Welche Mütze unter dem Fahrradhelm im Winter?

Wer im Winter Rad fahren will, braucht eine Mütze, um Kopf und Ohren warm zu halten. Jedoch sind handelsübliche Mützen aus Wolle meist zu dick, wodurch der Helm nicht mehr richtig passt oder man leicht ins Schwitzen gerät. Hier kommen spezielle Unterhelmmützen ins Spiel.

Was sind Unterhelmmützen?

Sogenannte Unterhelmmützen sind aus einem dünnen Material gefertigt. Sie passen problemlos unter den Helm, schützen vor Wind und transportieren idealerweise auch Schweiß ab. Im Wesentlichen gibt es zwei Grunddesigns:

  • Beanies: Diese ähneln einer Badekappe und lassen sich platzsparend zusammenlegen.
  • Caps: Diese Modelle haben ein Schirmchen wie eine Baseball-Kappe, um die Augen vor Regen und Sonne zu schützen.

Beide Varianten lassen sich, zumindest bei Wintermodellen, über die Ohren ziehen und schützen den Nacken vor Kälte.

Vor- und Nachteile der Designs

Der Vorteil der Beanies ist, dass sie sich platzsparender zusammenlegen und so besser in Taschen stecken lassen. In der Regel sitzen sie auch bequemer, da sie mit nur einem Spanngummi auskommen.

Die Caps hingegen haben einen Schirm, der die Augen vor Regentropfen und Sonnenstrahlen schützen soll.

Getestete Modelle im Detail

Im Folgenden werden einige getestete Modelle detaillierter beschrieben:

Endura Pro SL Winter Cap

Die Pro SL Winter Cap ist eine Mütze im Baseballkappen-Design mit kleinem Schirm und Verlängerungen für die Ohren und den Nacken. Das Material ist außen wasserabweisend und innen angeraut und weich. Ein kräftiger Gummizug hält die Mütze auf dem Kopf. Die Verlängerung für Ohren und Nacken ist mit einem etwas schwächeren Gummizug im unteren Bereich ausgestattet. Im Test sitzt die Kappe sicher unter einem Helm und verrutscht nicht. Das winddichte Material ist dünn, wärmt aber gut. Bei Regen bleibt der Kopf trocken, der kleine Schirm schützt die Augen aber kaum vor den Tropfen. Endura hat Reflektionsstreifen auf den Schirm gedruckt und gibt ihm so eine Daseinsberechtigung über die Ästhetik hinaus, ebenso finden sich die Streifen im Nackenbereich.

Vorteile:

  • Dünnes und leichtes Material
  • Gute Wärmeleistung
  • Wind- und wasserabweisend

Nachteile:

  • Starker Gummizug kann an der Stirn drücken

Geeignet für: Alle, die Wert auf eine leichte, wind- und wasserdichte Unterhelmmütze legen.

Vaude Bike Windproof Cape III

Die Bike Windproof Cape III ist eine Unterhelmmütze in Beanie-Form. Außen kommen zwei unterschiedliche Materialien zum Einsatz: Der gesamte Kopfteil besteht aus einem wind- und wasserabweisenden Polyestergarn, das Vaude nach eigenen Angaben aus recycelten PET-Flaschen gewinnt. Der Bereich um die Ohren und im Nacken besteht aus einem weicheren Stoff. Innen ist die Mütze mit Fleece ausgekleidet. Das Stretch-Material sorgt für einen eng anliegenden Sitz. Der Bereich an den Ohren ist mit einem Gummizug verstärkt, sodass von unten keine Kälte hereinziehen kann.

Vorteile:

  • Schützt vor Kälte, Wind und Regen

In der Praxis wärmt die Mütze und schützt vor Wind. Auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist sie einsetzbar. An den Ohren ist sie allerdings nicht ganz so warm wie etwa die Kappen von POC oder Endura. Regen hält sie gut ab. Vaude bietet sie in drei Farben und in vier Größen an.

POC Thermal Cap

Die Thermal Cap folgt dem Baseball-Cap-Design, ergänzt um Abdeckungen für die Ohren und den Nacken. Der Schirm ist größer als etwa bei der der Endura-Kappe und erfüllt so seine Aufgabe ganz gut, vor Sonnenstrahlung und Regentropfen zu schützen. Er lässt sich aber auch hochklappen. POC hat die Mütze fein verarbeitet: Die Nähte sind weich, das zentrale Spanngummi ist mit einem weichen Stoff überzogen, der den Schweiß gut aufnimmt. Der doppelte Stoff ist innen sehr weich und angeraut: Das macht die Unterhelmmütze sehr warm. POC gibt an, dass die Mütze wasser- und windabweisend sei. Beschichtet ist der Stoff allerdings nur im vorderen Kopfbereich.

Vorteile:

  • Sehr gut verarbeitet
  • Perfekter Sitz

Die Konsequenz: Zwar ist die Mütze überall warm, kalten Wind spürt man im Test bei 3 Grad über null jedoch an den Ohren, obwohl die eigentlich sehr gut abgedeckt sind. Die Thermal Cap gibt es in Zink-Orange und in Schwarz. POC bietet sie in zwei Größen an.

Gore Beanie

»Windstopper« heißt das von Gore entwickelte Material, das gleichzeitig atmungsaktiv und winddicht sein soll. Gore verarbeitet es bei der Beanie-Mütze im gesamten vorderen und oberen Bereich bis in den Nacken hinein. Innen befindet sich ein weicher, Fleece-artiger Stoff, der für die Wärmeisolierung sorgt. Über den Ohren haben die beiden Stofflagen (hier ohne »Windstopper«) versetzte Schlitze. Durch diese können die Bügel einer Brille auf die Ohren geschoben werden. Am unteren Rand befindet sich ein Gummizug, der für festen Sitz sorgt. Die Spannung kann sich nach einiger Zeit als Druck bemerkbar machen. Besonders unter den Ohren und im Nacken. Bei einer Fahrt mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt zeigt sich, dass das Konzept von Gore jedoch insgesamt aufgeht: Die Mütze wärmt sehr gut und schützt auch vor kaltem Wind.

GripGrab Winter Cycling Cap

Die Winter Cycling Cap besteht aus zwei Materialien: Der Kappenteil (inklusive Schirm) ist aus glattem und winddichtem Polyester, der untere Teil über Ohren und Nacken aus Fleece. Ist es warm, lässt sich der gesamt Fleece-Teil nach oben klappen. Der kleine Schirm ist vorn mit reflektierenden Elementen versehen und kann ebenfalls nach oben geklappt werden. Die eigentliche Kappe hat einen umlaufenden, innen gepolsterten Gummizug. Ein zweites Gummiband sorgt dafür, dass das Fleece unterhalb der Ohren eng anliegt.

Vorteile:

  • Flexibel
  • Angenehmer Sitz unter dem Helm

Das Konzept von GripGrab geht weitgehend auf: Die Kappe wärmt gut und ist auch bei Fahrtwind ausreichend warm. Das gilt auch für den Ohrenbereich aus Fleece. Der Gummizug sorgt dafür, dass kein Fahrwind eindringen kann. GripGrabs Winter Cap gibt es nur in Schwarz und in drei Größen.

POC Avip Road Beanie

Der Avip Road Beanie von POC besteht aus einem dünnen Stretch-Material, das innen angeraut ist. POC verzichtet auf Gummierungen - der elastische Stoff sorgt für sicheren Halt. Auch über den Ohren sitzt das Modell eng. Der sehr dünne Stoff sitzt jedoch sehr gut unter jedem Helm und stört überhaupt nicht.

Vorteile:

  • Dünn
  • Sehr leicht
  • Stört nicht

Nachteile:

  • Weniger starke Isolation
  • Im Nacken etwas zu viel Stoff

Grob geschätzt eignet sich der Avip Road Beanie für Temperaturen zwischen 5 und 15 Grad. Winddicht ist das Polyester-Polyamid-Elasthan-Gemisch aber. Die Avip Road Beanie gibt es in einer Universalgröße in Schwarz und Zink.

Sicherheitshinweise für Kinder

Ohne Mütze unter dem Fahrradhelm haben Kinder schnell kalte Ohren im Winter. Eine dicke Wintermütze unterm Fahrradhelm ist jedoch ein No-Go! "In der Tat sollte man unter dem Helm keine normale, dicke Mütze tragen", stellt Micha Gebhardt vom ADAC fest. "Hier besteht die Gefahr, dass der Helm verrutscht und nicht mehr optimal schützt."

Dabei gibt es spezielle Radmützen, die genau für diese winterlichen Einsätze konzipiert wurden. Zu denen rät auch René Filippek vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V.) - aber ergänzt: "Wichtig ist, dass die dünne Mütze den Kopf eng umschließt, sodass der Helm trotzdem noch gut sitzt. Wenn der Helm nur noch gerade so auf den Kopf passt und das Verstellsystem schon ohne Mütze ganz offen ist, ist wahrscheinlich auch eine dünne Mütze schon zu viel."

Testen Sie den Sitz: Helm ohne Mütze aufsetzen, Einstellsystem schließen und versuchen, den Helm auf dem Kopf zu verschieben. Dann wiederholen Sie den Versuch mit Mütze unterm Helm. Lässt sich der Helm nun leichter verschieben und bewegen, ist das ein schlechtes Zeichen.

Auch Dunja Schenk rät zu Radmützen, am besten von den Helmherstellern selbst. "Die sind dünn genug und so geschnitten, dass der Helm dennoch drauf passt und die Ohren warm bleiben." Auch sie betont, wie wichtig es sei, danach nochmal anzuprobieren: "Der Helm muss mit Radmütze neu angepasst bzw. eingestellt werden, damit er weiterhin schützt."

Weitere Tipps für das Radfahren im Winter

Micha Gebhardt gibt außerdem folgende Tipps, um mit Fahrrad und Helm sicher durch den Winter zu kommen:

  • Sichtbarkeit: Vor allem im Winter ist Sichtbarkeit von besonderer Bedeutung. Am besten reflektiert schon der Helm oder der Überzug, aber auch an der Kleidung und am Rad sollten reflektierende Elemente angebracht sein.
  • Helm Sitz: Ganz wichtig, nicht nur im Winter, ist auch der richtige Sitz des Helms. Am besten man setzt zuerst die Unterziehmütze auf und richtet den Helm dann gerade auf dem Kopf aus.

Materialien und Eigenschaften von Helmmützen

Eine funktionale Mütze bietet dir unter dem Helm einen zusätzlichen Kälteschutz für Kopf und Ohren. Wichtig bei der Wahl einer wintertauglichen Mütze ist besonders das Material. Im Gegensatz zu einer leichten Sommer Fahrrad Cap, sollte das Material einer Thermo Mütze vor allen Dingen warm halten. Dies kann zum Einen durch ein sehr dichtes und dickes Gewebe gewährleistet werden. Fleece zum Beispiel ist eine Kunstfaser, die der äußerst kälteisolierenden Wolle nachempfunden, jedoch deutlich atmungsaktiver und besser in Sachen Feuchtigkeitsmanagement ist. Einige Hersteller haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie wählen für ihre Helmmützen spezielle winddichte Materialien oder Membranen, um das Eindringen von kaltem Fahrtwind zu verhindern und dich so zusätzlich warm zu halten.

Winddichte Membranen

Bekannte winddichte Membranen sind zum Beispiel WINDPROOF von VAUDE oder GORE WINDSTOPPER, die nicht nur in GORE WEAR Mützen, sondern auch in Unterhelmmützen von Löffler und Co.

Atmungsaktivität

Eine wichtige Eigenschaft deiner Unterhelmmütze ist ihre Atmungsaktivität. Um diese Verdunstungskälte weitestgehend zu reduzieren oder ganz zu vermeiden, ist es wichtig, dass deine Helmmütze aus einem hochwertigen Funktionsmaterial gefertigt ist, das überschüssige Feuchtigkeit schnell aufnimmt und nach außen weitergibt.

Alternativen zur Helmmütze

Für das Radfahren gibt es im Handel spezielle Unterziehmützen, die atmungsaktiv sind, gleichzeitig aber vor Wind und Kälte schützen. Daneben gibt es sogenannte Hot Ears, die sich einfach am Helmgurt befestigen lassen und die Ohren warm halten, ohne dass du eine komplette Mütze unter dem Helm benötigst. Eine Alternative sind auch Stirnbänder oder besonders dünne Mützen.

Manche Hersteller für Fahrradhelme bieten ein gesondertes Winter Kit an. Der Vorteil: Die Mützen sind speziell auf die Formen der Helme angepasst. Sie bestehen aus einem komfortablen Flies und sind mit Ohrenschützern ausgestattet- Stoßnähte sorgen für einen angenehmen Tragekomfort. Eine Thermo-Sturmbaube schützt gleichzeitig auch das Gesicht. Selbiges gilt für einen Schlauchschal, den du dir bis über die Nase ziehen kannst. Auch Fahrradhelme mit Visier verhindern, dass dir der kalte Fahrtwind in die Augen zieht und die Sicht einschränkt.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Fahrradmützen, auch Helmunterziehmützen genannt, sind auf dem Fahrrad ein probates Mittel gegen den kalten Wind, der durch die Lüftungsschlitze eines Fahrradhelms pfeift. Die Auswahl ist groß, doch nicht jedes Modell eignet sich gleich gut für jeden Einsatzzweck. Vor allem die Windstopper Einsätze machen den Unterschied zwischen den einzelnen Modellen aus.

Passform

Wird die Mütze hauptsächlich im Winter getragen, muss sie unbedingt über die Ohren und möglichst tief in den Nacken reichen. Dabei ist darauf zu achten, dass sie keine Falten wirft, wenn der Kopf in den Nacken gelegt wird - schmerzhafte Druckstellen könnten sonst die Folge sein.

Windstopper Material

Für Radfahrer, die weniger kälteempfindlich sind, gibt es Unterziehmützen, die allein aus Funktionsfasern bestehen. Wird es draußen kälter oder ist das Haar schon schütterer, empfiehlt sich der Griff zu einem Modell mit einem Windstopper-Einsatz.

Tabelle: Übersicht der Eigenschaften von Helmmützen

Eigenschaft Beschreibung
Material Funktionsfasern, Fleece, Winddichte Membrane
Passform Eng anliegend, Ohren und Nacken bedeckend
Winddichtigkeit Windstopper-Einsätze oder winddichte Materialien
Atmungsaktivität Feuchtigkeitstransport nach außen
Zusätzliche Features Reflektierende Elemente, Schirm, Brillenbügel-Schlitze

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