Die besten Pedale für Rennräder: Ein umfassender Leitfaden

Klick - ein Geräusch, das zum Rennradfahren dazugehört wie der Fahrtwind und der eigene Atem. Vor Pausen, an Ampeln und Kreuzungen - klick. Der Fuß wird aus dem Pedalsystem herausbewegt, er ist „frei“ - und beim Losfahren bewegt er sich wieder zurück in das System.

Die Auswahl an Rennrad-Pedalen ist groß - je nach Hersteller und jeweiligem System unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Auflagefläche, ihrer Auslösehärte und dem „Float“, der Bewegungsfreiheit, die sie trotz einer festen Verbindung ermöglichen - dies kann etwa bei Knieproblemen dabei helfen, eine „natürlichere“ Bewegung zu ermöglichen. Auch wer an seinem Rennrad Gewicht einsparen möchte, kann dies unter anderem mit der richtigen Pedalwahl tun.

Vorteile von Klickpedalen

Bei Klickpedalen klickst du deinen Schuh am Pedal fest. Dadurch kannst du beim Rennradfahren das Pedal sowohl wegdrücken als auch hochziehen. Hierdurch dreht das Pedal viel effizienter und wird die Kraftübersetzung deutlich besser. Auch hast du mehr Kontrolle über dein Rennrad und kannst schneller korrigieren.

Früher fuhren viele Rennradfahrer mit Fußkäfigen. Ein Fußkäfig hält den Fuß am Pedal und kann mithilfe von Gurten an den Fuß angepasst werden. Inzwischen fahren jedoch fast alle Rennradfahrer mit Klickpedalen.

Schnell wurden die Vorteile dieser Pedale gegenüber den bis dahin üblichen Fußkäfigen deutlich. Die Profiteams stiegen also schnell auf Klickpedale um, und viele Amateure schlossen sich ihnen an.

Wichtige Faktoren bei der Auswahl von Rennradpedalen

  • Q-Faktor: Der Q-Faktor beschreibt den Abstand zwischen den beiden Montagepunkten der Pedale. Da die Hersteller unterschiedlich breite Tretlager und gekröpfte Kurbeln produzieren, gibt es unterschiedliche Abstände. Ist er zu groß, kann dies bei manchen zu Knieproblemen führen. Aber auch durch eine andere Montage der Pedalplatten, auch „Cleats“ genannt, lässt sich der Q-Faktor anpassen.
  • Auflagefläche: Um genügend Druck auf das Pedal zu bringen, empfiehlt sich eine große Auflagefläche. Hier ist das Zusammenspiel von Pedal und Schuhplatte von Bedeutung.
  • Bauhöhe: Eine geringe Bauhöhe des Pedals gilt demnach als vorteilhaft, ebenso wie eine möglichst dünne Sohle.

Verschiedene Rennradpedalsysteme

Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Arten und Marken. In diesem Blog erklären wir die Vorteile von Klickpedalen und was die Unterschiede zwischen den Marken sind.

Shimano

Shimano folgte 1990 mit seinen SPD Pedalen. Dieses Klicksystem ähnelt stark dem System, das jetzt bei den MTB-Pedalen zu finden ist. Viele Rennradfahrer bevorzugten nämlich eine größere Pedaloberfläche, wie sie die Pedale von Look bereits aufwiesen. Shimano übernahm dieses Design daher. So entstanden die SPD-SL-Pedale. SL steht für Standard Look, denn anfänglich waren diese Pedale kompatibel mit Look Pedalen.

Shimanos SPD-SL Pedale haben eine große Kontaktfläche und dadurch eine hervorragende Kraftübertragung. Auch sind diese Pedale besonders benutzerfreundlich und langlebig. Alle diese Klickpedale lassen sich einfach einklicken und haben eine große Kontaktfläche. Dadurch erfährst du eine gute Unterstützung beim Rennradfahren. Zusätzlich kannst du bei allen Pedalen die Federspannung selbst einstellen. Das heißt, dass du selbst entscheidest, wie viel Kraft dich das Ausklicken kosten soll.

Ein Nachteil von Shimano-Pedalen ist das relativ hohe Gewicht. Du musst also mehr Gewicht den Berg hoch radeln als mit anderen Klickpedalen. Insgesamt bieten diese Pedale auch weniger Einstellmöglichkeiten und Bewegungsfreiheit als Klickpedale von beispielsweise Time oder Speedplay. Dadurch entsteht bei manchen Rennradfahrern eine unnatürliche Kniehaltung. Das kann für Knieprobleme sorgen.

Look

1984 brachte Look das erste Klickpedal für Rennräder auf den Markt. Look Rennradpedale sind leicht, benutzerfreundlich und haben eine gute Kraftübertragung.

Die Look Kéo Classic Pedale sind ausdrücklich für Rennrad-Neulinge gemacht. In diese Pedale kannst du einfach ein- und ausklicken. Für noch unerfahrene Rennradfahrer ist das natürlich nur gut. Dank der verstellbaren Federspannung kannst du selber bestimmen, wie leicht oder schwer du ausklicken möchtest.

Die Look Kéo 2 Max Pedale richten sich an Rennradfahrer, die lange Distanzen fahren und viele Stunden im Sattel sitzen. Diese Klickpedale haben eine größere Kontaktfläche. Sie bieten mehr Bewegungsfreiheit und haben eine einstellbare Federspannung. Dadurch sind sie auch nach drei Stunden Rad fahren noch komfortabel. Aus gutem Grund sieht man auch regelmäßig Profis mit diesen Pedalen!

Die Look Kéo Blade Pedale sind für leistungsorientierte Rennradfahrer und Wettkampf-Rennradfahrer gemacht. In diesen Pedalen bist du noch fester eingeklickt, deine Federspannung wird mit einer Carbonfeder eingestellt. Diese Klickpedale sind aus Carbon und darum sehr leicht, auch die Kraftübertragung ist hier noch besser. Alles an diesen Klickpedalen sorgt dafür, dass du noch schneller Rennrad fahren kannst!

Ein Nachteil von Look-Pedalen ist, dass die Cleats, oder Schuhplatten, relativ schnell verschleißen. Auch sind die Lager weniger gut abgedichtet als bei Shimano Pedalen, wodurch sie anfälliger für Wasser sind. Noch ein Nachteil ist, dass die Federspannung nicht verstellbar ist. Wenn du diese verstellen möchtest, musst du die Feder austauschen. Das kostet natürlich Zeit und ist nicht so einfach, wie mal kurz an einer Schraube drehen. Diese Klickpedale bieten wenig Bewegungsfreiheit, daher musst du sie sehr genau einstellen.

Time

Später kamen dann auch noch die Klickpedale von Time dazu. Diese kopierten die dreieckige Form der Schuhplatten von Look und Shimano. Time verbesserte diese allerdings noch in Hinblick auf Bewegungsfreiheit und Einstellungsmöglichkeiten.

Time Rennradpedale sind leicht, benutzerfreundlich, haben viele Einstellungsmöglichkeiten und bieten viel Bewegungsfreiheit. Das macht sie sehr geeignet für Rennradfahrer mit Knieproblemen und Radfahrer, die optimal auf ihrem Fahrrad sitzen wollen. Time verwendet das Bioposition-Konzept. Dieses geht davon aus, dass ein Klickpedal ausreichend Bewegungsfreiraum bieten muss, damit dein Knie eine natürliche Haltung annehmen kann. Daher hast du bei diesem Klickpedal, sobald du eingeklickt bist, viel Bewegungsfreiraum. Auch kannst du selber die Position von der Pedaloberfläche einstellen, sodass sie für dich richtig ist. Das Einklicken geht sehr einfach und du kannst die Federspannung mit einer Carbonfeder einstellen.

Ein Nachteil der Klickpedale von Time ist, dass die Schuhplatten relativ schnell verschleißen. Das bedeutet, dass du sie natürlich häufiger ersetzen musst. Außerdem sind die Lager etwas weniger gut abgedichtet als bei den Shimano-Pedalen. Sie sind dadurch empfindlicher für Wasser und Schmutz.

Speedplay

Anfang der 1990er Jahre führte Speedplay aus Kalifornien ein eigenes Klicksystem ein. Dieses Pedal war extrem leicht, ließ sich besser einstellen und ermöglichte auch noch mehr Bewegungsfreiheit als andere Klickpedale.

Speedplay Klickpedale sind leicht, an beiden Seiten einklickbar und sind vielfältig auf deine Bedürfnisse anpassbar. Der Klickmechanismus befindet sich bei diesen Pedalen in den Cleats. Diese sind groß, wodurch auch die Kontaktflächen groß sind. Hierdurch ist das Risiko auf taube Füße bei langen Fahrten geringer. Mithilfe des Klickpedals und des Cleats kannst du ganz genau einstellen, wie straff dein Fuß im Pedal festsitzt, und in welchem Winkel du ausklicken kannst. Auch kannst du den Winkel einstellen, in welchem dein Fuß beim Rennradfahren zum Pedal steht. Daher sind diese Klickpedale super für Rennradfahrer mit empfindlichen Knien. Du kannst von beiden Seiten in diese Rennradpedale einklicken.

Der Nachteil von Speedplay Klickpedalen ist, dass die Schuhplatten schnell verschleißen, wenn du sie ohne die schützenden Walkable Cleats benutzt. Außerdem solltest du die Achse regelmäßig schmieren. Ansonsten wird sie immer schwergängiger und die Lager können schneller verschleißen.

Powermeter-Pedale

Powermeter-Pedale messen die Leistung des Fahrers und liefern wertvolle Daten für das Training. Hier sind einige beliebte Modelle:

  • SRM X-Power Road: Die zweite Generation der SRM-Straßenpedale passt zu Shimanos SPD-SL-Cleats. Die Elektronik und der fest verbaute Akku liegen im Inneren der Achse. Trotz Metallbauweise ist das Pedal sehr leicht.
  • Favero Assioma Pro MX: Das Pedal ist kompatibel mit Shimanos SPD-Cleats. Im Vergleich zum Straßenpedal zeigt die Offroad-Version zusätzlich den PCO-Wert an, die Lage des Druckpunkts auf dem Pedal.
  • Garmin Rally: Garmins Power-Pedal der vierten Generation arbeitet genau und bietet mit seinem Strauß von Cycling-Dynamics-Kennzahlen einen Mehrwert.
  • Wahoo Powrlink: Wahoo hält den Geist der Speedplay-Lollies aufrecht. Geringe Höhe, einstellbare Drehfreiheit, präzise Führung und geringer Verschleiß sind die bekannten Vorteile des Systems.

Alternativen: MTB-Pedale für Rennräder?

Ein recht großer Teil der Rennradfahrer entscheidet sich für Klickpedale, die eigentlich für Mountainbikes entwickelt sind. Die Vorteile von MTB-Pedalen sind das einfache Ein-und Ausklicken sowie die insgesamt sehr hohe Benutzerfreundlichkeit.

Rennradfahren mit Mountainbikepedalen hat allerdings auch Nachteile. Der größte Nachteil ist die kleinere Pedaloberfläche. Hierdurch kannst du nämlich schneller Probleme mit Taubheit oder Kribbeln in den Füßen bekommen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn du lange Distanzen radelst.

Zusätzliche Informationen

Hier ist eine Tabelle mit einigen der genannten Pedale und ihren Eigenschaften:

Pedal Gewicht (Paar) Kompatibilität Besonderheiten
Shimano SPD-SL Variiert je nach Modell Shimano SPD-SL Cleats Benutzerfreundlich, langlebig
Look Kéo Variiert je nach Modell Look Kéo Cleats Leicht, gute Kraftübertragung
Time Variiert je nach Modell Time Cleats Viele Einstellungsmöglichkeiten, viel Bewegungsfreiheit
Speedplay Variiert je nach Modell Speedplay Cleats Beidseitig einklickbar, vielfältig anpassbar
SRM X-Power Road 277 Gramm (ohne Cleats) Shimano SPD-SL Cleats Powermeter, leicht
Favero Assioma Pro MX 382 Gramm (ohne Cleats) Shimano SPD Cleats Powermeter, robust, preiswert

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