune 230 Euro
Specialized Men’s Packable Down Jacket Allied Feather + Down-Füllung, Primaloft-Isolierung, klein verpackbar 260 Euro
Scott Insuloft Tech Primaloft Jacke Leichte Primaloft-Jacke, sportlich geschnitten 159,95 Euro
Endura MT500 Freezing Point Jacke II Funktional, gute Wärme-Isolation, Belüftungs-Reißverschlüsse 179,99 Euro
Gonso Save Therm Wasserdichte Außenschicht, winddicht, mit Primaloft gefüllt 219,95 Euro
Northwave Extreme Trail Jacket Leichtes Tragegefühl, atmungsaktiv, verlängerter Schnitt 139,99 Euro

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