Klickpedale Rennrad Vergleich: Welches System ist das Richtige für Sie?

Der Markt für Rennradpedale ist überschaubar, wobei Look als Marktführer gilt. Eine Kunststoffplatte mit Drei-Loch-Bohrung kommt unter den Schuh. Zum Einstieg wird die Platte mit der Spitze ins Pedal eingefädelt, durch Absenken der Ferse wird die Platte mit einer schwenkbaren Klappe am Pedal verriegelt. Über die meist einstellbare Federspannung dieser Klappe wird die Kraft bestimmt, die zum Ausstieg notwendig ist. Es gibt starre Platten und solche, die der Ferse etwas seitliche Bewegungsfreiheit geben. Etliche Firmen bauen Pedale, die mit den Pedalplatten von Look kompatibel sind.

Shimano verwendet eine ähnlich aussehende Kunststoffplatte, die auf den drei identischen Löchern befestigt wird, ansonsten aber nicht mit Look kompatibel ist. Mit der Platte der Japaner lässt es sich besser gehen, sie ist in einem weiteren Bereich verstellbar, die Schrauben sind besser und sie hält länger. Und der Stand auf dem Pedal ist weniger kippelig als bei Look. Dafür drehen sich die Shimano-Platten zäher auf dem Pedal.

Perfekte, im Winkel einstellbare Drehfreiheit ist die Domäne der Speedplay-Pedale aus den USA. Aus biomechanischer Sicht ist das top, und das sind auch alle weiteren Details. Der Verschlussmechanismus ist in die Pedalplatte integriert, der Fuß steht sehr dicht über der Pedalachse - bei Schuhen, die serienmäßig die spezielle Vier-Loch-Bohrung für Speedplay-Platten aufweisen, sind es nur neun Millimeter. Allerdings sind solche Schuhe rar.

Speedplay-Pedale gibt’s mit verschieden langen Achsen aus Stahl, Edelstahl oder Titan, und mit Ausgleichsplatten für den Fall, dass linkes und rechtes Bein unterschiedlich lang sind. Bike-Fitter lieben daher Speedplay.

Im Labor wurden Verluste in Höhe von 0,15 Prozent der Tretleistung durch minderwertige Pedale ermittelt. Das ist mehr als zehnmal so viel wie bei den Klassenbesten, aber weniger als befürchtet. Davon abgesehen, funktionieren die günstigen Pedale nicht schlechter als sechsmal teurere.

Den Testsieg holt sich Speedplay mit dem minimalistischen, aber sündhaft teuren Modell Pavé (ca. 500 Euro) mit Titanachse; letztlich ist die Funktion bei allen Speedplay-Zero-Modellen aber identisch. Nur Einsteigern würden wir nicht unbedingt dazu raten, mit Speedplay zu beginnen. Das System braucht etwas Hinwendung und ist nicht ideal für erste Klick-Erfahrungen. Bei den Dreiloch-Platten-Systemen liegt Shimano aufgrund der Verfeinerungen rund um die Platte in der Funktion vorne. Look hält vor allem mit günstigen Preisen, tollem Finish und feinen Lagern dagegen.

Ein Tipp am Rande: Wer öfter mit Radschuhen laufen will, sollte sich bei Mountainbike-Pedalen umsehen. In Verbindung mit einem Cross-Country-Schuh mit steifer Sohle ist das gehfreundlich und dennoch einwandfrei rennradtauglich.

Rennrad Klickpedale und deren Systeme sind sehr unterschiedlich. Welche Klickpedale für dich die richtigen sind, musst du selbst herausfinden. Kommt es dir auf den Preis an? Dann kannst du bereits für 50 Euro solide Pedale bekommen. Soll es Leichtbau sein? Dann werden 200 bis 300 Euro durchaus realistisch. Die perfekten Klickpedale sind leicht im eigenen Gewicht und bieten einen komfortablen Ein- und Ausstieg unter allen Bedingungen.

Gute Rennradpedale bieten dir eine große Auflagefläche für deinen Schuh. Besonders im Wiegetritt braucht der Schuh eine glaubwürdige Auftrittsfläche damit du der Technik vertrauen kannst. Auf langen Strecken sorgt die große Fläche für eine gute Kraftverteilung und vermeidet Druckstellen am Fuß.

Du solltest die Rennradpedale nicht zum Gewicht sparen nutzen. Wenn du an die Kosten für dein Rennrad denkst, steht der Preis für richtig leichte Pedale (ab 250 Euro) in keinem sinnvollen Verhältnis. Außerdem sparst du meistens nur 30 bis 50 Gramm im Vergleich zu anderen Klickpedalen die bereits ab 50 Euro erhältlich sind. Hier ist es ratsam das Gewicht anhand der Sattelstütze, Rennradlenker, Kurbel, Schaltgruppe etc. zu reduzieren.

Eine andere Situation ist es natürlich, wenn du Rennradpedale möchtest über die direkt die Watt gemessen werden. Ebenso ist die Situation eine andere, wenn Du beispielsweise ein altes Fahrrad besitzt und dieses herrichten möchtest.

Die Auswahl an Rennrad-Pedalen ist groß - je nach Hersteller und jeweiligem System unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Auflagefläche, ihrer Auslösehärte und dem „Float“, der Bewegungsfreiheit, die sie trotz einer festen Verbindung ermöglichen - dies kann etwa bei Knieproblemen dabei helfen, eine „natürlichere“ Bewegung zu ermöglichen.

Auch wer an seinem Rennrad Gewicht einsparen möchte, kann dies unter anderem mit der richtigen Pedalwahl tun. Viele Rennrad-Neulinge beginnen auch auf der Straße oftmals mit Offroad-„Klickies“. Denn gerade auf Einsteiger können die oftmals sehr starre Verbindung, die teils hohe Auslösehärte und der damit verbundene Kraft- und Technikaufwand beim Ausklicken aus Rennrad-Klicksystemen abschreckend wirken.

Viele wechseln erst nach einer Eingewöhnungsphase zum klassischem Rennrad-Drei-Loch-Klicksystem, das in der Regel eine festere Verbindung, weniger Bewegungsspielraum, eine größere Auflagefläche und damit meist eine effizientere Kraftübertragung bietet.

Der Q-Faktor beschreibt den Abstand zwischen den beiden Montagepunkten der Pedale. Weil die Hersteller unterschiedlich breite Tretlager und gekröpfte Kurbeln produzieren, gibt es unterschiedliche Abstände. Nicht alle Fahrer kommen mit allen Abständen gleich gut zurecht. Ist er zu groß, kann dies bei manchen zu Knieproblemen führen. Pedal-Fabrikate mit kurzen Achsen sollen diese Unterschiede ausgleichen können. Daher ist der Q-Faktor auch bei den Pedalen relevant. Meist liegen die Unterschiede bei nur wenigen Millimetern.

Denn da auch die Schuhe selbst eine gewisse Breite haben, muss die Pedalachse zudem, natürlich, immer breit genug sein, um ein Schleifen des Schuhs an der Kurbel zu vermeiden. Aber auch durch eine andere Montage der Pedalplatten, auch „Cleats“ genannt, lässt sich der Q-Faktor anpassen.

Manche Pedalplatten wie etwa jene von Wahoo, Look oder Shimano kann man auch einfach seitlich verschieben. Generell gilt: Je mehr sich der Druckpunkt der Pedalachse annähert, desto besser, ergo effizienter ist die Kraftübertragung. Eine geringe Bauhöhe des Pedals gilt demnach als vorteilhaft, ebenso wie eine möglichst dünne Sohle. Allerdings: Es handelt sich hier um einen Spielraum von wenigen Millimetern.

Um genügend Druck auf das Pedal zu bringen, empfiehlt sich eine große Auflagefläche. Hier ist das Zusammenspiel von Pedal und Schuhplatte von Bedeutung. Für die Wahoo-Speedplay-Pedale gilt: Die Auftrittsfläche ist deutlich größer, als es das Pedal vermuten lässt.

Pedal und Schuh werden bei allen Systemen über ein mechanisches System zusammengehalten. Eine Ausnahme bilden hier die Pedale von Magped. Statt eines Feder-Haken-Systems fungieren hier ein Magnet im Pedal und eine Metallplatte im Cleat als verbindende Elemente. Im günstigsten Fall schnappen Pedal und Schuh einfach zusammen. Zum Ausklicken ist kein Drehen des Fußes erforderlich. Man zieht ihn einfach nach oben. Das kann gerade für Einsteiger sehr beruhigend sein.

Magped kategorisiert seine Pedale selbst in den Bereich Tourenfahren ohne zu harte Antritte. Dies deckt sich mit dem Eindruck unserer Tester, denn bei zu starkem Beschleunigen - bei Sprints oder teils im Wiegetritt - löst das Pedal oftmals von selbst aus.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde mit Systemverbindungen experimentiert. Das noch in der heutigen Form bekannte Look-Pedal kam 1984 auf den Markt. Neben der klassischen Spiralfeder kommen heutzutage auch gespannte Carbon-Platten zum Einsatz. Das vor wenigen Jahren von Wahoo übernommene Speedplay-System integriert seinen Mechanismus ins Cleat.

Auch die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma entwickelten einst eigene Pedalsysteme. Doch unser Test zeigt: Auch andere Hersteller bieten in allen Preisklassen sehr überzeugendes Material.

Die Pedale im Test:

  • Speedplay Aero Stainless: Wettkampf-Pedal mit Golfball-Design. Nur einseitig betretbar
  • Speedplay Zero Pavé Titan Testsieger: Einstellbare Drehfreiheit, minimale Bauhöhe, leicht
  • Speedplay Zero CrMo: Klassiker. Hier mit CrMo-Achse.
  • Shimano Dura-Ace PD-R 9100: Bestes Pedal mit Drei-Loch-Platte, ausgewogen, weiter Einstellbereich
  • Shimano Ultegra PD-R 8000: Gut in der Funktion, die Lagerung ist schlechter als beim Top-Modell
  • Shimano PD-R540: Günstig und gut, brauchbare Lager, weiter Einstellbereich
  • Kéo Blade Carbon: Blattfeder-Verschluss. Rastet sehr knackig ein. Sehr gute Lagerung
  • Kéo 2max: Guter Einstellbereich, gute Lagerung. Verschleißzone aus Edelstahl
  • Kéo Classic 3 (Preis-Leistungs-Tipp): Gut und günstig. Top-Lager, weich einstellbar. Ideal für Einsteiger
  • Ritchey Echelon Carbon: Leicht und flach, aber Platte höher als Kéo. Hoher Auslösewiderstand
  • BTWIN Road Auto 500: Unter Last stark reibendes Gleitlager; funktioniert ansonsten tadellos
  • Contec Roadster: Sehr minderwertige und eiernde Lagerung

Vergleichstabelle ausgewählter Rennrad-Klickpedale

Modell Klicksystem Gewicht (Paar) Float-Winkel Besonderheiten
Look Kéo 2 Max Look Kéo 250 g 0 | 4,5 | 9 Grad Gute Verarbeitung, leicht
Look Kéo 2 Max Carbon Look Kéo 312 g 0 | 4,5 | 9 Grad Leichtes Carbon-Material, große Auflagefläche
Shimano PD-RS500 Shimano SPD-SL 320 g 30 Grad Inkl. Schuhplatten, Auslösehärte einstellbar
Shimano Dura Ace PD-R9100 Shimano SPD-SL 228 g 35 Grad Hervorragende Verarbeitung, leicht
SQlab Straße & Triathlon Shimano SPD-SL 378 g 0 | 4,5 | 9 Grad Erhältlich in vier verschiedenen Längen, physiologisch natürlichere Fußstellung

Beim Kauf der Look Klickpedale sind die Schuhplatten bereits dabei.

Klick - ein Geräusch, das zum Rennradfahren dazugehört wie der Fahrtwind und der eigene Atem. Vor Pausen, an Ampeln und Kreuzungen - klick. Der Fuß wird aus dem Pedalsystem herausbewegt, er ist „frei“ - und beim Losfahren bewegt er sich wieder zurück in das System.

Verbindung zwischen deinen Rennradschuhen und den Pedalen. die Schuhplatte (Cleat). Bewegung auf das Pedal treten, was anfangs etwas Übung erfordert. Ausklicken ist ein seitliches Drehen der Ferse nach außen erforderlich.

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