Welche Motorradtypen gibt es? Ein umfassender Leitfaden

Inzwischen existieren etliche verschiedene Motorrad Arten und jedes ist für einen bestimmten Zweck konzipiert. Einige Leute benötigen ihr Bike zum Pendeln, während andere Motorräder für Rennen oder Geländefahrten verwenden. Auf dem Markt sind verschiedene Arten unterschiedlicher Motorradhersteller erhältlich, wobei jedes seine eigenen einzigartigen Eigenschaften besitzt. Die Motorradtypen reichen von sportlichen Einsteiger Straßenmotorrädern, bis hin zu Langstrecken Motorrädern.

Die verschiedenen Motorradtypen im Überblick

Bei der Suche nach einem neuen Motorrad hat man die Wahl zwischen verschiedenen Haupttypen. Jede dieser Klassen von Motorrädern ist klar definiert und zeichnet sich durch einen eigenen Einsatzbereich und Stil sowie spezifische technische Daten aus. Ob Adrenalinkick oder entspannte Fahrt - für jeden Fahrer gibt es das passende Motorrad.

Sportbikes und Superbikes

Sportbikes zählen zu den Motorrad Arten, die auf Geschwindigkeit ausgelegt sind. Sie sind schnell und wendig und ihre starke Motorleistung macht sie zu einem Favoriten unter Motorradfahrern, die Spaß am Fahren haben. Sportbikes existieren prinzipiell in zwei Varianten: Straße und Rennen. Straßensportbikes sind für den täglichen Gebrauch konzipiert, während Rennsportbikes für Wettbewerbe gebaut werden.

Sportbikes, auch Superbikes genannt, sind Hochleistungsmaschinen, die auf maximale Geschwindigkeit und Beschleunigung ausgelegt sind. Sie haben typischerweise leistungsstarke Motoren mit einem Hubraum von 1.000 cm³ oder mehr und wiegen etwa 180 Kilogramm. Da sie so schnell und wendig sind, eignen sich Sportbikes am besten für erfahrene Fahrer. Es ist wichtig zu wissen, wie mit so viel Power sicher umgegangen wird. Als Einsteiger Motorrad sind solche Arten von Motorrädern nicht zu empfehlen.

Ein Supersport-Motorrad ist die perfekte Wahl, wenn Leistung und Sportlichkeit im Vordergrund stehen. Die Bikes zeichnen sich durch ergonomische Designs sowie eine sportliche Fahrposition aus. Darin ähneln sie den Moto GP-Motorrädern.

Cruiser und Chopper

Cruiser-Motorräder haben normalerweise einen V-Twin-Motor, der viel Kraft und Leistung bietet. Sie bieten auch eine entspannte Sitzposition, die sie bequem für lange Fahrten macht. Cruiser haben typischerweise eine niedrigere Sitzhöhe, wodurch sie einfacher zu handhaben und zu fahren sind. Sie sind auch günstiger als einige der anderen auf dem Markt erhältlichen Motorradtypen. Aufgrund der Nutzung für meist längere Fahrten wird viel Wert auf Komfort gelegt.

Wer nicht an einer besonders hohen Geschwindigkeit oder auch an einer besonders starken Beschleunigung, sondern am gemütlichen Fahren interessiert ist, für den eignen sich vor allem Chopper und Cruiser in ihren unterschiedlichen Ausführungen. Chopper und Cruiser eignen sich wegen der gemütlichen Sitzposition auf den Modellen vor allem für längere Touren. Häufig werden verchromte Teile und schwarze Komponenten miteinander vereint, sodass sich ein sehr stimmiges Gesamtbild ergibt.

Ähnlich wie bei dem unten folgenden Caféracer wurden bei der Entstehung der Maschine alle Teile entfernt, die nicht unbedingt zum Fahren benötigt werden.

Chopper sind speziell gestaltete Cruiser mit verlängerten Vorderrädern, tiefen Sitzpositionen und auffälligem Design.

Tourer und Sporttourer

Tourenräder sind das Beste aus beiden Welten - eine Mischung aus Cruisern und Sportbikes. Sie sind komfortabel genug für lange Fahrten. Darüber hinaus sind sie auch schnell und agil genug, um kurvige Straßen zu bewältigen. Sporträder sind auf Geschwindigkeit und Handling ausgelegt, was sie zur idealen Wahl für Fahrer macht, die gerne schnell fahren und dennoch nicht auf Geländetauglichkeit verzichten möchten. Tourenmotorräder sind sowohl für den Einsatz auf der Straße, als auch im Gelände konzipiert.

Tourer eignen sich besonders für die Fahrt besonders langer Reisen. Wenn Besitzer künftig vorhaben, die ein oder andere längere Tour zu unternehmen, lohnt sich eine solche Anschaffung durchaus.

Sporttourer kombinieren sportliche Leistung mit komfortabler Tourentauglichkeit.

Enduro und Reiseenduro

Ein Enduro Motorrad ist für das Fahren im Gelände konzipiert. Die Motorleistung ist viel geringer als bei einem Sportbike oder Cruiser, daher ist es einfacher zu kontrollieren.

Sitzposition auf der Enduro: Fahrer nehmen durch den Bau der Enduro eine aufrechte Sitzhaltung auf der Maschine ein. Käufer mit kleinerer Körpergröße sollten beim Erwerb jedoch aufpassen: Aufgrund der hohen Federwege können sich für kleine Personen durch diese für Enduros typische, hohe Sitzposition Probleme mit dem sicheren Stand ergeben.

Eine Enduro ist ein Geländemotorrad. Typisch sind ein grobstolliges Reifenprofil und lange Federwege, die für die entsprechende Geländetauglichkeit sorgen. Trotzdem haben Enduros eine ganz normale Straßenzulassung und können natürlich auch auf Asphalt gefahren werden. Trotzdem richten sie sich eher an Fahrer, die den Fahrspaß abseits der Straße suchen und Geländesport betreiben möchten. Wer Geländespaß mit weiten Fahrwegen kombinieren möchte, wählt eine Reiseenduro. Hier ist der Tank in der Regel größer und die Federwege etwas kürzer, der Fahrkomfort ist höher.

Enduros sind vielseitige Geländemotorräder, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände gut funktionieren.

Elektromotorräder

Elektromotorräder erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ein Elektromotorrad ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein mit Strom betriebenes Motorrad. Einer der Hauptvorteile von Elektromotorrädern besteht darin, dass sie viel sauberer und leiser sind im Vergleich zu Motorrädern mit Benzinantrieb. Dies macht sie ideal für Fahrten in der Stadt, wo niemand die Ruhe stören oder Umweltverschmutzung verursachen möchte. Elektromotorräder haben auch einen viel geringeren Emissionswert im Vergleich zu Benzinern und Diesel. Ein weiterer Vorteil von Elektromotorrädern besteht darin, dass sie viel Drehmoment und Motorleistung darbieten.

Naked Bikes und Allrounder

Naked Bikes sind Motorräder ohne Teil- oder Vollverkleidung. Während früher die meisten Motorräder sogenannte „Naked Bikes” waren, erfolgte ab den 80er Jahren immer häufiger die Verkleidung der Maschinen.

Der Allrounder vereint alle positiven Eigenschaften anderer Motorräder und kann zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden. Aus diesem Grund ist die Maschine beliebt bei Neulingen oder Gelegenheitsfahrern. Zum ersten Mal fand der Allrounder in den 1990er-Jahren Anwendung.

Naked Bikes sind minimalistische Straßenmotorräder ohne Verkleidung.

Pocket Bikes

Pocket Bikes sind eine Art Motorrad, welches in der Regel kleiner und leichter im Vergleich zu anderen Straßenmotorrädern ausfällt. Sie werden oft von einem Motor mit geringerer Leistung angetrieben, wodurch sie eher als Motorrad für Anfänger geeignet sind. Pocketbikes können eine großartige Option für diejenigen sein, die ein Motorrad der Einstiegsklasse suchen, das noch für den Straßenverkehr zugelassen ist.

Leichtkrafträder und Roller

Leichtkrafträder sind eine weitere hervorragende Option für Fahranfänger. Wie Straßenmotorräder sind Leichtkrafträder eher für die Stadt als für den Einsatz abseits der Straße oder auf langen Strecken konzipiert. Sie zeichnen sich durch einen besonders niedrigen Kraftstoffverbrauch aus und sind daher eine gute Wahl für Pendler auf der Suche nach einem alltagstauglichen Motorrad. Leichtkrafträder können in der Regel von Inhabern eines A1- oder B-Führerscheins gefahren werden.

Ähnlich wie ein Leichtkraftrad oder ein Straßenmotorrad sind Roller gute Einsteigermodelle. Sie sind spannend, praktisch und preiswert. Fahrer haben die Wahl zwischen klassischen und modernen Designs. Mit dem hervorragenden Wetterschutz eignen sich Roller für alle Jahreszeiten. Viele Roller bringen viel Stauraum mit, perfekt für einen Tag in der Stadt oder den Weg zur Arbeit.

Café Racer

Im England der 1960er Jahre wurden normale Serienmaschinen durch spezielle Umbauten zu Rennmaschinen umfunktioniert. Die Monteure entfernten dabei alles, was nicht unbedingt zum Fahren gebraucht wurde. Somit konnten sich die Fahrer so fühlen, als würden sie auf einem echten Rennmotorrad sitzen. Früher waren die Caféracer vor allem bei Rockern beliebt. Da diese sich oft an Cafés trafen, entstand der einprägsame Name, der noch heute verwendet wird. Vor allem in den 1960ern wurden noch viele spezielle Umbauten ganz nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen der künftigen Besitzer durchgeführt.

Cafe Racer sind aber eigentlich spezielle englische Serienmotorräder, die zu Rennmaschinen umgebaut wurden. Um diese Motorräder herum gab es insbesondere in den 1960er Jahren eine ganze Subkultur. Auch heute noch werden Motorräder in dieser Tradition hergestellt, ein Beispiel ist die BMW R nineT oder die Triumph Thraxton.

Offroad Motorräder

Offroad Motorräder sind für das Fahren auf unbefestigtem Untergrund konzipiert. Sie haben eine höhere Bodenfreiheit und robuste Reifen, die mit unwegsamem Gelände umgehen können. Viele Leute gehen davon aus, dass Offroad-Motorräder nur für Rennen oder Geländefahrten verwendet werden. Tatsächlich werden diese jedoch auch des Öfteren für den Alltag verwendet.

Welches Motorrad ist für Anfänger geeignet?

Es gibt verschiedene Arten von Motorrädern, die am besten für Anfänger geeignet sind. Als Anfänger Motorrad eignen sich Cruiser, Poket Bikes und Enduro am ehesten. Egal ob ein Motorrad für Frauen Anfänger oder Männer gewünscht ist. Diese Motorräder sind einfach zu handhaben und verfügen über eine niedrige Sitzhöhe, wodurch sie bequem zu fahren sind.

Fahranfänger wählen am besten ein Modell mit ABS, da dieses den Einstieg deutlich erleichtert und die Fahrt komfortabler macht.

Wer gerade erst den Führerschein bestanden hat, sollte nicht direkt ein Motorrad wählen, das über sehr viele PS verfügt. Denn das erhöht die Unfallgefahr. Stattdessen eignen sich zum Beispiel die oben genannten Cruiser und Chopper für diese Zwecke. Diese beschleunigen recht zuverlässig und liegen dabei sehr robust und sicher auf der Straße.

Führerscheinklassen und Motorradtypen

Das hängt davon ab, wie groß der Hubraum, die Motorleistung oder die maximal zugelassene Geschwindigkeit Ihres Bikes ist.

  • Kleine Motorräder: Leichtkrafträder mit bis zu 125 cm³ Hubraum und einer Motorleistung bis zu 11 kW und einem Leistung/Leergewicht-Verhältnis von max.
  • Krafträder: bis 35 kW Leistung, Verhältnis von Leistung zu Gewicht von max.

Ab 16 Jahren dürfen Leichtkrafträder mit höchstens 11 Kilowatt gefahren werden. Wer hingegen schon das 18. Ab 20 Jahren bei einem Vorbesitz der Klasse A2 von mind.

Wenn Sie einen Pkw-Führerschein der Klasse B haben, dürfen Sie alle Kleinkrafträder mit einem Hubraum bis 50 cm³ fahren. Seit Januar 2020 können Sie nach einem speziellen Kurs bei einer Fahrschule die B196-Erweiterung erwerben. Damit können Sie Krafträder mit einem Hubraum bis 125 cm³ führen. Das entspricht dem sogenannten „kleinen Motorradführerschein“ der Klasse A1. Mit einem alten Autoführerschein der Klasse 3 (wurde vor 1999 ausgestellt) dürfen Sie Kleinkrafträder fahren - und zwar mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h, einem Hubraum von höchstens 50 cm³ und einer Leistung von maximal vier kW (5,5 PS). Haben Sie Ihren Führerschein der Klasse 3 vor dem 1. April 1980 gemacht, haben Sie automatisch auch den Motorradführerschein der Klasse A1.

Wer bereits 18 Jahre alt ist, darf den Führerschein A2 für das Motorrad machen. Dann hat er die Erlaubnis, Maschinen mit bis zu 35 KW (48 PS) zu fahren. Nach zwei Jahren fällt auch diese Beschränkung weg.

Sicherheit und Vorbereitung

Statistisch gesehen ist das Risiko, als Biker bei einem Motorrad-Unfall verletzt oder getötet zu werden, höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern. Allerdings kann sich jeder Biker auf seine Fahrten optimal vorbereiten und damit sein persönliches Risiko, in einen Unfall zu geraten, reduzieren.

Fernab der Erfahrung des Fahrers benötigen alle neben Straßenzulassung und einem Führerschein auch die passende Motorradbekleidung. Neben einer Motorradjacke und einer Motorradhose ist die Wahl eines passenden Motorradhelmes essenziell.

Sehr von Vorteil ist es zudem, an einem Einsteigertraining teilzunehmen, das zum Beispiel vom ADAC oder auch von diversen anderen Automobilclubs angeboten wird. Dort lernen Neulinge unter anderem auch, wie sie mit der Maschine umgehen und was es alles in Sachen Sicherheit zu beachten gilt.

Die schnellsten Motorräder der Welt

Das schnellste Serienmotorrad der Welt ist eine Kawasaki Ninja H2R - es fährt mit einer Spitzengeschwindigkeit von 400 km/h.

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